Weiter zum Inhalt
22Feb

2% vom BIP für Verteidigung -> das wären 20% vom Bundeshaushalt

Mal abgesehen davon, dass ich eine Reduzierung der Armeen und mehr Geld für Prävention für angemessener fände, regt mich an dieser Sache gerade noch etwas ganz anderes auf:

2% sind ja ganz wenig? Und die Steigerung von 1,2% auf 2% sind ja sogar nur 0,8%. Das ist doch fast gar nichts. Oder?

Das ist mal wieder so eine Zahlenspielerei. 2% vom BIP bedeutet 2% vom Brutto-Inlands-Produkt. Also 2% von allen Werten, die wir erschaffen. In Deutschland sind das etwa 3 Billionen Euro. Davon zahlen wir Steuern. Davon landen etwa 300 Milliarden im Bundeshaushalt.

Das heißt, aus 2% BIP werden mal ganz schnell 20% Bundeshaushalt. Oder in anderen Worten: 1/5 unseres Geldes, das die Bundesregierung verwaltet, will Ursula von der Leyen ins Militär stecken. Das sind dann etwa 60 Milliarden Euro. (2015 bereits etwa 33 Milliarden, und damit heute bereits das zweitteuerste Ministerium). Teurer ist nur das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (125 Milliarden, das meiste davon ist die Rente).

Zum Vergleich:

Wie wäre es mal mit dem umgekehrten Ansatz:
Wir halbieren die Rüstungsausgaben und nutzen das frei gewordene Geld, um etwas mehr Frieden in die Welt zu bringen?

Oder überlegen uns generell, wie wir unsere Prioritäten setzen.

 

Aber um fair zu sein: das BIP wird häufig als Vergleichsmaßstab herangezogen. Auch die Ausgaben für Entwicklungshilfe, Bildung, … werden häufig mit dem BIP verglichen. Und der Bundeshaushalt ist auch nicht der einzige, es gibt ja noch Länder und Kommunen ….

Es muss einem aber halt bewusst sein, dass 2% BIP dennoch ein immens großer Betrag ist, selbst für den Bundeshaushalt, in dem ja auch schon immense Summen Geld hin- und herbewegt werden.

 

 

 

13Feb

Bundesversammlung

Liebe Mit-Grüne,

ich frage mich zur Zeit, was mit unserer Partei los ist. Gestern wurde ein neuer Bundespräsident gewählt. Wir Grünen hatten knapp über 10% in der Versammlung. Damit hatten wir natürlich keine ernsthafte Chance, etwas gegen den Kandidaten der großen Koalition auszurichten. Aber wir haben es nicht einmal probiert. Wir haben nicht einmal probiert, dieses Ereignis zu nutzen, gewisse Themen von uns in der Öffentlichkeit zu “spielen”.

Es gab 2 ernsthafte Kandidaten. Einmal unseren großkoalitionären Ex-Außenminister Steinmeier und einmal den Armutsforscher Butterwegge, der von der Linkspartei ins Rennen geschickt wurde. “Richter” Alexander Hold (freie Wähler) und der AfDler haben auch kandidiert.

Und vielleicht schaue ich in die falschen Medien, aber was ich so von Grünen gehört habe, war erschreckend wenig: Es wurde gefeiert, das Olivia Jones, Jogi Löw und Carolin Kebekus für die Grünen in der Bundesversammlung sind und dort “Farbtupfer” waren “gut aussehen” …. diese wurden in den Kommentaren, die ich gelesen habe, nie mit der Frage konfrontiert, warum sie für die Grünen welchen Kandidaten wählen.

Viele bei uns Grünen bringen gerne das Thema “Sozial” in Wahlkampfreden nach vorne. Warum nicht gestern? Was waren die Gründe dafür, dass die Grünen Steinmeier scheinbar mit großer Mehrheit gewählt haben?

Ich wünsche mir wieder diskussionsfreudige, wertebasierte Grüne auf Bundesebene. Liebe Bundespolitiker: Schaut auf die Kommunalebene und nehmt Euch dort ein Beispiel, wie es laufen kann. … Wie es laufen sollte.

05Feb

Freihandel

Zur Zeit geistern immer wieder Meinungen durch die Gesellschaft, die diversen Medien und auch durch meine Partei, dass freier Handel oder Freihandel doch etwas gutes sei, was man anstreben sollte.

Daher einfach mal die Frage, ob wir die gleiche Definition haben? Ich glaube nämlich, dass gerade ganz viele auf einen rhetorischen Trick reinfallen.

Ich sehe (ganz grob skizziert) 3 Ebenen:

  1. Protektionismus: Ein Land probiert den Handel durch Regelungen (Verbote, hohe Zölle, …) so abzuschotten, dass kein Unternehmen aus einem anderen Land eine (reale) Chance hat, dort etwas zu verkaufen.
  2. staatlich regulierter Welt-Handel: Das Land stellt Regeln auf, an die sich alle Händler halten müssen. Das können “tarifäre” Regelungen sein (Zölle, Steuern), aber vor allem auch “nicht-tarifäre” Regelungen (Sicherheitsbestimmungen, Umweltschutzbestimmungen, soziale Regelungen, …)
  3. freier Handel / Freihandel: “Als Freihandel bezeichnet man einen internationalen Handel, der nicht durch Handelshemmnisse wie Zölle oder Import-Kontingente eingeschränkt ist. Die Idee des Freihandels basiert auf dem klassischen Wirtschaftsliberalismus.” (wikipedia) Hört sich erst mal gut an. Aber Zölle und Import-Kontingente sind nur Beispiele für Handelshemmnisse … verfolgt man den Link dahinter erfährt man, dass auch technische Vorschriften, Umwelt- und Sozialstandards, Qualitätsstandards und einige mehr mit wegfallen.

Der Trick ist, dass es meistens auf 2 Ebenen geschrumpft wird: “Wir brauchen doch den Handel mit XY, also müssen wir ein Freihandelsabkommen abschließen”. So ein Quatsch. Man kann auch ein Handelsabkommen abschließen, dass man sich die Hürden gegenseitig so niedrig wie angemessen macht. Dann landet man in der goldenen Mitte. (Ebene 2) Klar wollen wir keinen Protektionismus, aber ein Freihandel ist genau so Mist. Also wird probiert einem zu suggerieren, dass freier Handel und all diese Freihandelsabkommen notwenig seien, dass wir Güter importieren können. Mal eine Frage an die Runde: Wer hatte in den letzten Jahren ein Problem ein us-amerikanisches oder kanadisches Produkt hier zu kaufen, weil es CETA oder TTIP noch nicht gab? Wer glaubt, dank CETA oder TTIP endlich ein IPhone oder hp-Laptop kaufen zu können?

Bei der Aufzählung oben spreche ich bewusst von “Regelungen” während die Freihändler von “Handelshemmnissen” sprechen.

Aber eines muss man CETA und TTIP lassen. Sie nennen sich ganz ehrlich Freihandelsabkommen. Denn mit den Schiedsgerichten und den Investitionsschutzklauseln kommen sie einem Freihandel schon sehr, sehr nah. Der Staat ist noch da, aber er darf im Zweifelsfall nicht eingreifen oder kann sonst verklagt werden.

05Jan

#Nafri und #Grüfri – wo ist der Skandal?

Schon spannend, wie viele Leute einem erklären können, dass das Statement von Simone Peter absolut daneben war und wie wenige einem erklären können, was daran total daneben war.

Ich glaube es sind sich inzwischen alle einig, dass die Polizei eine gute Arbeit geleistet hat, wenn auch noch eine kleine Stufe zum sehr gut fehlt. Es sind sich alle einig, dass wir Vorfälle wie 2015 mit der sexuellen Belästigung nicht wollen. Simone Peter sieht das, wenn ich sie richtig verstanden habe, genau so. Sie freut sich, dass es kaum Vorfälle gab. Sie freut sich, dass die Polizei es so gut geschafft hat.

Was sie gemacht hat ist den letzten Unterschied von gut zu sehr gut anzusprechen. Denn auch wenn der Einsatz im Vergleich zu 2015 gut war, war er nicht optimal. Da müssen sich aber verschiedene Akteure an die Nase fassen. Die Polizei selber, aber auch die “Stadtregierung” und die Landesregierung. Und in der Landesregierung sind wir Grüne auch vertreten.

Oder sieht es jemand so, dass der Begriff “Nafri” optimal war? Das sieht nicht einmal mehr die Polizei so. Sonst jemand? (Mal abgesehen von denen, die auch keine Probleme mit Begriffen wie Neger etc. haben). – Besonders problematisch an dem Begriff ist übrigens aus meiner Sicht, dass sich die diversen Gruppen nicht mal einig sind, für was er steht. Ich habe sowohl “Nordafrikaner” als auch “nordafrikanische Intensivtäter” gelesen …

Oder sieht jemand kein Problem in “Racial Profiling”? Um es überspitzt zu formulieren, finden wir es OK, wenn jeder, der irgendeiner “falschen” Gruppe angehört, vorverurteilt wird? Z.B. Nationalität, Religion, … demnächst kommt dann vielleicht auch falscher Stadtteil oder sonst was – ohne gerade Zahlen zu haben, würde ich mal behaupten, dass man bei zig Grupen Auffälligkeiten in der Kriminalitätsstatistik entdecken könnte.
Ach ja, im kleinen gibt es das schon, nämlich bei Scoring-Werten…. wenn irgendwer mal keinen Kredit bekommt, weil in der Nachbarschaft mehrere Leute Privatinsolvenz eingereicht haben, ist das im Grunde das gleiche… finden wir sowas gut? Und demnächst darf man nicht mehr zu Fußballspielen, Konzerten, …. weil 2 Häuser weiter links hat einer Bengalos geworfen und 3 Häuser weiter rechts wohnt ein bekannter Hooligan. Also wird sicherheitshalber mal die gesamte Nachbarschaft nicht mehr zugelassen?

Diese Probleme hat Simone Peter angesprochen. Sie hat nicht erwähnt, dass ihre Kritik auf ganz hohem Niveau (nämlich einer gut geschützten Silvester-Feier mit insgesamt sehr tollem Einsatz der Polizei) ansetzt. Sie hat nicht erwähnt, wie froh sie ist, dass es diesmal nicht solche Übergriffe gab. Ihr vorzuwerfen, dass sie solche Übergriffe gerne wieder hätte ist aber hochgradig albern. Ja, es war ungeschickt es so zu formulieren. Ja, sie hätte die Reaktionen ahnen können, vor allem nachdem wir vor paar Monaten die Reaktionen auf Renate Künasts “Fragen-Tweet” mitbekommen haben. Aber muss man sich darüber aufregen?

Daher sollten alle, die jetzt auf Simone oder der ganzen Partei rumhacken überlegen:

  1. Gibt es tatsächlich irgendwelche Anhaltspunkte, dass Simone Vergewaltigungen etc. gutheißen würde?
  2. Findet ihr es gut, wenn Begriffe mit “Abwertungstendenz” (diesmal Nafri) verwendet werden?
  3. Findet ihr es gut, wenn Leute vorverurteilt werden, weil andere, die in irgendeinem Merkmal übereinstimmen, sich daneben benommen haben?
  4. Ist es dann wirklich so ein Skandal, was sie gesagt hat?

Ich selber beantworte mir alle 4 Fragen mit “NEIN”.

Wenn jemand zu einem anderen Ergebnis kommt, dann bitte ich um Erläuterung.

Und die Bonus-Frage für alle, die sich jetzt immer noch empören: Was genau hat sie eigentlich gesagt? Ich habe nämlich das Gefühl, viele steigen zwar in die Empörung mit ein, haben aber keine Ahnung, um was es genau geht.

26Dec

Definitionen für Chemie, Gen, Atom

“Ich will nicht so viel Chemie im Essen.” “Ich will kein Gen-Mais” oder “diese Forschung mit Atomen ist mir suspekt” sind Sätze, auf die oft mit Oberlehrerhaften Sätzen geantwortet wird a la:

“Alles essen besteht aus Chemie”, “Mais ist eine Pflanze, hat damit eine DNA, die wiederum diverse Gene enthält” oder “Alle Masse auf der Erde besteht aus Atomen”.

Wer hat nun Recht? Grundsätzlich beide. Denn das Problem ist, dass mit Chemie, Gen-Food oder Atom-Forschung Sachen gemeint sind, die nur einen Teilaspekt der eigentlichen Wörter einschließen. Rein Formal hat der “Oberlehrer” natürlich recht, aber vom aktuellen Sprachgebrauch sind die oberen Sätze durchaus legitim, insbesondere da es keine passenden Wörter für diese Redewendungen gibt, die es besser ausdrücken.

Aber für die Oberlehrer ein kleiner Versuch, die Bedeutung dahinter etwas genauer zu erklären

Chemie im Essen: Ja, es ist uns allen bewusst, dass unser Essen aus Molekülen besteht, unter anderem ganz vielen C-H-Verbindungen (organische Materialien), die chemisch sind. Uns ist auch bewusst, dass das Kochen der Kartoffel einen chemischen Prozess auslöst, der sogar notwendig ist um die Kartoffel essbar zu machen. Trotzdem gibt es neben diesen chemischen Grundbestandteilen des Essens auch noch weitere Zusatzstoffe, die kaum jemand, wenn man die Speise selber kocht, hinzufügen würde. Diese haben zum Teil zwar nützliche Funktionen, aber zum Teil eben auch Nebenwirkungen oder zumindest den Verdacht auf Nebenwirkungen oder Langzeitschäden, die man vermeiden will. Und diese chemischen Zusatzstoffe, die mit dem eigentlichen Essen, so wie man es selber zubereiten würde, nichts zu tun haben, und die (evtl.) Nebenwirkungen haben, die bezeichnet der Volksmund als “Chemie im Essen”. … Mir ist bewusst, dass selbst diese Definition sehr schwammig ist, aber vielleicht hilft sie dem einen oder anderen zu verstehen, was damit gemeint sein soll. Mir ist auch bewusst, dass die Grenze, wo “normale Zutaten” aufhören und “Chemie” anfängt persönlich ist. Aber für die meisten Leute fängt Chemie irgendwo bei Konservierungsstoffen und Farbstoffen an.

Analoges gilt übrigens für “Chemie in der Kleidung” oder “Chemie in der Wohnung” oder ähnlichen Aussagen.

Gen-Mais: Damit ist Mais gemeint, dessen genetische Struktur in einem Genlabor verändert wurden. Auch hier ist uns bewusst, dass bei jedem Nachfahre die genetische Struktur anders aussieht als bei den Eltern. Aber die Veränderungen im Genlabor beinhalten eben oft auch, dass Gensequenzen ganz anderer Organismen eingepflanzt werden oder das per Shotgun-Methode irgendwo Gensequenzen eingepflanzt werden. Dies beinhaltet gewisse Risiken, die zumeist nicht in Langzeitstudien untersucht werden. Ich persönlich sehe das Risiko beim Verzehr eher als verschwindend gering, das größere Risiko sehe ich in der Natur. Auskreuzungen etc. …

Analoges gilt übrigens für Gen-Soja etc.

Und Atom … bezieht sich auf alles, bei denen Atomkerne gespalten oder fusioniert werden.

Ja, auch diese Definitionen sind noch nicht perfekt, aber bis mir jemand einen besseren Begriff oder eine bessere Definition nennen kann, müssen wir wohl damit leben.

Und auch wenn die Grenzen (gerade bei der Chemie) sehr schwammig sind, so weiß im normalfall doch jeder, was eigentlich gemeint war.

22Dec

Verschwörungstheorie: PEGIDA steckt hinter dem Anschlag

Vielleicht eine abstruse Theorie, aber vielleicht auch mal ein Gedankenspiel wert:

Lutz Bachmann, der Begründer von Pegida, wusste scheinbar vor der Polizei, dass es ein Tunesier war. (Spiegel, FAZ) Bevor das entsprechende Dokument gefunden wurde. Jetzt einfach mal die Theorie:

Pegida war irgendwie an dem Anschlag beteiligt. Sei es, dass sie dem Typ Geld für den Anschlag gegeben haben. Sei es, dass sie einen ganz anderen Fahrer organisiert haben und den Ausweis dort platziert haben.

Auch die gern gestellte Frage “cui bono” würde diese Theorie nicht entkräften, denn wahrscheinlich profitieren AfD und Pegida von so einem Anschlag am meisten.
Und Lügenkonstrukte aufbauen, darin haben sie ja Übung.

Wie gesagt, nur eine Theorie, für die ich keinerlei Belege habe außer diesen komischen Meldungen von Bachmann … aber bei den “Dönermorden” hat auch niemand vermutet, dass da der NSU dahinter steckt. Daher halte ich einen zweiten NSU für gar nicht so unwahrscheinlich.

30Nov

Cracker-Angriffe

Schon spannend, was nach dem Telekomausfall so alles durch die Medien geistert:

  • “Vor 10 Jahren hatte noch niemand die Idee, dass so was passieren könnte” … Ich war irgendwann um die Jahrtausendwende (wahrscheinlich 2000) bei der Musterung im Kreiswehrersatzamt (KWEA) und hatte da eine interessante Diskussion, die ging etwa so:
    KWEA: “Wollen Sie zur Bundeswehr oder wollen sie verweigern.”
    Ich “Also Waffen bedienen und so will ich nicht. Aber IT-Security würde mich schon interessieren. Spionageabwehr. Crackerangriffe verhindern.”
    KWEA: “Sowas gibt es bei uns nicht.”
    Ich: “Aber das wird doch immer wichtiger”
    KWEA: “Nee, sowas brauchen wir nicht”
    Ich: “OK, dann halt nicht”
    KWEA: “OK, wollen sie jetzt gleich verweigern”
    Ich: “Nee, vielleicht bin ich ja untauglich”
    Im Endeffekt habe ich doch verweigert und Zivi gemacht und amüsiere mich seitdem immer wieder, wenn es heisst, dass das vor 10 Jahren niemand ahnen konnte oder dass niemand die Idee hatte, sowas aufzubauen. Ich glaube ich war nicht der einzige, ich glaube sehr viele Leute die mit IT zu tun haben, hatten die Idee. Aber wenn die Regierung nur aus Leuten besteht, für die IT Neuland ist, dann hat innerhalb der Regierung vielleicht niemand die Idee gehabt. Das ist dann aber keine Entschuldigung, sondern eher ein Eingeständnis des eigenen Versagens.
  • “Wir brauchen eine Eingreiftruppe” … vielleicht stehe ich jetzt auf dem Schlauch, aber wenn ein Botnetz oder Cracker irgendwelche Ports von irgendwelchen Routern, Firmennetzen, Kernkraftwerken oder Krankenhäuser attackiert, was genau soll die “Eingreiftruppe” machen. Das hört sich für mich irgendwie nach CSI oder sonst einer Serie an, in der einer am Rechner sitzt und den Datenstrom beobachten und umlenken und manipulieren kann.
    Es gibt 2 Stellen, wo man tatsächlich was machen kann:

    1. Die Internetknotenpunkte, also quasi die “Hauptrouter” des Internets. Über ganz wenig Knotenpunkte fließt ein ganz großer Anteil des Internetverkehrs. Wenn man da entsprechende Filter laufen lässt, dann könnte man schon einiges abfangen. Aber wollen wir das? Eine Filterung, welche Daten erlaubt sind und welche nicht. Wer kontrolliert die Filterung? Sind dann irgendwann auch verschlüsselte Verbindungen nicht mehr erlaubt?
    2. Direkt am Angriffsziel. Dazu gehört in erster Instanz aktuelle Sicherheitspatches aufspielen, sichere Passwörter verwenden, Firewallkonfigurationen so passend wie möglich, … bzw. im Zweifel einfach mal überlegen, ob es wirklich notwendig ist, dass die kritischen Steuerungssysteme tatsächlich (dauerhaft) am Internet hängen.
    3. und jetzt doch noch eine 3. Der Angreifer. Wenn man den identifizieren kann, dann kann man da natürlich auch was unternehmen. Aber es ist eher unrealistisch, dass ein Angreifer, der kritische Ziele angreift, einfach so auffindbar ist.
  • “Hacker” … alle verwenden den Begriff und meinen eigentlich die Cracker. Hacker sind nach meinem Selbstverständnis Leute, die kreative Lösungen suchen, wie Technik verwendet wird, um Probleme zu lösen. siehe auch wikipedia

Mein Fazit zu dem Thema: Ganz viele Schnellschüsse zur Zeit von Leuten, die sich nur am Rande mit der Problematik auskennen.

26Oct

Kommunikation per Brief mit Parteifreunden

Irgendwie kommunizieren voll viele der MdBs über Brief. Vor allem wenn sie nicht mehr antreten.

“Folgenden Brief habe ich heute an die Mitglieder meines Kreisverbandes Hildesheim gesandt” Brigitte Pothmer

Oder Lammert laut Zeit: “CDU – Lammert tritt nicht mehr für den Bundestag an Das teilte der CDU-Politiker in einem Brief an seinen Kreisverband Bochum mit.

Irritiert das nur mich?

Da kommen mir diverse Gedanken:

  1. Wieso hat ein MdB die Adressen der Mitglieder? Eigentlich darf nur ein ganz kleiner Teil in die Adressdatenbanken Einblick nehmen.
  2. Kommunizieren die alles per Brief? Ich dachte der Standard wären Mailinglisten?
  3. Das fällt der JETZT ein? Erlangen hat schon seit Sommer ein Kandidaten für das Direktmandat. Wenn man jetzt überlegt, wer kandidieren könnte, finde ich das reichlich knapp. (Bei Lammert ist es schon paar “Tage” her, aber auch relativ spät)
  4. So eine wichtige Entscheidung kann man nicht persönlich mitteilen? Für sowas wäre ich zur nächsten Vorstandssitzung oder Mitgliederversammlung hingefahren.

 

12Oct

Tills Gedanken über Parteien

Till hat einen interessanten Artikel über die Grünen und deren mögliches Selbstverständnis geschrieben. Interessant, weil er eine Debatte weiter befeuert die seit einiger Zeit läuft.

Ich will seiner zentralen These wiedersprechen. Er teilt die Strömungen in “Bewegungspartei” und “Mitgestaltungspartei” ein. Da verläuft aber nicht der Konflikt. Die Bewegungsleute wollen auch mitgestalten. Und echte Mitgestalter gestalten die Idee einer Bewegung. Der Konflikt eskaliert da, wo es um eine Postenpartei geht. Wenn Grüne “sicheren Herkunftsländern”, evtl. demnächst TTIP/CETA und sonstigen absolut ungrünen Projekten zustimmen, dann ist das kein Mitgestalten mehr.

Wenn wir Zetsche einladen ohne dass davor kommuniziert wird, was dadurch “gestaltet” wird, dann ist es halt fragwürdig.

Die Gestalter und Visionäre können gut zusammenarbeiten. Sie können das auch gut. Auch Gespräche über den Tellerrand hinaus sind in dieser Konstellation gut möglich. Aber dann Konstruktiv und nicht der Gesprächspartner von einer Bühne herab zur Partei. Selbst Kompromisse in denen man noch einen “grünen” Fortschritt erkennt halte ich für möglich, sinnvoll und notwendig.

Problematisch wird es nur, wenn Posteninhaber oder Postenspekulanten es cool fänden, solch einen zu behalten oder zu bekommen, und dafür selbst in fragwürdigen Koalitionen bereit sind, gegen das Parteiprogramm zu arbeiten oder um sich selber zu profilieren und um die eigene “Marke” bekannter zu machen mit fragwürdigen Konzepten, Thesen und Behauptungen an die Öffentlichkeit gehen, bevor es intern diskutiert wurde.

Und ja, ich sehe solche Tendenzen. Ich sehe sie noch nicht so verbreitet und noch nicht so schlimm wie einige der vor kurzem ausgetretenen, sondern nur bei einigen wenigen. Aber diese wenigen als “Gestalter” zu adeln halte ich doch für fraglich.

 

11Oct

Zetsche, BDK und Dialog

Liebe Mitgrüne,

natürlich beschäftigt sich die Autoindustrie auch mit E-Mobilität, Speichertechnologien, alternativen Antrieben … AUCH (nicht hauptsätzlich). Ihr Hauptgeschäft machen sie immer noch mit Motoren die fossile Rohstoffe verbrennen, im Normalfall Erdöl.

Also was erwarten wir uns davon, dass Zetsche auf der BDK spricht? Neue geheime Insiderinfos? Das wir ihn überzeugen können, ab 1.1.2017 keine Benzin/Diesel-Motoren zu verkaufen? Was? Alles was ich mir erwarte ist eine Werbekampagne wie sehr er sich bemüht und das die internationale Konkurrenz viel schlimmer ist und das zu viel Auflagen unterm Strich kontraproduktiv wären.

Das einzige halbwegs sinnvolle, was ich dazu gehört habe war “Dialog”.

Glaubt jemand, es geht ihm wirklich um Dialog? Es geht ihm wirklich darum zu erfahren, was der Otto-Normal-Delegierte aus Erlangen denkt? Wie viel Zeit hat er eingeplant für Diskussionsgespräche mit den entsprechenden BAG-Vertretern? Oder gar mit interessierten Delegierten? Mit welchem Ziel? Informationen oder gemeinsamme Beschlüsse? Welche Infos sind für uns interessant, die nicht auch der Sprecher der BAG vortragen kann? Welche gemeinsammen Beschlüsse werden angestrebt? Ist dann der Dialog ausgewogen? Gibt es jemanden, der das aus einer anderen Perspektive aufarbeitet?

 

Diese Fragen konnt mir noch niemand sinnvoll beantworten. Und bis ich eine entsprechende Antwort habe, ist das für mich nur mal wieder eine Lobby-Aktion, die uns Grüne wieder ein Stück Glaubwürdigkeit kostet.

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
48 Datenbankanfragen in 0.208 Sekunden · Anmelden