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06Sep

AKW-Laufzeitverlängerung

Der Beschluss steht. Durchschnittlich 12 Jahre längere Laufzeiten. Dafür bekommt der Staat wohl 30 Milliarden Euro, die zum Teil zur Haushaltssanierung, zum Teil für erneuerbare Energien genutzt werden.

Laut Gerüchten wirft ein AKW etwa 1 Mio Euro täglich an Gewinn für die Konzerne ab (da ja die Folgekosten vom Staat übernommen werden). Also 17*365*12*1.000.000 = 74 Milliarden Euro. Wenn man nun noch davon ausgeht, dass die Konzerne in jedes AKW 1 Milliarde Euro für Sicherheitsmaßnahmen stecken, dann bleiben immer noch weit über 20 Milliarden Gewinn für die Konzerne.

Auf deutsch: Unsere Regierung hat etwas “verkauft”, was über 50 Milliarden Euro wert ist, und bekommt dafür nur 30 Milliarden Euro. Soweit schon mal lächerlich.

ABER: Gleichzeitig wächst die Gefahr, dass ein AKW explodiert, gleichzeitig wachsen die Kosten für den Atommüll, es entstehen also weitere Kosten.

Daher werde ich jetzt die 9 Zitate von Spiegel-Online mal erläutern:

  • “Die Mühe hat sich gelohnt. Uns ist ein großer Wurf gelungen.” (Brüderle) – Das wirkt sich positiv auf die Parteispenden aus.
  • “Eine Revolution im Bereich der Energieversorgung” (Merkel) – … konnte vermieden werden, es bleibt beim alten System, gezahlt werden symbolische Beiträge.
  • “Wir haben gemeinsam einen Fahrplan in das Zeitalter der erneuerbaren Energien aufgestellt.” (Röttgen) – Dagegen fahren ja die Regionalzüge der deutschen Bahn schneller ;-) … ja, ihr habt einen Fahrplan, der so ehrgeizig ist, wie wenn man einen Brief einer Schnecke auf den Rücken bindet.
  • “Der Atombeschluss der Koalition ist kein Kompromiss, sondern ein Milliarden-Geschenk für RWE, EON, EnBW und Vattenfall.” (Trittin) – und zahlen tut es langfristig der Steuerzahler.
  • “So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich.” (Gabriel) – Doch, beim versuchten Verkauf der Bahn. Nur da warst Du Minister und voll beteiligt.
  • “Im Kanzleramt regiert nicht die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, sondern die Vollzugsgehilfin der Atomkonzerne.” (Roth) – Jep, recht hat sie, obwohl, die delegieren nur ans Kanzleramt. Die Merkel macht ja brav, was man ihr sagt.
  • “Die Stromlobby hat sich in entscheidenden Fragen durchgesetzt. Der Bund hat sich unter Merkel als erpressbar erwiesen.” (Lötzsch) – Erpressbar? Ich würde es eher käuflich nenne? Ist ja fast das gleiche. Ansonsten hat sie recht.
  • “Ein nachvollziehbarer, fairer Kompromiss für alle Beteiligten”(Öttinger) – Beteiligt waren CDU, FDP und die Stromkonzerne … für die war es wahrscheinlich eine gute Lösung, der Rest des Landes scheint ja egal.
  • “Das war eine Entscheidung zum Klimaschutz von geradezu epochaler Bedeutung.”(Westerwelle) – epochal war auch der Anschlag auf das World Trade Center …
02Sep

Unterschriftenliste für moderne Energien

AKWs sind 'Energie ohne Zukunft' Nachdem es den Aufruf FÜR Atomenergie gab, den ja auch einige sich wichtige fühlende Herren und Manager unterschrieben haben, gibt es auch die Gegenkampagne.

Es wäre schon ein schönes Zeichen, wenn die modernen Energien mehr Anhänger hätten, als die Atomkraft.

01Sep

Töten Computerspiele?

Unter dem Titel Spiele töten keinen Menschen kommentiert ein junger Pirat den Appell an den Bundestag des Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden.

Kernaussage ist: “Spiele töten nicht”.

Damit hat er absolut recht, das Spiel tötet nicht, das Spiel trainiert auch nicht, eine Waffe richtig zu gebrauchen.

Wo ich aber Bedenken habe ist, ob der Gewaltkonsum dann auch die Gewalt zur “Normalität” werden lässt. Wenn jemand 2 Stunden am Tag denkt “den muss ich abknallen” oder “Kopfschuss, toll” oder ähnliches, verfestigt sich dann nicht diese Denkweise, so dass sie auch in anderen Bereichen mehr oder weniger Einzug erhält?

Ich bin sicherlich NICHT für ein Verbot von Computerspielen, aber auch absolut gegen eine Verharmlosung. Viele Computerspiele sind inzwischen darauf ausgelegt, dass man sie am Besten 24h spielt, entweder, um einfach schnell “Experience” zu bekommen, oft aber, weil gewisse Aktionen zu bestimmten Tageszeiten ausgeführt werden sollen oder weil die Community insgesamt einfach nicht schläft. Das echte Leben wird immer stärker in den Computerspielen abgebildet, vom Tagesablauf, von der Interaktion mit befreundeten Mitspielern, … und genau deswegen halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass eine immer größere Anzahl von Spielern Schwierigkeiten haben wird, zwischen diesen Welten zu trennen. Ich selber habe früher sehr gerne Age Of Empires gespielt und manchmal übertrieben. Danach habe ich mir alle Menschen mit einem grünen Balken über dem Kopf vorgestellt. Nach wenigen Stunden war das wieder weg. Aber das Gehirn hat es NICHT geschafft, die beiden Welten, die virtuelle und die reale, komplett differenziert zu betrachten. Natürlich WUSSTE ich, dass dieser Balken nicht da ist. Die Frage ist, wie weit probiert es das Gehirn, die beiden Welten zu verbinden, zu “synchronisieren” und die Verhaltensweisen aus der einen in die andere zu transferieren.

Also daher meine ich, dass diese Behauptung, “Computerspiele töten nicht” zwar primär stimmt, aber ich denke, dass Computerspiele ein Faktor sein können (ein Faktor von vielen), die dazu führen, dass jemand durchdreht und tötet.

30Aug

Wieder mal Kopfpauschale vs. Bürgergeld – doch die Komplettlösung

Im Grunde ist es egal, wie man es nennt, es müssen für die Krankenversicherung folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Solidarprinzip: Wer wenig hat, ist trotzdem Krankenversicherert.
  2. Finanzierbarkeit: Das Geld muss sinnvoll eingesetzt werden.

Das Solidarprinzip wird zur Zeit nur ansatzweise gelebt. Jeder, der in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, zahlt für die mit, die nichts verdienen. Also z.B. Familien (in denen oft 1 Person einzahlt und 2 Erwachsene und mehrere Kinder profitieren), Arbeitslose, … oder auch Geringverdiener, die nur wenig einzahlen müssen. Soweit ist es gut. Das Problem sind jetzt aber die Leute, die viel verdienen. Die sind privat versichert. Die unterstützen die oben genannten Personen nicht. Also um es mal plastisch auszudrücken. In einem 15-Mitarbeiter-Betrieb geht eine Frau in die Elternzeit. Von den 14 anderen verdienen 12 einen “normalen” Betrag, z.B. 2500 Euro im Monat. Davon zahlen sie auch Krankenkasse und zahlen für die Mutter mit. Die beiden leitenden Personen verdienen sehr viel. Z.B. 5000 oder 7000 Euro im Monat. Diese versichern sich privat. Diese zahlen NICHTS für die Krankenhauskosten der werdenden Mutter.

Daher mein Vorschlag, den ich im Grunde schon mehrfach geäußert habe: Die ganzen Sozialversicherungssysteme werden komplett über die Einkommenssteuer finanziert. Diese liegt bei einem relativ hohen Beitrag von z.B. 50%. Damit diesen Beitrag auch wirklich jeder zahlen kann, gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen von 500 Euro pro Monat. Davon muss dann jeder alle “Sonderausgaben” bezahlen, also Fahrtkosten, Literatur, …
Wer weniger Kosten hat, der hat Glück, wer mehr kosten hat, der hat Pech.

Und damit wäre dann jeder krankenversichert. In einer staatlichen Versicherungsgesellschaft.

Wer den “Luxus” einer privaten Versicherung trotzdem noch genießen will, der darf dann die Differenz privat versichern. Da habe ich gar nichts dagegen. Also Einzelzimmer, … soll gerne weiter privat versichert werden. Der Standard muss für alle drin sein, alles weitere kann privat sein. So könnte ich mir das dann auch bei der Rente vorstellen. Eine Grundrente (Grundsicherung oder mehr – da bin ich mir noch nicht sicher), sollte für jeden drin sein. Aber wer mehr als die Grundrente will, der darf sich dann auch selber darum kümmern. Wobei ich da dann auch Optionen vom Staat gut finden würde, die man auf freiwilliger Basis nutzen kann.

29Aug

Verpixler

Frei nach JFK: “Ich bin ein Verpixler”…

gestern kam der Brief von Google an (trotz verfälschtem Namen), der Code wurde eingegeben und mir wurde bestätigt, dass “mein” Haus verpixelt wird.

26Aug

Katastrophen und erneuerbare Energien

Es ist nicht zu fassen, zig Wirtschaftswissenschaftler rechnen uns vor, dass die Klimarettung billiger ist, als die Schäden nacher zu beheben und in Koppenhagen kam sowas bei rum… und in diesem Sommer kommt gleich der Beweis. Flut in Polen, Flut in Ostdeutschland, Waldbrände in Russland mit der Angst vor Strahlenbelastung, Flut in Pakistan, Waldbrände auf der ganzen Welt, Ölkatastrophe in den USA …

Jetzt überlegen wir uns mal, dass nur das Geld, dass dieses Jahr in die verschiedenen Katastrophengebiete geflossen ist, vor einigen Jahren (seit wann fordern wir Grüne das?) in erneuerbare Energien geflossen sind.

Bevor jetzt wieder die ganzen Kommentare kommen wie: “Wenn es wärmer wird, dann sparen wir uns die Heizkosten” oder “Es gibt mehr Kältetote als Hitzetote” … ihr habt ja Recht, aber Klimawandel bedeutet nicht NUR, dass es ein paar Grad wärmer wird und der Baggersee Karibik-Flair bekommt. Nein, Klimawandel bedeutet auch, dass es mehr Hochwasser gibt (Wieviel Jahrhunderthochwasser hatten wir die letzten 20 Jahre in Deutschland?), mehr Stürme, mehr Schwankungen, mehr Chaos. Klimawandel bedeutet auch, dass ganze Landstriche unbelebbar werden (z.B. in Afrika, Tuvalu, … oder sogar in Holland) und die Leute dann neue Orte suchen müssen.

Also was ist zu tun? Es geht NICHT darum, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern aus den Resourcen die wir haben ein LANGFRISTIGES Konzept zu stricken, mit dem auch noch unsere Kinder und Enkel leben können.

Also nehmen wir einfach mal die 20 Milliarden, die jetzt durch das Ölleck an Kosten entstehen. Hätte die BP vor 10 Jahren in erneuerbare Energien investiert, wären sie jetzt wahrscheinlich Marktführer. Oder nehmen wir die ganzen Kosten, die durch jedes Hochwasser entstehen. Hier ist natürlich das Problem, dass einer alleine das Hochwasser nicht verhindern kann. Aber da weltweit immer mehr Klimachaos auftritt, sollte man auch weltweit investieren. Wenn dadurch jedes zweite dramatische Hochwasser wegfallen würde, hätte es sich wahrscheinlich schon nach wenigen Jahren (finanziell – moralisch, ökologisch & menschlich ja sowieso) rentiert, auf 100% erneuerbare Energien umzusteigen. Ganz zu schweigen davon, dass man dann nicht mehr von den Rohstoffpreisen abhängig ist.

Wenn es nur um CO2 gehen würde, dann wäre Atomkraft vielleicht eine Alternative. (Ist nicht ganz CO2-frei, aber besser als Braunkohle). Da es uns aber auch um Sicherheit geht, sind AKWs keine Alternative. Wenn ich mich zwischen GAU und Hochwasser entscheiden müsste, würde ich das Hochwasser wählen.

24Aug

Internetsperren

Ein Thema, das mich nach wie vor beschäftigt.

Es ist klar, im Internet sind Inhalte, die gegen das deutsche Recht verstoßen. Und es ist auch klar, dass man nicht an alle Quellen herankommt. Seien es Server in irgendwelchen Ministaaten oder auch einfach Inhalte, die nicht überall illegal sind.

Daher ist es eine Überlegung wert, wie man mit solchen Inhalten umgeht. Mir fallen da gerade folgende Lösungsansätze ein (die ich nicht alle für gleich gut halte):

  1. Man löscht was man kann, den Rest (also Seiten im Ausland, die dort legal sind, oder zumindest nicht verfolgt werden) toleriert der Staat.
  2. Man erstellt eine Datenbank, in der illegale Inhalte gespeichert werden und bei der abgefragt werden kann, ob der jeweilige Link legal ist (analog zu siteadvisor.com) – mit passenden Schnittstellen kann dann jeder selbst FREIWILLIG entscheiden, ob er bei den Links eine “Ampel” angezeigt bekommen will. So kann man immerhin verhindern, dass Leute die nicht auf sowas klicken wollen, nicht ausversehen darauf klicken.
  3. Man sperrt es, aber mit ganz klaren Regeln

Zu den Punkten:

Tolerieren

Tolerieren geht so lange, bis es (in großem Stil) missbraucht wird. Also wenn z.B. alle Nazis(Kinderpornoanbieter, Terroristen, …) feststellen, dass keiner was macht, wenn sie ihr Zeug auf die Server in XY stellen, dann sollte man was machen. Wobei dann sollte man auch prüfen, ob man die Leute nicht bestrafen kann. Also wenn jemand aus Frankfurt eine illegale Datei auf den Server in XY hochlädt, dann ist das Zeug in XY zwar legal, aber die Verbreitung ist in Deutschland passiert, also ist auch die Person, die es gemacht hat, in Deutschland zu verfolgen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Gesetze schon so sind, aber dies wäre zumindest eine Möglichkeit, die Vertreiber zu packen.

Freiwillige Ampel

Die Idee, dass es eine Datenbank gibt, mit dem ganzen illegalen Material, hat natürlich die krasse Kehrseite: Jeder der an illegales Material dranwill, muss nur an die Datenbank kommen, um zu wissen, wo er was findet. Also wäre die spannende Frage: Wie läuft eine Abfrage? Wird dabei die Seite an die Datenbank geschickt und nur ein Wert (“unkritisch” “unsicher” oder “Finger weg”) zurückermittelt, oder ist die Datenbank frei einsehbar. Dann ist noch die spannende Frage, wer die Kontrolle über die Datenbank hat. Der Staat? Eine Firma? Jeder? Kontrolle auch in dem Sinne, dass geprüft werden kann, ob die Sperren wirklich gerechtfertigt sind und welche Seite welchen Status hat.

Sperren

Ich halte gut gemachte Sperren für eine Möglichkeit. Diese müssten sich jedoch deutlich von den “alten” Sperren unterscheiden. Daher erst mal eine kurze Exkursion in die Technik.

So, nun erst mal kurz, was wollte das Zugangserschwerungsgesetz machen? Da muss man noch einen kurzen Einschub machen. Kurz bevor die Person in Minute 3:40 zur Auskunft (DNS-Server) losläuft, schaut sie noch schnell in das Buch, das die Sperren enthält. Wenn in diesem “Buch” die angeforderte Seite drinsteht, dann “lügt” die Person und sagt eine falsche Adresse (und läuft gar nicht los). Bei der Mausseite sollte das nicht passieren, aber vielleicht will der Armin ja mal ausversehen auf eine böse Seite. Also egal welche der bösen Seiten aus dem Buch angefragt wird, der behauptet einfach immer die gleiche Adresse, und zwar die von dem Stop-Schild (das auch eine eigene Adresse hat). Dies würde funktionieren, wenn alle die Auskunft benützen würden. Aber man muss nicht die Auskunft, die der Provider benutzt, benutzen. Ähnlich wie beim telefonieren, kann man einfach die Telefonnummer wissen. Oder eine andere Auskunft (z.B. im Ausland) anfragen. Und wenn man dann die Adresse (die bis zu 12-stellige Adresse heisst übrigens IP-Adresse) dem Provider selber gibt, (in Minute 4:47 bekommt er sie von der Auskunft), dann schickt er jemanden direkt los, ohne die Adresse rauszusuchen, und ohne in das “Sperren-Buch” zu schauen. Und viele werden jetzt sagen, ich weiss aber nicht, wie ich eine andere Auskunft anfrage. Das schlimme ist, dass muss man auch gar nicht wissen. Wenn jemand solche Seiten weitergeben will, dann hat er früher halt einen “Namen” gesagt, (so nachdem Motto “ruf bei Her XY an, steht im Telefonbuch”), in Zukunft würde man einfach die Adresse sagen (“ruf bei 0123 … an”). Bei den illegalen Seiten wird ja keiner denken, ich geb jetzt mal eine Adresse ein, sondern die werden weitergegeben. Und zwar häufig in Form von Links. Und da kann man entweder den Namen, oder die Adresse der Seite angeben. Also z.B. so:
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula

Steht der Satz da 2 mal genau gleich? Nein! Wenn man über den ersten Link mit der Maus drübergeht, müsste man in der Statusleiste vom Brwoser lesen können (bzw. wenn man ihn anklickt, wird man weitergeleitet zu): http://www.ursula-von-der-leyen.de/, geht man jedoch über den zweiten Link, müsste man lesen können: http://213.218.169.221/. Für den Benutzer macht es absolut keinen Unterschied, was da steht. Die zweite Möglichkeit erspart einfach die Abfrage bei der Auskunft.

Und genau wegen dieser herangehensweise hat dieses Vorgehen einige entscheidende Nachteile:

  • wie oben angesprochen, kann man die Sperren durch die Angabe der IP-Adresse umgehen
  • Wer an das “Buch” mit den Sperren kommt, kann über eine andere Auskunft ganz einfach an ganz viele illegalen Inhalte kommen. Vom Staat recherchiert.
  • Damit der Vorgängerpunkt nicht passiert, muss das Buch geheim bleiben. Es kann also keinen öffentlichen Gerichtsprozess geben, sondern wenige Leute entscheiden, was illegal ist oder nicht, ohne jegliche Kontrolle.

Gut, was könnte man dann machen. Schauen wir doch mal, wie es in dem Video weitergeht: Ab der Minute 5:10 rennt der Bote bei den Routern vorbei, die ihm den Weg sagen. Genau da könnte man ansetzen. Es gibt in Deutschland 5 internationale Knotenpunkte, wenn man da die Sperre einrichten würde auf IP-Basis, also für die Adresse einfach eine Umleitung einrichten würde, dann hätte man mehrere Probleme auf einmal gelöst:

  • innerdeutsche Sperren könnte man nicht einrichten – innerhalb von Deutschland soll gelten Löschen statt Sperren
  • das System lässt sich nicht mehr so einfach umgehen (natürlich geht es immer noch, aber nicht mehr durch einen anderen Link)

Allerdings hätte es auch Nachteile:

  • oft sind mehrere Domains (also Namen von Webseiten) unter einer IP erreichbar. Es wird also im Normalfall nicht nur geschickt, ich will die Daten von der Adresse, sondern mehr Infos. Man kann sich das wie in einer WG vorstellen, da sind unter einer Telefonnummer auch mehrere Leute erreichbar. Wenn jetzt die IP umgeleitet wird, ist keiner mehr erreichbar. Wenn man böse ist, könnte man sagen, wer sich das mit dem Verbrecher teilt, der hat halt Pech, bzw. man kann den Provider informieren, dass er das löschen soll, damit die IP nicht gesperrt wird… aber grundsätzlich besteht halt die Gefahr, dass man unschuldige erwischt.
  • Es ist mit technischem Wissen immer noch umgehbar. (Stichwort Proxy-Server) – Damit wird natürlich auch die öffentliche Diskussion der Seiten wieder kritisch.

Gerade wegen den Nachteilen sehe ich die Sperren auch mit der modifizierten Form sehr kritisch. Eine weitere Sperrmöglichkeit (die ich ganz strikt ablehne), ist es, die Inhalte zu scannen. Warum ich das ablehne:

  • Das Scannen von Inhalten selber finde ich absolut unakzeptabel.
  • Technisch wäre es ein riesiger Aufwand. Man könnte zwar Stichwörter definieren, aber wie kann man unterscheiden zwischen einem Bericht über etwas (das ja legal ist) und der Sache selber. Also zwischen einer Zeitungsnachricht “Bastler von Bomben festgenommen” und einer Internetseite “Bastelanleitung für Bomben”.
  • Durch https ist das ganz einfach umgehbar, da kommen die Inhalte nämlich nicht im Klartext durch
  • Bilder automatisch auswerten ist noch komplizierter als Text, von Videos ganz zu schweigen.
  • Umgehungsmöglichkeiten – so wie in SPAM-Mails nicht Viagra sondern Vi*gra steht … oder inzwischen wird ja oft mit Bildern gearbeitet.

Fazit: Löschen was löschbar ist muss auf jeden Fall Vorrang haben. Die ganzen Sperren sind mit viel zu vielen Nachteilen behaftet. Wenn dann noch einige wenige Inhalte auf irgendwelchen Servern in exotischen Ländern sind, an die man nicht drankommt, dann sollte man prüfen, ob man an die Verbreiter drankommt. Wenn die soviel Aufwand betreiben, sich solche Server zu suchen, finde ich, ist das auch eine besondere schwere der Schuld. Und wenn man all diese Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dann sind eh nur noch die paar wenigen übrig, die an ihre Sachen drankommen, egal ob über Internet oder den Postweg. Da muss man dann halt andere Ansatzmöglichkeiten finden.

23Aug

AKW-Propaganda

Auf remix-generation findet sich die Anzeige der AKW-Betreiber.

Allerdings beweisen sie mal wieder, dass sie ihre “alte Welt” behalten wollen.

Ich fasse nun einfach mal mit meinen Worten (natürlich böse reininterpretiert) zusammen, was in den einzelnen Absätzen drin steht:

“Ökologischen Umbau ermöglichen: Investitionen politisch nicht blockieren” – Sie wollen weiter den Strom zentral produzieren und als Monopolisten verkaufen. Steuern und Abgaben würden ihre Monopolstellung bedrohen.

“Wenig Bürokratie”: Zu deutsch, sie wollen sich an möglichst wenig Regeln halten, egal was Müllentsorgung, Löhne oder Sicherheitsbestimmungen betrifft.
Natürlich ist unnötige Bürokratie abzubauen, aber gewisse Sachen müssen nun mal sichergestellt werden.

“Energie muss bezahlbar bleiben” – Nein, Energie muss bezahlbar werden. Die heutige Energieformen liefern zwar erst mal einen billigen Strom, die Folgekosten (Klimachaos inklusive der Überschwemmungen, Ernteausfälle, etc. oder bei den AKWs, ein eventueller GAU bzw. auf jeden Fall die Atommüllentsorgung) sind aber quasi unbezahlbar und werden daher an den Staat ausgelagert.

“Realistisch bleiben” – ja, wir Grünen waren es, die trotz dem internen Widerstand damals zugestimmt haben, dass die AKWs noch länger laufen dürfen und nach und nach abgeschaltet werden. Alles was die JETZT fordern, war vor 8 Jahren bereits vereinbart: Ausbau, Forschung der Speicherungstechniken. Das EEG hat genau das gemacht, was die fordern, es hat den Spielraum für Innovationen und Investitionen geschaffen. Nur haben paar der alten Oligopolisten diese Zukunft verschlafen.

So leit es mir für die Leute tut, die Aktien dieser Unternehmen haben, ihr habt halt auf den Mitgliederversammlungen nicht richtig abgestimmt. Passiert.

23Aug

Versicherungen – gesetzlich und privat

In der SZ wird über die neue Idee der Regierung berichtet, dass die gesetzlichen Kassen keine Zusatzleistungen mehr versichern dürfen.

Da kommt mir spontan die Idee, dass man dann ja die beiden Aspekte gleich sauber trennen könnte:

Es gäbe eine “gesetzliche” Versicherung, die auf dem Solidarprinzip beruht, dass heisst JEDER (auch die Gutverdiener) zahlen einen Prozentsatz ihres Gehaltes ein. Die privaten Versicherungen wären dann nur noch für den Luxus zuständig….

Aber die Idee der Regierung ist schwachsinn. Wenn die gesetzliche Krankenkasse was anbieten will, dann gründet sie halt eine Private Krankenversicherung und vertreibt für die dann auch die Produkte.

22Aug

Google Street-View

Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.

Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.

Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.

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