Weiter zum Inhalt
24Jan

Statistik

Barbara Wright-Pryor ist gerade eine viel zitierte Frau auf Facebook, weil sie diese Statistik geposted hat, die doch sehr interessant aussieht:

Who increased the debt?

Who increased the debt?

Was ist der erste Eindruck: WOW, ist Obama sparsam.

Doch stimmt das? Schauen wir uns mal die Statistik genauer an… was steht da, “increased the debt” … also erhöhte die Schulden. Ich gehe mal davon aus, dass die dabei jeweils die Startschulden als Basis genommen haben. Was bedeutet das? Wenn Person A $100 übernimmt und diese um 100% steigert hat er $200, wenn Person B diese nun “nur” um 60% steigert, hat der die Schulden um $120 gesteigert, war also schlimmer.

Das Zweite was auffällt ist, dass darunter ganz klein jeweils die Amtsdauer steht und bei Obama waren es nur 2,25 Jahre, die in die Berechnung einflossen, während Reagan, Clinton und Bush II 8 Jahre hatten und Bush I immerhin 4 Jahre.

Jetzt nehme ich mal an, Reagan hat $100 Schulden übernommen. Das ist natürlich ein rein fiktiver Wert, aber da wir ja mit Prozenten rechnen, wird in der Zukunft das Verhältnis gleich bleiben.

Dann kommt heraus, dass die jährliche Neuverschuldungen in den Amtszeiten etwa folgende sind:
$23,63 Reagan
$39,74 Bush I
$20,72 Clinton
$88,22 Bush II
$93,83 Obama

(jeweils pro $100 Schulden im Jahr 1981)

Und plötzlich ist Reagan mit 189% der Zweitbeste während Obamas 16% ihn plötzlich auf den letzten Platz katapultieren.

Als nächstes müsste man allerdings noch die Inflation reinrechnen. Denn die $93 von Obama sind sicherlich nicht so viel Wert wie $93 zu Zeiten Reagans. Ein kurzer Blick auf die Inflationsraten der USA lässt mich vermuten, dass die durchschnittliche Inflation in dieser Zeit über 3% gelegen hat.

Wenn man die tatsächliche Inflation rausrechnet und alles auf den Stand von Januar 1981 setzt, dann sieht die Neuverschuldung pro $100 Startschulden pro Jahr so aus:

$18,54 Reagan
$24,66 Bush I
$10,80 Clinton
$37,49 Bush II
$35,59 Obama

Also haben wir ein ähnliches Bild wie oben, nur dass Bush II jetzt wieder Schuldenspitzenreiter ist, und alle etwas enger zusammen gerückt sind und durch die Inflation die aktuellen riesigen jährlichen Neuverschuldungen zumindest teilweise erklärbar sind. Während Reagan und Obama vorher etwa um den Faktor 4 auseinanderlagen, liegen sie jetzt nur noch um den Faktor 2 auseinander.

Nebenbei will ich noch sagen, dass ich es grundsätzlich richtig finde, so wenig Schulden zu machen wie möglich, ich aber durchaus Situationen sehe, in denen es absolut gerechtfertigt ist. Darüber habe ich ja schon mal geschrieben. Und ich habe so die dunkle Ahnung, dass die schlimmsten Steigerungen im Militärhaushalt waren….

Fazit: Aus einem scheinbar extrem sparsamen Obama der obigen Graphik wird ganz schnell ein Obama, der zusammen mit Bush II so viele Schulden gemacht hat, wie kein Präsident der USA sonst. Daher, prüfe jede Statistik und glaube nicht, was auf den ersten Blick total toll aussieht. Schon auf den ersten Blick kamen mir die beiden Sachen, die ich  oben genannt habe (Startwerte unterschiedlich, Amtsdauer unterschiedlich) extrem komisch vor, aber dass der Schuldenstand derart auf den Kopf gestellt wird, hätte ich auch nicht sofort erwartet.

Nachtrag: Die Zahlen in der Statistik sind zudem falsch, weil sie ein Jahr ausversehen noch für “Bush II” statt für Obama berechnet haben … in echt sieht es für Obama noch schlimmer aus, die aktuallisierte (immer noch beschönigende) Graphik auf flickr by Leader Nancy Pelosi (diese Frau ist wohl die Urheberin beider Graphiken, wenn ich es richtig verstanden habe) sieht so aus:

Aktualisiert: Who increased the debt?

Aktualisiert: Who increased the debt?

Und ein “Faktencheck” der Washington Post kommt zu einem noch vernichtenderen Ergebnis als ich.

16Dec

Präsidentenskandal

Unser Bundespräsident hat einen Kredit von einer Frau Geerkens angenommen. Grundsätzlich ist da nichts schlimmes dabei, von wem er sich damals Geld geliehen hat, ist total egal, solange es seine Politik nicht beeinflusst hat. Da damals schon der Verdacht bestand, wurde er ja explizit nach Herr Geerkens gefragt, der ja auch die Firma leitet. Das hat er wahrheitsgemäß verneint. Soweit so gut. ABER …. Wenn es wirklich total richtig gewesen wäre, hätte er damals auch sagen können: “Nicht direkt mit Herr Geerkens, aber mit seiner Frau” … musste er nicht, aber wenn alles ordentlich abgelaufen wäre, hätte er das sagen können.

Ich habe nun aber den Verdacht, dass es da eben was anderes gab. Aufträge? Andere Entscheidungen zu Gunsten der Familie Geerkens?

Die spannende Sache ist doch nicht, DASS er es verschwiegen hat, sondern das WARUM. Selbst wenn er direkt danach gefragt worden wäre, ob er jetzt hier oder dort einen Kredit hat, das tut doch keinem weg. Aber WARUM verschweigt er es. Hat er damit zusammenhängend irgendwas gemacht, was richtig kritisch ist? Oder war das damals zumindest im Gespräch und hat er dann einen Rückzieher gemacht? Heute kam im Radio, dass Herr Geerkens ihn jetzt belastet, dass er bei den Kreditverhandlungen zumindest dabei war. Ist das vielleicht eine späte Rache, dass die Bestechung damals nicht akzeptiert wurde, sondern das Geschäft rückabgewickelt wurde (der Kredit wurde ja laut Medien abgelöst und bei einer Bank aufgenommen)?

Da er jetzt verteidigt wird, dass man damals hätte richtig Fragen müssen, mach ich das jetzt:

Lieber Herr Bundespräsident Wulf,

WARUM haben Sie damals das Geschäft mit Frau Geerkens nicht freiwillig erwähnt? Gab es irgendeinen Grund, es nicht zu erwähnen? Welcher war das?

Welche Einflüsse hatte die Familie Geerkens auf Ihre Entscheidungen?

Wurde irgendeine Ihrer Entscheidungen auf eine Weise beeinflusst (von Familie Geerkens oder sonst wem), die sie als nicht 100%ig OK bezeichnen würden?

Haben Sie jemals eine Entscheidung, aufgrund irgendeiner Leistung (Geld, Ferienhaus, etc.) anders getroffen, als sie ohne diese Leistung getroffen worden wäre?

Auf welche Arten sind sie mir Korruption in Berührung gekommen?

Hätten Sie auf mindestens eine der Fragen noch eine interessante Antwort, wenn diese Frage anders (z.B. allgemeiner) gestellt worden wäre?

Ich erwarte natürlich nicht wirklich eine Antwort, aber schön wäre es schon.

29Nov

Der Castor wurde in die Kartoffelschäune geprügelt…

2 Mitteilungen zum Castor, erstmal das Video, dann die PM der Sanitäter.

Und was muss man machen, um den Müll da Lagern zu können … alles niederprügeln, was im Weg steht, wie es unsere Panzerkunden in aller Welt schon machen … wir sind halt ein guter Polizeistaat eine gute Demokratie, wo alles nur zum Wohle des Volkes und unabhängig von den Interessen der Atomlobby gemacht wird. Haben die Sanis in oben verlinkter PM gut dokumentiert. Das Fazit von der PM:

Die Anzahl der Verletzten ist erschreckend hoch und wird wahrscheinlich noch erhöhen, wenn uns endgültige Zahlen vorliegen. Wir verurteilen den massenhaften Einsatz von OC-Spray, Schlagstöcken und Pferden. Die von uns beobachteten Situation wären ohne den Einsatz dieser Hilfsmittel – und damit, ohne eine derart hohe Zahl von Verletzten – lösbar gewesen. Angriffe auf gekennzeichnete ErsthelferInnen sind nicht zu rechtfertigen.

24Nov

Stuttgart 21

Obwohl ich nicht mehr in BaWü lebe, verfolge ich S21 immer noch interessiert. Immerhin habe ich in Ulm gelebt und habe auch viele Ulmer Leser, die am Sonntag abstimmen dürfen.

Ich bin offizieller Pate dieser Minute. 21:47

Und auf dieser Seite gibt es auch alle interessanten Argumente.

Insbesondere möchte ich aber noch diese beiden Interviews empfehlen:

Martin Ruoff

Prof. Dipl. Ing Karl-Dieter Bodack

Und wünsche mir nun ein JA von ganz vielen Baden-Württembergern. Noch eine kleine “Anekdote” zum Schmunzeln…

Ich fürchte schon, Kinder bekommen was von S21 mit. Wie sollen wir Ihnen nur beibringen, dass sie zu Hause NICHT den Bahnhof tiefer legen dürfen. Das wir unser schönes Parkett ganz behalten wollen. Obwohl sie schon 30€ für die Presslufthammermiete gezahlt haben ist es günstiger NICHT den Fußboden im Wohnzimmer aufzuhämmern.

Daher würde ich zu Hause wie auch in Baden-Württemberg JA stimmen für einen Ausstieg. JA zu einer vernünftigen Lösung, bei der für viel weniger Geld fast das gleiche erreicht werden kann. JA für einen schnellen Anschluss von Ulm nach Stuttgart schon in wenigen Jahren, ohne Stuttgart zu untergraben.

23Nov

Die Tagesschau-App

Die Tagesschau-App ist mir gerade mal wieder begegnet und hat mich an die Diskussionen erinnert, von denen ich gerade 3 aufgreifen will:

  1. Muss es sein, dass für jedes Gerät eine eigene App gemacht wird?
    Dies sehe ich sehr kritisch. Es gibt ja von der ARD bereits das Internet-Angebot für mobile Geräte. m.ard.de da kann man mit jedem Smartphone drauf zugreifen. Warum man da jetzt noch eine extra App machen muss, ist mir schleierhaft. Kann diese irgend etwas besser oder schöner? Und nach welchen Kriterien wurden die Geräte ausgewählt? Android, IPhone und Blackberry haben zwar ein gutes Marketing, aber Windowssysteme und andere sind auch massig auf dem Markt vertreten.
    Solange es ein einmaliger Aufwand ist (und die Wartungsaufwände wirklich gering sind) ist es aber m.E. nach nicht wert, da jetzt ewig drüber zu diskutieren.
  2. Gebührenfinanzierte Inhalte als Konkurrenz – sollen die gelöscht werden?
    Nein, wir haben dafür bezahlt. Daher verlange ich auch, dass ich diese Inhalte nutzen darf. Von daher finde ich jeden Vorschlag wie “nach soundsoviel Zeit muss das gelöscht werden” total unakzeptabel. Im Gegenteil. Die von mir bezahlten Inhalte wünsche ich mir in einem Archiv für immer abrufbar. Und zwar so einfach wie möglich mit allen Geräten, für die ich GEZ zahle. (Natürlich ist z.B. mit dem Radio “on demand” nicht möglich)
  3. Nutzung der ÖR-Gelder? Für was?
    Hier bin ich ganz klar Fan der Fraktion “nur für Informationsbedarf”
    Tagesschau, Dokus, Hintergrundberichte, Recherchen …
    Aber eher nicht für
    Shows (Wetten dass, Quiz, Chart…); Krimis (Tatort, Polizeiruf, ..); Soaps (Lindenstraße, …), Sport (sportschau…), Unterhaltung (Chart-Musik im Radio, Comedy, …)
    Damit sage ich nicht, dass dies nicht in den Sendern kommen darf, aber dafür muss dann eine andere Finanzierung da sein.
    Und ich bin auch dafür, dass die ÖR-Sender reduziert werden. Warum brauchen wir bei den olympischen Spielen oder der WM ein ARD-Team (mit Reportern, Experten, Studio,  …) und das gleiche noch mal für das ZDF? Können die nicht ein gemeinsammes Team schicken?
20Nov

Angelas Fragestunde

Angela Merkel beantwortet jetzt youtube-Fragen. (Bitte die genauen Fragen und Antworten dort nachhören/lesen – hier ist das nur sehr verkürzt wiedergegeben)

Von den 10 bestgevoteten Fragen hat sie bereits 10, 9, 8 & 7 beantwortet:

  • Gutverdiener und Beamten müssen sich nicht am System “Gesetzliche Krankenkasse” beteiligen – Warum?
    Antwort Angela Merkel: Gutverdiener haben so viel Geld, dass sie sich um sich selber kümmern können und deswegen nicht in die gesetzliche Krankenkasse müssen. Und Beamte, historisch gewachsen und Familie und so…
    Meine Antwort: Krass, ein Gutverdiener hat also so viel Geld, dass er sich um sich selber und seine Familie kümmern kann, wir als Normalverdiener sollen aber so viel Geld haben, dass wir nicht nur uns und unsere Familie, sondern auch die ganzen finanziell schwachen Mitbürger mittragen sollen. Liebe Angela, also ich erkläre dir das mal.
    Ich zahle derzeit von meinem Lohn 14%, also etwa 500 Euro in die gesetzliche Krankenkasse, in der privaten müsste ich nur 127 Euro (im Premium 229 Euro) zahlen. Also wenn ich alleine bin, ist die private viel günstiger (selbst Premium), wenn ich die einfache Variante hätte, wäre das immer noch günstiger, wenn meine Familie 4 Personen hätte…
    Auch die Beamten-Antwort ist nur herumgeeiere…
    Mein Vorschlag: Eine Bürgerversicherung, in die jeder einen festen Prozentsatz des Gehaltes einzahlt (ob alles Gehalt oder nur bis XXX Euro (zur Zeit knapp über 4000 Euro) angerechnet wird könnte man noch ausdiskutieren. Langfristig finde ich diese komischen Pflichtversicherungen eh quatsch… Warum sollen private Unternehmen daran Verdienen, dass der Staat eine Versicherung macht. Warum macht man das nicht staatlich und über Steuern? Ich bin für einen hohen Steuersatz in Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen. (Siehe auch ältere Artikel) … Darin ist die Standard-Behandlung enthalten, also die Behandlung die man für ein menschenwürdiges Leben braucht. Wer mehr will (Einzelbett, Chefarzt, goldene Fäden, …) der kann dafür gerne eine private Zusatzversicherung abschließen. Aber für die Standard-Leistungen sollte es ein Allumfassendes Solidaritätsprinzip geben und nicht nur “die Normalverdiener können ja für die Geringverdiener und Nicht-Verdiener mitzahlen, während sich die Gutverdiener nur selber versorgen”. Das ist nur Solidarität in den mittleren bis unteren “Kasten”, während sie die obere Kaste daraus zurückzieht.
  • Frage 9 und Frage 8 möchte ich zusammenfassen: Es ging darum, warum der Bundestag selber die Diäten beschließt und um Nebentätigkeiten.
    Antwort Angela Merkel: Ausrichtung an den Bürgermeistergehältern und “Erfahrungen von außen” und Fortführung eines Betriebes.
    Meine Antwort: Die Höhe der Diäten an den Bürgermeistergehältern und Bundesrichtergehältern festzumachen ist eigentlich eine faire Bezugsgröße. Allerdings hat sich Angela Merkel verrechnet. Sie hat von “Zuständig für 200.000 Menschen” gesprochen. Natürlich mag ein Wahlkreis etwa so groß sein, aber es gibt ja über 600 MdBs und 82.000.000 Menschen, ich komme da nur auf etwas weniger als 140.000/ MdB, es gibt ja auch noch die Listenkandidaten. Also schöngerechnet. Aber eigentlich egal. Im Grunde hat sie da recht. Das nächste Problem ist, wer legt die Bürgermeistergehälter fest? Der Bundestag, oder? Ich weiß es nicht….
    Das viel größere Problem sind Nebenverdienste. MdB ist ein Vollzeitjob, wenn jemand einen Betrieb hat, dann muss er halt einen Geschäftsführer einstellen. Er darf im Betrieb nicht viel Zeit verbringen! Mir egal ob Landwirt, Anwalt oder Arzt, wenn sich jemand dazu entschließt in den Bundestag zu gehen, muss er halt eine Alternative für den Betrieb suchen. Wenn dann trotzdem Gelder reinkommen, dann ist das ja OK, aber er darf da nicht viel Zeit reinstecken, höchstens Feierabend/Wochenende, was aber bei guten MdBs oft auch eher selten wirklich frei ist.
    Noch schlimmer sind aber die Nebenjobs, die erst während der Abgeordnetenzeit kommen. Sowas wie “Berater für …”, Aufsichtsratsmitglied, … also die ganzen Jobs, die schon nach indirekter Korruption und Beeinflussung riechen. Die sollten komplett verboten werden. Auch nach dem Ende der Mandatszeit. Beispiele: Schröder bei Gazprom oder Koch beim Baukonzern, nachdem beide für die Konzerne kurz zuvor positive Entscheidungen bewirkt haben.
    Mein Vorschlag: Relativ hohe Diäten, dafür sehr strenge Richtlinien zu Nebenjobs. Der alte Job darf das Mandat nicht beeinflussen, neue Jobs, die sich auf die Entscheidungsfindung im Bundestag auswirken können, sollten bis zu 5 Jahren nach Mandatsende nicht angenommen werden dürfen.
  • Frage 7: Fragestunde im Bundestag
    Antwort Merkel: Bla bla – sie findet Fragen spannend – bla bla
    Meine Antwort: Es gibt doch Fragestunden und öffentliche Termine der MdBs im Wahlkreis. Ich glaube, die freuen sich über echte, konstruktive Fragen. Also da einfach mal hingehen. Das bringt mehr, als über 600 MdBs gleichzeitig eine Frage zu stellen. Und ist über das Land verteilt.
    Mein Vorschlag: hingehen :-)
15Nov

Fachkräftemangel und Zuwanderung

Im Januar habe ich schon mal das Thema Fachkräftemangel andiskutiert.

Im Augenblick scheint die Tendenz zu sein, dass “schlaue” Leute aus dem Ausland importiert werden sollen. Dies finde ich eine Katastrophe:

  • Ich glaube, dass bei einer guten Ausbildung in Deutschland genug Arbeiter da wären. Wenn diese Leute allerdings nicht ausgebildet werden, dann müssen wir diese per HartzIV versorgen.
  • Ich glaube, dass die gut ausgebildeten Leute in Ihren Ländern gebraucht werden.
  • Zu viele Fachkräfte (Überangebot) führt zu einer Minderung der Arbeitnehmerrechten, weniger Lohn, weniger Binnennachfrage, … – im letzten Artikel habe ich ja schon aus meiner persönlichen Sicht sowie mit einer Quelle belegt, warum ich glaube, dass der derzeitige Fachkräftemangel nicht wirklich existent ist.
11Nov

Parteien im Parlament

Wenn ich mir die Wahlen der letzten Zeit, insbesondere die Berlin-Wahl anschaue, dann stelle ich doch etwas krasses fest. Im Parlament dort sind 5 Parteien, CDU, SPD, Grüne, Piraten, Linke …

Aber die Parteien der Bundesregierung haben dort gerade mal ca. 25%, die “klassische” Alternative rot-grün etwa 50%, und Parteien die der aktuellen Bundesregierung quasi total gegenüberstehen haben noch mal 20%.

Und ich habe eine These, warum das so ist. Das Weltbild von schwarz-gelb ist schön, die Realität dreckig. Vor der Wahl war Atomkraft sicher und billig, jetzt wurde plötzlich bewiesen, dass sie doch eher gefährlich und mit Folgekosten sogar teuer ist. Vor der Wahl waren Steuersenkungen für die Bürger das große Ziel, nach der Wahl wurde die Mövenpick-Spende honoriert (gegen die Warnung von vielen Experten, dass dies ganz viele Probleme mit sich bringt). Es wurde gesagt, die Wirtschaft muss wachsen, dann geht es allen gut, aber die normalen Löhne sind nicht gestiegen, die von Aufsichtsratsmitgliedern (z.B. auch Bundestagsabgeordneten) dagegen schon. Panzer werden angeblich “legal” verkauft, aber Merkel ärgert sich über Transparenz. Gelder für Banken sind da, aber nicht für Bildung von Kindern aus armen Familien (29 Cent Hartz-IV für Bildungskosten während dem Abi).

Natürlich ist Berlin “extrem”, aber NRW & BaWü werden (wieder) von grün-roten Regierungen regiert, die grünen sind in allen Parlamenten während die FDP aus einem nach dem anderen rausfliegt oder es gerade noch so schafft. Im Bundestrend hat die Regierung gerade unter 40% in den Umfragen.

Aber dies muss langfristig nicht unbedingt bedeuten, dass grün-rot viel bessere Chancen hat. Es gibt derzeit 10 Parteien, die in einem Landesparlament vertreten sind, davon 3 in allen (CDU/CSU, SPD, Grüne) die FDP(11) und die Linke(13) in den meisten und 5 Parteien in 1-2 Landesparlamenten. Oder in Fraktionsanzahl ausgedrückt, es gibt 1 mal 3 vertretene Parteien, 2 mal 4, 11 mal 5 und 2 mal 6, d.h. im Schnitt 4,875 Parteien pro Parlament… d.h. es kann damit gerechnet werden, insbesondere wenn dieser Trend anhält, dass die großen Parteien abnehmen, dass es immer seltener stabile klassische 2er-Konstellationen gibt. In NRW (Minderheitsregierung) und im Saarland (Jamaika) ging es bereits nicht mehr. In einigen Bundesländern gibt es noch große Koalitionen…

Daher sollten unsere Parlamente mal anfangen zu lernen, dass die Legislative (das Parlament) nicht unbedingt mit der Exekutive (Regierung) verheiratet sein muss. In anderen Ländern gibt es öfters mal Regierungen, die durch die gesamte Bandbreite besetzt werden. Aber was ich noch wichtiger finde ist, dass im Parlament auch verschiedene Konstellationen entstehen können. Gerade bei der aktuellen Frage der Euro-Hilfen fände ich es gar nicht dramatisch, wenn da die FDP und die CSU so stimmen, wie sie glauben, stimmen zu müssen, und dafür andere dem Gesetz zustimmen.

Diese Woche wurde erfreulicherweise die 5%-Hürde für Europawahlen gekippt.

Daher wäre es jetzt wirklich mal an der Zeit, die Abstimmung im Parlament eher am Wahlprogramm als am Koalitionsvertrag auszurichten. Eine wichtige Voraussetzung wäre dann aber, dass

  1. Der Kanzler direkt gewählt wird, um das Argument “Kanzlermehrheit” nicht dauernd über die Sachfrage zu stellen.
  2. Aufteilung der Ministerien an alle Parteien (im Verhältnis des Wahlergebnisses). Bei 10 Ministerien wären das etwa 1 Ministerium pro 10%.
  3. Aufhören in Lagern zu denken.

Und wenn man diesen Schritt geschafft hat, dann kann man auch gleich die 5%-Hürde abschaffen

06Oct

geplatzte Koalitionsgespräche in Berlin

rot-grün in Berlin hatte ein Problem. Die Autobahn.

Was ich mich frage ist, ob es sinnvoll ist, sich in einer Koalition auf alles zu einigen. Hätte man bei einer großen Übereinstimmung nicht sagen können, dass man die Entscheidung dem Parlament übergibt?

Ich finde es ist kein Drama, wenn eine Koalition mal nicht einheitlich abstimmt. Wenn nun mal mehr als 50% der Wähler eine Partei gewählt haben, die für die Autobahn ist, dann müssen wir Grünen das akzeptieren. Aber wir müssen nicht mit stimmen. Deswegen hätte ich es durchaus gut gefunden, wenn die Koalition zustande gekommen wäre, aber in dieser Frage über die Koalitionsgrenzen hinweg entschieden worden wäre.

Ähnliches gilt übrigens auch für die anderen Parteien… ich hätte es nicht dramatisch gesehen, wenn die Rettungsschirm-Abstimmung nicht die Kanzler-Mehrheit gehabt hätte.

20Sep

Vertraulich?

In der Tagesschau sagen sie gerade, dass die Rettungsschirm-Entscheidungen von einem “vertraulichen” Gremium getroffen werden sollen?

Wieso vertraulich? Läuft da etwas, was der Bürger nicht wissen darf? Kann mir das bitte jemand erklären? Ich kann Vertraulichkeit bei Personalangelegenheiten (Datenschutz) und gut begründeten Ausnahmefällen (Sicherheit) verstehen. Aber bei sowas, da braucht es Transparenz!

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
47 Datenbankanfragen in 0.257 Sekunden · Anmelden