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16Feb

US-Vorwahlen

Es wird ja immer nur berichtet, wie es in den einzelnen Bundesstaaten ausging, aber was das bedeutet, gibt es immer aktuell bei der NYT.

Einige Staaten verfahren nach dem Verfahren “The winner takes it all”, so z.B. Florida, da kann es dann ganz dramatisch sein, ob man nun 1% mehr oder weniger als der andere hat (50 Delegierten-Stimmen), andere Staaten teilen es nach der Stimmanzahl auf … aber so ganz habe ich es noch nicht verstanden, wenn die es aufteilen, warum kommen dann solche Ergebnisse wie 12:13 und die restlichen 5 Kandidaten  je 0 raus …. die werden doch wohl mehr als 4% bekommen haben, oder? Santorum hat auch in einigen Staaten 0, obwohl da scheinbar geteilt wurde…. so ganz habe ich das System noch nicht verstanden.

05Sep

Rügen muss Grün wählen um die NPD zu schwächen.

Gerade habe ich ausgerechnet, dass die Besten Chancen, den Nazis einen Sitz wegzunehmen ist, wenn die Grünen möglichst viele Stimmen bekommen…
Ein Beitrag von mir von anderer Stelle zitiere ich hier mal:

Ich hab gerade mal die macpom Zahlen angeschaut. Wenn ich mich nicht total verrechnet habe, dann brauchen die Grünen etwa 1000 Stimmen mehr als die NPD, dann wurde noch ein Sitz zu den Grünen gehen. Alle anderen sind glaube ich recht stabil.

Und kurz darauf meine eigene Antwort auf meinen Beitrag:

Doch 1500:-( … also ich habe mal gerade ein halbwegs realistisches Ergebnis mir ausgedacht (Annahme- Stimmverteilung zumindest ähnlich wie im Landesdurchschnitt, etwa 20.000 gehen wählen, d.h. Rügen hat etwa durchschnittliche Größe):
SPD 7000
CDU 5000
Linke 3000
NPD 1000
Grüne 2500
Summe 18500

Das Problem ist, die Grünen müssten etwa das 2,5-fache von der NPD bekommen. Also wenn jemand sich nicht sicher ist, aber GEGEN die NPD, dann sollte er auf jeden Fall Grün wählen. Warum Grün?
Nach Hare-Niemeyer werden von allen Parteien über 5% die Stimmen erst mal auf ganze Sitze aufgeteilt, die restlichen Sitze werden an die Parteien mit dem höchsten Nachkommastellen aufgeteilt.
Die Nachkommastellen sind (*=reicht für einen Sitz):
SPD: ,68 *
CDU: ,90 *
Linke: ,26
NPD: ,62 *
Grüne: ,51

Wenn es jetzt um weitere Sitze geht, dann geht es vor allem um diese Nachkomma-Stellen-Sitze. Und da sind eben die Grünen knapp hinter der NPD, die SPD knapp davor. Die CDU und die Linke sind “weit weg”… d.h. wenn die Unsicheren Stimmen für die Grünen abgegeben werden, dann können die 0,11 Sitze aufgeholt werden. Es braucht zwar einige Stimmen, aber es gibt auch viele, die noch unsicher sind. Daher hoffe ich, dass alle, die noch unsicher sind und gegen Nazis sind, die Grünen wählen.

Und falls jemand selber rumrechnen will, dann gibt es hier die Excel-Tabelle dazu. Viel Spaß damit.

09Apr

Wissen ist Ohnmacht

Ich habe hier einen sehr interessanten Artikel gefunden, der als Kernthese hat: Je mehr wir wissen, desto gelähmter werden wir.

  • Wir erfahren, was für ein “Müll” in unserem Essen ist, aber fast keinen kümmerts.
  • Wir erfahren, wie unsere Gelder in risikoreiche Bürgschaften gesteckt werden, aber jeder akzeptiert es als “Alternativlos”.

Und so gibt es zig Beispiele, in denen wir eigentlich wissen, dass unsere Gesellschaft total neben der Spur läuft, gerade auch was die “Führung”, also einige Politiker angeht, aber was ändern tun wir nicht. Wir bemühen uns nicht einmal. Zumindest nicht die große Mehrheit.

Das war der Stand bis vor etwa 2 Jahren. Dann ist irgendetwas passiert. Plötzlich protestieren Leute gegen Stuttgart 21. Plötzlich gewinnt die “Dagegen-Partei” (also die Grünen, die diese Missstände schon lange anprangern) riesigen Zuwachs. Es gibt Demos.

Ich frage mich, woran das liegt. Also warum wurde erst so vieles von der großen Mehrheit ignoriert? Und warum gibt es jetzt plötzlich einen gegenläufigen Trend. War es vielleicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, nachdem die CDSU-FDP-Koalition total dreist wurde?

12Jan

Sind das die Grünen?

So sehr ist die CSU gegen die Grünen, dass sie so ein Video veröffentlicht:

Soll ich mich damit nun inhaltlich auseinandersetzen? Ich belasse es einfach mal bei dem Kommentar, dass die CSU schon irgendwie “süß” ist.

10Jan

3 Weltreligionen

Irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass uns in der Schule erklärt wurde, dass es 3 Weltreligionen gibt (und auch GEO vermittelt das nach wie vor):

  • Christentum
  • Islam
  • Judentum

Jetzt habe ich aber gerade eine Statistik gesehen, in der zwar das Christentum und der Islam mit jeweils über 1 Mrd Mitglieder geführt werden, aber das Judentum “weit abgeschlagen” und nur 15 Millionen Mitglieder gelistet. Diverse Religionen haben noch erheblich mehr Mitglieder, insbesondere auch die asiatischen Religionen (z.B. Hinduismus, Budhismus) aber auch die Stammesreligionen haben weltweit mehr als 100 Mio Mitglieder.

Daher wundere ich mich gerade, warum ich in der Schule von o.g. “3 Weltreligionen” gehört habe.

09Jan

Mehr Netto vom Brutto – Kirchenaustritt

Eine Diskussion mit Kollegen hat mich vor einigen Tagen mal wieder auf die Kirchensteuer aufmerksam gemacht. Diese beträgt hier wohl 9% der Einkommenssteuer. Oder laut Wikipedia über 9 Mrd Euro.  Entgegen dem weitläufigen Glauben, wird dies Geld aber NICHT vorwiegend für Bildung oder karritative Zwecke eingesetzt, sondern vor allem für Personal. Für karritative Zwecke und Bildung werden nur etwa 10-20% genutzt, für Personal wird dagegen 60%-70% genutzt.

Der eine oder andere wird jetzt viele sinnvolle Einrichtungen der Kirche kennen: Kindergarten, Altenheim, Krankenhäuser …

Diese werden jedoch nicht “nur” von der Kirche finanziert, ganz im Gegenteil, laut diesem PDF sind es nur 0-15%, den Rest zahlt der Staat. Aber für diese 15% bekommen die Kirchen einige Rechte zugesprochen: Eingriff in die Religionsfreiheit (alle Angestellten müssen Kirchenmitglied sein). Die Möglichkeit zur “Missionierung” (den Kindern wird von klein auf der Glaube eingetrichtert) …

Es geht ja noch weiter: Nachdem der Bau und Betrieb vom Staat bezahlt wurde, gehört das Gelände dann der Kirche. (Dazu suche ich noch eine schriftliche Quelle)

Laut obigem PDF werden 75% der Personalkosten vom Staat gezahlt.  (Kosten für den Staat 20 Mrd Euro)

Religionslehrer und einige andere werden komplett vom Staat bezahlt.

Daher wäre mein Vorschlag für mehr Netto vom Brutto:

  1. Prüfen, ob man selbst die Kirche und ihre Machenschaften und Regelungen noch gut und zeitgemäß findet. Wenn “ja”, hier aufhören zu lesen, wenn “nein”, dann einfach weiterlesen.
  2. aus der Kirche austreten – und dies auf der Lohnsteuerkarte vermerken lassen
  3. Geld sparen (z.B. Single mit 20.000 Jahreseinkommen spart schon 140 Euro; bei 60.000 Jahreseinkommen sind es sogar über 1000 Euro) – das passiert automatisch, wenn die Lohnsteuerkarte beim Austritt entsprechend geändert wurde.
  4. Geld spenden (von dem gesparten die Hälfte für einen Kindergarten, ein Krankenhaus oder einen Altenpflegedienst etc. spenden) – dies ist natürlich freiwillig, aber damit hätte man mehr für Soziales&Karritatives geleistet, als mit der vollen Kirchensteuer.

Anmerkung: Ich habe nichts gegen Leute, die an Gott glauben, ganz im Gegenteil, ich befürworte die Glaubensfreiheit. Ich habe nichts gegen ein “christliches” Verhalten, ganz im Gegenteil, sowas finde ich lobenswert und unterstützenswert. Aber ich habe etwas gegen eine Institution, in der jährlich zig Milliarden Euro der Bürger und des Staates verschwinden und die Gesellschaft dafür nur einen Gegenwert bekommt, der ein Bruchteil davon wert ist. Würde irgendeine andere Institution soetwas abziehen, würde es einen riesen Aufschrei geben.

09Oct

DKE bei Politikern

Ich habe vor einiger Zeit zum ersten Mal von DKE gelesen (Artikel) und die Kernaussage ist:

Oft sind Leute zu inkompetent, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen.

Jetzt könnte man sagen: Ja, da kenne ich auch paar. Aber in dem Artikel steht, dass es jeden mal trifft. Und wenn man etwas zurückdenkt, wird wohl jedem (zumindest mir geht es so) eine Situation einfallen, in der man gedacht hat: “Das kann doch nicht so schwer sein, dass mach ich mal eben” und dann nach einiger Zeit festgestellt hat, dass es doch schwerer war oder es schief gegangen ist. Und genau in diesem Moment, wenn man denkt, dass es nicht so schwer sein kann und man es “mal eben” machen kann, dann leidet man unter DKE. Wenn man dann im nachhinein feststellt, dass es nicht geklappt hat, dann ist das noch der positive Fall, dann hat man das Feedback wahrgenommen und akzeptiert.

Der schlimme Fall ist, wenn man die Signale nicht wahrnimmt und gar nicht merkt, dass man es verbockt hat.

Und nun, nachdem ich in den letzten Tagen immer wieder daran denken musste ist mir aufgefallen, dass dieses Symptom scheinbar ganz besonders für Politiker gilt. Sie entscheiden über Sachen, von denen sie mehr oder leider auch mal weniger Ahnung haben und glauben, diese Sache trotzdem mit Argumenten vertreten zu können.

In der Politik gibt es oft kein richtig und kein falsch, aber ich finde es schon oft erstaunlich, wie stark viele Politiker am Parteiprogramm festhalten und ihren Vorsitzenden nachplappern, obwohl die Ideen und Konzepte zum Teil leider sehr dünn sind. Da kann man bei jeder Partei anfangen, auch bei den Grünen, aber da ich persönlich finde (vielleicht leide ich im Augenblick auch unter DKE?), dass die anderen schlimmer sind, fange ich mal da an:

  • Hotelsteuer – die ganzen damit verbundenen Probleme wurden davor nicht gesehen. Also waren die Politiker, die das entschieden haben, inkompetent. Aber dies zu erkennen hat sehr lange gedauert.
  • Zugangserschwerungsgesetz – das Zensurgesetz: Hier waren auch einige Grüne betroffen, die danach dann zugeben mussten, dass ihnen das Wissen fehlt. Aber während der Abstimmung haben sie dies nicht geglaubt, sonst hätten sie auf die (parteiinternen) Experten gehört. Aber noch schlimmer war die Ministerin. Sie hat eine Idee auf den Weg gebracht, ohne zu wissen, wie die Technik die sie regulieren will wirklich funktioniert.
  • Leute die AKWs für sicher halten, obwohl es andere Fakten gibt. Oder ist es umgekehrt…

Nun, was kann man dagegen machen? Feedback einholen, oder anders gesagt: Zuhören.

Es könnte z.B. ein Blog geben mit “Politikerideen”, auf die dann Leute reagieren können. Fachleute, Bedenkenträger, … jeder würde seine Meinung dazu abgeben und die sollten sich dann Politiker genau durchlesen und auch bereit sein, den eigenen Fehler einzugestehen (was manchmal ziemlich schwierig ist).

Ich behaupte ja immer, dass die meisten Politiker aller Parteien einfach nur “das richtige” wollen. (Na gut, manchmeil meine ich auch, dass einige Entscheidungen von Spitzenpolitikern ziemlich nach Koruuption riechen). Die meisten Politiker bekommen kein Geld und engagieren sich für eine Verbesserung ihrer Umgebung. Trotzdem kommt da immer mal wieder “was komisches” raus. Und ich fürchte, dies liegt daran, dass man als Mensch viele Sachen gar nicht überblicken kann, aber oft glaubt, dass man grob einen Überblick hat. Und genau diese Fehleinschätzung führt zu Fehlentscheidungen. Einerseits kann man jetzt auf Experten hören, aber auch die Experten sind nicht neutral. Jemand der jeden Tag mit Gentechnik arbeitet, wird wohl kaum einer Regierung empfehlen, nicht in Gentechnik zu investieren. Er wird die Nachteile (un)bewusst verschweigen oder zumindest abschwächen.

Das Beste ist vielleicht, sich vor jeder Entscheidung einfach mal ein Fachbuch zu dem jeweiligen Thema zu nehmen, einige Seiten zufällig aufschlagen. Wenn man sofort nachvollziehen kann was da steht, dann hat man Ahnung, wenn man nur Bahnhof versteht, dann sollte man jemanden fragen, dem man vertraut, der von der Materie wirklich Ahnung hat… (vielleicht sollte man den aber auch mal mit dem Fachbuch testen… ich will nicht behaupten, dass die Person lügt, aber es geht ja um DKE ….)

05Oct

“unpolitisch”

Vor kurzem habe ich im StudiVZ eine Gruppe gefunden mit dem Titel:

“unpolitisch” heißt auch zu blöd für eine eigene Meinung!

Diese Gruppe ist ja ganz witzig, wenn man sieht, dass viele es schick finden, im StudiVZ “unpolitisch” einzutragen. Aber was heißt überhaupt politisch? Zum Wort Politik sagt Wikipedia als Einleitung:

Das Wort Politik bezeichnet die Angelegenheiten, die die Einrichtung und Steuerung von Staat und Gesellschaft im Ganzen betreffen. Es umfasst dabei alle Aufgaben, Fragen und Probleme, die den Aufbau, den Erhalt sowie die Veränderung und Weiterentwicklung der öffentlichen und gesellschaftlichen Ordnung anbelangen.

Politik „bezeichnet jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.“[1] Es gibt dabei bis heute keine Einigkeit darüber, ob Macht, Konflikt, Herrschaft, Ordnung oder Friede die Hauptkategorie von Politik ausmachen.

Da sind erst mal keine Parteien erwähnt. Ich würde das so zusammenfassen: “Politik regelt, wie unser Leben funktioniert.” Dabei kommt es gar nicht darauf an, ob jetzt in der Familie einer total willkürlich entscheidet (wie in einer Diktatur) oder alle gemeinsam eine Lösung suchen, die allen gefällt (Konsenspolitik). In der Schule entscheidet man, wohin die Klassenfahrt geht. Im Freundeskreis entscheidet man, ob man Sport macht oder ins Kino geht…. das alles ist Politik im kleinen Kreis. Da ist erst mal jeder involviert.

Und dann kommt die “große” Politik. Da kommen dann die Parteien ins Spiel (naja, in der kleinen Ebene entwickeln sich auch “Grüppchen” die dann wie eine Partei agieren, z.B. Freundeskreis in der Schulklasse). Und da scheinen sich immer mehr Leute distanzieren zu wollen. Unser Bundespräsident hat es angesprochen. Aber ich behaupte, die Leute sind nicht unpolitisch, sie finden sich nur in der Partei-Politik nicht wieder. Fragt man zum Beispiel Leute, die sich selbst als unpolitisch bezeichnen, was sie davon halten, dass

  1. ihr Kind keinen Kindergartenplatz erhält
  2. sie mehr Steuern zahlen müssen
  3. die Bauern für den Liter Milch weniger bekommen als die Produktion kostet
  4. die Straße durch ihren Ort geht
  5. Strom durch die Abschaltung der Atomkraftwerke teurer wird
  6. Der Atommüll in ihrem Ort gelagert werden soll
  7. u.s.w.

dann haben plötzlich doch ganz viele wieder eine Meinung. Bei einigen Themen fundierter, bei anderen eher oberflächlich. D.h. viele Leute sind an politischen Themen interessiert, und damit per Definition “politisch”. Ich glaube es gibt kaum einen, dem alle politischen Themen (Steuern, Sicherheit, Infrastruktur, …) egal sind. Natürlich interessieren nicht alle Themen (z.B. lokal bezogene Themen einer anderen Gegend, oder Gesetze, die einen einfach nicht betreffen…).

Das heißt, die meisten Menschen verstehen unter “unpolitisch”, soweit ich das beobachten durfte, dass sie sich nicht klar zu einer Partei zuordnen würden oder dies einfach nicht öffentlich machen wollen. Und das finde ich akzeptabel. Wenn jemand aber wirklich unpolitisch ist, dann gilt schon obiger Satz.

Und zum Abschluss noch eine Bemerkung:

Wenn man eine Meinung hat, dann will man ja auch, dass diese umgesetzt wird. Also lohnt es sich, diese politische Meinung kundzutun, weil je mehr Leute diese Meinung äußern, desto stärker tendieren die (Berufs-)Politiker dazu, diese Meinung auch umzusetzen. Und die Meinung kundzutun geht auf ganz verschiedenen Wegen:

  • Wählen (damit stimmt man der groben Richtung eines Parteiprogrammes zu)
  • Mitglied in der Partei werden ( man zeigt eine noch stärkere Zustimmung als beim wählen, aber man kann auch das Programm beeinflussen und die wichtigsten Aspekte (die subjektiv sind) betonen)
  • Schreiben
  • Veranstaltungen organisieren
  • Mit anderen drüber reden

Insbesondere das “drüber reden” machen viele. Nicht als “politisches Gespräch”, sondern einfach, weil man hat gerade redet und einem das Thema einfällt.

Die meisten Menschen machen mehr Politik, als sie selber wahrnehmen und denken vor allem viel politischer.

21Aug

AKWs abschalten

Ich habe mich an einigen Stellen darüber gewundert, wei einige Grüne auf das “Angebot”, die AKWs abzuschalten reagiert haben.

Damit meinte ich solche Sätze wie:

Solche Sätze halte ich nach wie vor für komisch, befürchte aber inzwischen, nach der weiteren Lektüre, dass diese Sätze von der Presse “hervorgehoben” wurden und die Äußerungen sehr viel differenzierter waren.

Falls ich jemand vorschnell kritisiert habe, an dieser Stelle ein “Sorry” von mir.

Zu meiner Analyse

Grundkonsens bei den Grünen ist ja, dass

  1. wir AKWs so schnell wie möglich abgeschaltet haben wollen
  2. die alten AKWs am Besten sofort abgeschaltet werden müssen

und dieses aktuelle Angebot geht ja genau auf diese Forderungen ein. Von daher empfinde ich es nicht als Drohung oder Erpressung, sondern als den besten Vorschlag, den ich jemals von den AKW-Betreibern vernommen habe.

Was mir inzwischen aber auch bewusst wurde ist, dass die Regierung sich davon vielleicht beeindrucken lässt. Wenn dies passieren würde, wäre das aus 3 Gründen schlimm:

  1. Die Laufzeiten für AKWs werden verlängert
  2. Die alten AKWs gehen nicht vom Netz
  3. Der Staat bekommt weniger Geld (dies ist ja das Hauptanliegen der AKW-Betreiber)

Dies wäre natürlich eine Katastrophe. Daher hoffe ich, dass unsere Bundesregierung standhaft bleibt – erste Pressemeldungen deuten darauf hin, dass die Koalition einknickt.

Ich finde, dass die AKW-Betreiber absolut das Recht haben, einen Verhandlungsvorschlag ins Spiel zu bringen. Der Skandal wäre es erst, wenn Angela Merkel & Co darauf eingehen würden.

11Jul

Vuvuzelas

Die Kritik an allen Seiten an den Vuvuzelas finde ich sehr merkwürdig. Denn darin steckt dieser Wiederspruch, den die ARD unbewusst wunderbar auf den Punkt bringt:

Alle Vielfalt bei Fangesängen wurde im akustischen Einheitsbrei vernichtet.

Angeblich wird Vielfalt gewünscht. Daher gibt es ja alle 4 Jahre ein anderes Ausrichterland. Aber wenn die dortige Kultur dominiert, dann stört es plötzlich. Vielfalt geht also nur so weit, wie der Horizont der Berichterstatter?

Diese Kritik an den Vuvuzelas ist ungefähr so, wie der Spruch: “Alle Afrikaner/Asiaten sehen gleich aus.” – Der natürlich völliger Quatsch ist, weil Afrikaner sich gegenseitig besser unterscheiden können als uns Europäer. Aber für einen Europäer, sticht eben erst mal das “schwarz” ins Auge.

Nicht ganz so schlimm, aber in die gleiche Richtung gehend, sind die Behauptungen über Vuvuzelas. Natürlich ist das erstmal eine “monotone” Tröte. Aber gegen Ende der WM konnte man aus dem Vuvuzela-Sound schon ziemlich gut die Stimmung in den Spielen heraushören. Manchmal wurde im “Takt” geblasen, schneller, langsamer, lauter, leiser, rythmischer … und wenn man das dann mal rausgehört hat, dann hat das ziemlich Spaß gemacht. Aber dazu hat es halt erst den Gewöhnungsprozess gebraucht.

Und in dem gequatsche von Bela Rethy und Co geht die Stimmung nicht unter? Was der und seine Kollegen 90 Minuten lang für ein Schwachsinn erzählen, wird manchmal nur noch vom Netzer übertroffen.

Daher kann ich den letzten Satz des oben verlinkten ARD-Kommentars “Gut, dass die ersten Bundesligaklubs schon reagiert und ein Vuvuzela-Verbot für ihre Stadien verhängt haben!” nur so kommentieren: Da bleiben wir deutschen lieber bei den Gasdruckfanfaren.

Gasdruckfanfare

Gasdruckfanfare

Solch eine gewohnte deutsche Fankultur ist halt einfach die beste … soviel besser als die primitiven Tröten, die laut & monoton sind.
P.S.: Und für konstruktive Hinweise zur Erfassung des Diebes meiner Vuvuzela setze ich hiermit 5€ Belohnung aus. Vor dem Argentinien-Spiel habe ich die Vuvuzela erstmal auf dem Gepäckträger des Fahrrades (vor den Arcaden geparkt)  gelassen und von dort wurde sie geklaut.

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