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18May

Strafsteuer für Ungläubige

Einige Grüne (kein offizielles Gremium, aber MdBs, MdLs waren dabei) haben folgendes Papier verfasst: “Der Geist Gottes wohnt in uns“

Darin ist der heiß diskutierte Absatz:

Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer „Kulturabgabe“ orientiert, welche alle Menschen an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten. Dies stärkt die Position der Kirche mehr als Debatten über die kircheninternen Konsequenzen der Verweigerung von Kirchensteuerzahlung.

Da interpretieren ganz viele die ich kenne, eine Strafsteuer für Nicht-Kirchenmitglieder rein. Andere können diese Interpretation nicht verstehen. Aber meiner Meinung nach, ist das die einzig zulässige Interpretation. Warum?

  1. Die erste Frage stellt implizit fest, dass die Kirchensteuer, bzw. die Möglichkeit diese zu sparen, eine Motivation für den Kirchenaustritt sei.
  2. Die Frage suggeriert gleichzeitig, dass man dagegen etwas tun muss.
  3. Die folgende Sätze hören sich sehr stark nach einer Lösungsskizze an: Kulturabgabe
  4. Wenn die Kulturabgabe aber diese Motivation aus 1., nämlich “Geld sparen” mindern soll, kann es nur bedeuten, dass sich für Kirchenmitglieder weniger verändert, als für Nicht-Kirchenmitglieder.

So sehe ich das, rein logisch betrachtet. Und ich fürchte, das “weniger ändert” (aus 4.) war so gemeint, dass die Kirchenmitglieder mit ihrer Kirchensteuer ihren Beitrag abgegolten haben (sich gar nichts ändert), während die Nicht-Christen dann plötzlich einiges mehr zahlen müssen.

Aber warum wäre das schlecht? Dazu erst mal paar Hintergründe und die Argumente nach Kategorien aufgespaltet.

Soziale Leistungen der Kirche?

Ausgaben der KircheAuf katholische.de findet man die Graphik rechts. Darin sieht man, dass ca. 1/6 in Bildung und1/6 in Soziales fließt, etwas genauer erläutert wird es hier. Also erst mal muss man dann feststellen, dass die angeblich Sozialen Aufgaben der Kirche nur einen Bruchteil darstellen. Klar, es gibt ganz viele Kindergärten, Sozialeinrichtungen, … aber zahlt die wirklich die Kirche? Nur mit diesen relativ geringen Beträgen. Der Rest wird von der Stadt, den Pflegekassen, … gezahlt. Die rechnen auch ab, wie jeder andere Leistungserbringer und spendieren das (bis auf diese Beträge) nicht einfach der Gesellschaft.

Nun mag der eine oder andere sagen, dass 15 Mio Euro im Bereich Eichstätt doch sehr gut seien. Auch wenn der Staat einiges zuschießt, bzw. die Sozialkassen oder wer auch immer. Ja, aber Kirchensteuer ist von der Steuer absetzbar. (§10 Abs 4 EStG). D.h. wenn jemand Kirchensteuer zahlt, bekommt der Staat dafür den Anteil vom Grenzsteuersatz weniger “normale” Steuer. Ein Grenzsteuersatz von 30% dürfte normal sein, d.h. in etwa das, was die Kirche an Sozial- und Bildungsleistungen ausgibt, entgeht dem Staat an Einnahmen. Also wäre es für den Staat ein fast Nullsummenspiel, wenn bei nicht gezahlten Kirchensteuern die Sozialabgaben erhöht werden.

Gleichzeitig zahlt der Staat aber von den normalen Steuern ganz viele Leistungen an die Kirche. Diverse Kirchenleute werden vom Staat bezahlt, darüber gibt es ganze Abhandlungen, das lass ich jetzt mal, das ausführlich zu behandeln.

Nachteile der Kulturabgabe?

Grundsätzlich sind mehr Gelder für gewisse soziale und/oder kulturellen Projekte sicherlich sinnvoll. Diese als Zwangsspenden zu machen jedoch nicht, warum?

Dazu einige Gedanken, Fragen und Argumente

  1. Die Autoren schreiben “an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten”, dazu muss man erst mal definieren, was ist gemeinnützig. Jeder Verein, der vom Finanzamt den Status bekommen hat?
  2. Was ist dann mit anderen Aktivitäten? Parteien? Gewerkschaften? …. Muss man da dann zusätzlich zahlen, oder wäre das auch anrechenbar?
  3. Wie ist das, wenn eine Mitgliedschaft auch Vorteile bietet. Vielleicht sogar geldwerte Vorteile, wie zum Beispiel das Streikgeld bei den Gewerkschaften?
  4. Wie groß ist das Missbrauchspotential? Ein Verein zur Förderung der … (in der Abgabenordnung steht genau, was man da reinschreiben muss, dass es durchgeht) kann jeder Gründen. Also was glaubst du, wie viele Tierschutzvereine es dann gibt, die “Gassigehen mit dem Hund in passenden Umgebungen” fördern….
  5. Selbst wenn es tatsächlich nur vernünftige Vereine bekommen, wie wird da die Verteilung sein? Haben dann irgendwelche Vereine Vorteile? Evtl. Vorteile, die wir nur halbwegs sinnvoll finden? Beispiel Sport, bekommen eventuell die Bundesligavereine dann richtig viel, während die kleinen Sportvereine kaum was abbekommen? Ich hab keine Ahnung, wie der Effekt sich auswirken würde, aber so etwas muss sichergestellt werden.
  6. Wenn eine gerechte Verteilung erfolgen soll, dann könnte man auch einfach eine Steuer (Spitzensteuersatz?!) anheben und das Geld von den Kommunen, einem Bürgerbeirat (dann wäre der Demokratieaspekt höher) o.ä. verteilen lassen.
  7. Wenn der demokratische Aspekt, dass jeder selber entscheiden kann, welcher Verein, eine hohe Priorität haben soll, dann kann man auch das jetzige System lassen. Jeder kann heute Spenden, wohin er will, und kann das sogar von der Steuer absetzen.
  8. Wie groß wäre die Bürokratie. Wenn jeder paar hundert Euro an Pflichtabgabe zahlt, dann müssen die Vereine das verarbeiten, die Bestätigungen müssten an die Steuerbehörden und diese müssten das prüfen. Viel Bürokratie, bei der ein nicht unrelevanter Teil der Gelder verbraucht wird.

Also daher sehe ich es insgesamt so: Wenn wir als Partei wollen, dass mehr Geld in Kultur, Soziales o.ä. fließt, dann wäre die bessere Lösung, eine Steuer, am liebsten den Spitzensteuersatz der Einkommenssteuer, von mir aus auch Vermögenssteuer, Finanztransaktionssteuer o.ä. zu erhöhen und das Geld dann entsprechenden Einrichtungen zukommen zu lassen.

Trennung von Kirche und Staat

Durch so eine Abgabe würde die Trennung von Kirche und Staat noch weiter aufgehoben. Wir haben bereits jetzt die “staatliche” Kirchensteuer, inklusive Einzug über den Staat.

Oben hab ich ja auch schon angedeutet, dass der Staat viel für die Kirche bezahlt.

Wenn allerdings die Trennung eh so schwammig ist, dann müssten auch andere “Religionsführer” vom Staat bezahlt werden, evtl. in einem ähnlichen Verhältnis wie bei den Christen, aber zumindest einige Moslems würden dann einen Job bekommen. Aber auch Religionslehrer und so, die einen kirchlichen Auftrag erarbeiten, erhalten Geld vom Staat.

Klar könnte man sagen, dass dies ja eher eine Trennung wäre, da die Kirchen nicht mehr so herausragend wären, mit Ihrer Kirchensteuer, aber es wurde ja explizit in dem Kontext genannt, dass es so gestaltet werden soll, dass man NICHT aus der Kirche austritt.

Namensgebung und andere Abgaben

Die Namensgebung suggeriert eine Abgabe für Kultur. Die erste Frage die sich mir da stellt, wie viele andere Abgaben können da kommen? Bildung, Mobilität, …. ich hoffe, dass dies NICHT geplant ist, und nur die Namensgebung ungut gewählt wurde, aber alle gemeinnützigen Vereine gemeint waren. Wenn es wirklich eine reine Kultur-Abgabe sein sollte, dann würde ich echt befürchten, dass eben noch mehr nachkommt. Sozialabgabe, Naherholungsabgabe, …

Generelle Förderung von Kultur, Sozialem etc.

Dieser Teil ist mal eine Denkanregung, aber eher als Diskussionsgrundlage zu sehen, noch keine Endgültige Meinung von mir:

Ganz vieles im kulturellen Bereich läuft entweder hochprofessionell (Caritas&Co rechnen über die Sozialversicherungen ab, Theater, Museen etc. sind eh oft staatlich betrieben) oder ist recht klein und mit viel Ehrenamt verbunden. Natürlich gibt es auch die Zwischenebenen, aber in meiner persönlichen Wahrnehmung überwiegen die extreme. Oder anders gesagt. Entweder man kann damit Geld verdienen, oder nicht. Den hochprofessionellen Institutionen, denen hilft eine kleine Spende eher weniger, weil die so viel Geld (für Personal & Co) brauchen, dass 300 Euro nicht so wahnsinnig viel sind, während die ganz kleinen ganz oft die Gelder weniger für Personal, als für Infrastruktur brauchen. Daher stelle ich mir die Frage, ob es nicht viel sinnvoller wäre, entsprechenden Gruppen einfach die Infrastruktur hinzustellen und dann schauen, was sich entwickelt. Denn wenn man erst mal eine funktionierende Gruppe braucht, um Gelder zu bekommen, um dann die Infrastruktur zu kaufen, dann hat man ein Henne-Ei-Problem (brauchen Infrastruktur für erstes Projekt. Brauchen erstes erfolgreiches Projekt für Geld für Infrastruktur)

Ich selber organisiere eine Vortragsreihe. (Hat nichts mit Politik zu tun) Die Nerd Nite Erlangen. Da uns unser Erlanger Kulturzentrum “E-Werk” eine Bühne bereitstellt und Musikanlage, Mikros, Beamer, … und sogar Essen für die Referenten, Hilfe beim Plakate designen und drucken … nur so können wir nach dem Prinzip arbeiten: Keine Einnahmen, keine Ausgaben. (Naja, die eine oder andere kleine Ausgabe kommt schon, aber die beschränken sich echt auf minimale Ausgaben.) Eine weitere Förderung brauchen wir fast nie (einem Referent mussten wir Absagen, weil die Fahrtkosten nicht erstattet werden konnten).

Ein ähnlicher Fall ist der Verein Sozialtreff Erlangen. Der hat als Hauptziel, dass er ein Treffpunkt für Leute mit wenig Geld ist, und dort ein gemeinsammes Frühstück, Gespräche, Akzeptanz, …. möglich ist. Der ist jetzt in den Räumen der Villa. Dieser Vereinszweck geht da wunderbar. Zusätzlich verteilt der Verein noch Lebensmittel. Dafür braucht er natürlich Geld.

So gibt es viele Einrichtungen/Gruppen etc., die vor allem Infrastruktur brauchen, gerade auch im Bereich Kultur. Viele Künstler brauchen Ausstellungsflächen. Musiker brauchen Übungsräume mit Technik. Oder auch mal eine Veranstaltung, bei der sie auftreten können.

Ich behaupte natürlich nicht, dass Infrastruktur alles wäre, aber ein relevanter Teil für viele.

Daher plädiere ich in der Kulturförderung schon lange, und in letzter Zeit intensiver, dafür, dass die Infrastruktur von zentraler Stelle, also der Stadt o.ä. gestellt wird. Aber das kostet natürlich auch Geld. Aber wenn die Kulturabgabe zur Haupt-Einnahmen-Quelle der Kultur und des Sozialem wird und der Staat sich da zurückzieht, dann wäre eine breite Kulturförderung über Bereitstellung von Infrastruktur schlechter möglich, weil es dann heißt, “such dir halt einen Spender, dafür gibt es die Kulturabgabe”.

Vorteile der Kulturabgabe

  • mehr Geld für Kultur und Soziales und Co
  • die Leistung der gemeinnützigen Arbeit wird anerkannt
  • die Finanzierung der gemeinnützigen Arbeit wird auf mehr Schultern verteilt
  • das Volk kann entscheiden, wohin das Geld fließt

Kirchenaustritte

Wie oben schon festgestellt, wird suggeriert, dass eine Motivation (die Hauptmotivation?) die Zahlung der Kirchensteuer sei. Allerdings glaube ich, gibt es viele andere Gründe.

  • Skandale in der Kirche (z.B. Kindesmissbrauch)
  • Der Glaube ist einfach nicht mehr so verbreitet
  • man sieht gewisse Strömungen in der Kirche kritisch (z.B. Homophobie, fehlende Gleichberechtigung)

und diese Gründe zusammen mit der Kirchensteuer führen dann zum Austritt.

Ich glaube sogar, die Kirchensteuer mit ihrem Ruf, damit was “Sozial gutes” zu tun (der nur sehr eingeschränkt stimmt, siehe oben), ist für viele Ungläubigen noch ein Grund, in der Kirche zu bleiben.

Fazit

Nach diesen Überlegungen komm ich zu dem Schluss, dass ich diesen Vorschlag für Quatsch halte. Vielleicht würden “meine” Gruppen, die Nerd Nite und der Sozialtreff, je nach Ausgestaltung vielleicht auch “meine” Partei, die Grünen, davon profitieren und hätten mehr Geld. Aber das wäre doch eine Steuererhöhung für Leute, die bisher nicht an solche Vereine oder Institutionen gezahlt haben, für die es angerechnet wird. (Konfessionslose wie ich, die schon an Parteien und diverse Vereine etwas zahlen, müssten vielleicht auch nicht mehr zahlen.)
Wenn eine Steuererhebung, dann aber gleich offen und ehrlich mit einem vernünftigen Verteil-Schlüssel.

In diesem Kontext – damit Kirchenaustritte verhindern zu wollen – ist diese Kulturabgabe für mich absolut UNGEEIGNET.

In allgemeineren Kontext scheint sie mir aber auch keine gute Lösung zu sein, wegen all den oben genannten Punkten.

18May

Programm offen entwickeln

Antrag an die MV von Bündnis 90/Die Grünen KV Erlangen bzw. die VV der GL Erlangen

Hintergrund: Demnächst starten wir, das Programm für die Kommunalwahl zu schreiben.

Antrag: Das Programm wird mit Hilfe eines Online-Tools geschrieben, so dass möglichst viele Leute daran aktiv und konstruktiv mitarbeiten können.

Begründung: Die Transparenz in unserer Partei ist gut, aber nicht sehr gut. Wir wollen die Experten, Bürger und Mitglieder der Partei & GL einbinden, schaffen es aber nicht immer optimal. Vorstandsintern nutzen wir schon seit Jahren Wikis, und haben damit gute Erfahrungen. Es müssen keine Text-Dateien hin und hergeschickt werden, sondern alle arbeiten an einem Dokument und keiner muss diverse Änderungen synchronisieren. Daher ist es motivierender und einfacher, und dank der Tools auch mit relativ geringen Zugangshürden verbunden.

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17May

Funkschein im Eigenstudium – SRC-Prüfung ohne Kurs

Mal was ganz unpolitisches…. aber vielleicht hilft es jemandem.

Obwohl ich beim ersten Mal durch die Prüfung durchgefallen bin, würde ich behaupten, dass der SRC-Schein (Funken für Segler) sehr gut im Eigenstudium machbar ist. Mein Durchfallgrund war einfach ein Blackout, ich habe zwei Sachen vermischt, die ich eigentlich konnte.

Nun zum Ablauf der Prüfung:

  1. Funksprüche: Es gibt 27 vordefinierte Funksprüche, die sich im Internet runterladen lassen. z.B.: PA Bremen
    Wer sich die Funksprüche gerne anhören möchte, der findet hier alle gesprochen: Rolf Dreyer
    Von diesen Funksprüchen wurde einer sehr langsam vorgelesen. Auf Englisch. Den musste man mitschreiben und danach ins deutsche übersetzen. Dann bekommt man einen schriftlichen Funkspruch auf deutsch und muss den ins englische übersetzen.
    Das ganze läuft schriftlich ab. Also ich musste hier weder selber buchstabieren (Nato-Alphabet, ALPHA BRAVO usw) noch ein Wort sprechen. Aber man muss natürlich Englisch und das Nato-Alphabet verstehen.
    So wie ich es verstanden habe, kommt es da aber nur auf den Inhalt an. Ob man Hilfe mit “assistance” oder mit “help” übersetzt ist glaube ich egal. Zumindest wurde mir der Unterschied in den Funksprüchen nicht klar.
    Das ganze war nach wenigen Minuten rum und meinem Empfinden nach gar kein Problem.
  2. Theorie Es gibt ca. 260 Fragen, die sich auf 10 Fragebögen a 30 Fragen aufteilen. Die Fragebögen gibt es im Internet. Die Fragen gibt es im Internet (z.B. PA Bremen)- Richtig toll zum lernen fand ich den “Online-Trainer” von Tim Köster und die Fragebögen als MP3 – aber Achtung, inzwischen sind es multiple-Choice-Fragebögen … ich war einer der letzten, die es mit Freitexten machen mussten/durften.
  3. Die Praxis. Da war mir nicht so ganz klar, wie die abläuft. (Aber daran ist es nicht gescheitert).
    Wir wurden zu zweit geprüft, beide von uns sollten eine Funkstelle auf einem Schiff spielen. Max und Moritz … einige die bei einer Segelschule waren, wussten das schon. Aber selbst bei einer google-Suche finde ich dazu nichts. Ist vielleicht eine besonderheit beim PA Nürnberg? Jedenfalls lief das so:

    • (beide) DSC-Gerät einstellen: Position und Uhrzeit
    • Ich hatte Wassereinbruch und musste das Schiff verlassen: DSC – Distress Settings – Abandon the vessel – Distress-Taste (er wollte sie nicht wirklich gedrückt haben, weil sonst auch die Geräte im Nachbarraum zu piepsen anfangen)
    • Anderer musste die DSC-Meldung im Speicher abrufen (allerdings eine alte, weil der Alarm wurde ja nicht ausgelöst)
    • Ich: Mayday-Meldung abgeben. Kanal 16 war schon eingestellt, Squelch-Rad bis zum rauschen drehen, etwas zurückdrehen.
    • Anderer: Meldung bestätigen und weiterleiten
    • Prüfer: Er hat mich aufgenommen, Schiff ist untergegangen, Notverkehr beenden
    • Ich: Vorletzte Zeile durcheinandergebracht…. Blackout … durchgefallen,
    • Rest: ??? Ich musste raus :-(

    Naja, jedenfalls, wie die einzelnen Funksprüche ablaufen steht auch beim PA Bremen in der ZIP-Datei. Die Nummer 4 empfehle ich zu lernen.
    Zum üben mit dem Umgang mit dem Controller habe ich mir eine Simulation gekauft, die auch LRC-fähig ist (LRC ist das nächsthöhere Funkzeugnis, das hab ich mir zwischendrin mal überlegt.) Jedenfalls gibt es auch gratis-Simulationen. Beim Prüfungsausschuss nachschauen, welche Geräte die nehmen und dann suchen.

    Die Nachprüfung lief dann ähnlich wie die erste, nachdem ich dann den “Pflichtteil” durch hatte, kamen noch paar Fragen zum Verständnis. Was mir in Erinnerung ist: “Wenn jemand während MAYDAY redet, was macht man dann” – “SCHIFFSNAME – SILENCE MAYDAY” – “Während er spricht oder warten” – “Warten, weil simplex-Kanal” …
    Insgesamt also gut schaffbar, NUR, ein Blackout und zwei Funksprüche total vermischen, ist nicht sinnvoll.

Kosten:

  • 78 Euro Prüfungsgebühr
  • 12 Euro anteilige Fahrtkosten der Prüfer und Raummiete
  • 15 Euro Übungsbögen – Hab ich mir von der Erlanger Segelschule aufquatschen lassen aber nie benutzt. Ich würde sie weiterverkaufen.
  • 20 Euro SRC-Buch – Hab ich durchgelesen, war zum Verständnis ganz hilfreich, aber nicht unbedingt zum bestehen der Prüfung sinnvoll. Und so toll geschrieben war es auch nicht.
  • 32 Euro für die Simulations-CD- es gibt auch Downloads für gratis, aber ich hab die nicht so genau angeschaut….
  • 32 Euro (20 Euro Prüfungsgebühr + 12 Euro Fahrtkosten) Nachprüfung

Also etwa 90 Euro für die erste Prüfung (muss man auch beim Kurs zusätzlich zahlen)
Etwa 67 Euro für Material … davon kann man sich 45 Euro sparen (Bögen und Simulation); Buch würde ich schon empfehlen.

30 Euro für die Nachprüfung. (Gebühr + Fahrtkosten der Prüfer)

Aber selbst mit den gesamten Kosten und Nebenkosten und Nachprüfungkosten war das gesamte erheblich günstiger als ein Kurs, der normalerweise über 100 Euro kostet…. (und Material muss man auch in vielen Kursen noch zusätzlich kaufen) … Und ich hab jetzt eine CD mit der Simulationssoftware, die ich an Freunde gerne ausleihe. Ich brauche sie nicht mehr und hab sie deinstalliert, von daher wäre das komplett  legal. Wenn jemand noch Fragen hat, dann einfach melden.

17May

Z5 – erfolgreiche Basisarbeit?

Vor dem ersten Zukunftskongress der bayrischen Grünen war ich begeistert. Was wurde da alles angedeutet, Basisarbeit, KVs werden eingebunden, …

Leider, nachdem ich einige Zukunftskongresse mitgemacht habe und auch viele Rückmeldungen gehört habe, ist die Begeisterung leider einer Ernüchterung gewichen.

Was mich stört:

  1. Die Workshop-Phasen an sich sind gut, aber erstens viel zu kurz und zweitens viel zu parallel. In den Workshops finden gute inhaltliche Diskussionen statt, die nach 2 Stunden mehr oder weniger abgewürgt wird. Und man darf an einem von 9 Themen mitmachen.
  2. daran anschließend: Zu viel anderes. Beim Z5 ein Konzert (das zwar schön aber inhaltlich nicht hilfreich war), beim Z2 ein Rollenspiel (das zwar witzig war aber von dessen Output ich auch NICHTS mehr gehört habe)
  3. zu wenig Vorbereitungsinput: Um die breite Basis zu begeistern, wäre es hilfreich, die KVs mit Vorbereitungsveranstaltungen einzubinden. Dazu würde es aber mehr Material brauchen. Sei es, ein kleinen Fragebogen mit Kernfragen. z.B. “Thema X: Gibt es das “Problem” bei uns in der Region? Welche Lösungen oder Lösungsansätze gab es? Welche Probleme gibt es damit?” Bis hin zu wirklicher Materialbereitstellung. Die Zeitung war grundsätzlich nicht schlecht, aber als Diskussionsgrundlage nicht so optimal. Die Vorab-Diskussion muss von einem moderiert werden, der sich eingearbeitet hat, der dann auch entsprechende “Input-Vortrag-Materialien” brauchen könnte.
  4. zu wenig von unten. Die Moderation und die Experten waren hauptsächlich MdBs und andere Parteigrößen, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

Vielleicht lande ich aber auch nur immer in den falschen AKs?

Also insgesamt finde ich: Kongresse sind eine gute Idee, Einbindung der Basis erst recht, aber die Z-Reiche war jetzt ein erster Schritt, viele weitere Schritte sind notwendig.

Mein Fazit der Z-Kongresse: Viele Meinungen ausgetauscht, viele nette grüne kennen gelernt oder Bekanntschaften vertieft, also war es ganz nett. Aber für die Zukunft Konzepte entwickelt haben wir nicht.

14May

Analyse NRW-Wahl

Die “absolute Überraschung”, dass Röttgen überfordert ist und sich mit Ämtern überlastet und keines richtig macht, ist nicht neu. Beim Fußball sagt man immer, wer auf allen Hochzeiten tanzt macht keines richtig. Und dieser Effekt war bei Röttgen schon lange zu beobachten (Doppelbelastung & Abzocker). Diese Einstellung, dass er seine Ämter einfach nicht richtig macht, wurde jetzt quittiert. Von daher gebe ich ihm in gewissem Maße recht, dass es zu einem großen Teil seine Niederlage ist. Es gibt nämlich durchaus auch viele CDU-ler, die ihre Arbeit richtig machen. Aber natürlich ist es nicht alleine seine Niederlage. Es ging nicht nur um Personen, es ging auch um Themen & Strukturen, und da hat halt rot-grün erheblich vorgelegt.

Die SPD dagegen hat von der guten Koalitionszeit sehr schön profitieren können. Deutliche Zugewinne, die jetzt die Rot-Grüne Koalition stärken. Dazu einfach mal eine Gratulation.

Das Grüne Ergebnis ist dagegen zwiespältig zu sehen. Vor 2 Jahren gab es eine Verdoppelung, das hohe Niveau wurde gehalten, ist die “Schönrederei”, auf der anderen Seite lagen wir aber bei Umfragen zwischendurch bei 20%, waren auch an der guten Koalition beteiligt und das Ergebnis wurde eben “nur” gehalten – die Pessimistensicht. Wo sehe ich die Ursachen? Ich glaube, und die Umfragen bestätigen das, dass die Grünen in der Sacharbeit am tiefsten drin sind und die ehrlichste Politik machen. Da wird wirklich um die Beste Lösung gerungen, das heißt, wir haben selten ein einfaches Konzept, bei dem jeder sofort durchblickt, was wir wollen. Bei uns ist Politik kompliziert. Und dann kommen eben die extremen Vereinfachungen: “Energie & Umwelt” … beim Schulkonsens in NRW haben die Grünen aber super Bildungspolitik mitgemacht, u.s.w., die aber eben nicht trivial ist. Und als kleiner Partner in einer Koalition, bleibt eben viel Ruhm beim großen Partner hängen, insbesondere bei so einem Kuschel-Kurs. (Umgekehrt aber auch viele “Vorwürfe”, wie man z.B. nach der Koalition in Hamburg gesehen hat, nach der die CDU radikal abgestürzt ist.) Vielleicht hätte man aber auch einfach mal bischen mehr auf Distanz gehen sollen und noch mehr grünes Profil erkennen lassen sollen?!
Man könnte auch meinen, dass die Wählerschaft einfach ziemlich konstant ist. Da habe ich gewisse Zweifel. Ich glaube, wir hatten schon ein gewisses Protestwählerpotential, das aber aus 2 Gründen in NRW weggefallen ist: Einerseits sind die NRW-Grünen in der Regierung und DIE Protestpartei ist zur Zeit die Piratenpartei.
Also zusammengefasst führe ich das grüne Ergebnis auf 3 Hauptfaktoren zurück:

  • Gute Arbeit hat entsprechenden Wählern gefallen –> Ergebnis gehalten
  • Die SPD wurde mehr wahrgenommen –> Zuwächse nur bei der SPD
  • Protestwählerpotential gering –> Diese Stimmen waren auch kaum grün

Naja und dann sind da noch die Piraten, die ich ja als Struktur-Partei sehe. Aus meiner Sicht stehen die vor allem für eine offene, transparente Politik, die ich grundsätzlich mir auch wünsche, daher bin ich mal gespannt, wie die sich entwickeln. Aber da sehe ich zur Zeit auch die Medien als Pusher. Allein das Vokabular “Landtag entern” etc., das durchaus von der seriösen Presse übernommen wird, finde ich sehr amüsant. Allerdings fürchte ich, dass da auch wieder gilt: “Nicht alles was glänzt ist gold” (z.B. hängt bei denen die Wahl des Vorsitzenden auch davon ab, wo der Parteitag ist, weil sie keine Beschränkung haben.)  … also bin ich mal gespannt, wie die Piraten in einem Jahr oder in 5 Jahren wahrgenommen werden. Aber gleichzeitig wünsche ich mir, dass die anderen Parteien, allen voran die Grünen, von den Piraten lernen, was die Strukturen angeht. Mehr Sachen veröffentlichen. … Wobei, so schlecht sind wir Grünen da gar nicht, wir werden nur nicht so wahrgenommen. Unsere Parteitage werden schon seit Jahren gestreamed, bevor wir die Piraten wahrgenommen haben. Alle unsere Sitzungen sind öffentlich. u.s.w.

Linkspartei: Da kam ein unprofessionelles Getue (insbesondere auf Bundesebene) und die neue Protestwählerpartei Piraten zusammen. Der Absturz ist kein Wunder.

FDP: Den Umfragen zu Folge eindeutig auf die Person Lindner zurückzuführen. Wundert mich ein bisschen, musste der nicht gerade zurücktreten, wegen einem Skandal? (Mitgliederentscheid gescheitert, vor dem Ende der Frist). Aber noch interessanter ist, dass er sich als “Schuldenverhinderer” darstellt. Privat aber hat er mit 3 Kumpels einen KfW-Kredit für ein Unternehmen von 1,4 Millionen Euro “verzockt”, die Gelder sind hauptsächlich als Gehälter der Geschäftsführer geflossen. (wikipedia). Gleichzeitig haben natürlich konservative Wähler, die Röttgen abstrafen wollten, die FDP gewählt. Röttgen und Lindner waren zwei super Wahlkämpfer für die FDP. Dafür auch eine Gratulation an Lindner.

12May

5%-Hürde

Was soll denn das, Ex-Präsident Herzog will den Einzug ins Parlament erschweren. Genau der falsche Weg. Abschaffen wäre viel demokratischer. Und dann sollen sie im Parlament mit Argumenten die beste Lösung suchen, am Besten bei jedem Thema mit wechselnden Mehrheiten. Der Kanzler könnte dann auch direkt gewählt werden und die Regierung tatsächlich zur Exekutive werden, die das macht, wozu sie vom Parlament beauftragt wird. … Neue Ideen auszuschließen ist der falsche Weg. Neue Ideen einzubinden ist dagegen der richtige Weg.

11May

Pendlerpauschale

In letzter Zeit höre ich immer wieder, die Pendlerpauschale MUSS sein, weil so viele Leute außerhalb wohnen müssen, weil sie sich keine Wohnung in der Stadt leisten können.

Hier mal eine kleine Rechnung mit meiner Heimatstadt Erlangen und dem Umland.

Würde ich nach Eckental ziehen, hätte ich täglich grob 22 km zur Arbeit, die könnte ich absetzen. Lass uns mal mit 30 Cent pro km rechnen, dann würde gelten:  132 Euro (22*20*30), ein Gutverdiener bekommt davon 42% wieder, also 55,44 Euro, ein Geringverdiener der eh keine Steuern zahlt gar nichts, ein “Normalverdiener” bekommt dann irgendeinen Betrag zwischen 0 und 55 Euro raus.

Lerneffekt 1: Dem Geringverdiener nutzt die Entfernungspauschale gar nichts, nur dem Gutverdiener. Also ist die o.g. Behauptung, dass die Entfernungspauschale vor allem für die Leute, die es sich NICHT leisten können, quatsch. Die Entfernungspauschale ist vor allem für die, die es sich durchaus leisten können, die aber sich lieber ein Haus im Grünen kaufen, als eines in der Stadt.

So, jetzt nehmen wir aber  mal an, jemand MUSS tatsächlich draußen wohnen, um Geld zu sparen. Nehme ich mal Erlangen, mit relativ hohen Mieten, aber doch noch nicht auf Münchner Niveau. (Dafür verdienen Münchner normalerweise noch mal etwas mehr.)

Die Mieten in Erlangen kosten für eine 80qm-Wohnung grob 200 Euro mehr als in Eckental. (Berechnung: Durchschnitt von 40-80 & 80-120 qm für März und April – (7,11+6,04+6,96+6,11)/4=6,55 für Eckental gegenüber Erlangen (9,28+8,87+9,22+8,77)/4=9,03 – also ca. 2,50 Euro Differenz*80qm = 200€)

Jetzt muss man einen Wert nehmen, was der km Fahrt tatsächlich kostet. Also Sprit, Versicherung, Reperatur, Wertverlust, … ich rechne jetzt mal mit “günstigen” 20 Cent. Für einen Geringverdiener lohnt es sich dann bis zu 25 km weg zu wohnen, um gegenüber einer Fahrradentfernung günstiger weg zu kommen. Wenn er NUR die Strecke zur Arbeit hat. Wenn er allerdings öfter auch noch mal privat in die Stadt fahren will, dann sinkt es rapide, und wenn er “nur” 15 km weg wohnt, dann steigen auch die Mieten. Jemand mit 20% Grenzsteuersatz kann sich schon 30 km leisten, die kosten dann zwar 240 Euro Fahrtkosten, allerdings bekommt er auch 36 Euro zurück. Und jemand mit Spitzensteuersatz kann sich dann tatsächlich 35 km leisten, weil er bekommt von den 280 Euro Fahrtkosten 88 Euro zurück.

Sobald wir aber mit 30 Cent pro km rechnen, sind wir eher in Entfernungsbereichen von 15 bis 20 km, je nach Grenzsteuersatz.

Lerneffekt 2: Selbst mit Pendlerpauschale ist es draußen gar nicht günstiger, es sei denn, man wohnt doch relativ dicht an der Stadt dran. Aber der Bereich, wo es sich lohnt, ist sehr “dünn”, und wird noch viel dünner, wenn man auch ab und zu mal privat in die Stadt muss und nicht nur die 20 Fahrten zur Arbeit. Einkaufen, Theather, Shoppen am Samstag, Kinder wo hin bringen … jede zusätzliche Fahrt verkleinert den Radius, bei dem es sich lohnt, die 200 € zu sparen.

Fazit: Aus ökologischer Sicht, aus Zeitmanagement-Sicht (Fahrtzeit ist auch Lebenszeit), … aus ganz vielen Sichtweisen, wäre es erheblich sinnvoller, wenn Wohnungen Arbeitsplatznah gebaut werden würden, so dass diese auch halbwegs finanzierbar bleiben, anstatt dass man das Pendeln fördert und die Leute, durch die Pendlerpauschale, sogar noch dazu annimiert, weit weg vom Arbeitsplatz zu wohnen.
Daher meine Forderungen:

  1. Pendlerpauschale abschaffen
  2. Wohnraum schaffen, der nah an der Arbeit und trotzdem bezahlbar ist.
  3. ÖPNV ausbauen, so dass auch Leute, die aus welchen Gründen auch immer weiterhin pendeln wollen/müssen ohne Auto auskommen können.

Nachtrag: Ich habe hier in dem Beitrag einige Annahmen über Kosten gemacht, die ich zumindest Ansatzweise auch begründet habe:

  • Mietpreisdifferenz von 200 € – Begründung siehe oben mit Links
  • Kosten pro km Autofahrt: 20-30 Cent
  • Anzahl der Fahrten pro Monat: 20 Fahrten, die arbeitsrelevant sind

Wenn man mit anderen Zahlen rechnet, kommen natürlich auch andere Ergebnisse raus, aber ich denke, meine Werte sind halbwegs realistisch. Oder wie rechnet ihr?

Nachtrag 2: Hier in Erlangen, (in München und anderen Großstädten wird es ähnlich sein) gibt es auch den Effekt, dass man dann lieber in die “günstigere” Stadt in die Nähe zieht. Hier häufig Fürth. Da ist die Mietpreisdifferenz natürlich erheblich kleiner als 200 Euro, obwohl es auch 18 km von Fürth nach Erlangen sind. Ich behaupte mal, größere Vororte von München haben auch immer noch relativ hohe Mieten, obwohl der Unterschied zur Münchner Innenstadt natürlich trotzdem die 200 Euro übersteigen kann, da die Innenstadt in München ja unbezahlbar ist. Ausnahmen bestätigen die Regel :-)

07May

Geistiges Eigentum – Kauder und das Fahrrad

Kauder scheint beim Urheberrecht eine recht moderne Meinung zu haben. Unionsuntypisch. Er soll heute gesagt haben:

“Können wir uns darauf einigen, dass Geistiges Eigentum genauso ist, wie ein Fahrrad?”

Was lese ich daraus

  • Wenn man ein Fahrrad 15 Jahre nicht pflegt und daran rum schraubt, ist es nichts mehr wert. => wird verschenkt – Beim Urheberrecht wird diskutiert, ob die Schutzfristen (70 Jahre nach dem Tod) zeitgemäß sind, oder ob erheblich kürzere nicht sinnvoll wären. Er scheint für 15 Jahre zu sein.
  • Wenn ich ein Fahrrad im Garten stehen hab und jemand eines exakt gleich nachbaut, indem er sich meines anschaut und es selber zusammenschraubt (mit seinem Material), dann wird (zumindest für den Privatgebrauch) kaum jemand was dagegen haben. Solange er meine Version stehen lässt und ich sie weiter benutzen kann.
  • Ein gekauftes Fahrrad darf man jedem Freund geben, wie man will, ohne DRM.
  • to be continued … (was kann man noch rauslesen?)

Ich finde die Positionen von Kauder durchaus sympathisch, wir brauchen eine Reform des Urheberrechts.

Oder hat er es etwa ganz anders gemeint? So nach dem Motto, wenn ihm sein Fahrrad geklaut wird, dann stört es ihn nicht, weil er eh mit dem Dienstwagen fährt wenn einem Normalbürger wie uns ein Fahrrad geklaut wird, ist es ein extrem großer Verlust und total ärgerlich … aber sorry, bei digitalen Gegenständen ist die Lage einfach etwas anders und komplizierter, der Verlust durch Kopie (nicht durch Diebstahl und wegnehmen) ist nun mal etwas anderes als der Verlust eines Fahrrades, aber so dumm kann doch nicht mal Kauder sein, dass er das nicht versteht, oder?

06May

Was ist gerecht?

Gestern war wieder ein Zukunftskongress der Grünen in Bayern. Z5 – Gerechtigkeit.

Dort hat Margarete Bause eine Einführungsrede gehalten, mit ein paar wichtige Aspekte drin, insbesondere der Aspekt von Margarete, dass Gerechtigkeit subjektiv ist und es verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe gibt, hat mir gefallen, obwohl mir diese Idee nicht neu ist. Trotzdem möchte ich hier an dieser Stelle die Grundidee ihrer Parabel kurz aufzeigen:

3 Kinder streiten sich um eine Flöte. Welches soll damit spielen dürfen?

  1. Das Kind, mit dem größten Talent? (Bedarfsgerechtigkeit)
  2. Das Kind, das sonst gar kein Spielzeug hat? (Verteilungsgerechtigkeit)
  3. Das Kind, das die Flöte gebaut hat? (Leistungsgerechtigkeit)

Im Grunde wäre alles Gerecht. Nur entspräche alles einem anderen Gerechtigkeitsbegriff.

Und aus dem Publikum kam auch glaube ich ganz schnell interessante Lösungen:”Teilen” “Mo, Mi, Fr” und ähnliche Rufe. Gerade eine Flöte (und ein Auto, und viel mehr) benutzt jemand nicht 100% der Zeit. In jedem Kindergarten funktioniert es, dass die Spielzeuge gemeinsam genutzt werden. Sollen doch die 3 Kinder die Flöte alle 3 spielen dürfen. Oder das Kind, das Talent hat, könnte dem armen Kind ja auch was anderes abgeben. Oder das Kind, das die Flöte gebaut hat, könnte ja auch noch eine bauen. Und das Kind, das gar nichts hat, könnte ja zum Ausgleich auch was leisten. Also an den 3 Kindern, die sich um die Flöte streiten, sieht man ganz schnell, dass eine “absolutistische Lösung” (1, 2 oder 3) durchaus als ungerecht eingestuft werden kann, aber das es durchaus “intelligentere” Lösungen gibt, die durchaus als “Win-Win-Win” (sind ja 3 Kinder) eingestuft werden können.

Daher Margarete, danke noch mal, für diesen schönen “zitierten” Denkanst0ß. (Quelle war ein Ökonom, der vor kurzem den Nobelpreis gewonnen hat, aber ich konnte mir den Namen nicht merken)

30Apr

EM-Boykott

Ich bin absolut für einen Boykott der EM von (Spitzen-)Politikern, sofern dort die Menschenrechte (Gesundheitsversorgung!) so boykottiert werden.

Die Gründe dafür

  1. Ein Boykott von Politikern ist zwar nur symbolisch und tut keinem direkt weh, aber für das “Regime” dort ist es peinlich, wenn das so klar genannt und publiziert wird.
  2. Es tut keinem “normalen” weh, weder dem “normalen” Ukrainer, der nichts dafür kann (außer diese Regierung gewählt zu haben), noch dem “normalen” Fußballfan.
  3. Ich verstehe eh nicht, warum Politiker so ein Event (in offizieller Mission) überhaupt besuchen sollen. Wenn sie privat Fußballfan sind, dann können sie sich ja bei der Ticket-Verlosung beteiligen… aber ich fürchte, sie bekommen “Promi-Karten”. Diese Karten sollen sie lieber an einen normalen Fan versteigern, der bei der UEFA-Verlosung der Karten leer ausgegangen ist. Also einfach noch mal Lose aus dem Lostopf ziehen. Die Politiker sollen lieber vernünftige Gesetze machen, anstatt für Fußball rumzureisen.

Daher wünsche ich mir auch von allen Spitzen-Politikern, Promis, VIPs u.a., dass diese auf dieses Event auf Promi-Plätzen verzichten.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich finde Fußball selber ab und zu interessant und schaue gerne beim Public Viewing zu, ich will keinem “echten” Fan das verbieten. Aber ich will, dass die Politiker da ein Zeichen setzen, weil wenn die “Promi-Tribüne” leer ist, ist das ein Zeichen.

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