Damit hat er absolut recht, das Spiel tötet nicht, das Spiel trainiert auch nicht, eine Waffe richtig zu gebrauchen.
Wo ich aber Bedenken habe ist, ob der Gewaltkonsum dann auch die Gewalt zur “Normalität” werden lässt. Wenn jemand 2 Stunden am Tag denkt “den muss ich abknallen” oder “Kopfschuss, toll” oder ähnliches, verfestigt sich dann nicht diese Denkweise, so dass sie auch in anderen Bereichen mehr oder weniger Einzug erhält?
Ich bin sicherlich NICHT für ein Verbot von Computerspielen, aber auch absolut gegen eine Verharmlosung. Viele Computerspiele sind inzwischen darauf ausgelegt, dass man sie am Besten 24h spielt, entweder, um einfach schnell “Experience” zu bekommen, oft aber, weil gewisse Aktionen zu bestimmten Tageszeiten ausgeführt werden sollen oder weil die Community insgesamt einfach nicht schläft. Das echte Leben wird immer stärker in den Computerspielen abgebildet, vom Tagesablauf, von der Interaktion mit befreundeten Mitspielern, … und genau deswegen halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass eine immer größere Anzahl von Spielern Schwierigkeiten haben wird, zwischen diesen Welten zu trennen. Ich selber habe früher sehr gerne Age Of Empires gespielt und manchmal übertrieben. Danach habe ich mir alle Menschen mit einem grünen Balken über dem Kopf vorgestellt. Nach wenigen Stunden war das wieder weg. Aber das Gehirn hat es NICHT geschafft, die beiden Welten, die virtuelle und die reale, komplett differenziert zu betrachten. Natürlich WUSSTE ich, dass dieser Balken nicht da ist. Die Frage ist, wie weit probiert es das Gehirn, die beiden Welten zu verbinden, zu “synchronisieren” und die Verhaltensweisen aus der einen in die andere zu transferieren.
Also daher meine ich, dass diese Behauptung, “Computerspiele töten nicht” zwar primär stimmt, aber ich denke, dass Computerspiele ein Faktor sein können (ein Faktor von vielen), die dazu führen, dass jemand durchdreht und tötet.
Es ist klar, im Internet sind Inhalte, die gegen das deutsche Recht verstoßen. Und es ist auch klar, dass man nicht an alle Quellen herankommt. Seien es Server in irgendwelchen Ministaaten oder auch einfach Inhalte, die nicht überall illegal sind.
Daher ist es eine Überlegung wert, wie man mit solchen Inhalten umgeht. Mir fallen da gerade folgende Lösungsansätze ein (die ich nicht alle für gleich gut halte):
Man löscht was man kann, den Rest (also Seiten im Ausland, die dort legal sind, oder zumindest nicht verfolgt werden) toleriert der Staat.
Man erstellt eine Datenbank, in der illegale Inhalte gespeichert werden und bei der abgefragt werden kann, ob der jeweilige Link legal ist (analog zu siteadvisor.com) – mit passenden Schnittstellen kann dann jeder selbst FREIWILLIG entscheiden, ob er bei den Links eine “Ampel” angezeigt bekommen will. So kann man immerhin verhindern, dass Leute die nicht auf sowas klicken wollen, nicht ausversehen darauf klicken.
Man sperrt es, aber mit ganz klaren Regeln
Zu den Punkten:
Tolerieren
Tolerieren geht so lange, bis es (in großem Stil) missbraucht wird. Also wenn z.B. alle Nazis(Kinderpornoanbieter, Terroristen, …) feststellen, dass keiner was macht, wenn sie ihr Zeug auf die Server in XY stellen, dann sollte man was machen. Wobei dann sollte man auch prüfen, ob man die Leute nicht bestrafen kann. Also wenn jemand aus Frankfurt eine illegale Datei auf den Server in XY hochlädt, dann ist das Zeug in XY zwar legal, aber die Verbreitung ist in Deutschland passiert, also ist auch die Person, die es gemacht hat, in Deutschland zu verfolgen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Gesetze schon so sind, aber dies wäre zumindest eine Möglichkeit, die Vertreiber zu packen.
Freiwillige Ampel
Die Idee, dass es eine Datenbank gibt, mit dem ganzen illegalen Material, hat natürlich die krasse Kehrseite: Jeder der an illegales Material dranwill, muss nur an die Datenbank kommen, um zu wissen, wo er was findet. Also wäre die spannende Frage: Wie läuft eine Abfrage? Wird dabei die Seite an die Datenbank geschickt und nur ein Wert (“unkritisch” “unsicher” oder “Finger weg”) zurückermittelt, oder ist die Datenbank frei einsehbar. Dann ist noch die spannende Frage, wer die Kontrolle über die Datenbank hat. Der Staat? Eine Firma? Jeder? Kontrolle auch in dem Sinne, dass geprüft werden kann, ob die Sperren wirklich gerechtfertigt sind und welche Seite welchen Status hat.
Sperren
Ich halte gut gemachte Sperren für eine Möglichkeit. Diese müssten sich jedoch deutlich von den “alten” Sperren unterscheiden. Daher erst mal eine kurze Exkursion in die Technik.
So, nun erst mal kurz, was wollte das Zugangserschwerungsgesetz machen? Da muss man noch einen kurzen Einschub machen. Kurz bevor die Person in Minute 3:40 zur Auskunft (DNS-Server) losläuft, schaut sie noch schnell in das Buch, das die Sperren enthält. Wenn in diesem “Buch” die angeforderte Seite drinsteht, dann “lügt” die Person und sagt eine falsche Adresse (und läuft gar nicht los). Bei der Mausseite sollte das nicht passieren, aber vielleicht will der Armin ja mal ausversehen auf eine böse Seite. Also egal welche der bösen Seiten aus dem Buch angefragt wird, der behauptet einfach immer die gleiche Adresse, und zwar die von dem Stop-Schild (das auch eine eigene Adresse hat). Dies würde funktionieren, wenn alle die Auskunft benützen würden. Aber man muss nicht die Auskunft, die der Provider benutzt, benutzen. Ähnlich wie beim telefonieren, kann man einfach die Telefonnummer wissen. Oder eine andere Auskunft (z.B. im Ausland) anfragen. Und wenn man dann die Adresse (die bis zu 12-stellige Adresse heisst übrigens IP-Adresse) dem Provider selber gibt, (in Minute 4:47 bekommt er sie von der Auskunft), dann schickt er jemanden direkt los, ohne die Adresse rauszusuchen, und ohne in das “Sperren-Buch” zu schauen. Und viele werden jetzt sagen, ich weiss aber nicht, wie ich eine andere Auskunft anfrage. Das schlimme ist, dass muss man auch gar nicht wissen. Wenn jemand solche Seiten weitergeben will, dann hat er früher halt einen “Namen” gesagt, (so nachdem Motto “ruf bei Her XY an, steht im Telefonbuch”), in Zukunft würde man einfach die Adresse sagen (“ruf bei 0123 … an”). Bei den illegalen Seiten wird ja keiner denken, ich geb jetzt mal eine Adresse ein, sondern die werden weitergegeben. Und zwar häufig in Form von Links. Und da kann man entweder den Namen, oder die Adresse der Seite angeben. Also z.B. so:
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula
Steht der Satz da 2 mal genau gleich? Nein! Wenn man über den ersten Link mit der Maus drübergeht, müsste man in der Statusleiste vom Brwoser lesen können (bzw. wenn man ihn anklickt, wird man weitergeleitet zu): http://www.ursula-von-der-leyen.de/, geht man jedoch über den zweiten Link, müsste man lesen können: http://213.218.169.221/. Für den Benutzer macht es absolut keinen Unterschied, was da steht. Die zweite Möglichkeit erspart einfach die Abfrage bei der Auskunft.
Und genau wegen dieser herangehensweise hat dieses Vorgehen einige entscheidende Nachteile:
wie oben angesprochen, kann man die Sperren durch die Angabe der IP-Adresse umgehen
Wer an das “Buch” mit den Sperren kommt, kann über eine andere Auskunft ganz einfach an ganz viele illegalen Inhalte kommen. Vom Staat recherchiert.
Damit der Vorgängerpunkt nicht passiert, muss das Buch geheim bleiben. Es kann also keinen öffentlichen Gerichtsprozess geben, sondern wenige Leute entscheiden, was illegal ist oder nicht, ohne jegliche Kontrolle.
Gut, was könnte man dann machen. Schauen wir doch mal, wie es in dem Video weitergeht: Ab der Minute 5:10 rennt der Bote bei den Routern vorbei, die ihm den Weg sagen. Genau da könnte man ansetzen. Es gibt in Deutschland 5 internationale Knotenpunkte, wenn man da die Sperre einrichten würde auf IP-Basis, also für die Adresse einfach eine Umleitung einrichten würde, dann hätte man mehrere Probleme auf einmal gelöst:
innerdeutsche Sperren könnte man nicht einrichten – innerhalb von Deutschland soll gelten Löschen statt Sperren
das System lässt sich nicht mehr so einfach umgehen (natürlich geht es immer noch, aber nicht mehr durch einen anderen Link)
Allerdings hätte es auch Nachteile:
oft sind mehrere Domains (also Namen von Webseiten) unter einer IP erreichbar. Es wird also im Normalfall nicht nur geschickt, ich will die Daten von der Adresse, sondern mehr Infos. Man kann sich das wie in einer WG vorstellen, da sind unter einer Telefonnummer auch mehrere Leute erreichbar. Wenn jetzt die IP umgeleitet wird, ist keiner mehr erreichbar. Wenn man böse ist, könnte man sagen, wer sich das mit dem Verbrecher teilt, der hat halt Pech, bzw. man kann den Provider informieren, dass er das löschen soll, damit die IP nicht gesperrt wird… aber grundsätzlich besteht halt die Gefahr, dass man unschuldige erwischt.
Es ist mit technischem Wissen immer noch umgehbar. (Stichwort Proxy-Server) – Damit wird natürlich auch die öffentliche Diskussion der Seiten wieder kritisch.
Gerade wegen den Nachteilen sehe ich die Sperren auch mit der modifizierten Form sehr kritisch. Eine weitere Sperrmöglichkeit (die ich ganz strikt ablehne), ist es, die Inhalte zu scannen. Warum ich das ablehne:
Das Scannen von Inhalten selber finde ich absolut unakzeptabel.
Technisch wäre es ein riesiger Aufwand. Man könnte zwar Stichwörter definieren, aber wie kann man unterscheiden zwischen einem Bericht über etwas (das ja legal ist) und der Sache selber. Also zwischen einer Zeitungsnachricht “Bastler von Bomben festgenommen” und einer Internetseite “Bastelanleitung für Bomben”.
Durch https ist das ganz einfach umgehbar, da kommen die Inhalte nämlich nicht im Klartext durch
Bilder automatisch auswerten ist noch komplizierter als Text, von Videos ganz zu schweigen.
Umgehungsmöglichkeiten – so wie in SPAM-Mails nicht Viagra sondern Vi*gra steht … oder inzwischen wird ja oft mit Bildern gearbeitet.
Fazit: Löschen was löschbar ist muss auf jeden Fall Vorrang haben. Die ganzen Sperren sind mit viel zu vielen Nachteilen behaftet. Wenn dann noch einige wenige Inhalte auf irgendwelchen Servern in exotischen Ländern sind, an die man nicht drankommt, dann sollte man prüfen, ob man an die Verbreiter drankommt. Wenn die soviel Aufwand betreiben, sich solche Server zu suchen, finde ich, ist das auch eine besondere schwere der Schuld. Und wenn man all diese Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dann sind eh nur noch die paar wenigen übrig, die an ihre Sachen drankommen, egal ob über Internet oder den Postweg. Da muss man dann halt andere Ansatzmöglichkeiten finden.
Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.
Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.
Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.
Abenteuer Wissen war heute mal wieder krass. Die Kernaussagen:
In Kanada werd zur Ölgewinnung aus Ölsand riesige Flächen per Tagebau zerstört, massenweise Wasser aus dem Fluß genommen und Gifte in den Fluß geleitet. Menschen und Tiere die dort leben leiden und sterben an Folgekrankheiten.
Die Amazonas-Regenwälder und die Ureinwohner sollen “geopfert” werden, dass die Ölindustrie dort nach Öl suchen kann
Und obwohl das alles irgendwie bekannt ist, finde ich das jedesmal wieder krass. Zum Glück gab es auch paar positive Beiträge, über Entwicklungen, Erfindungen oder Entdeckungen, die in die richtige Richtung gehen.
Links zu den Sendungen: Abenteuer Wissen 1/2 & 2/2
Morgen (also Montag 16.08.2010) werden die Sendungen widerholt.
Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleichberechtigt (gleich schnell) durch das Internet transportiert werden.
Das Gegenmodell ist, dass einige dafür zahlen können, dass deren Daten schneller transportiert werden.
Beide Modelle sind wieder mal sehr vereinfacht ausgedrückt, genaueres gibt es z.B. auf der Seite pro Netzneutralität.
Was ich mir überlege ist, ob es nicht eine Zwischenvariante gibt. Es gibt einige Daten, die dürfen ruhig etwas langsamer sein, andere sollen ganz schnell da sein. Solange es genügend Kapazität gibt, will man natürlich alles ganz schnell haben, aber was ist, wenn die Kapazität an die Grenzen kommt. Wenn man für die “Beschleunigung” (Hochpriorisierung) nicht zahlen müsste, sondern es da gewisse Regeln gibt, dann könnte ich es mir durchaus als sinnvoll vorstellen.
Ich erinnere mich an die Einstellungen in meiner Fritz.Box (<- dort ist auch schön erklärt, welche Gedanken die sich schon zur Priorisierung gemacht haben). Da habe ich eingestellt, dass bei einer hohen Auslastung der DSL-Leitung Telefonie Vorrang haben soll. Also wenn ich telefoniere und mir gleichzeitig die neuste Version von Ubuntu runter lade, dann will ich, dass das Gespräch störungsfrei verläuft, aber der Download kann ruhig paar Minuten länger brauchen. Daher gestehe ich, dass ich zu Hause keine Netzneutralität habe. Und daher frage ich mich auch, ob wir das nicht so im gesamten Internet wollen. Wenn mein Nachbar telefoniert und daher mein Download langsamer werden würde, fände ich es OK, solange es auch umgekehrt ist.
Der nächste Aspekt ist, auf der “letzten Meile” haben wir ja auch keine Netzneutralität. Wie man auf der Seite jedes ISPs sehen kann, kann man für etwa 5 Euro mehr sich seine Daten mehr als doppelt so schnell (16 statt 6 MBit/s) zuschicken lassen. Oder verstehe ich das falsch? Durch die gleiche Leitung werden (selbst bei freien Kapazitäten) weniger als 40% der möglichen Daten geschickt, wenn man nicht bereit ist, den Aufpreis zu zahlen. Und inzwischen gibt es ja sogar 50-er-Leitungen. Gegen noch mehr Aufpreis.
Also, solange das Internet genug Kapazitäten hat, ist es gar kein Problem, die Netzneutralität aufrecht zu erhalten. Aber sobald die Kapazitäten knapp werden, fände ich es sinnvoll, wenn es Regeln gäbe, die festlegen, welche Daten priorisiert werden. Und dieser Zustand ist in den Mobilfunknetzen leider der Fall. Ich habe einige Monate lang einen Zugang getestet. Von theoretischen 7,2 MBit/s kamen oft weniger als 0,1 MBit/s an, meist war es weniger. (Aber einige sehr wenige Fälle habe ich auch erlebt, in denen es mehrere MBit/s waren).
In solchen Situationen würde ich dazu tendieren, die Daten zu priorisieren. Andererseits mag ich gerade keine Prioriesierung angeben, weil es dafür diverse Kriterien gibt, die sich zum Teil stark widersprechen.
Fair Use: Wer bisher weniger runter geladen hat, oder kleinere Sachen runter lädt, bekommt seine Sachen schnell, wer dauernd die Leitung blockiert, bekommt seine Sachen langsamer.
Echtzeitnotwendigkeit: Telefonate/Live-Streams gehen schnell durch, während Mails, Webseiten “normal” durchgehen (also so, dass sie auch schnell da sind, aber ob die jetzt eine halbe Sekunde länger dauern, ist meistens kein Problem) und Downloads/Filesharing halt niedrigste Priorität hat.
Alleine mit diesen beiden Kriterien, würden live-Videostreams und (Dauer-)Telefonate an ganz verschiedenen Stellen der Prioritätenskala stehen. Es gibt aber bestimmt noch weitere Kriterien, so dass man für (fast) alles einen Grund hätte, es hoch bzw. niedrig zu Positionieren.
Gerade weil es so uneindeutig ist, was man sinnvoll hoch priorisieren will, tendiere ich dazu, erst mal die Netzneutralität zu fordern. Wenn es dann eine Liste gibt, in der alle Kriterien und Aspekte berücksichtigt sind, dann kann man darüber diskutieren, ob es fairer, besser oder sinnvoller wäre, eine Priorisierung zuzulassen. Aber eine Priorisierung aufgrund von Geld, lehne ich ab.
Thesen zur Netzpolitik sind ja zur Zeit “In”. Nachdem es einen eher Missglückten Versuch von Helga Trüpel (Schwerpunkt Kulturflatrate bzw. ein Gegenmodell) gab hat nun auch der Innenminister nachgezogen, doch so richtig passend sind die immer noch nicht. Erheblich besser gefallen mir da schon die 10 Thesen von Malte Spitz.
Was jetzt kommen muss sind halt die Diskussion, welche dieser Thesen von der Gesellschaft gewünscht werden. Thesen sind ja in diesem Zusammenhang nichts anderes als Vermutungen, was gut für die Gesellschaft wäre. Und wenn dieser Wunsch sich dann rauskristallisiert, dann muss man überlegen, wie man diese Ziele, die in den Thesen formuliert sind, umsetzen kann. Das können einerseits gesetzliche Eingriffe sein, andererseits auch einfach Angebote, Informationen, Normen etc.
Unsere grüne Bundestagsfraktion kümmert sich derzeit darum, dass die Warteschleifenabzocke verboten wird. Find ich gut! (Fraktion, Nicole Maisch)
Allerdings sollte man das Problem genau beschreiben. Das Problem ist, dass die Anrufer verteuerte Anrufpreise zahlen, während sie noch gar keine Leistung bekommen. Also z.B. 14 Cent pro Minute für “bitte warten sie noch einen Augenblick, der nächste Berater ist für sie reserviert”. Oder auch mal 99 Cent oder über 1 Euro für so eine Ansage. Wenn das dann über 10 Minuten geht, dann geht das ganz schön ins Geld. Die Dauer ist zwar Schade, aber je nach Anrufzeit durchaus verständlich.
Allerdings finde ich es unsinnig, sich zu beschweren, wenn es bei Alice mal etwas länger dauert, wie bei SpOn, weil die bieten eine 0800-Nummer an. Die kostet weder vom Handy, noch vom Festnetz irgendwas (außer Strom und Zeit). Als jahrelanger Alice-Kunde musste ich dort selten anrufen, aber wenn, dann habe ich halt den Lautsprecher angestellt und was anderes gemacht (gelesen, zum Bäcker gelaufen, …). Irgendwann war dann die Ansage vorbei und ich konnte mit einem Mitarbeiter reden. Bei Vodafone sieht es ähnlich aus, 1und1 hat seit neuestem eine Nummer, die Festnetzkosten verursacht und für Kunden komplett kostenlos ist (genauer gesagt, 1und1 hatte schon vor Jahren so eine Festnetznummer, die allerdings nicht so öffentlich gemacht wurde. Aber irgendwie habe ich sie damals doch gefunden.)
Daher sollte man das Problem nicht in Minuten beziffern, sondern in Kosten pro Anruf.
Davon hab ich schon vor paar Tagen gelesen, gerade schon wieder:
“Die ARD plant eine kostenlose Anwendung, die die Nachrichten der Tagesschau auf das iPhone bringt.”
Und die Regierung kritisiert das. Also das man etwas spezielles für die macht, die sich so ein teures Gerät leisten können finde ich auch schlecht. Warum sollen nur IPhone-Benutzer von den Nachrichten profitieren. Aber zum Glück gibt es ja einen Standard, mit dem man wahrscheinlich sowohl auf dem IPhone, als auch an jedem anderen Internetfähigen Gerät Nachrichten lesen kann: RSS.
Daher mein Vorschlag an die ARD (und alle öffentlich-rechtlichen): Bleibt bei den RSS-Feeds! Ergänzt werden könnten die durch RSS-Feeds, die verschiede Themenbereiche abdecken, zum Beispiel je einen für “Schlagzeilen”, “Politik”, “Wirtschaft”, “Umwelt”, “Bildung”, …
RSS kann man auf dem IPhone und mit dem Laptop und dem Blackberry und zig anderen Geräten lesen. Also verstehe ich nicht, warum man für das IPhone was extra braucht.
Übrigens, den Tagesschau-RSS-Feed gibt es ja schon, muss man nur mit einem Feed-Reader drauf zugreifen: Tagesschau-RSS2