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17Apr

Gleichberechtigung – Quote – Frauenförderung

Ich denke, im Ziel sind sich fast alle (zumindest innerhalb der Grünen, aber auch große Mehrheiten in allen anderen Parteien und in der Gesellschaft einig):

Es soll Gleichberechtigung geben. Die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts muss minimiert werden.

Über die Methoden gibt es keine Einigkeit:

  • Quote
  • Flexiquote
  • Es kommt von selber
  • Individuelle Förderung …

Um mal etwas Struktur in die Sache reinzubringen, will ich mal 3 Entwicklungs-Stufen in die Diskussion bringen:

  1. Es wird immer selbstverständlicher, dass Frauen und Männer die gleichen Aufgaben übernehmen.
  2. Die Strukturen/Methoden/… des früher selteneren Geschlechts werden in alle Bereiche übernommen.
  3. Post-Gender-Phase: Keiner interessiert sich mehr dafür, ob es eine Frau oder ein Mann ist.

Zu den Phasen:

  1. Dies ist die Phase, in der wir noch stecken. Es wird zwar immer normaler, dass beide Geschlechter alle Berufe ergreifen, es ist aber immer noch Realität, dass es Berufe und Poositionen gibt, die von Männern dominiert werden und welche, die von Frauen dominiert werden. Und die Tendenz ist auch noch ganz klar so, dass die besser bezahlten, ‘mächtigen’ Jobs eher von Männern besetzt werden. Für diese Phase ist die Quote ein durchaus brauchbares Instrument: Um die Dominanz zu brechen, ist eine Quote durchaus sinnvoll. Es muss einfach aufhören, dass “Physiker” mit Männern assoziiert wird und “Kindergärtnerin” mit Frauen.
    Zu diesem Bereich würde ich aber auch solche Sachen zählen, wie Kinderbetreuung … zu überlegen wäre auch, ob man Vätern nicht auch einen “Urlaub” vor der Geburt gibt. Erstens gibt es da zu Hause verdammt viel zu tun und zweitens würde dann das blöde Argument “die Frau kann ja Kinder bekommen” abgeschwächt werden. (Oder irgendeine andere Maßnahme, um dieses Argument abzuschwächen, dem Unternehmen in dieser Zeit einen angemessenen Ausgleich zahlen, etc.)
    Also in dieser Phase ist noch viel zu tun.
  2. Diese Phase ist sicherlich die Phase, über die man am meisten diskutieren kann: Gibt es überhaupt männliche und weibliche”Muster”  (Muster steht stellvertretend für Strukturen/Methoden/Diskussionsmuster/…)? Natürlich gibt es keine Muster, die 100% auf das eine Geschlecht und/oder 0% auf das andere Geschlecht passen. Aber auch hier gibt es wieder klare Tendenzen. Und egal wie ähnlich oder unterschiedlich die Muster sind, will ich auch keine bewerten oder als besser oder als schlechter darstellen. Sie sind einfach unterschiedlich und zusammen sind sie vielleicht optimal…
    Aber worum es mir geht. Wenn wir jetzt mal annehmen, dass es weibliche Muster und männliche Muster gibt, dann müssen die jeweils unterrepräsentierten Muster auch in die Berufe Einzug finden. Zum Teil passiert das automatisch, wenn das entsprechende Geschlecht dort stärker vertreten ist, aber dieser Wandel wird langsamer gehen, weil die Frauen, die ehemalige Männerberufe ergreifen, haben doch auch häufig eher männliche Muster, während die Männer, die klassische Frauenberufe ergreifen, eventuell auch eher die weiblichen Muster haben. Darüber hinaus ändern sich Vorgänge in Einrichtungen oft sehr langsam, weil sie quasi dort gelehrt werden.
    Daher ist es sinnvoll, diese Muster immer auch aktiv zu identifizieren und zu überlegen, ob andere Muster sinnvoll wären.
    Ein Beispiel: Für die Bewerbung für die Bundestagsliste muss sich jemand bei uns Grünen vor über 200 Leuten mit einer Rede bewerben. Oft besonders gut kommt so eine Rede an, wenn sie angriffslustige Elemente beinhaltet, dann noch bisschen rhetorisch gut verpackter Eigenlob …   Meine Erfahrung ist, dass Männer tendenziell eher solche Reden mögen. Natürlich, auch die Frauen auf den vorderen Listenplätzen können solche Reden perfekt halten und viele Männer können es auch nicht. Aber mein Gefühl ist, dass Männern solche Vorträge eher liegen. Und da ich eine Vortrags-Veranstaltungsreihe miotorganisiere, ist es nicht nur ein Gefühl, sondern einfach auch Erfahrung: Von den Referenten ist der Anteil der Frauen nur etwa bei 1/3 oder sogar noch etwas weniger.
    Also die spannende Frage ist, haben Frauen andere Muster und müssen wir diese durchbrechen, weil sonst, ohne Quote, ganz schnell wieder Berufe/Positionen entstehen, die von einem Geschlecht dominiert werden?
  3. Die Phase 3 ist die Post-Gender Phase. Diese wurde ja bereits von einer Partei (mit gefühltem Männeranteil >80%) ausgerufen. Grundsätzlich ist dies tatsächlich das Ziel, aber dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden. Es muss sicher gestellt werden, dass es praktisch möglich ist, bei allen “Befindlichkeiten” die die Gesellschaft und die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft haben. Und diese Voraussetzungen sind noch nicht da. Wenn diese Voraussetzungen geschaffen sind, dann brauchen wir keine Quote mehr. Wenn diese Voraussetzungen geschaffen wurden, dann interessiert es niemanden mehr (im beruflichen Umfeld) ob jemand Mann oder Frau ist.

Natürlich haben die Phasen auch Überschneidungen, aber dass eine Phase wirken kann, muss die vorige Phase zumindest schon relevante Fortschritte gemacht haben. Mit der Phase 1 sind wir bei den Grünen sehr weit, in der Gesellschaft geht es auch immer weiter voran, also auch wenn es in Phase 1 noch viel zu tun gibt, können wir uns langsam der Phase 2 zuwenden und dort anfangen zu arbeiten.

27Jan

Sexismus a la Brüderle

Brüderle hat wohl eine Journalistin blöd angemacht, die jetzt, ein Jahr später, darüber berichtet.

Dies ist der kleinere Skandal …

was ich aber schlimmer finde ist, dass jetzt die Frau, die sich nach solchen Vorfällen an die Öffentlichkeit traut, von der gesamten FDP blöd angemacht wird. Was soll denn das? Was die FDP da macht ist genau diese Mentalität, die Frauen davon abhält, sich zu wehren. Es wird immer kritisiert wird, dass sich Frauen zu selten trauen, nach sexueller Belästigung aktiv zu werden. Aber wenn die Veröffentlichung schlechter Stil ist, was interpretiert man daraus? Sie sollen es scheinbar einfach hinnehmen? Kritik am Verhalten eines Mannes ist nicht akzeptabel? Und wenn ein Jahr um ist, dann darf Frau sich eh nicht mehr melden? Und wenn es um einen Spitzenpolitiker geht, darf man eh nur  Ja und Amen sagen? Nicht zu fassen!

Steinbrück wurde auch erst durch die Medien gezogen, nachdem er Kanzlerkandidat war. Wer in so ein Amt kommt, muss damit rechnen, dass in der schmutzigen Wäsche gewühlt wird. Und wer schmutzige Wäsche produziert hat, der sollte wenigstens die Grüße beweisen und sagen: “Ja, da hab ich blöd reagiert, sorry” und nicht seine Parteisoldaten vorschicken und die dann den Überbringer der Botschaft (Stern) blöd anmachen.

Das spannende ist ja, das keiner auch nur den leisesten Zweifel äußert a la “das passt gar nicht zu ihm” … nein, es scheint so klar, dass die Frau recht hat, dass an der Sache gar nicht gezweifelt (und erst recht nicht kritisiert) wird, sondern es wird auf der Frau rumgehackt, von wegen schlechter Stil. Wie war das mit “eigene Nase” “Steinen und Glashaus” “Dorn und Balken im Auge” und so ….? (schrieb ich und überlegte, ob es mir denn zusteht, die FDPler zu kritisieren….;-) )

Jedenfalls: Da wird gerade versucht, Opfer und Täter zu verdrehen.

Die eigentliche Tat war schon schwach, die Reaktion auf die Veröffentlichung ist unterirdisch.

24Apr

Betreuungsgeld II

Nachdem das mit dem Betreuungsgeld die letzten Tage immer wieder diskutiert wurde, gibt es 2 Hauptargumente dagegen:

  1. Bildungsferne Kinder bekommen zu Hause oft eine schlechtere Förderung als im Kindergarten, aber genau deren Eltern haben meistens wenig Geld, also lohnt es sich am ehesten für die, die Kinder daheim zu behalten (und im Extremfall diese einfach den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen gelassen)
  2. Wenn ein Partner daheim bleibt meist die Frau, damit würde ein veraltetes Rollenbild zementiert.

Für das Betreuungsgeld spricht:

  1. Eltern haben die Wahlfreiheit, ob sie die Kinder selber betreuen wollen, oder nicht (und wenn, dann bekommen sie dafür eine kleine Unterstützung)
  2. Ein Kindergarten/Krippen-Platz kostet dem Staat mehr als die 150 Euro im Monat.

Dies waren die Hauptargumente, die ich aus der Diskussion herausgehört habe und ich kann allen 4 Argumenten irgendwie zustimmen.

Kindergarten ist sicherlich was tolles, mit anderen Kindern spielen, von diesen lernen, … aber auch die Familie ist toll, immer eine direkte Bezugspreson haben, die quasi immer für einen da ist.

Aus diesem Grund würde ich einen ganz anderen Weg vorschlagen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jeder (egal wie alt) bekommt einen Satz, von dem man tatsächlich überleben kann. Ich stelle mir da 600-700 Euro oder so vor (genaue Zahlen muss ich noch durchrechnen). Von diesem Betrag soll man wirklich das nötige kaufen können… Und da dieser Betrag auch für Kinder ausgezahlt wird, könnten Eltern tatsächlich daheim bleiben, zumindest einer, oder eben doch arbeiten gehen. Damit wäre eine Wahlfreiheit geschaffen. Dann bekommt halt jeder das Geld, aber wenn die Eltern (beide) arbeiten gehen, fließen dafür ja auch entsprechend mehr Steuern zurück an den Staat. Und vor allem wäre der obige Hauptnachteil, dass Eltern, denen die Kinder egal sind, die die Kinder nicht fördern wollen oder können etc.  (ich hoffe, dass diese eine ganz kleine Minderheit sind), für die schlechtere Variante nicht mehr Geld bekommen als für die bessere, nämlich das Kind daheim “rumgammeln” zu lassen statt im Kindergarten fördern zu lassen.

03Apr

Erziehungsgeld

Vorher hab ich im Radio einen Beitrag zum Erziehungsgeld gehört.

Ich bin sehr gespalten: Einerseits glaube ich ganz fest daran, dass es für Kinder gut ist, mit anderen Kindern zusammen zu sein, viele Einflüsse zu erleben und viele Optionen kennen zu lernen, wie sie sich entwickeln können. Gerade von paar Monaten oder Wochen älteren Kindern kann ein Kind oft ganz viel abschauen. Andererseits glaube ich, dass feste Bezugspersonen verdammt wichtig im Leben eines Kindes sind und eine gute Erziehung von den Eltern, die sich Zeit nehmen, sehr wertvoll sein kann und den Kindern viel bringt.

Nun ist die Frage beim Betreuungsgeld ja die, ob “Rabeneltern”, die das Kind nur vor dem Fernsehen mit Junk-Food rumlungern lassen und sich nicht viel kümmern, durch ein Betreuungsgeld einen weiteren Anlass sehen, dass sie das Kind weiterhin vor dem Fernseher vergammeln lassen.

Toll ausgebildete Leute werden 150 € ganz sicher nicht als Grund sehen, dass sie daheim bleiben. Denn jemand der toll ausgebildet ist, sollte normalerweise über 1000 Euro verdienen können, selbst wenn man da Steuern und so abzieht, ist das was übrig bleibt noch erheblich mehr als 150€+150€ (gesparte) Kindergartengebühr. Richtig kritisch wird es also bei den Leuten, die eh nur einen 400 Euro Job oder sogar noch weniger haben. Da sind 150 € mehr natürlich schon einiges wert. Nun kann ich die Argumentation einerseits verstehen, dass bei “bildungsfernen” Familien, die eben gerade recht häufig wenig Geld haben, den Kindern auch etwas “Kindergarten” gut tun würde, damit sie dort auch in Bereichen gefördert werden, in denen es die Eltern nicht können. Es muss ja noch nicht mal 40 Stunden die Woche sein, aber 2 mal pro Woche paar Stunden.

Andererseits sind mir solchen pauschalen Vorverurteilungen eigentlich sehr unsympathisch. Das ganze käme einem Kindergartenzwang gleich.

Ich finde eigenlich die Lösung mit dem Elterngeld für die ersten 14 Monate (in denen beide Eltern einen Teil zu Hause bleiben müssen, um die vollen 14 Monate nutzen zu können), eigentlich eine ganz schöne Lösung, die in abgespeckter Version (125 € pro Monat) auch für die folgenden Jahre nicht schlecht ist.

Auf der anderen Seite sollte ganz stark geprüft werden, ob die Kinder sich gut entwickeln. Es gibt ja die U-Untersuchungen beim Kinderarzt. Die vielleicht noch etwas häufiger, aber in mehrere Richtungen. In der Kindertagesstädte gibt es “Übungen”, um diverse Sachen abzuschätzen, … Wenn die Kinder da richtig schlecht abschneiden, sollte das Jugendamt aktiv werden, wenn sie nicht so gut abschneiden, sollten zumindest Empfehlungen ausgesprochen werden.

Mein Fazit: Ich kann es nur empfehlen, wenn Kinder in den Kindergarten geschickt werden. Dort lernen Kinder am meisten, weil sie sich von anderen Kindern, die z.T. nur wenige Monate älter sind, ganz viel ab schauen können. Aber eine gute Betreuung zu Hause ist trotzdem ganz viel wert für die Kinder und daher finde ich es gerechtfertigt, wenn man den Eltern, die sich die Zeit nehmen, dann auch eine kleine finanzielle Anerkennung auszahlt. Daher finde ich es nicht gut, dass das Betreuungsgeld so stark kritisiert wird, an dem Konzept kann man sicherlich einiges optimieren, aber Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern, mit Begriffen wie “Herdprämie” zu beschimpfen halte ich für unangebracht.

15Feb

Kinderlosensteuer

Neu ist die Idee nicht … ich hab sie bestimmt schon auf die eine oder andere Weise hier im Blog erwähnt.

Daher stimme ich den jetzigen C*U-MdBs generell zu, dass es gerecht wäre, die finanzielle Belastung eher in die Richtung von kinderlosen zu schieben und weg von den Familien mit Kindern.

Unterm Strich macht es doch nichts aus, ob man an der einen Stelle eine Förderung streicht oder eine Belastung hinzufügt. Die Richtung ist die richtige. Dann muss der Bundestag es nur noch schaffen, das Ganze so zu “installieren”, dass die Bürokratie minimal ist.

Mein Vorschlag ist ja immer noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das auch Kinder bekommen, das würde im Grunde dem gleichen Ziel dienen.

13Nov

Ladenöffnungszeiten

Ich bin gegen verlängerte Ladenöffnungszeiten – obwohl ich sie persönlich sehr praktisch finden würde. Warum?

  1. Generell bin ich dafür, dass möglichst viele Leute einen synchronen “Arbeitszeitraum” und einen synchronen “Freizeitzeitraum” haben. Dies ist auch, aber nicht nur wegen den Familien wichtig, auch wegen Vereinen, Sport, Freundeskreis, … je mehr Leute “Sonderarbeitszeiten” haben, desto weniger können Gruppen funktionieren.
  2. Familie: Sobald Kinder da sind ist es schon heute schwer genug, etwas zu finden, wo die Betreuung nach 17:00 Uhr funktioniert. Wenn die Kinder dann halbwegs rechtzeitig ins Bett kommen sollen und vielleicht ein gemeinsammes Abendessen miterleben sollen, dann wäre es praktisch, wenn möglichst allerspätestens kurz nach 20:00 Uhr alle daheim sein können.
  3. Die längeren Ladenöffnungszeiten können besser von großen Läden abgefangen werden:
    • Behauptung: Der Umsatz steigt minimal.
    • Im Aldi sind heute von 8-20 Uhr vielleicht 3 Leute da (12*3=36 Personenstunden). Wenn die jetzt 4 Stunden länger aufhaben, dann sind auch Phasen mit weniger Kunden. Dann sind in diesen Phasen einfach nur 2 da. Die bleiben vielleicht bei 36, vielleicht steigt es aber auch.
    • Im “Tante-Emma-Laden” gibt es vielleicht nur 1 Person die arbeitet. Bisher von 8-20 Uhr. (12 Stunden. Oft aber heute schon nur von 9-18 Uhr mit Mittagspause) Wenn die jetzt mit dem großen mithalten wollen, müssten sie statt 12 h 16 h Arbeitszeit aufbringen. Entweder der Ladenbesitzer selber, oder 4 h mehr bezahlen. Das sind 33% mehr!!
    • Realistisch wird es so sein, dass die großen es ausnutzen, dann den Spätabendumsatz abbekommen, der vom Tagesumsatz aller weggeht. D.h. die kleinen verlieren unterm Strich, während die großen dazugewinnen – wahrscheinlich sogar stärker, als der Personalzuwachs.
  4. Wenn 3. stimmen sollte, dass die Großen profitieren und die Kleinen eher darunter leiden muss man auch folgende Nebenwirkungen bedenken:
    • Viele Kleine machen früher oder später zu.
    • Weniger Fachgeschäfte, mehr Massengeschäfte => weniger Beratung
    • Weniger Angestellte -> Mehr Arbeitslosigkeit
    • Keine Möglichkeit für Leute ohne Auto zum Laden zu kommen.
    • Mehr Verkehr für Einkäufe.

Ich weiß nicht, ob meine Befürchtungen stimmen, aber selbst seit der Ausweitung auf 20:00 Uhr meine ich diesen Trend beobachten zu können.

Was man machen könnte um meine Bedenken zu zerstreuen:

  • Die Erlaubnis nur für kleine Läden?
  • Die Erlaubnis nur für Läden mit Kinderbetreuung (ich weiß, dass das ein Widerspruch zum vorigen Punkt ist)
  • Die Gesamtöffnungszeit begrenzen (also jeder Laden hat z.B. 48h die Woche, de er frei verteilen kann, er kann von Montag 0:00 Uhr bis Dienstag 24:00 Uhr, oder 5*8h und Samstag und Sonntag je 4h aufmachen.)

Aber diese gesamten Lösungen sind alle irgendwie “komisch” … also bis mir da jemand ein sinnvolles Konzept vorlegt, bin ich dafür, dass die Öffnungszeiten so bleiben wie sie sind.

25May

Grünes Männermanifest

Die männlichen Feministinnen der Grünen haben dieses Mänermanifest geschrieben.

Das witzige daran ist, dass sie sich typischer männlicher Techniken bedienen. Sie schreiben ein Manifest, dass ganz groß sagt, dass sie keine “Machos mehr sein wollen”.

Daher frage ich Euch, die Autoren das Manifests:

Warum seid ihr es nicht einfach? Warum ändert ihr nicht einfach das Rollenbild des Mannes, indem ihr es vorlebt? Das gleiche gilt für “Macht abgeben” …

Schaut man sich mal die Liste der Erstunterzeichner an, dann stechen 2 heraus:

Martin Wilk | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Kreuzberg-Friedrichshain

Can Erdal | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Düsseldorf

Diese beiden geben keinen “wichtigen” Posten an. Der Rest schon. Warum wollt ihr Männer sein, die ihre Macht teilen und abgeben, tut es aber nicht, sondern gebt damit an? Oder ist Macht doch schön.

Warum sprecht ihr davon, dass Männer (ihre) Kinder erziehen sollen, setzt euch aber gegen die “Herdprämie” (die ja erst mal geschlechtsneutral ist) ein?

Nicht das ich jetzt Missverstanden werde, ich stimme bei sehr vielen Punkten in diesem Manifest zu, aber es muss sichergestellt werden, dass die Forderungen glaubwürdig sind. Und wenn zig Männer auf Machtposten schreiben:

Wir brauchen ein neues Bewusstsein für eine neue Männlichkeit. Wir als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.

Das wirkt für mich albern… und auch wenn ihr jetzt behauptet, dass es bei uns ja schon soooo toll wäre, auch dank der Quote, dann könnte man die Quote ja abschaffen. Aber ihr wisst genauso gut wie ich, was passieren würde, wenn wir die Quote abschaffen würden. Der Frauenanteil läge plötzlich weit unter 50%. Bei uns in der Partei wird die Macht nicht aufgrund geänderter Rollenbilder abgegeben, sondern aufgrund einer Quote.

Und was ich mich frage ist nach wie vor, was müssten wir machen, um die Attraktivität von Politik auch für Frauen (auch die, die dem eher klassischen Rollenbild entsprechen) zu steigern. Denn wenn wir ehrlich sind, dann sind auch bei uns Grünen weit über 50% Leute in den wichtigen Posten, deren Redeverhalten männlich ist. Auch bei uns entspricht weder Claudia Roth, noch Renate Künast, noch Steffi Lemke dem Bild vom schüchternen Mädchen, das sich nicht traut.

Daher fordere ich Euch Männermanifest-Schreiber auf:

  • gestaltet Politik so, dass es Spaß macht … so dass die Frauen gerne kommen und keine Quote mehr brauchen
  • Verzichtet tatsächlich mal auf eure Macht … zum Beispiel für den Anfang mal, indem ihr als “Menschen” sowas unterschreibt und nicht als Super”Macho”Wichtiger Sprecher vom Dienst
29Nov

Bedingnugsloses Grundeinkommen

Ich sag einfach mal kurz, was meine Position ist, einen ausführlichen Artikel schreibe ich demnächst irgendwann mal:

Ein Grundeinkommen für alle kombiniert mit einer Flattax und keinen Ausnahmen.

Also z.B. so:

Ausgezahltes Gehalt= (Eigentliches Gehalt + 1000*Familienmitglieder)*50%

Somit sind die “tatsächlichen” Steuern: 100%-Ausgezahltes Gehalt/eigentliches Gehalt

Beispiele:

  • Alleine + Arbeitslos (0€ Gehalt):
    Ausgezahlter Betrag: 500 Euro
    Steuern: keine
  • Alleine und verdient 1000 Euro im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 1000 Euro
    Steuern: keine
  • Familie, Mann & Frau  mit 2 Kindern verdient 1200 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 2600
    Steuern: Keine
  • Ehepaar, verdient 4000 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 3000
    Steuern 25%
  • Single, verdient 20000 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 10500
    Steuern: 47,5%

Ach ja, ich bin wirklich dafür, dass für jedes Familienmitglied im Endeffekt 500 Euro pro Monat (nach Steuern) ausbezahlt werden. Für einen Single, der auch Miete zahlen muss ist das natürlich knapp, aber wenn man keine (richtige) Familie hat, also keine Kinder, dann kann man sich ja auch eine WG o.ä. suchen. Aber für die Kinder würde ich dann auch 500 Euro auszahlen, weil die brauchen eigentlich ja mehr (alle paar Monate neue Kleider, mit Familie kommt man nicht in eine WG, ….) und je weniger Ausnahmen es gibt, desto einfacher und verständlicher ist das System.

25Nov

Herdprämie – Betreuungsgeld – Gutscheine

Leider denke ich, dass die Grünen bei diesem Thema auf dem falschen Weg sind.

Daher mein Brief an Cem:

Hallo Cem,

ehrlich gesagt nervt mich der Herdprämien-Quatsch. Viele der Grünen Themen sind gut, aber mit der Herdprämie haben sich einige bei uns in der Partei verrannt. Denke ich zumindest. Warum?
Cem, du gehst nach Hause zu deinem Kind und alle applaudieren. Zu recht. Es ist gut, wenn Eltern sich um Kinder kümmern. Ich weiß jetzt nicht, wie Du es finanziell geregelt hast, aber er Du wirst es Dir leisten können. Nur in vielen Familien ist das Geld nicht da, das einfach mal einer paar Jahre oder beide paar Wochen daheim bleiben. Warum gibst Du deine Kinder nicht am ersten Tag in einer Betreuungseinrichtung ab, sondern gehst an den “Herd”? Ganz einfach, weil Kinder etwas wunderbares sind, das wir als Eltern genießen sollte, aber auch, weil Kinder sich am Besten entwickeln können, wenn Bezugspersonen sich angemessen um das Kind kümmern. Und zu den kontinuierlichsten Bezugspersonen gehören eben in unserem Gesellschaftsbild und wie ich erfahren habe auch in der Praxis immer noch die Eltern. Die Eltern sollten es sich also leisten können, auch mal daheim zu bleiben und von der Gesellschaft ein positives Feedback zu bekommen. Und ein positives Feedback sind halt auch finanzielle Hilfen, die es ermöglichen, sich um die Kinder zu kümmern.

Keine Frage, die Wahlfreiheit der Eltern ist wichtig. Es sollte ausreichend Krippenplätze geben für jedes Kind, für das ein Platz gesucht wird, sollte einer in angemessener Nähe vorhanden sein. Ich denke, da sind wir 100% einer Meinung. Aber wenn sich Eltern dafür entscheiden wollen, dass sie das Kind selber aufziehen, dann muss man das so akzeptieren und sollte die Leute dabei unterstützen und es auch finanziell ermöglichen, anstatt sie mit Phrasen a la Herdprämie zu bewerfen. Und wenn wir mal rechnen, 150 Euro sind de facto ein Witz. Ein Krippenplatz kostet derzeit 400 Euro, wenn ich einen halbwegs fair bezahlten Job suche, sollte ich 1000 Euro verdienen, also wenn es nur um das Geld geht, dann lohnt es sich auf keinen Fall, wegen den 150 Euro daheim zu bleiben.

Daher bitte ich Dich, Cem, noch mal zu überdenken, ob wir nicht lieber wollen, dass Eltern, die sich um Ihre Kinder kümmern, auch entsprechend von der Gesellschaft gewürdigt werden. Auch durch finanzielle Beiträge, die ja eher symbolischen Charakter haben.

Nun vielleicht noch einen Ausflug in die Argumentation, dass wir für Chancengleichheit sind, die frühkindliche Bildungen in vielen KiTas zumindest einen Minimumstandard einhält und das vielleicht gerade Kinder “bildungsfernerer” Haushalte genau wegen diesem Geld aus den Krippen daheimbehalten werden…. dies alles kann dazu führen, dass diese Kinder langfristig unter den 150 Euro leiden, weil sie diese frühkindliche Bildung weder in der KiTa (weil sie nicht dawaren) noch zu Hause (weil die Eltern dazu nicht den Zugang haben) erfahren haben. Ja, diese Gefahr sehe ich auch. Aber da dies laut unserem Grundgesetz ganz eindeutig eine Entscheidung der Eltern ist, ob sie ihr Kind selber erziehen wollen, müssen wir das erst mal respektieren. Eigentlich müssen wir dann sogar sagen, dann müssen Eltern auch mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, so dass sie diesen “Verfassungsauftrag” erfüllen können.
Neben dem Grundgesetz-Argument möchte ich auch noch anmerken, dass wir dann an ganz viele Stellen “Zwangsmaßnahmen” einführen müssten. Für Kinder wäre Bioessen sicherlich gesünder, also nur noch Kindergeld in Form von Bioladen-Gutscheinen? Für die Gesellschaft wäre es sicherlich Gesünder, wenn keine Zigaretten mehr geraucht werden würden, also HartzIV nur noch in Form von Gutscheinen, die nicht für Tabak und Alkohol genutzt werden können? Ich sage zu solchen Sachen “Nein”, nicht weil ich sie nicht von der Idee her für sinnvoll halten würde, sondern weil in meinem Gesellschaftsbild den Leuten eine Wahlfreiheit gelassen wird. Und solange die Eltern mit den Kindern nichts rechtswiedriges machen, muss man ihnen die Möglichkeit lassen, diese zu Hause zu erziehen.

Lieber Cem, da ich es wichtig finde, dass Du dich um Deine Kinder kümmerst, erwarte ich jetzt auch kurzfristig gar keine Antwort, aber vielleicht denkst du ja dran, wenn das Thema wieder auf die Agenda kommt. Jetzt genieße die Zeit mit deinen Kindern und Deiner Frau. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit.

Viele Grüße

Christian

03Aug

Familienpolitik

Es scheint Konsens zu sein, dass wir mehr Kinder brauchen. Also brauchen wir eine Familienfreundliche Politik. Und dazu gehört es auch, dass Kinder auch finanziell kein “Himmelfahrtskomando” werden.

Was kostet ein Kind? Focus behauptet, es wären etwa 120.000 Euro. Das statistische Bundesamt rechnet mit 550 im Monat, also mit 6600 im Jahr, also etwa die gleiche Größenordnung. Andere Zahlen sind erheblich höher.

Wie kommen diese “immensen” Kosten zusammen. Das sind einmal natürlich direkte Ausgaben. Essen, Kleidung, Spielzeug, … dann kommen solche “Späße” wie Krippe, Kindergarten, Studiengebühren dazu. Nebenbei braucht man eine größere Wohnung, evtl. ein (größeres/zusätzliches/…) Auto, …

Das schlimmste sind meiner Meinung aber Verdienstausfall und Rentenausfall.

In Entwicklungsländern ist es das klassische System, Kinder zu bekommen, damit diese einem die Rente zahlen. Wer keine Kinder hat geht leer aus. In Deutschland ist es im Grunde das gleiche, nur müssen da die Kinder hauptsächlich die Rente von den Leuten zahlen, die keine Kinder haben, während die eigenen Eltern fast leer ausgehen. Dies ist natürlich etwas übertrieben.

  • weniger Verdienst, durch langsamere Karriere
  • weniger Beitragsjahre (3 Jahre werden einem angerechnet)
  • mehr Arbeitszeit (auch nach den 3 Jahren muss man für die Kinder sorgen)

Die klassische Begründung, wer viel einzahlt soll auch viel bekommen hat natürlich einerseits eine Berechtigung, andererseits muss man genau überlegen, welche “Einzahlungen” wie viel wert sind. Die heutigen Beiträge gehen direkt an die heutigen Rentner, d.h. die wirkliche Investition in die zukünftige Rente sind nicht die heutigen Beiträge, sondern die heutigen Kinder, die den Generationenvertrag auch in Zukunft fortsetzen.

Daher meine Vorschläge:

  • Wer zu Hause bleibt um die Kinder zu erziehen, bekommt dafür Geld und Rentenzeiten.
  • Wer Teilzeit arbeitet, um sich den Rest um die Kinder zu kümmern, bekommt zumindest volle Rentenzeiten.
  • Grundeinkommen für Kinder, um die Kosten zumindest ansatzweise zu decken.
  • Krippenplätze für alle, die während sie arbeiten eine gute Betreuung für ihr Kind wollen.

Ich distanziere mich hier auch von einigen Grünen, die den Begriff Herdprämie erfunden haben. Egal ob Mann oder Frau, ich finde es wichtig, dass die Eltern Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Dabei geht es mir NICHT darum, die Kinderkrippen generell als schlecht darzustellen, ganz im Gengenteil, eine gute Kinderkrippe ist für Eltern eine große Hilfe, wenn beide arbeiten wollen. Aber wenn der Wunsch besteht, das Kind selber zu versorgen, dann sollte das auch finanziell ermöglicht werden.

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