Weiter zum Inhalt
Kategoriesuche
20Nov

Angelas Fragestunde

Angela Merkel beantwortet jetzt youtube-Fragen. (Bitte die genauen Fragen und Antworten dort nachhören/lesen – hier ist das nur sehr verkürzt wiedergegeben)

Von den 10 bestgevoteten Fragen hat sie bereits 10, 9, 8 & 7 beantwortet:

  • Gutverdiener und Beamten müssen sich nicht am System “Gesetzliche Krankenkasse” beteiligen – Warum?
    Antwort Angela Merkel: Gutverdiener haben so viel Geld, dass sie sich um sich selber kümmern können und deswegen nicht in die gesetzliche Krankenkasse müssen. Und Beamte, historisch gewachsen und Familie und so…
    Meine Antwort: Krass, ein Gutverdiener hat also so viel Geld, dass er sich um sich selber und seine Familie kümmern kann, wir als Normalverdiener sollen aber so viel Geld haben, dass wir nicht nur uns und unsere Familie, sondern auch die ganzen finanziell schwachen Mitbürger mittragen sollen. Liebe Angela, also ich erkläre dir das mal.
    Ich zahle derzeit von meinem Lohn 14%, also etwa 500 Euro in die gesetzliche Krankenkasse, in der privaten müsste ich nur 127 Euro (im Premium 229 Euro) zahlen. Also wenn ich alleine bin, ist die private viel günstiger (selbst Premium), wenn ich die einfache Variante hätte, wäre das immer noch günstiger, wenn meine Familie 4 Personen hätte…
    Auch die Beamten-Antwort ist nur herumgeeiere…
    Mein Vorschlag: Eine Bürgerversicherung, in die jeder einen festen Prozentsatz des Gehaltes einzahlt (ob alles Gehalt oder nur bis XXX Euro (zur Zeit knapp über 4000 Euro) angerechnet wird könnte man noch ausdiskutieren. Langfristig finde ich diese komischen Pflichtversicherungen eh quatsch… Warum sollen private Unternehmen daran Verdienen, dass der Staat eine Versicherung macht. Warum macht man das nicht staatlich und über Steuern? Ich bin für einen hohen Steuersatz in Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen. (Siehe auch ältere Artikel) … Darin ist die Standard-Behandlung enthalten, also die Behandlung die man für ein menschenwürdiges Leben braucht. Wer mehr will (Einzelbett, Chefarzt, goldene Fäden, …) der kann dafür gerne eine private Zusatzversicherung abschließen. Aber für die Standard-Leistungen sollte es ein Allumfassendes Solidaritätsprinzip geben und nicht nur “die Normalverdiener können ja für die Geringverdiener und Nicht-Verdiener mitzahlen, während sich die Gutverdiener nur selber versorgen”. Das ist nur Solidarität in den mittleren bis unteren “Kasten”, während sie die obere Kaste daraus zurückzieht.
  • Frage 9 und Frage 8 möchte ich zusammenfassen: Es ging darum, warum der Bundestag selber die Diäten beschließt und um Nebentätigkeiten.
    Antwort Angela Merkel: Ausrichtung an den Bürgermeistergehältern und “Erfahrungen von außen” und Fortführung eines Betriebes.
    Meine Antwort: Die Höhe der Diäten an den Bürgermeistergehältern und Bundesrichtergehältern festzumachen ist eigentlich eine faire Bezugsgröße. Allerdings hat sich Angela Merkel verrechnet. Sie hat von “Zuständig für 200.000 Menschen” gesprochen. Natürlich mag ein Wahlkreis etwa so groß sein, aber es gibt ja über 600 MdBs und 82.000.000 Menschen, ich komme da nur auf etwas weniger als 140.000/ MdB, es gibt ja auch noch die Listenkandidaten. Also schöngerechnet. Aber eigentlich egal. Im Grunde hat sie da recht. Das nächste Problem ist, wer legt die Bürgermeistergehälter fest? Der Bundestag, oder? Ich weiß es nicht….
    Das viel größere Problem sind Nebenverdienste. MdB ist ein Vollzeitjob, wenn jemand einen Betrieb hat, dann muss er halt einen Geschäftsführer einstellen. Er darf im Betrieb nicht viel Zeit verbringen! Mir egal ob Landwirt, Anwalt oder Arzt, wenn sich jemand dazu entschließt in den Bundestag zu gehen, muss er halt eine Alternative für den Betrieb suchen. Wenn dann trotzdem Gelder reinkommen, dann ist das ja OK, aber er darf da nicht viel Zeit reinstecken, höchstens Feierabend/Wochenende, was aber bei guten MdBs oft auch eher selten wirklich frei ist.
    Noch schlimmer sind aber die Nebenjobs, die erst während der Abgeordnetenzeit kommen. Sowas wie “Berater für …”, Aufsichtsratsmitglied, … also die ganzen Jobs, die schon nach indirekter Korruption und Beeinflussung riechen. Die sollten komplett verboten werden. Auch nach dem Ende der Mandatszeit. Beispiele: Schröder bei Gazprom oder Koch beim Baukonzern, nachdem beide für die Konzerne kurz zuvor positive Entscheidungen bewirkt haben.
    Mein Vorschlag: Relativ hohe Diäten, dafür sehr strenge Richtlinien zu Nebenjobs. Der alte Job darf das Mandat nicht beeinflussen, neue Jobs, die sich auf die Entscheidungsfindung im Bundestag auswirken können, sollten bis zu 5 Jahren nach Mandatsende nicht angenommen werden dürfen.
  • Frage 7: Fragestunde im Bundestag
    Antwort Merkel: Bla bla – sie findet Fragen spannend – bla bla
    Meine Antwort: Es gibt doch Fragestunden und öffentliche Termine der MdBs im Wahlkreis. Ich glaube, die freuen sich über echte, konstruktive Fragen. Also da einfach mal hingehen. Das bringt mehr, als über 600 MdBs gleichzeitig eine Frage zu stellen. Und ist über das Land verteilt.
    Mein Vorschlag: hingehen 🙂
20Sep

Vertraulich?

In der Tagesschau sagen sie gerade, dass die Rettungsschirm-Entscheidungen von einem “vertraulichen” Gremium getroffen werden sollen?

Wieso vertraulich? Läuft da etwas, was der Bürger nicht wissen darf? Kann mir das bitte jemand erklären? Ich kann Vertraulichkeit bei Personalangelegenheiten (Datenschutz) und gut begründeten Ausnahmefällen (Sicherheit) verstehen. Aber bei sowas, da braucht es Transparenz!

18Aug

Schulden

Heute war im Spiegel ein Artikel, dem ich absolut nicht zustimme.

Kernaussage: Wenn wir jährlich 4% Wirtschaftswachstum (BIP) haben und 2% vom BIP Neuverschuldung, dann pendelt sich die Schuldenquote bei 50% ein. Also ist Neuverschuldung kein Problem, weil dadurch Wirtschaftswachstum entsteht.

Diese Rechnung ist natürlich grundsätzlich richtig. Aber was er vergisst sind folgende Punkte:

  1. Jeder Schuldeneuro kostet auch Zinsen. D.h. wenn wir aus der Schuldenspirale rauskommen würden, könnten wir die Zins-Ausgaben auch um zig-Milliarden senken und könnten trotzdem in sinnvolle Projekte investieren.
  2. Wäre es interessant zu sehen, wie die Kurve “Neuverschuldung vs. Wirtschaftswachstum” tatsächlich verläuft.  Die genannten Zahlen sind reine Spekulation und selbst wenn sie so korrekt wären, könnte ja woanders das Optimum liegen. z.B. bei 3,8% Wirtschaftswachstum bei 1% SchuldenRÜCKZAHLUNG. (Oder aber auch bei 20% Wirtschaftswachstum bei 5% Neuverschuldung)
  3. Das einzige Kriterium ist gerade wieder BIP. Andere Faktoren wie Lärm, Luftverschmutzung, Stress, Krankheiten, … bei erhöhtem BIP-Wachstum fließen mal wieder nicht ein.

Ich bleib dabei, die Staatsverschuldung hilft vor allem den Reichen, weil die dann ihre sicheren Zinseinnahmen haben. Und den jeweiligen Politikern, weil sie einerseits ihrer “Lobby-Wähler-Clientel” Geschenke zukommen lassen können und dafür entsprechende Gelder, Jobs, etc von den Interessensgruppen (Mövenpick, Bilfinger&Berger, Gazprom, …) bekommen.

24Feb

Geld von verschiedenen Ebenen

Immer wieder hört man in politischen Kreisen: “Lass uns XY machen, da bekommen wir Geld von YZ”. Zum Beispiel:

  • BaWü will S21 bauen, unter anderem, weil sie Geld vom Bund bekommen.
  • Straßen gehören oft in die Kategorie
  • Das ganze Konjunkturpaket gehört eigentlich in die Kategorie

Die Sachen werden nur gebaut, weil es gerade (was die eigene Kasse angeht) relativ günstig ist.

Aber die Sache hat doch einen Haken: Egal woher das Geld kommt, es ist UNSER Steuergeld. Also entweder lohnt sich die Straße, der Bahnhof, … für die Bürger unserer Stadt, dann sollte er gebaut werden, egal wie viel Geld dazukommt, oder er lohnt sich nicht, dann sollte er aus Gründen der Fairness nicht gebaut werden.

Also noch mal als Beispiel ein Bahnhofumbau. Da könnte man so rechnen:

Angebot einer Firma für die Bauleistung: 100 € (der Betrag ist erst mal egal, es geht ums Prinzip, daher dieser unrealistisch kleine Betrag)

Nutzen für die Bürger:

  • Die Züge haben seltener Verspätung – das ist den Leuten  45€ wert.
  • Der Bahnhof ist schöner: 15€
  • Es gibt neue Infrastruktur: 25 €

Die Werte sind natürlich sehr “subjektiv” aber nehmen wir mal an, die wären auf irgendeine sinnvolle Art ermittelt worden*. Also kommt da raus, der Bahnhofsumbau ist 85€ wert. Kostet aber 100€ … aber jetzt bietet eine andere Ebene einen Topf, aus dem man 25€ nehmen kann, d.h. die Stadt bekommt einen Bahnhof mit “Mehrwert” von 85€ und muss dafür nur 75€ zahlen. Das hört sich doch nach einem guten Deal an. Aber dafür muss der Steuerzahler trotzdem 100€ zahlen, auch wenn diese über verschiedene Wege fließen. Also de facto bekommt man etwas, was 15€ teurer ist, als es wert ist.

weiterlesen »

17Nov

Grüner Aufbruch: Neue Horizonte und gemeinsame Werte

Auf reformerplus ist eine sehr schöne Sammlung von Thesen und Ansätzen, wie es in Zukunft mit der Grünen Politik weitergehen kann. Sehr schönes Papier, dass ich unterstütze.

Besonders gefallen hat mir der Satz:

Seit Jahrzehnten wird in diesem Politikfeld von allen politischen Parteien eine reine Stellschrauben-Politik ohne Mut und Innovation betrieben.

Der steht zwar bei Sozialsystemen, passt aber auf die gesamte Politik der BRD.

Die Seite wurde in die Linkliste aufgenommen.

30Aug

Wieder mal Kopfpauschale vs. Bürgergeld – doch die Komplettlösung

Im Grunde ist es egal, wie man es nennt, es müssen für die Krankenversicherung folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Solidarprinzip: Wer wenig hat, ist trotzdem Krankenversicherert.
  2. Finanzierbarkeit: Das Geld muss sinnvoll eingesetzt werden.

Das Solidarprinzip wird zur Zeit nur ansatzweise gelebt. Jeder, der in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, zahlt für die mit, die nichts verdienen. Also z.B. Familien (in denen oft 1 Person einzahlt und 2 Erwachsene und mehrere Kinder profitieren), Arbeitslose, … oder auch Geringverdiener, die nur wenig einzahlen müssen. Soweit ist es gut. Das Problem sind jetzt aber die Leute, die viel verdienen. Die sind privat versichert. Die unterstützen die oben genannten Personen nicht. Also um es mal plastisch auszudrücken. In einem 15-Mitarbeiter-Betrieb geht eine Frau in die Elternzeit. Von den 14 anderen verdienen 12 einen “normalen” Betrag, z.B. 2500 Euro im Monat. Davon zahlen sie auch Krankenkasse und zahlen für die Mutter mit. Die beiden leitenden Personen verdienen sehr viel. Z.B. 5000 oder 7000 Euro im Monat. Diese versichern sich privat. Diese zahlen NICHTS für die Krankenhauskosten der werdenden Mutter.

Daher mein Vorschlag, den ich im Grunde schon mehrfach geäußert habe: Die ganzen Sozialversicherungssysteme werden komplett über die Einkommenssteuer finanziert. Diese liegt bei einem relativ hohen Beitrag von z.B. 50%. Damit diesen Beitrag auch wirklich jeder zahlen kann, gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen von 500 Euro pro Monat. Davon muss dann jeder alle “Sonderausgaben” bezahlen, also Fahrtkosten, Literatur, …
Wer weniger Kosten hat, der hat Glück, wer mehr kosten hat, der hat Pech.

Und damit wäre dann jeder krankenversichert. In einer staatlichen Versicherungsgesellschaft.

Wer den “Luxus” einer privaten Versicherung trotzdem noch genießen will, der darf dann die Differenz privat versichern. Da habe ich gar nichts dagegen. Also Einzelzimmer, … soll gerne weiter privat versichert werden. Der Standard muss für alle drin sein, alles weitere kann privat sein. So könnte ich mir das dann auch bei der Rente vorstellen. Eine Grundrente (Grundsicherung oder mehr – da bin ich mir noch nicht sicher), sollte für jeden drin sein. Aber wer mehr als die Grundrente will, der darf sich dann auch selber darum kümmern. Wobei ich da dann auch Optionen vom Staat gut finden würde, die man auf freiwilliger Basis nutzen kann.

13Aug

Die “Bildungskarte”

Ich finde die Idee von Bezahlkarten grundsätzlich gut. HartzIV wird ausgezahlt, um den Menschen ein akzeptables Leben zu ermöglichen. Das ist ja grundsätzlich absolut richtig.

Allerdings gibt es genug Fälle, in denen die Leute nicht mit Geld umgehen können. Daher wäre ich für ein System, in dem ein Teil des Geldes für gewisse Bereiche gebunden ist und ein gewisser Teil frei verfügbar.

Wie hier aufgelistet, teilt sich HartzIV in verschiedene Bereiche. Bei einigen denke ich, soll jeder selber Entscheiden, ob er sie braucht oder nicht, z.B. beim Punkt Freizeit, Gaststätten, andere sind relativ wichtig, insbesondere auch Nahrungsmittel und die laufenden Kosten (Telefon, Strom, ….)

Daher könnte ich mir vorstellen, dass auf der Karte verschiedene Bereiche (“Konten”) sind, die jeweils am Monatsanfang aufgeladen werden. Von den über 100 Euro für Nahrung, könnte man dann z.B. 80€ in das Konto “Nahrung” stecken und den Rest in das Konto “frei verfügbar”. Die Gelder für Freizeit kommen komplett in das Konto “frei verfügbar”. Und so geht man halt jeden Bereich durch. Und bei Kindern gibt es dann halt noch ein Konto “Bildung & Kultur”. Diese Karte würde dann jeweils wie eine ganz normale EC-Karte aussehen.

Wenn man nun beim Supermarkt einkauft, werden für normale Lebensmittel erstmal die Gelder vom Konto “Nahrung” verwendet, für Alkohol, Freizeitartikel, etc. aber können nur die Gelder vom Bereich “frei verfügbar” verwendet werden. Somit wäre sichergestellt, dass jemand, der sein Geld gerne in Alkohol ‘investiert’ (am Besten sofort, wenn es da ist), dann auch über den Monat etwas zu Essen hat.

Und genau da passt dann auch die Bildungs-Chipkarte rein. Wenn man sicher sein will, dass Kinder angemessen Bildung und Kultur mitbekommen, dann muss man bei einigen Familien sicher gehen, dass das Geld nicht für andere Sachen ausgegeben wird. Welcher Anteil an Familien das ist, kann und will ich nicht beurteilen, aber auch diese Kinder dürfen nicht durch das Raster fallen mit dem Hinweis, dass es bei anderen Familien läuft und man daher nichts machen kann.

Was ich mir auch feststellen kann, ist dass die Anteile, die in die speziellen Konten kommen und die Anteile, die auf das “frei verfügbar”-Konto kommen vom Arbeitsamt/Jugendamt/(oder wem auch immer) anpassbar sind. Zum Beispiel wäre es ja logisch, wenn Bargeld nur vom “frei verfügbar”-Konto abgehoben werden kann. Wenn jemand aber nun regelmäßig bei Läden einkauft, die keine EC-Karte akzeptieren (z.B. auch auf dem Markt, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn diese Person auch an Bargeld kommt. Bei Extremfällen dagegen könnte ich mir vorstellen, dass es sogar sinnvoll wäre, den frei verfügbaren Anteil auf (annähernd) 0 zu setzen.

Ein zusätzlicher Aspekt ist, dass diese “Einschränkung” eigentlich nur die Leute betrifft, die “komisch” mit dem Geld umgehen. Mal davon ausgehend, dass die Sätze passen, also halbwegs der Realität entsprechen würden (dass dies heute zutrifft, bezweifele ich in dem o.g. Artikel ja selber, aber das muss natürlich das Ziel sein), dann würde jemand der sich “normal” verhält, gar nicht merken, dass die Gelder Zweckgebunden sind, da er ja immer das kaufen kann, was er kaufen muss. Nun kann man natürlich von kleinen Schwankungen ausgehen. Deswegen sage ich ja, dass nicht 100% gebunden werden sollen, sondern nur ein gewisser Anteil (z.B. 2/3) und der Rest jeweils “frei verfügbar” sein soll. Dann gibt es also 2 Gruppen, die davon wirklich eingeschränkt werden:

  1. die Leute, die ihr Geld “missbrauchen”, also z.B. einen sehr hohen Anteil für Alkohol, Zigaretten etc. ausgeben
  2. die Leute, die aus sinnvollen Gründen das Geld anders verwenden wollen (z.B. mehr über Bargeld) – aber für die Leute sollen ja die Möglichkeit bestehen, die Anteile ändern zu lassen.

Und nun noch zur 2-Klassen-Gesellschaft: Ich bin ja ein Fan des Bedingungslosen Grundeinkommen, also jeder bekommt ein Grundeinkommen, dafür gibt es höhere Steuersätze und quasi keine Möglichkeiten mehr, irgendwelche Sachen von der Steuer abzusetzen. Natürlich wäre es dann sinnvoll, diese Karte für ALLE anzuwenden. Also auch Frau Angela Merkel und ich und die Gebrüder Aldi hätten dann eine EC-Karte, auf der gewisse Gelder für Nahrungsmittel und für die Bildung der Kinder reserviert sind. Das eigene Einkommen würde dann natürlich in den Bereich “frei verfügbar” kommen. (Ausnahmen wären auch hier denkbar, wenn jemand z.B. stark verschuldet ist).

07Aug

Sparvorschläge der Grünen Stadtratsfraktion

Die Grüne Stadtratsfraktion hat Sparvorschläge für die Stadt Erlangen ausgearbeitet.

Und insgesamt finde ich die Liste sehr sinnvoll. Die Highlights:

  • 5%-10% Kürzung  bei den Fraktionen/ Stadträten
  • ein Bürgermeister (neben dem Oberbürgermeister gibt es noch 1 Bürgermeisterin und einen Bürgermeister) einsparen.
  • Folgekosten von Projekten beachten (dies ist für viele Politiker leider nicht selbstverständlich – leider)
  • Unnötige, teure Verkehrsprojekte streichen
  • weniger Gutachten
  • Beschlüsse einmal vernünftig treffen und nicht durch hin und her die Projekte verteuern

Aber auch wenn hier nur einige Highlights genannt werden, ist die ganze Liste schön.

12Jun

Wofür lohnt es sich Schulden zu machen?

Wofür lohnt es sich Schulden zu machen?

Auf diese Frage habe ich eine einfache Antwort: Es lohnt sich Schulden zu machen, wenn man durch die Schulden auf ein “Niveau” gehobeben wird, in dem man so viel mehr einnimmt, dass die Schulden bald abbezahlt sind.

Dabei stellt sich mir die Überlegung, dass “der Staat” (egal auf welcher Ebene) mit dem normalen Betrieb Geld einnimmt und dieses auch wieder ausgibt. Das ausgegebene Geld sollte eigentlich weniger als das eingenommene Geld sein. Die einzige Ausnahme sollten Investitionen sein. Investitionen die sich lohnen!

Und jetzt möchte ich diese Überlegung mal auf diverse Punkte anwenden:

  • Bildung: Bildung ist natürlich eine Investition in die Zukunft. Aber es ist keine Investition, die man einmal tätigt und dann ist alles gut. Bildung ist etwas kontinuierliches, dafür muss in dem normalen Haushalt Geld da sein, nicht in den Investitionen.
    Dazu gehören auch die Kosten für Gebäude, Materialien und ähnliches.
  • Kultur: Auch Kultur lässt sich nicht durch eine einmalige Investition zu einer “Melkkuh” umwandeln… auch für Kultur lohnen sich keine Schulden.
  • energetische Sanierung: Hier lohnen sich Schulden tatsächlich. Wenn wir heute einen großen Betrag an Energiekosten für einige Gebäude zahlen und mit einer Investition diesen Betrag senken können, dann hätten wir nach einiger Zeit soviel eingespart wie einmalig ausgegeben. Und in den darauf folgenden Jahren sparen wir weiter, ohne nochmal was ausgeben zu müssen. Für solche Investitionen, da lohnen sich Schulden.

Fazit: Bei den vorhandenen Geldern muss man sich ganz genau überlegen, wofür man es ausgibt. Bildung ist sicherlich sinnvoller als so manche Straße, jugendhilfe ist sicherlich sinnvoller als so manches Steuergeschenk. Aber INVESTITIONEN sollten einen Return of Invest haben (der dann auch zur Schuldentilgung genutzt wird). Solange der nicht klar benannt werden kann, also solange nicht gesagt wird, wie durch diese Ausgaben das Geld wieder reinkommen soll, lohnen sich Schulden NICHT.

Oder anders ausgedrückt: Für jeden Cent Schulden sollte es einen mittelfristigen Plan geben, wie man diese auch wieder zurückzahlen kann.

30May

Steuern und Glaubwürdigkeit

Die Koalition will jetzt das, was eigentlich schon lange klar war:

Steuern erhöhen und Schulden abbauen. (Schäuble) – Das finde ich gut.

Westerwelle will Ausgaben senken und Subventionen abbauen. – Find ich auch gut.

Das einzige was ich mich dabei frage ist, seit wann die das wissen und planen: Die Haushaltslage ist seit Jahren bekannt. Während ich noch bei der Grünen Jugend Baden Württemberg war, haben wir diese Thematik schon diskutiert und es gab die Forderung nach einer Schuldenbremse…. lange bevor es in der Bundesregierung diskutiert wurde. Die Schuldenbremse im Grundgesetz gab es schon vor dem Wahlkampf …. im Grunde war klar, dass Deutschland pleite ist. Aber es gab trotzdem Parteien, die mit dem Versprechen in den Wahlkampf gegangen sind, “bald” die Steuern zu senken. Und diese Parteien wurden gewählt. Und diese Parteien haben gleich als erstes eine “Subvention” für Hotels beschlossen. Und diesen Parteien (Unionsparteien und FDP) gehören die beiden oben genatten Politiker an. Der eine ist sogar Finanzminister der Regierung. Und das macht mir Angst.

Ich sehe da gerade zwei Möglichkeiten:

  1. Die haben ganz dreist gelogen und gehofft, so noch durch die Bundestagswahl und NRW-Wahl zu kommen.
  2. Die Leute haben einfach keine Ahnung und sind inkompetent und haben nun in dem ersten halben Jahr von den Beamten der Bundesregierung die Fakten bekommen und verstehen diese so langsam….

Und irgendwie habe ich das Gefühl, es ist eine Mischung aus beidem.

Das macht mir Angst … ich verteidige ja immer die Politiker und weise darauf hin, dass über 90% der Politiker ehrenamtlich arbeiten und keine gutbezahlten Posten haben. Die meisten in der Politik wollen einfach nur “das Gute” (das zwar je nach Perspektive variiert) und investieren selber mehr, als sie persönlich an (materiellen) Werten rausbekommen. Aber es scheint mir, als ob leider ganz viele “kaltblütige” es nach oben schaffen. Solche die in die Politik gehen um Karriere zu machen. Die einfach knallhart überlegen, mit welchen Aussagen sie weiterkommen und weniger, was sie für richtig halten.

Dagegen kommt man wohl nur an, wenn sich wieder mehr mit Politik und den Hintergründen beschäftigen und sich nicht von einer plumpen Rhetorik überzeugen lassen.

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
49 Datenbankanfragen in 0.292 Sekunden · Anmelden