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26Dec

Definitionen für Chemie, Gen, Atom

“Ich will nicht so viel Chemie im Essen.” “Ich will kein Gen-Mais” oder “diese Forschung mit Atomen ist mir suspekt” sind Sätze, auf die oft mit Oberlehrerhaften Sätzen geantwortet wird a la:

“Alles essen besteht aus Chemie”, “Mais ist eine Pflanze, hat damit eine DNA, die wiederum diverse Gene enthält” oder “Alle Masse auf der Erde besteht aus Atomen”.

Wer hat nun Recht? Grundsätzlich beide. Denn das Problem ist, dass mit Chemie, Gen-Food oder Atom-Forschung Sachen gemeint sind, die nur einen Teilaspekt der eigentlichen Wörter einschließen. Rein Formal hat der “Oberlehrer” natürlich recht, aber vom aktuellen Sprachgebrauch sind die oberen Sätze durchaus legitim, insbesondere da es keine passenden Wörter für diese Redewendungen gibt, die es besser ausdrücken.

Aber für die Oberlehrer ein kleiner Versuch, die Bedeutung dahinter etwas genauer zu erklären

Chemie im Essen: Ja, es ist uns allen bewusst, dass unser Essen aus Molekülen besteht, unter anderem ganz vielen C-H-Verbindungen (organische Materialien), die chemisch sind. Uns ist auch bewusst, dass das Kochen der Kartoffel einen chemischen Prozess auslöst, der sogar notwendig ist um die Kartoffel essbar zu machen. Trotzdem gibt es neben diesen chemischen Grundbestandteilen des Essens auch noch weitere Zusatzstoffe, die kaum jemand, wenn man die Speise selber kocht, hinzufügen würde. Diese haben zum Teil zwar nützliche Funktionen, aber zum Teil eben auch Nebenwirkungen oder zumindest den Verdacht auf Nebenwirkungen oder Langzeitschäden, die man vermeiden will. Und diese chemischen Zusatzstoffe, die mit dem eigentlichen Essen, so wie man es selber zubereiten würde, nichts zu tun haben, und die (evtl.) Nebenwirkungen haben, die bezeichnet der Volksmund als “Chemie im Essen”. … Mir ist bewusst, dass selbst diese Definition sehr schwammig ist, aber vielleicht hilft sie dem einen oder anderen zu verstehen, was damit gemeint sein soll. Mir ist auch bewusst, dass die Grenze, wo “normale Zutaten” aufhören und “Chemie” anfängt persönlich ist. Aber für die meisten Leute fängt Chemie irgendwo bei Konservierungsstoffen und Farbstoffen an.

Analoges gilt übrigens für “Chemie in der Kleidung” oder “Chemie in der Wohnung” oder ähnlichen Aussagen.

Gen-Mais: Damit ist Mais gemeint, dessen genetische Struktur in einem Genlabor verändert wurden. Auch hier ist uns bewusst, dass bei jedem Nachfahre die genetische Struktur anders aussieht als bei den Eltern. Aber die Veränderungen im Genlabor beinhalten eben oft auch, dass Gensequenzen ganz anderer Organismen eingepflanzt werden oder das per Shotgun-Methode irgendwo Gensequenzen eingepflanzt werden. Dies beinhaltet gewisse Risiken, die zumeist nicht in Langzeitstudien untersucht werden. Ich persönlich sehe das Risiko beim Verzehr eher als verschwindend gering, das größere Risiko sehe ich in der Natur. Auskreuzungen etc. …

Analoges gilt übrigens für Gen-Soja etc.

Und Atom … bezieht sich auf alles, bei denen Atomkerne gespalten oder fusioniert werden.

Ja, auch diese Definitionen sind noch nicht perfekt, aber bis mir jemand einen besseren Begriff oder eine bessere Definition nennen kann, müssen wir wohl damit leben.

Und auch wenn die Grenzen (gerade bei der Chemie) sehr schwammig sind, so weiß im normalfall doch jeder, was eigentlich gemeint war.

11Jul

Autofrei

Wir sind autofrei.

Kleine Historie:

  • Februar 2015: Ein Wochenendausflug nach Tschechien endet damit, dass sich das Auto, zumindest beim losfahren, wie ein Rasenmäher anhört.
  • Februar 2015: Bei einem Besuch bei der Werkstatt meinen die, das Auto TÜV-fertig zu machen wäre ein relativ großer Aufwand, man könne es aber noch bis zum TÜV fahren.
  • April 2015: erste Angebote bei Webanbietern eingeholt. Online war es angeblich noch knapp 1000 Euro wert, vor Ort bei der Begutachtung dann 192 Euro … mir war schon klar, dass es Online zu hoch war, aber unter 200 war mir dann doch zu wenig.
  • Ende April: Auf der Autobahn bleibt das Auto stehen. Die Polizei “rettet” mich. Danke noch mal an die netten Polizisten.
  • Ende April: Der TÜV läuft ab.
  • Mai: Das Auto steht nur rum.
  • Juni: Das Auto wird verkauft … immerhin 300 €

Und jetzt sind wir Glücklich mit dem Fahrrad, den Bussen&Bahnen und Carsharing Erlangen.

30Dec

Betroffenheit bei Promi-Tragödien

Habt ihr auch schon die schreckliche Nachricht gehört? Von dem einen Autofahrer, der einen Unfall hatte? Gestern. … Hier zum nachlesen.

Ach, ihr habt jetzt an den einen Promi gedacht, der einen Skiunfall hatte? Nein, ich wollte explizit darauf hinweisen, dass es Millionen anderer tragischer Schicksale gibt, die Euer Mitgefühl wahrscheinlich viel mehr brauchen, als ein Promi. Der Promi hat eh tausend Fans. Und wenn jetzt alle sagen, dass man wohl etwas Mitgefühl haben darf, dann nehme ich das nicht ernst. Sorry, aber ich halte das für Heuchelei, Mainstream-Gruppenzwang und “Leichenfledderei”. Weil alle drauf anspringen, machen alle mit. Und nennen es Mitgefühl. Aber wie wäre es der kranken Frau aus der Nachbarschaft Mitgefühl zu zeigen . Vielleicht würde der etwas echtes Mitgefühl tatsächlich helfen. Einfach mal für sie den Einkauf mitbringen, wenn man gerade eh einkaufen fährt? Oder einfach mal mit ihr eine halbe Stunde reden, weil sie sonst niemanden hat. Das ist echtes Mitgefühl, das würde ich Euch abnehmen. Aber jetzt auf Facebook rumheulen, wie sehr man mit der Schuhmacher-Familie mitfühlt ist einfach albern. Das Mitgefühl endet bei den allermeisten, wenn dann die nächste “Justin-Biber-Meldung” kommt.

Oder wie wäre es mit etwas Mitgefühl für die Leute, die tatsächlich Leistung für Euch gebracht haben? Wie wäre es beim nächsten Kleider-Kauf darauf zu achten. Die Chemikalien in zig Klamotten lassen zig arme Arbeiter (inklusive Kinderarbeiter) viel zu früh krank werden und sterben. Oder beim nächsten Lebensmittelkauf? Fair-Trade statt billig-Kaffee, den jemand für einen Hungerlohn erschuften musste. u.s.w.

U.a. aufgrund unseres Lebensstils gibt es zig Kinder, die täglich verhungern. Aber so weit geht das Mitgefühl nicht, dass die Gesellschaft ihr Verhalten ändert. Nein, da klicken wir lieber bei einem “Gute Besserung Schumi”-Facebook-Post auf ‘like’ und sind dann stolz auf uns selber, weil wir so mitfühlende sensible Menschen sind. Und alle die das kritisieren sind scheinbar – wenn man den diversen Kommentaren glauben schenken darf –  miese, unsensible Neider.

Sorry, dann bin ich eben ein mieser, unsensibler Neider…. aber ich mach bei dem Hype nicht mit.

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