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11Oct

Zetsche, BDK und Dialog

Liebe Mitgrüne,

natürlich beschäftigt sich die Autoindustrie auch mit E-Mobilität, Speichertechnologien, alternativen Antrieben … AUCH (nicht hauptsätzlich). Ihr Hauptgeschäft machen sie immer noch mit Motoren die fossile Rohstoffe verbrennen, im Normalfall Erdöl.

Also was erwarten wir uns davon, dass Zetsche auf der BDK spricht? Neue geheime Insiderinfos? Das wir ihn überzeugen können, ab 1.1.2017 keine Benzin/Diesel-Motoren zu verkaufen? Was? Alles was ich mir erwarte ist eine Werbekampagne wie sehr er sich bemüht und das die internationale Konkurrenz viel schlimmer ist und das zu viel Auflagen unterm Strich kontraproduktiv wären.

Das einzige halbwegs sinnvolle, was ich dazu gehört habe war “Dialog”.

Glaubt jemand, es geht ihm wirklich um Dialog? Es geht ihm wirklich darum zu erfahren, was der Otto-Normal-Delegierte aus Erlangen denkt? Wie viel Zeit hat er eingeplant für Diskussionsgespräche mit den entsprechenden BAG-Vertretern? Oder gar mit interessierten Delegierten? Mit welchem Ziel? Informationen oder gemeinsamme Beschlüsse? Welche Infos sind für uns interessant, die nicht auch der Sprecher der BAG vortragen kann? Welche gemeinsammen Beschlüsse werden angestrebt? Ist dann der Dialog ausgewogen? Gibt es jemanden, der das aus einer anderen Perspektive aufarbeitet?

 

Diese Fragen konnt mir noch niemand sinnvoll beantworten. Und bis ich eine entsprechende Antwort habe, ist das für mich nur mal wieder eine Lobby-Aktion, die uns Grüne wieder ein Stück Glaubwürdigkeit kostet.

26Jun

Ein Jahr autofrei

Ich lebe seit über einem Jahr autofrei. Dabei ist mir einiges aufgefallen:

  1. Das geht sehr gut, wenn man einen funktionierenden ÖPNV um sich rum hat. 2 Buslinien in 400 Meter entfernung zur Innenstadt, seit neuestem sogar eine zusätzliche direkt vor der Haustüre zur Innenstadt und nach Nürnberg. Der Bahnhof Bruck (S-Bahn) ist etwa 1 km entfernt. Und einen ICE-Bahnhof gibt es zumindest in Nürnberg (die Fernverkehrszüge, die in Erlangen halten, sind leider viel zu wenige)
  2. Einen Zugriff auf ein Auto zu haben ist hilfreich. Ich bin Mitglied bei Carsharing Erlangen. Aber erstaunlicherweise ist es ganz selten tatsächlich nötig. Der Aufwand zum Car-Sharing-Auto zu kommen von ca. wenigen Kilometern beträgt mit dem Fahrrad zwar nur unter 10 Minuten, aber meistens sind es schon diese 10 Minuten, die alle anderen Alternativen interessanter machen. Innerhalb der Stadt mit Bus und Fahrrad, nach Nürnberg mit der S-Bahn. Daher nutze ich es im Schnitt ca. einmal pro Monat eher seltener und zwar bei einem größeren Transport oder einem besonderen Ereignis oder wenn ganz schlechtes Wetter ist oder irgendwohin die Züge ganz schlecht fahren.
  3. In Erlangen ist man mit dem Fahrrad auf vielen Strecken am schnellsten. Beispiel:
    1. meine Wohnung bis zu meinem Arbeitsplatz in der Innenstadt:
      1. Auto: (laut google maps) 15 Minuten + Parkplatz suchen (min. 5 Minuten) + hin laufen (min. 5 Minuten) = 25 Minuten
      2. Fahrrad: (laut google maps und realistisch) 16 Minuten + anschließen (1 Minute) + reingehen (1 Minute) = 18 Minuten
    2. mein anderer Arbeitsplatz nach Hause: Ich gehe gleichzeitig mit meinem Kollegen aus dem Büro, er fährt mit dem Auto, ich mit dem Fahrrad, er muss bei mir vorbeifahren … und wir sind immer fast gleichzeitig bei mir zu Hause.
    3. Alles innerhalb der Innenstadt. Da bräuchte ich auf dem Weg zum Auto länger als zum Ziel.
  4. Ein Auto ist sehr teuer. Car-Sharing verlangt einen fairen Betrag mit ca. 30 Cent pro km (je nach Auto und Strecke etwas mehr oder weniger, bei Langstrecken sogar viel weniger + eine stündliche Pauschale von 1,10€). Das ist auch das, was man für ein eigenes Auto etwa ansetzt (inklusive Reperatur, Steuer, Versicherung, Verschleiß etc.) (laut Stichprobenrecherche beim ADAC würde ich sogar sagen, die meisten Autos sind noch teurer). Wenn ich damit nach Nürnberg und zurück fahre, 2x25km, kostet mich das über 15€. Dagegen ist eine Tageskarte für 11,70 für den ÖPNV (gilt auch für die ganze Familie) schon 20% günstiger. Wenn ich Pendler wäre und die Monatskarte für 110€ hätte, dann würde ich bei 20 Tagen Fahrt über 50% sparen. Na gut, ich arbeite nicht in Nürnberg, aber mit dem Fahrrad spare ich jeden Tag noch mehr.
    Wenn ich quer durch Deutschland fahre, dann kostet mich eine Autofahrt bei 400 km (eine Strecke) 120€, bei der Bahn mit Sparpreisen 36€ (wieder für die ganze Familie, Sparpreis und Bahncard 25% für alle Mitfahrer) …. also selbst wenn ich nur Benzin rechne und dann auf etwa 40€ komme, ist die Bahn günstiger.
    Selbst eine Normalpreis-Fahrkarte ist (für die ganze Familie, Bahncard25%) für 150€ erhältlich, also nicht viel teurer als die Autofahrt.
    Und die Hauptalternative im Stadtverkehr ist das Fahrrad. Damit spare ich am meisten.
    Ich habe die Zahlen nie genau erfasst, aber mein Gefühl sagt, dass ich einiges spare
  5. Mit dem Fahrradfahren steigt die Fitness und das Gewicht nimmt ab.

Daher kann ich das “Experiment” autofrei allen empfehlen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich es zur Zeit bin.

P.S.: Falls ich mal regelmäßig nach Nürnberg oder ähnliche Distanzen fahren müssten (Berufswechsel) würden ich (faul wie ich bin) mir wohl ein E-Bike zulegen.

11Jul

Autofrei

Wir sind autofrei.

Kleine Historie:

  • Februar 2015: Ein Wochenendausflug nach Tschechien endet damit, dass sich das Auto, zumindest beim losfahren, wie ein Rasenmäher anhört.
  • Februar 2015: Bei einem Besuch bei der Werkstatt meinen die, das Auto TÜV-fertig zu machen wäre ein relativ großer Aufwand, man könne es aber noch bis zum TÜV fahren.
  • April 2015: erste Angebote bei Webanbietern eingeholt. Online war es angeblich noch knapp 1000 Euro wert, vor Ort bei der Begutachtung dann 192 Euro … mir war schon klar, dass es Online zu hoch war, aber unter 200 war mir dann doch zu wenig.
  • Ende April: Auf der Autobahn bleibt das Auto stehen. Die Polizei “rettet” mich. Danke noch mal an die netten Polizisten.
  • Ende April: Der TÜV läuft ab.
  • Mai: Das Auto steht nur rum.
  • Juni: Das Auto wird verkauft … immerhin 300 €

Und jetzt sind wir Glücklich mit dem Fahrrad, den Bussen&Bahnen und Carsharing Erlangen.

12Dec

S21

S21 wird teurer etwa 6,8 Milliarden, statt den versprochenen 4,5 Milliarden

Bin ich überrascht? Nö. Bereits vor dem Bürgerentscheid habe ich ein Interview verlinkt, in dem auch folgende Passage vorkommt:

Julian Aicher: Trotzdem: Hand aufs Herz – wie teuer wird „Stuttgart 21“ aus Sicht des erfahrenen Bahnexperten?

Professor Karl-Dieter Bodack: Seriös kann Ihnen das keiner sagen. Nach dem was man heute weiß, kosten Stuttgart 21 und die Neubaustrecke mindestens 10, eher 11 Milliarden; Stuttgart 21 allein dürfte 6 Milliarden kosten. Veranschlagt war dieses Projekt mit 3,1 Milliarden zuzüglich Kostensteigerungen durch Unvorhersehbares von 1,4 Milliarden. So kamen die bekannten 4.5 Milliarden zusammen.

17Jun

3. Startbahn abgewählt

Die 3. Startbahn ist – gegen all die Empfehlungen fast aller großer Parteien – abgelehnt worden. Nur die Grünen waren offensiv dagegen (Linke? hab die in dem Zusammenhang gar nicht wahrgenommen).

Find ich gut!

Spannend finde ich jetzt, dass Ude das als Niederlage angelastet werden soll und im Hinblick auf die Landtagswahlen Ende 2013 instrumentalisiert werden soll. CSU, FDP und SPD waren dafür, dass die sich jetzt untereinander anzicken finde ich merkwürdig. Die haben alle die Leute nicht aktivieren können. Aber ich verstehe es langsam. Der Flughafenausbau war quasi ein großer Stolperstein in dem Wahlkampf von SPD, Grünen & Co, da es ein klarer Streitpunkt zwischen SPD (pro) und Grünen (contra) war. Da jetzt Ude das Votum der Wähler verstanden hat (und CSU und FDP scheinbar noch nicht), sehen sie jetzt in diesem Oppositionsbündnis eine ernsthafte Gefahr bei der nächsten Landtagswahl. Zu Recht!

Also, cooles Ergebnis, danke an die engagierten Leute in München, insbesondere Katharina Schulze, die Sprecherin war und viele weitere engagierte Leute und natürlich an alle Leute, die mit abgestimmt haben.

04Apr

Pendlerpauschale

die Regierung will mal wieder die Pendlerpauschale erhöhen. Na toll. Ich hab mir damals gedacht, die Sprit-Preise steigen bestimmt, ich ziehe 3 km entfernt von meiner Arbeit wo hin, wo ich gut mit dem Fahrrad fahren kann, aber eben auch etwas mehr Miete zahlen muss. Ich finde, ich habe mich vernünftig verhalten, aber ich bekomme keine Steuererleichterung, sondern nur die “unvernünftigen”. Wie ungerecht ist das denn?

Ich würde die Pendlerpauschale am liebsten abgeschafft sehen, aber zumindest beschränken und zwar soll als “Entfernung” nur anerkannt werden das Maximum von

  • Entfernung der Arbeitsplätze von zwei Partnern
  • Entfernung des Arbeitsplatzes von einem Eigenheim, dass erheblich vor der Arbeitsplatzwahl gekauft wurde, bzw. einer Wohnung aus der man aus anderen Gründen nur sehr schlecht ausziehen kann (z.B. Kinder gehen dort zur Schule, …)

Ich sehe es absolut ein, wenn Familie Meier zusammenleben und einer in Ulm, der andere in Stuttgart arbeitet, dass dann halt viel gefahren werden muss. Ich sehe es auch ein, wenn jemand irgendwann mal eine Immobilie gekauft hat, dass er dann nicht mehr so einfach umziehen kann. Oder selbst wenn eine Wohnung geerbt wird und man da einzieht. Aber was aus meiner Sicht gar nicht geht ist es, wenn Familie Müller beide in München-Innenstadt arbeiten und weil es “draußen” so schön und günstig ist, sie dort hinziehen und dann jeden Tag mit dem Auto durch die Gegend düsen, sich das vom Staat bezahlen lassen, während Familie Schulz beide in der Innenstadt wohnen, teurere Mieten in einer kleineren Wohnung bezahlen und die Umwelt schonen, aber dafür keinen Cent bei der Steuer anrechnen können.

Es ist meiner Meinung nach jedem selber überlassen wo er wohnt und wo er arbeitet. Aber bis auf ganz wenige Fälle (s.o.) ist die große Entfernung eher “Hobby” als notwendig. Es gibt auch zig andere Ausgaben, die irgendwie mit der Arbeit zusammenhängen, die aber nicht abgesetzt werden können. Wie schon geschrieben, die Mieten, ich behaupte mal, wenn ich irgendwo “draußen” wohnen würde, könnte ich bei einer vergleichbaren Wohnung über 200 Euro sparen. Kleidung, ein Bankangestellter braucht mehrere Anzüge. u.s.w. – der Verkehr dagegen, der eigentlich absolut unerwünscht ist, wird mit Milliarden-Beträgen über die Pendlerpauschale gefördert.

Und noch ein kleiner Randaspekt, warum die FDP das fordert: Wenn jemand richtig viel verdient, dann bekommt er de fakto heute für jeden Entfernungskilometer 12.6 Cent (42% Grenzsteuersatz *30 Cent) an Steuererleichterung. Wenn jemand nur normal verdient, dann bekommt er vielleicht 9 Cent (30%*30 Cent) und wenn jemand wenig verdient, bekommt er nur 6 Cent oder im Extremfall gar nichts. D.h. ein Familienvater, der 22.000 Euro im Jahr verdient, zahlt eh keine oder kaum Steuern, wenn der nun jeden Tag 50 km hin und herfahren muss, dann bekommt er durch die 10 Cent Erhöhung vielleicht 2 Cent mehr, wenn er Pech hat und etwas weniger verdient, dann bekommt er gar nichts. Aber jemand, der die gleiche Strecke fährt, aber richtig gut verdient, der bekommt 4,2 Cent mehr zurück. Also Ist es mal wieder reine Klientelpolitik, dass die Gutverdiener viel bekommen, aber die Leute, die es wirklich bräuchten, so gut wie gar nichts.

Insgesamt plädiere ich ja eh für ein BGE, wenn Leute verdienen, dann kann man das BGE auch als Pauschalersatz für all solche Sachen sehen. Dann gäbe es einfach nichts mehr zum Absetzen. Das wünsche ich mir: eine große Pauschale und klare Steuersätze.

Aber natürlich will ich auch nicht die Leute, die außerhalb wohnen, komplett leiden lassen: Ein guter ÖPNV mit vernünftigen Verbindungen funktioniert, wenn genug Leute ihn nutzen. Aber dafür gibt es mehrere Kriterien:

  • Vernünftiger Takt
  • Vernünftiger Preis
  • Gute Verbindungen

All das ist aber ein Teufelskreis, wenn genug Leute den ÖPNV nutzen, dann kommen die obigen Punkte wie von selbst, wenn kaum jemand den nutzt, dann klappt das mit obigen Punkten nicht.

Aus dieser Sicht ist es auch absolut sinnvoll, den Autoverkehr nicht zu sehr zu fördern, weil wenn der Preis vom Autofahren steigt, wird der vom ÖPNV im Verhälltnis billiger. Wenn die Straßen nicht übermäßig ausgebaut werden und immer mehr Staus sind, dann wird der ÖPNV im Verhältnis schneller. Und wenn viele Leute ‘entsprechende’ Verbindungen wollen, dann wird es die auch geben.

29Mar

Lecker Brötchen

Gestern hab ich wieder mal vor Augen geführt bekommen, wie “toll” doch die Brötchen aus den Billig-Back-Automaten sind. Bisher hab ich die ja schon immer gemieden, weil ich die Bäckerei um die Ecke eigentlich viel lieber mag und es mir da besser gefällt und so viel teurer ist es da auch nicht, aber noch mal 3 Infos, die ich besonders beeindruckend fand:

  • Die Teiglinge fahren z.T. über 1000 km durch Europa
  • Die Teiglinge sind z.T. bis zu 9 Monate alt, bevor sie hier “frisch” aufgebacken werden
  • Die Teiglinge enthalten zig Zusatzstoffe (Enzyme etc.) die man auch als Gentechnik bezeichnen kann.

Und wer mehr wissen will, schaut sich halt die gesamte Doku an:

Billige Brötchen – Die Spur der Teiglinge

24Nov

Stuttgart 21

Obwohl ich nicht mehr in BaWü lebe, verfolge ich S21 immer noch interessiert. Immerhin habe ich in Ulm gelebt und habe auch viele Ulmer Leser, die am Sonntag abstimmen dürfen.

Ich bin offizieller Pate dieser Minute. 21:47

Und auf dieser Seite gibt es auch alle interessanten Argumente.

Insbesondere möchte ich aber noch diese beiden Interviews empfehlen:

Martin Ruoff

Prof. Dipl. Ing Karl-Dieter Bodack

Und wünsche mir nun ein JA von ganz vielen Baden-Württembergern. Noch eine kleine “Anekdote” zum Schmunzeln…

Ich fürchte schon, Kinder bekommen was von S21 mit. Wie sollen wir Ihnen nur beibringen, dass sie zu Hause NICHT den Bahnhof tiefer legen dürfen. Das wir unser schönes Parkett ganz behalten wollen. Obwohl sie schon 30€ für die Presslufthammermiete gezahlt haben ist es günstiger NICHT den Fußboden im Wohnzimmer aufzuhämmern.

Daher würde ich zu Hause wie auch in Baden-Württemberg JA stimmen für einen Ausstieg. JA zu einer vernünftigen Lösung, bei der für viel weniger Geld fast das gleiche erreicht werden kann. JA für einen schnellen Anschluss von Ulm nach Stuttgart schon in wenigen Jahren, ohne Stuttgart zu untergraben.

30Jul

Fahrramitnahme bei der deutschen Bahn

14 Menschen planen einen Ausflug in ein Dorf, das ca. 5 km vom nächsten Bahnhof weg ist. Ein Bus fährt zu so später Stunde auch nicht mehr (18:00 Uhr), also überlegen sich diese 14, dass man ja Fahrräder mitnehmen kann. Der Kommentar der deutschen Bahn dazu: In dem Zug können vielleicht 4-5 Fahrräder mitgenommen werden.

Lieber Herr Grube, wenn Sie wollen, dass die Bahn erfolgreich ist, dann muss sie Kundenfreundlich sein. Es bringt uns Kunden gar nichts, wenn Sie uns an einem Bahnhof rauslassen, der 5 km weg von der eigentlichen Ortschaft ist und da keine sinnvolle Möglichkeit besteht, diese 5 km zu fahren. Wir sind ja flexibel, wir sind ja bereit Lösungen zu finden. Wir würden ja mit dem Bus fahren. Es fährt aber keiner. Wir würden ja unsere Fahrräder mitnehmen. Das geht aber wohl nicht. Solche Erlebnisse demotivieren, die Bahn zu benützen. Drei Autos voll mit Leuten sind auf die Entfernung ungefähr gleich teuer, aber wir sparen uns einen Fußweg von über einer Stunde (laut den Berechnungen der Verkehrsbetriebe). Wenn Zug fahren “gut klappen” würde, dann würden wir ja gerne Zug fahren. Wir hätten sogar für die Fahrräder bezahlt. Aber nicht, wenn wir dann am Bahnhof wahrscheinlich stehen bleiben müssen.

P.S.: Diesmal haben wir uns nochmal für den Zug entschieden, aber solche Erlebnisse tragen nicht dazu bei, dass die Bahn attraktiver wird.

01Oct

Bahnprivatisierung

Sie kommt wieder. Wieder probiert die Politik, diesemal schwarz-gelb, den Markt zu privatisieren. Diesmal wieder mit der Bahnprivatisierung.

Nach der Finanzkrise steuern wir jetzt in die Verkehrskrise? Was wird passieren? Das gleiche wie beim Telefon, wo es billiger wurde? Wurde es wirklich billiger, oder hat man durch den ganzen “Extra-Kram” nur pseudo-billigere Preise. Was haben wir damals bezahlt? 30 Euro Grundgebühr? Ein reiner Telefonanschluss wurde nicht billiger, aber wenn ich heute bei der Telekom frage, dann wollen sie mir das Super-Spar-Paket für 44 Euro verkaufen. Was brauch ich Fernsehen über das Internet, wenn ich mir einmalig eine DVBT-Antenne kaufen kann? Viele Funktionen sind da ja noch ganz nett, aber insgesamt ist das noch völlig überteuert.

Oder das gleiche wie bei der Post, bei der man inzwischen “ewig” weit fahren muss, um ein Paket aufzugeben. Früher gab es viele kleine Postämter, von denen bereits viele verschwunden sind.

Wird ähnliches mit der Bahn passieren? Eine Kombination von beidem. Während ich heute relativ gut von Erlangen nach Ulm komme, (20€ per Bayernticket in 3:15 h), bekomme ich dann nach der Bahnprivatisierung das Super-Sonder-Angebot: Ab Nürnberg per ICE nach München und von dort per ICE nach Ulm, dazu noch einen Ausblick im Wert von 22€ über München, den Ausblick über die bayrischen Landschaften im Wert von 20€ und den Ausblick über die schwäbischen Landschaften im Wert von 20€ für nur 3€ extra (Sitzplatzreservierung). Also bekomme ich das ganze dann für läppische 72 Euro (aktuelle Kosten für ICE-Fahrten über München) und geht in rasanten 2:47 und man bekommt wie gesagt die tolle Aussicht im Wert von insgesamt 62€ für 3€….

Also eigentlich wurde es ja billiger, weil wenn man diese ganzen Sonderleistungen abzieht, dann kostet die Fahrt ja nur noch 13€ … (ja, genauso werben die Telefonanbieter…. dafür dass sie den “Schalter” von DSL 2000 auf DSL 6000 umlegen wollen sie 5 Euro pro Monat, diesen Schalter nochmal umzulegen auf 16000 kostet noch mal 5 Euro pro Monat; zusätzlich erhält man Hardware im Wert von paar hundert Euro, die es bei e-bay als Neuware für paar Euro gibt; irgendwelche Software, die es für paar Euro im Laden gibt, kostet dort 3 Monate nichts und danach “günstige” 4,99 pro Monat….)

(nach Nürnberg zu kommen ist übrigens in den 2:47 und den Kosten noch nicht mit drin)

Daher eine Bitte an die Neue Bundesregierung:

Liebe Kanzlerin Merkel, lieber Herr Westerwelle,

bitte privatisiert die Bahn nicht. Ganz im Gegenteil, schafft Mindeststandards, die uns allen helfen, eine Mobilität in Deutschland zu bekommen, wie wir sie uns wünschen. Ein einfaches, faires und günstiges Preissystem. Verbindungen die häufig und schnell sind. Alle die ich im Wahlkampf getroffen habe und mit denen ich über die Bahn gesprochen habe waren sich einig: Eigentlich ist die Bahn etwas tolles, aber nicht in der jetzigen Form. Wenn es Spaß macht mit der Bahn zu fahren, dann würden wir das Auto gerne stehen lassen und öfter mal in den Zug steigen.

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