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17Feb

Jugendgefährdende Inhalte im Internet

Gerade habe ich auf einer meiner abonnierten Mailinglisten die Diskussion gelesen, wer dafür verantwortlich sein soll, ob die Inhalte einer “privaten” Seite (z.B. Blog, …) jugendfrei sind.

Mein Vorschlag: Der Staat stellt ein Programm für die Eltern bereit, dass die Header analysiert und wenn der Header-Tag <MINAGE>NUMMER</MINAGE> vorkommt, dann prüft das Programm die Freigabe der Eltern.

Jetzt kann jeder Webmaster den entsprechenden Header hinzufügen. Für Inhalte, die keine Gefährdung haben halt <MINAGE>0</MINAGE> und für “ganz krasse Sachen” <MINAGE>18</MINAGE>.

In dem Programm sollte noch eine Option sein, ob Sachen ohne FSK-Header angezeigt oder geblockt werden sollen. Damit wäre das Problem doch gelöst… (DEFAULT: sperren – begründung s.u.)

ach ja, und entsprechende Seiten, die NICHT jugendfrei sind, wären verpflichtet, den Tag entsprechend zu setzen.

Zu überlegen wäre, ob man den “Tag” auch bei anderen Elementen als Attributanwenden kann (<img minage=”12″ src=”…” /> oder <p minage=”10″>Da wurde der Teddybär vom Auto überrollt</p>) und dann nur einzelne Teile geblockt werden.

Für eine angegebene Altersfreigabe wäre dann der Autor verantwortlich, falls er keine setzt sind die Eltern verantwortlich, die den Default-Wert (Sperren, s.o.) für solche Seiten/Elemente geändert haben.

Eine einfache, technische Lösung, bei der man keine staatlichen Kontrollen oder Datenbanken braucht, aber doch relativ effektiv ist.

Ach noch was … die “Keine Angabe = Sperren” Default-Einstellung hätte noch einen anderen tollen Effekt: Veraltete Seiten die nicht mehr gepflegt werden würden erst mal gesperrt ;-)

05Feb

Parteienbestechung

Es ist ja schon fast wieder amüsant, was da auf Bundesebene abgeht. Und die FDP kann einem ja schon fast leidtun. Selbst die Lindenstraße ist jetzt ins Visir der FDP geraten (oder umgekehrt?)…. Mövenpick ist wohl ein Wort, dass die FDP dagegen zur Zeit nicht besonders gerne hört… also inzwischen hat glaube ich jeder verstanden, dass dies ein Fehlgriff war… außer paar Mediensprechern …

Die spannende Frage die ich mir jetzt hier stelle ist, wie kann man in Zukunft verhindern, dass mehr oder weniger zufällig politische Entscheidungen und Leistungen für die Partei oder Politiker zusammenhängen. Daher erst mal die “Gegenleistungen”:

  • Parteispenden
  • Sachspenden (z.B. Equipment für eine Veranstaltung, …)
  • Jobs für Politiker (Aufsichtsrat, Beraterstelle, …)
  • Direktes Geld für Politiker

Ich denke fast, dass ein Großteil davon verboten werden soll.

  • Spenden der Industrie an die Parteien sind natürlich mit einem Wunsch verbunden. Im positivsten Fall nimmt man an, dass eine Firma die Partei unterstützt, deren Programmatik am ehesten den Unternehmenszielen entgegenkommt. Aber selbst dieser Fall ist kritisch. Nehmen wir einmal an, es eine absolut arbeitgeberfreundliche Politik macht, aber die Mehrheit der Arbeitnehmer wird ausgebeutet. Diese Partei hätte das meiste Geld für Kampagnen, weil es die meisten Industriespenden bekommt.
    Ganz zu schweigen von den Fällen, in denen eine Partei, die eigentlich alle Ausnahmen und Bürokratie abschaffen will, kurz nach einer Spende eine neue Ausnahme einführt und damit neue Bürokratie schafft.
    Es wäre sogar zu überlegen, ob man auch die Spenden von Privatpersonen auf ein Maximum festsetzt, um auch hier einer überproportionalen Stärkung der Reichen in der Politik entgegenzuwirken. (Selbst bei einem Maximum, könnten die reichen im Verhältnis immer noch mehr spenden, als die Armen.)
  • Sachspenden fallen eigentlich in die gleiche Kategorie….
  • Jobs für Politiker … das ist das allerschlimmste…. stelle sich mal ein normaler Bürger vor, er würde arbeiten und hätte dann noch plötzlich einen Nebenjob. Dieser Job dürfte dann unter keinen Umständen die eigentliche Arbeit berühren. Aber wenn es nur ein “kleiner” Nebenjob ist, warum bringt der dann oft so viel Geld? Haben die Politiker so entscheidende Informationen? Aber entweder kommen die Infos aus nicht-öffentlichen Sitzungen/Materialien, dann wäre es sehr kritisch, oder die Infos könnten von einer Person, die nur dafür angestellt wurde, in öffentlichen Veranstaltungen/Materialien recherchiert und mitgeschrieben werden. …. oder wird doch auch darauf spekuliert (um nicht zu sagen, von den Personen erwartet), dass umgekehrt auch die Unternehmensinteressen in der Politik angesprochen (bis durchgesetzt) werden. Also ich frage mich immer:  “Was ist die Leistung, die Politiker in solchen Jobs bringen? Könnte diese Leistung auch von anderen erbracht werden? Ist diese Leistung mit dem Wählerwillen vereinbar?” Da ich persönlich sehr große Zweifel habe, wäre ich für ein Verbot von Neben-Jobs für Politiker. Bis 10 Jahre nach ihrem Mandat sollten sie maximal Jobs annehmen dürfen, bei denen die jährliche Gehaltserhöhung gegenüber dem bisherigen Gehalt maximal 10% betragen darf. (Wobei die Basis “bisheriges” Gehalt sich nach Wahl des Politikers entweder auf das Gehalt vor dem Mandat oder auf die Diätenhöhe beziehen sollte – auch wenn die Diäten ein sehr schönes Gehalt sind, sie sind gar nichts gegen die Gelder, die teilweise für mehr oder weniger dubiose Beratungsaufträge oder für Vorstandsposten vergeben werden).  Schwierig ist dies natürlich bei Selbstständigen. Wenn die “Werbeagentur” plötzlich lukrative Aufträge bekommt….
  • Direkte Zahlungen an einen Politiker sollten einfach nur verboten werden… mir fällt gerade kein Fall ein, wo dies sinnvoll sein könnte, dass eine Person/Firma einem Politiker Geld zahlt….
15Jan

Konstruktivismus vs. Protestieren

Bei den Studentenprotesten tauchte immer mal wieder Fragen wie diese auf:

  • Soll man den Hörsaal blockieren oder lieber doch für Bildung freigeben?
  • Soll man den Rektor im Plenum anhören, oder ihn auspfeifen?
  • Soll man in Gespräche gehen, oder diese ignorieren?

Daher stellt sich mir jetzt unabhängig von den Protesten die Frage, wie man in Verhandlungen geht.

Im Grunde sehe ich das so, man hat 2 Strategien

  1. Man kann ausreichend Druck aufbauen, um seine Forderungen durchzusetzen
  2. Man kann den anderen Überzeugen, dass die eigenen Forderungen so gut sind, dass sie für alle (zumindest für alle Verhandlungspartner) das Beste sind.

Nun fordert zum Beispiel dieser Artikel der Jungleworld (zumindest implizit) mehr Druck und weniger Konstruktivismus. Ich überlege mir dagegen, wie welcher Druck auf wen aufgebaut wird:

  • Rektoren: Nö, wenn es Ihnen zu bunt wird, dann rufen sie die Polizei.
  • Politiker: Ansatzweise, die winden sich mit kleinen Zugeständnissen und allgemeinem Verständnis aus der Sache
  • Medien: Nö, die berichten paar Wochen darüber, aber irgendwann wird es langweilig. (Aber die sollen ja auch nicht unter Druck gesetzt werden, ganz im Gegenteil, die sollen ja Partner sein)
  • Dozenten: Nö, entweder die sind für bessere Lehre, dann beteiligen sie sich sogar an Aktionen, oder ihnen ist die Lehre egal, dann freuen sie sich sogar über jede ausgefallene Vorlesung und die Zeit, in der die “eigentliche” Arbeit erledigt werden kann.

Also die einzigen die unter den Besetzungen wirklich leiden sind jetzt die Studenten, die für dieses Semester 500 € gezahlt haben und dieses Semester jetzt vielleicht sogar verlieren. Vielleicht ist im ersparten Budget kein Platz für ein zusätzliches Semester.

Umgekehrt ist die Frage, was kann über Gespräche erreicht werden. Und hier ist meine Erfahrung, dass dort sehr viel erreicht werden kann. Wenn der richtige Mix da ist, aus folgenden Komponenten, dann kann man sehr oft viele Wünsche “durchsetzen”:

  • Inhaltlich passende Argumente
  • Verbindliche Zusammenarbeit, d.h. beide können darauf vertrauen, dass Zusagen eingehalten werden
  • Win-Win-Situationen: Man achtet darauf, dass der andere nicht verliert, sondern idealerweise auch etwas davon hat (und für Politiker kann dies schon ein Pressefoto und eine PM mit einer gemeinsammen Erfolgsmeldung sein)

So, und jetzt will ich hier nicht als Purist dastehen, manchmal braucht man erstmal Proteste und einen gewissen Druck, um das Ohr des anderen zu öffnen. Aber wenn dies der Fall ist, sollte m.E. auf jeden Fall der konstruktive Weg eingeschlagen werden.

Und nun noch etwas Literatur zur Verhandlungstheorie:

Das Harvard-Konzept

28Dec

Öffentlich rechtliche und News-Ticker

Davon hab ich schon vor paar Tagen gelesen, gerade schon wieder:

“Die ARD plant eine kostenlose Anwendung, die die Nachrichten der Tagesschau auf das iPhone bringt.”

Und die Regierung kritisiert das. Also das man etwas spezielles für die macht, die sich so ein teures Gerät leisten können finde ich auch schlecht. Warum sollen nur IPhone-Benutzer von den Nachrichten profitieren. Aber zum Glück gibt es ja einen Standard, mit dem man wahrscheinlich sowohl auf dem IPhone, als auch an jedem anderen Internetfähigen Gerät Nachrichten lesen kann: RSS.

Daher mein Vorschlag an die ARD (und alle öffentlich-rechtlichen): Bleibt bei den RSS-Feeds! Ergänzt werden könnten die durch RSS-Feeds, die verschiede Themenbereiche abdecken, zum Beispiel je einen für “Schlagzeilen”, “Politik”, “Wirtschaft”, “Umwelt”, “Bildung”, …

RSS kann man auf dem IPhone und mit dem Laptop und dem Blackberry und zig anderen Geräten lesen. Also verstehe ich nicht, warum man für das IPhone was extra braucht.

Übrigens, den Tagesschau-RSS-Feed gibt es ja schon, muss man nur mit einem Feed-Reader drauf zugreifen: Tagesschau-RSS2

23Dec

Ethik-Steuer

Mal wieder eine krasse Idee, eine Strafsteuer für Kirchenaustritte.

Dann bin ich auch für die Straßensteuer für alle, die kein Auto haben (sie benutzen ja auch die Straßen) und eine Gesetzbeitrag für alle Nicht-Partei-Mitglieder, weil die Leute dürfen ja auch zu den Parteiveranstaltungen gehen….

Mal im Ernst: Man muss hier zwischen 2 Themen differenzieren:

  1. Finanzierung sozialer Einrichtungen
  2. Kirchenaustritte

Fange ich mit 2. an. Kirchenaustritte sind das Problem der Kirchen und in einer freien Gesellschaft darf dies nicht mit einer “Straf”steuer belegt werden. Also ist das KEIN Grund für eine Ethiksteuer.

Der andere Punkt ist schon diskussionswürdiger. Natürlich müssen die sozialen Einrichtungen finanziert werden. Jetzt ist natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist, dass man dafür eine neue Steuer einführt, oder einfach andere Steuern anpasst. Grundsätzlich bin ich für so wenig Steuerarten wie möglich, damit es übersichtlich bleibt.

Und selbst wenn man sich darauf einigen würde, dass so eine Ethik-Steuer notwendig oder sinnvoll wäre, wäre die Frage, wer sie zahlen muss. Aktuell scheint es ja so geplant, dass alle die zahlen sollen, die keine Kirchensteuer zahlen. Aber was ist mit Leuten, die z.B. schon Mitgliedsbeitrag beim roten Kreuz, bei der Caritas, beim Sportverein, bei einer Partei, bei Attac, bei WWF, … zahlen. Diese Leute tun damit sicherlich sehr viel gutes. Wo ist die Grenze? Und was ist mit Leuten anderer Religionen, die zwar keine Kirchensteuer aber vielleicht hohe Spenden an ihre Gemeinde zahlen?

Ein letzter Aspekt noch: kirchliche Einrichtungen werden zum Großteil vom Staat finanziert. Also müsste man auch noch prüfen, wie groß der “soziale” Anteil der Kirchensteuer ist und wie viel für kirchliche “interne” Aufgaben genutzt wird (also z.B. Pfarrer, Kirchengebäude, ….)

Fazit: Vernünftige Finanzierung von sozialen Einrichtungen ist wichtig, aber eine Nicht-Kirchen-Mitglied-Strafsteuer scheint mir irgendwie nicht ganz durchdacht.

12Dec

Open Access

Der Staat zahlt den Universitäten und einigen Forschungseinrichtungen die Forschung. Die Ergebnisse werden dann in “Journals” veröffentlicht. Das Journal bekommt die Papers (also die Artikel über die Forschungsergebnisse) meistens umsonst, aber verlangt richtig viel von jedem, der sie lesen will. Und die Preise für einen Download (5-seitiges PDF) liegen oft schon bei $20.

Open Access fordert jetzt (ganz verkürzt gesagt), dass es ein Gesetz geben soll, dass zumindest die Publikationen, die von Steuergeldern bezahlt wurden, auch jedem Forscher und jedem Steuerzahler zugänglich sein muss.

Dazu  gibt es die Petition Open Access. Da noch bis zum 22.12.2009 mitmachen.

11Dec

Umgestaltung der Studiengänge

Im Grunde finde ich es richtig, dass die KMK beschlossen hat, die Studiengänge noch mal umzugestalten. Auch wenn jetzt die Professoren murren, ist es doch notwendig.

Allerdings wäre genau jetzt die Chance, auf die Studenten zu hören und vernünftige Studienpläne gemeinsam mit den Studenten zu erstellen.

10Dec

Insel versenken

Wer Schiffe versenken langweilig findet, sollte mal in Kopenhagen mitspielen. Da geht es inzwischen ans Inselversenken :-(

[tagesschau]

Saudi Arabien will 2% mehr Öl verkaufen … Tuvalu versenkt?

China will 5% mehr Autos  … Holland versenkt?

08Dec

Studentenproteste

In den letzten Tagen habe ich 2 ganz unterschiedliche Bilder der Studentenproteste gesehen. Einerseits direkt, live und vor Ort die “öffentlichen Vorlesungen” der Erlanger Uni, die wir als Grüner Kreisvorstand besucht haben und denen wir nur unser allergrößtes Lob aussprechen können. Diese Aktionen zeigen, nicht nur die Studenten finden die derzeitige Situation nicht mehr erträglich, sie haben auch eine Unterstützung aus dem Lehrkörper. Die Dozenten machen mit. Ich möchte jedem empfehlen, der diese Woche Zeit hat, sich einfach mal zu einer Vorlesung dazuzugesellen und zuzuhören.

Ein anderes Bild kommt aus Frankfurt. Da geht es nicht so schön zu:

Räumung Casino Goethe Universität Frankfurt am Main 03.Dezember 2009 from Janina Vogel on Vimeo.

Jetzt ist es natürlich schwer, aufgrund eines Videos zu beurteilen, was wirklich vorgefallen ist, aber in letzter Zeit sind ja immer wieder Videos aufgetaucht, die klar gezeigt haben, dass die Polizei durchgedreht evtl. unangemessen vorgegangen ist. Andererseits habe ich gerade aus Frankfurt studentische Texte gelesen, die bei mir auch das Bild aufkommen liesen, dass dort schon einige sind, die ich in die “Krawall-Chaoten-Ecke” einstufen würde und von sich nicht klar genug distanziert wurde. Schmierereien und Sachbeschädigungen wurden teilweise als gerechtfertigt oder zumindest nicht als verurteilenswert eingestuft. Daher ist natürlich irgendwann der Zeitpunkt gekommen, bei dem ein Hochsuchuldirektor eingreifen kann bzw. muss und die Polizei dazuholen muss.

Daher mein Aufruf, an Studenten, Dozenten, Politik und Polizei. Lasst die Gewalt draußen. Setzt Euch zusammen, macht schöne Aktionen, z.B. wie in Erlangen, aber bestimmt auch an ganz vielen anderen Hochschulen, arbeitet konstruktiv und bringt unsere Unis voran. Ich war auch Jahrelang an der Uni, war auch recht viel in den diversen Unigremien unterwegs. Ich kenne die Probleme der Studenten. Aber ich habe auch erfahren, dass viele Profs und Unimitarbeiter (zumindest in der Ulmer Informatik … eigentlich aber an der gesamten Ulmer Uni) für vernünftige Argumente stets ein offenes Ohr hatten und eigentlich nie ein unbegründetes “Nein” kam (klar, einige Entscheidungen gehen gegen die eigene Meinung, aber solange es auch für die andere Position gute Gründe gibt, dann passt das ja).

Daher an all die Politiker, die heute meinen, sie wüssten was gut für die Studenten ist. Habt ihr überhaupt aktiv mitbekommen, wie Bachelor/Master läuft? In Ulm lief das quasi mit meinem Studienbeginn parallel zum Diplom an, von daher habe ich es am Rande mitbekommen. Ich habe auch über die Gremien mitbekommen, wie die Bachelor- und Masterstudiengänge weiter geplant und umgesetzt wurden. Aber richtig mitbekommen wie es läuft habe ich nicht. Daher würde ich mir mal wünschen, dass die Berufs-Politiker sich da mal einfach in einen Kurs mit reinsetzen und dann offen für Feedback sind und nicht alles gleich wieder mir ihrer Rhetorik “runterreden”.

03Dec

Bildungsstreiks – Thesen auf dem Blog der Grünen Jugend

Wieder mal bringt die GJ (diesmal in Person von Max Pichel) viele wichtige Aspekte auf den Punkt. Die 4 Thesen zum Bildungsstreik beinhalten glaube ich ganz wichtige Aspekte.

Ich will auf die Hauptaspekte und einige Details etwas eingehen. Um meine Ausführungen zu verstehen ist es auf jeden Fall sinnvoll, das o.g. Thesenpapier komplett zu lesen.

  1. These 1: Es geht nicht nur ums Geld
    Natürlich geht es nicht nur ums Geld, es geht um Inhalte. Das Geld ist dann oft das Mittel zum Zweck. Ein Studium muss einfach studierbar sein, ein Studium muss einen bilden. Und die Bildung ist NICHT das dumme Auswendiglernen von Fakten, sondern auch das wissenschaftliche, nämlich das Hinterfragen von allem und dem Suchen nach Lösungen. In einem Studiengang, in dem alles 100% vorgegeben ist, wird zwar auswendig gelernt, aber nicht die wissenschaftliche Bildung erlangt.
    Das Geld ist dann dafür wichtig, dass man ausreichend kleine Gruppen, Material, … hat oder damit man den Tag wirklich an der Uni verbringen kann und nicht für den Lebensunterhalt arbeiten muss. Es ist ein Mittel zum Zweck, aber der Zweck ist ein anderer.
  2. These 2: Wir wollen keinen Kuschelkurs
    Das sehe ich anders. Es geht nicht darum, ob man durch Besetzung oder durch “Kuschelkurs” die Ziele erreicht, sondern es geht um die Ziele. Es gibt sicherlich Fälle und Konstellationen, in denen der Kuschelkurs nichts bringt, aber in anderen Situationen bringt ein konstruktives Gespräch mit 3 Leuten mehr als eine Großdemo.
  3. These 3: Wir lassen uns nicht kriminalisieren
    Naja, da muss man wieder ganz klar unterscheiden. Es gibt die, die machen kriminelle Sachen (Steine werfen, Sachbeschädigung, …) und andere, die sind friedlich. Natürlich darf man nicht alle kriminallisieren, aber da wo kriminelle Handlungen stattfinden, sollten die auch angemessen verfolgt werden dürfen. Mal sarkastisch gesagt, es bringt nichts, wenn die einen für eine bessere Ausstattung demonstrieren und ein kleiner Teil die bisherige (zum Teil noch sehr gute) Ausstattung demoliert.
    Auch stimmt es, dass nicht alle, die demonstrieren, von der Uni kommen. Ich kenne viele Schüler und Ex-Studenten, die sich solidarisch erklären mit den Studenten und zum Teil auch mitdemonstrieren. Und sicherlich gibt es auch den einen oder anderen “Chaoten”, der die Demos nur für Krawall nutzt und dem die eigentlichen Ziele egal sind. Aber das sind zwei verschiedene Bereiche. Wenn Schüler und Ex-Studenten friedlich mitdemonstrieren und die guten Ziele unterstützen, dann besteht da keinerlei Anlass für Kritik.
    Wenn Chaoten nur wegen dem Krawall da sind, dann ist es egal ob Student oder nicht, dann sollten alle, auch die Protestler, diese “Isolieren” und als Chaoten darstellen.
  4. These 4: Für eine kritische Wissenschaft
    Das korelliert m.E. ja wieder mit These 1. Wir wollen andere Strukturen. Wir wollen wissenschaftlich arbeiten (dürfen) und alles hinterfragen. Wir wollen den Kapitalismus und die Theorie, dass die Erde eine Kugel ist hinterfragen dürfen. Sicherlich wird das eine oder andere mal herauskommen, dass die aktuell gelebte Theorie wahrscheinlich doch passt, aber in anderen Fällen kommt etwas neues und besseres heraus. Dafür haben wir doch die Unis und die Wissenschaft. Deswegen wird doch die Uni vom Staat auch finanziell gestützt. Damit das Land sich weiter entwickelt. Und dazu ist es notwendig, dass die kritischen Hinterfrager auch unabhängig agieren dürfen. Sei es, dass hinterfragt wird, ob Gentechnik sicher ist, OHNE dass ein Drittmittelprojekt der Abteilung gefährdet ist, wenn die Antwort jemandem nicht gefällt…

Auch wenn ich jetzt an einigen Stellen etwas anderer Meinung war, denke ich doch, dass dieses Thesenpapier eine sehr gute Diskussionsgrundlage bietet und auf jeden Fall in die richtige Richtung geht.

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