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17Sep

Whatsapp und Facebook und Telefonnummern

Whatsapp will jetzt wohl die Daten doch an Facebook weitergeben. Damit sie dies legal dürfen, müssen sie eigentlich das Einverständnis des Nummerninhabers haben. Da sie dies aber nicht so einfach bekommen, lassen sie sich von den Nutzern bestätigen, dass sie dazu authorisiert sind, die Daten in dieser Form weiter zu geben (rote Hervorhebung von mir):

Deine Account-Informationen. Um einen WhatsApp-Account zu erstellen, gibst du deine Mobiltelefonnummer an. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung, darunter sowohl die Nummern von Nutzern unserer Dienste als auch die von deinen sonstigen Kontakten. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Nummern zur Verfügung zu stellen. Du kannst auch andere Informationen zu deinem Account hinzufügen, wie beispielsweise einen Profilnamen, ein Profilbild und eine Statusmeldung.

Das heißt, mit einem akzeptieren bestätigt der User nicht nur, dass seine Daten verwendet werden dürfen, sondern auch, dass er die Autorisierung hat, alle anderen Daten weiter zu geben. Allerdings ist diese Bestätigung in den allermeisten Fällen nicht explizit ausgesprochen worden. Nun könnte man über eine implizite Zustimmung philosophieren, da man ja der anderen Person die Nummer gegeben hat, um über “übliche” Wege zu kommunizieren. Diese implizite Zustimmung scheitert aber spätestens dann, wenn wir bei “sonstigen” Kontakten sind, also Personen, die nicht bei Whats-App oder bei Facebook sind und sich vielleicht sogar ganz bewusst gegen solche Dienste ausgesprochen haben. Facebook hat auch bis heute nicht meine Hauptemail-Adresse etc. Zumindest nicht von mir.

D.h. all diese Angebote, wir durchsuchen dein Adressbuch (besonders schlimm: deine E-Mail-Konten, du musst nur das Passwort angeben) führen nicht nur dazu, dass die EIGENEN Daten an einen Übersee-Konzern abgegeben werden, sondern auch FREMDE.
Jetzt mag der eine oder andere sagen: “Aber wenn ich mit meinen Freunden kommunizieren will, dann muss man das doch so machen.” Das ist aber nicht so. Einerseits kann man komplett anonyme Wege sich überlegen, z.B. IDs oder Benutzernamen, die man dann so verbreiten kann wie man will (ohne die Bindung an die Telefonnummer). Aber selbst wenn man über die Telefonnummer geht, kann man über so genannte Einweg-Hashes die Telefonnummer komplett anonymisieren. Dann könnte man dem Dienst nur die anonymen Hashes mitteilen und dann könnten die so auch prüfen, ob man einen Kontakt hat, der da schon registriert ist, ohne eine einzige fremde Telefonnummer zu transferieren.

Da ich Whatsapp nicht bestätigen kann, dass ich die Autorisierung habe, irgendwelche Daten weiter zu geben, werde ich ab demnächst erstmal nicht mehr bei Whatsapp sein.

Und ich erkläre hiermit öffentlich, dass ich nicht will, dass Daten von mir an Whatsapp oder Facebook weitergeleitet werden. (Anderweitige Vereinbarungen sind möglich)

Und es gibt Alternativen:

Threema z.B. sagt:

Werden meine Adressbuchdaten übertragen?

Das ist Ihre Entscheidung – Threema kann auch ohne Adressbuchzugriff verwendet werden. Wenn Sie die Synchronisation in Threema ausgeschaltet haben, werden keine Adressbuchdaten ausgelesen. Sie müssen dann Ihre Threema-Kontakte manuell hinzufügen (durch Eingabe der ID oder Scan des QR-Codes).

Wenn Sie die Synchronisation verwenden, werden E-Mail-Adressen und Telefonnummern aus dem Adressbuch nur einwegverschlüsselt («gehasht») und zusätzlich mit SSL gesichert an unsere Server übertragen. Die Server halten diese Hashes nur kurzzeitig im Arbeitsspeicher, um die Liste der übereinstimmenden IDs zu ermitteln, und löschen sie sofort wieder. Zu keinem Zeitpunkt werden die Hashes oder die Ergebnisse des Abgleichs auf einen Datenträger geschrieben.

Also machen die genau das, was ich oben gesagt habe. Man kann die ID anders austauschen. Man braucht die Telefonnummer nicht übertragen.

17Oct

Freifunk bei der LDK Bayern

Meine geplante Rede um den Antrag vorzustellen (im Endeffekt hatte ich 3 Minuten Zeit und musste spontan kürzen):

Liebe Delegierte,

die letzten Tage waren von einem Thema geprägt: Flüchtlinge. Ganz nebenbei, fast unbemerkt, wurde mit 404 Ja-Stimmen die Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Trotz NSA-Skandal, trotz Datenschutzbedenken, trotz Verfassungsbedenken und obwohl es quasi kein Beispiel gibt, wie durch Totalüberwachung ein Anschlag verhindert wurde, wurde dieses Gesetz beschlossen.

Vor diesem Hintergrund freut es mich besonders, dass ich den “Bayern digitalisieren” vorstellen darf, in dem

  • Freifunk ist eine Initiative, die ein Netz in Bürgerhand aufbauen will. Keine Konzerne haben die Kontrolle, sondern die Bürger.
  • Ein Netz, in dem man sich anonym bewegen kann. Ohne Anmeldung. Ohne Nachvollziehbarkeit.
  • Ein dezentrales Netz, in dem keine zentrale Stelle der NSA Schnüffelzugang geben kann.
  • Und ein Netz, in dem man seinen DSL-Anschluss einfach und legal mit den Nachbarn teilen kann. Und damit ist es sozial, weil dann die Leute, die keinen eigenen Internetanschluss haben, diesen freie Netz einfach mitbenutzen dürfen. Und zu diesen Leuten, die ein ganz hohes Bedürfnis an kostenlosem Internet haben, zählen zur Zeit die Flüchtlinge. Und daher bin ich stolz, was in der Freifunk-Community zur Zeit passiert: Ganze Flüchtlingsheime werden mit WLAN ausgestattet, so dass diese Leute ihren Familien Nachrichten schreiben können, sich informieren können. Dafür danke ich der Freifunkcommunity. Danke!

Ein großer weiterer Grund warum es Freifunk braucht und man nicht einfach sein privates WLAN freigibt, ist der deutsche Sonderweg der Störerhaftung. Was bedeutet das? Wenn jemand über meinen privaten DSL-Anschluss einen Musiktitel hochlädt, dann habe ich eine Infrastruktur bereitgestellt und kann verklagt werden. Das ist so, wie wenn der Postbote für einen Erpresserbrief oder die Telekom für einen Drohanruf haften müsste.

Deswegen hat Freifunk eine Infrastruktur geschaffen, die dieses unsinnige Gesetz legal umgeht, indem sie über dezentrale Hintergrundserver das Providerprivileg nutzen. Das ist zur Zeit eine benötigte Krücke. Das ist nicht die Ideallösung. Daher an dieser Stelle ein herzlicher Dank an Verena Osgyan und die gesamte Landtagsfraktion, die sich bereits in den letzten Monaten für eine Abschaffung dieser Störerhaftung eingesetzt haben. Danke!

Die Freifunkinitiative lebt somit viele Grüne Werte. Und deswegen beantragen wir hier, dass wir als LDK auch Freifunk unterstützen. Das kann auf zwei Ebenen passieren.

  1. Freifunk Hardware

    Freifunk Hardware

    Einerseits kann jeder von uns, im Büro der Grünen oder auch zu Hause teilnehmen. Technisch ist das sehr einfach. Entweder man kauft sich solch einen kompatiblen, handelsübliche Router und installiert darauf die entsprechende Firmware, die es auf den Webseiten der Freifunkinitiativen kostenlos gibt. Oder man kann häufig einen vorinstallierten Router bei der lokalen Freifunkinitiative zum Selbstkostenpreis bekommen. Das unterstützt nicht nur Freifunk, sondern lockt die Menschen auch in die Nähe der grünen Büros.

  2. Aber viel wichtiger ist die politische Unterstützung. Das fängt damit an, dass der Aufbau des Netzes nicht von der Politik blockiert wird sondern unterstützt wird.
    Ein schönes Beispiel habe ich Euch aus Möhrendorf mitgebracht. Eine Firma will mit vielen ihrer Mitarbeiter, die sich in der Thematik engagieren wollen, zwei Flüchtlingsheime mit Internet und WLAN versorgen. Da es in dem einen Heim aber keinen Anschluss gibt, wird das Signal per Freifunk weitergeleitet. Und da das Rathaus, als einer der höchsten Punkte ist, von dem aus man eine gute Funkverbindung realisieren kann, will der Bürgermeister es ermöglichen, dass das Rathaus ein Teil dieses Netzes wird.
    Doch die politische Unterstützung muss weitergehen. Es sollte nicht nur eine Tolerierung sein. Wie die Grüne Jugend zu Recht in ihrem Änderungsantrag vermerkt hat, kann der Staat noch viel weitergehen. Daher übernehmen wir gerne den Änderungsantrag  und fordern, dass der Staat den aufbau freier WLAN-Netze aktiv unterstützen soll.

Ich möchte Euch nun bitten, diesen Antrag nun zu unterstützen, damit wir gemeinsam die digitalisierung in Bayern voranbringen können. Vielen Dank.

 

Der Antrag wurde angenommen.

27Aug

Freifunk II – wie kann man mitmachen.

Mitmachen bei Freifunk ist ganz einfach, diese Beschreibung gilt für Freifunk Franken, aber in anderen Regionen ist es ähnlich, da passen nur die Links nicht:

Einen der unterstützten Router kaufen (egal bei welchem Händler, die günstigsten gibt es ab 15 Euro), die beim jeweiligen Router verlinkte Installationsanleitung öffnen, die dort stehende Firmware runterladen, diese (entsprechend der bebilderten Anleitung) auf den Router drauf spielen, Internetkabel anschließen. Das war das technische.

Um es richtig schön zu machen, geht man dann noch auf “netmon”, einem Monitoring-Tool, legt sich dort einen Account an (bzw. falls man schon einen hat, nutzt man den), schaut nach neuen Routern, beansprucht den entsprechenden für seinen Account, und trägt die Daten ein. Insbesondere der Standort ist interessant, weil man dann auf der Karte auftaucht. Dort kann man dann auch beobachten, was mit den Routern so passiert. Mit welchem anderen Router verbindet er sich? Wie viele Nutzer benutzen diesen Router? u.v.m.

Und wem das zu kompliziert ist, der kann einfach mal bei einem Freifunker seiner Wahl nachfragen, ob der nicht noch einen Router hat, den er zum Selbstkostenpreis abgibt und/oder einem kurz hilft.

Wenn einen an Technik rumspielen nicht so interessiert, dann ist man hier fertig. Ansonsten geht es jetzt erst so richtig los, per SSH einloggen, Konfigurationsmöglichkeiten aus dem Wiki ausprobieren, neue Konfigurationsmöglichkeiten ausprobieren und im Wiki dokumentieren, … bei der OpenSourceFirmware mitentwickeln, Gatewayserver aufsetzen und betreuen, Richtfunkstrecken aufbauen um verschiedene Stadtteile zu vernetzen, …

Freifunk setzt sich, wie gerade angedeutet, aus 2 Nutzergruppen zusammen, den “Nerds”, die das System als Spielwiese nutzen um ein tolles Netz noch besser zu machen und den “Anwendern”, die das Netz vergrößern und (zusammen-)wachsen lassen und von den tollen Entwicklungen kostenlos profitieren können. Beide Gruppen sind sehr wichtig und daher sind auch technisch nicht so versierte Menschen bei Freifunk sehr willkommen. (Und als 3. Gruppe könnte man noch die Spender nennen, die Geld für Hardware oder Server zur Verfügung stellen)


 

Über Umwege bin ich zu dem Hobby Freifunk gekommen. Daher werde ich in den nächsten Wochen hier einige Artikel zum Thema Freifunk veröffentlichen. Die gesamte Artikelsammlung gibt es dann unter dem Tag “Freifunk“.

26Aug

Freifunk I – Was ist Freifunk

Über Umwege bin ich zu dem Hobby Freifunk gekommen. Daher werde ich in den nächsten Wochen hier einige Artikel zum Thema Freifunk veröffentlichen. Die gesamte Artikelsammlung gibt es dann unter dem Tag “Freifunk“.

Heute erst mal allgemein an:

Was ist Freifunk?

Die Kurzform ist: Freifunk ist eine Initiative von “Bürgern”, die die Möglichkeiten der Technik nutzen wollen, und sich per Funk vernetzen (und ihr Internet teilen).

Wer heute durch eine Stadt geht und auf seinem Smartphone ins WLAN-Menü schaut, der sieht so ca. 10 WLANs, die alle “verschlüsselt” sind. Diese leben alle nebeneinander her. Diese hängen quasi alle an einer Internetleitung. Und die jeweilige Internetleitung ist zu geschätzten 10% ausgelastet. (naja, vielleicht sind es auch noch weniger). Daraus kommen eigentlich 2 logische Schlussfolgerungen:

  1. Wenn es sowieso überall Funknetze gibt, kann man nicht die irgendwie miteinander verbinden? Z.B. die Datei, die ich dem Nachbar schicken will, muss die wirklich von meinem WLAN, zu meinem Internet-Provider, zu meinem E-Mail-Provider (z.B. googlemail, dann geht es über die USA), zu dem seinem Mailprovider, zu dem seinem Internetprovider, und dann über seine DSL-Leitung zu ihm. Statt Mailprovider kann man auch “Cloudprovider” nehmen oder sonstwas, dann ist es vielleicht ein Zwischenschritt weniger, die USA und die NSA oder sonstige Geheimdienste sind trotzdem relativ wahrscheinlich irgendwo an der Leitung.
    Die Antwort ist ja: Mit Freifunk geht das. Die Router verbinden sich nicht nur mit Clients (also Handy, Laptop etc.) sondern auch untereinander und damit entstehen nicht 2 getrennte Netze sondern ein großes.
  2. Wenn die Leitung eh nur zu 10% genutzt wird, kann man dann nicht einfach dem Nachbarn erlauben, dass er das mitnutzt.
    Hier ist die Antwort etwas komplizierter. Egal ob Freifunk oder nicht, grundsätzlich kann man die Leitung jedem zur Verfügung stellen. Leider gibt es in Deutschland aber die Störerhaftung, d.h. wenn jemand mit meinem Anschluss “verbotenes” macht, bin ich dafür erst mal verantwortlich. (Die gesetzlichen und juristischen Details lasse ich mal weg). Dieses Gesetz ist eigentlich schon ein Skandal. Im Grunde verleihe/schenke ich dem Nachbar eine Resource und mache damit nichts illegales. Würde irgendwer meinen, dass wenn jemand mein Auto ausleiht und damit eine Bank ausraubt, ich dafür ins Gefängnis müsste? Würde irgendwer meinen, dass der Postbote für einen Erpresserbrief den er einwirft (aber nicht geschrieben hat und dessen Inhalt auch nicht kennt) verantwortlich sei? Warum es dann beim Internet die Störerhaftung geben muss ist für mich unverständlich. Aber es gibt sie. Aber auch da hat Freifunk eine Lösung. Eigentlich sogar 3.

    1. Die Daten werden gar nicht unter meinem Namen ins Internet geleitet, sondern per VPN (verschlüsselte Leitung) zu einem Server geschickt. D.h. selbst wenn jemand per Freifunk über meinen DSL-Anschluss Sachen “macht” (Musik runterlädt, Hetzschriften hochlädt), dann sieht die Gegenseite gar nicht, dass es von mir kommt, sondern sieht nur, dass es von dem Server kommt. Und dieser Server speichert minimal Daten.
    2. Dieser Server selber macht sich aber auch nicht strafbar, weil dieser Server von einem Provider betrieben wird. Und für Provieder gibt es das sogenannte Providerprivileg.
    3. Die 3. Variante betrifft wieder den Server, diesmal agiert der aber nicht als deutscher Provider, sondern steht im Ausland. Und dort gibt es keine Störerhaftung, es ist also legal, die Daten dort so ins Internet zu leiten.

Also zusammengefasst, Freifunk ist eine Initiative, die einerseits ein Funknetz aufbauen will, indem man intern kommunizieren kann, andererseits bietet Freifunk einen kostenlosen, anonymen Zugang zum Internet an.

 

22May

offizieller Kulturserver

Im Rahmen von Kulturflatrate oder ähnlichen Pauschalvergütungsmodellen kommt immer wieder die Frage auf: Wie soll die Verteilung der Gelder geregelt werden. Dazu habe ich vor langer Zeit diesen Artikel geschrieben: Kulturflatrate, Abrechnungsmöglichkeiten der einen zentralen Server vorschlägt. Da dies gerade bei uns Grünen wieder heiß diskutiert wird, noch mal paar Ergänzungen dazu:

Das hätte folgende Vorteile für die Nutzer:

  • Saubere Quelle: Keine Viren,
  • Legale Quelle: Der User kann von legalen Inhalten ausgehen, da sie sonst entfernt werden würden.
  • vertrauenswürdige Quelle: Es kann klar definiert werden, was mit Daten passiert (IP-Adresse, Login?) und ein seriöser Anbieter steckt dahinter
  • Suchmöglichkeiten: Wenn alles zentral ist, dann ist “alles” da, kann kategorisiert werden, durchsuchbar gemacht werden, standardisiert getagt werden, ….
  • Wenn darüber die Bezahlung für die Künstler geregelt wird, kann man seinem Lieblingskünstler was Gutes tun

Vorteile für den Künstler:

  • Seine Musik wird gehört
  • Der Musikkonsum seiner Musik wird gemessen und somit BEZAHLT

Ich will NICHT, dass andere Kopierorte illegal wären, so dass man trotzdem sonst wo kopieren kann, WENN es über eine Pauschalvergütung legal ist. Aber dies wäre eine zusätzliche, sinnvolle Ergänzung, um die Messung durchzuführen und so die Gelder zu verteilen. Welche Anteile diese Methode an der Bestimmung der Geldmenge hat, ist mir dabei erst mal egal.

Natürlich müsste man auch Missbrauch verhindern. Wenn riesige Geldmengen verteilt werden, ist das Betrugspotential hoch. Also könnte ich mir pseudonymisierte Accounts vorstellen, die z.B. nur mit dem Personalausweis beantragt werden können und eine Zuordnung nicht trivial möglich ist. Der anonyme Charakter sollte weitestgehend erhalten bleiben und gleichzeitig der Missbrauch verhindert werden. Da gibt es  Lösungen. Aber wenn ich etwas legales von einer staatlichen Behörde mit vernünftingen Lösch- und Verarbeitungs-Regeln runterlade, dann wird glaub ich mehr für den Datenschutz getan, als wenn ich mich in einem dubiosen Portal rumtreibe.

Jetzt wurde ich gefragt, wie das sei, wenn der Künstler das da gerne hochstellen würde, aber der Verwerter dagegen wäre. Ich sage, der Verwerter wird da nicht dagegen sein, weil darüber gemessen wird, wie viel Geld aus der Pauschalvergütung fließt. Da wäre man ja dumm, wenn man es nicht dort bereitstellen würde, sondern das Risiko eingehen würde, dass es in anderen (dann legalen) Tauschbörsen getauscht wird und man nichts vom Geldkuchen abbekommt.

07May

Geistiges Eigentum – Kauder und das Fahrrad

Kauder scheint beim Urheberrecht eine recht moderne Meinung zu haben. Unionsuntypisch. Er soll heute gesagt haben:

“Können wir uns darauf einigen, dass Geistiges Eigentum genauso ist, wie ein Fahrrad?”

Was lese ich daraus

  • Wenn man ein Fahrrad 15 Jahre nicht pflegt und daran rum schraubt, ist es nichts mehr wert. => wird verschenkt – Beim Urheberrecht wird diskutiert, ob die Schutzfristen (70 Jahre nach dem Tod) zeitgemäß sind, oder ob erheblich kürzere nicht sinnvoll wären. Er scheint für 15 Jahre zu sein.
  • Wenn ich ein Fahrrad im Garten stehen hab und jemand eines exakt gleich nachbaut, indem er sich meines anschaut und es selber zusammenschraubt (mit seinem Material), dann wird (zumindest für den Privatgebrauch) kaum jemand was dagegen haben. Solange er meine Version stehen lässt und ich sie weiter benutzen kann.
  • Ein gekauftes Fahrrad darf man jedem Freund geben, wie man will, ohne DRM.
  • to be continued … (was kann man noch rauslesen?)

Ich finde die Positionen von Kauder durchaus sympathisch, wir brauchen eine Reform des Urheberrechts.

Oder hat er es etwa ganz anders gemeint? So nach dem Motto, wenn ihm sein Fahrrad geklaut wird, dann stört es ihn nicht, weil er eh mit dem Dienstwagen fährt wenn einem Normalbürger wie uns ein Fahrrad geklaut wird, ist es ein extrem großer Verlust und total ärgerlich … aber sorry, bei digitalen Gegenständen ist die Lage einfach etwas anders und komplizierter, der Verlust durch Kopie (nicht durch Diebstahl und wegnehmen) ist nun mal etwas anderes als der Verlust eines Fahrrades, aber so dumm kann doch nicht mal Kauder sein, dass er das nicht versteht, oder?

17Apr

Urheberrecht III

Am Wochenende hat der Grüne LAK Medien getagt, und über das Urheberrecht diskutiert. Scheinbar ist das Ergebnis, eine Internet-Leer-Abgabe, (man könnte es auch Kultur-Flatrate nennen), die 1,50 € pro DSL-Anschluss und 1€ pro Handy-Daten-Tarif kosten soll.

Ich finde, sowas geht in die richtige Richtung. Mag aber doch mal rumnörgeln.

  • Was für mich am interessantesten wäre, wären Filme und Bücher. Wenn ich mir legal alle Sachbücher und Filme für 1,50€ im Monat runterladen dürfte, wäre das genial. Aber ich fürchte, die sind da nicht mit abgedeckt, oder?
  • Datentarif ist ein sehr weites Feld. Effektiv kann ich mit dem Handy 500 MB (und danach mit 64 kBit/s) runterladen und insgesamt paar GB speichern, während ein Rechner innerhalb weniger Stunden die paar GB runterladen kann und Terrabyte-Weise zeug speichern kann. Noch krasser wird es, wenn jemand ein Prepaid-Datentarif hat und einmal im Monat Mails abrufen will… klar, 1€ ist jetzt nicht die Welt, aber das Verhältnis muss beachtet werden.
  • Die Verteilung soll über die GEMA (und andere VGs) erfolgen. Da ist aber ein Reformbedarf vorhanden. Im jetzigen System will ich denen nicht noch mehr Geld geben. Gerade kleine Bands, die sich vor allem über das Internet vermarkten, haben kaum eine Chance, von der Gema Geld zu bekommen. (Oder sind meine Infos da falsch? – Ich hab das nur vom hören-sagen.)

Aber trotz meinen kleinen Bedenken, finde ich das ein schönes Modell und auch die Größenordnung ist absolut OK. Allerdings muss natürlich noch geprüft werden, ob alle digitale Kunst und Kultur damit abgedeckt ist. Bringt ja nichts, die Musik zu legalisieren, aber bei Filmen dann doch wieder Stress zu machen. Also würde ich da lieber für “etwas mehr” und dafür “vollständig” plädieren.

14Apr

Urheberrecht

Auf meinen Artikel von Anfang April habe ich viele Rückmeldungen bekommen und noch mal drüber nachgedacht.
Im Grunde geht es doch darum, finanzielle Vorteile beim Konsumenten bzw. finanzielle Nachteile beim Künstler durch Zahlungen auszugleichen.

Und hier gerechte Zahlungen zu ermitteln, ist die Kunst, die wir erlernen müssen.

Als erstes müssen wir auf der Konsumentenseite ganz klar unterscheiden, ob das professionell oder privat genutzt wird. Wenn es professionell genutzt wird, können wir glaube ich auf jeden Fall von einem finanziellen Vorteil ausgehen, d.h. Fernsehsender oder Kinos bei Filmen, Konzertanbieter und CD-Verkäufer bei Musik, kommerzielle Webseiten bei Photos, Veranstaltungen mit Eintritt, bzw. Veranstaltungen bei denen jemand Geld verdient (z.B. Theather, Lesungen, ….), Shops jeglicher Art bei aller Kultur, … Diskos die Musik abspielen, Einkaufszentren mit Filmbereich für Kinder (Fernseher im Schuhgeschäft mit Zeichentrickfilmen kenn ich z.B., oder im Kleiderladen) , … bei all diesen Nutzern sehe ich einen finanziellen Vorteil und finde daher, dass es hier auf jeden Fall gerechtfertigt ist, wenn Zahlungen erfolgen.

Grundsätzlich sind die Höhe der Zahlungen bilateral zu verhandeln. D.h. der Künstler und der Nutzer handeln einen Preis aus. Natürlich wären aber einheitliche Zahlungsweisen und Höhen über einen Künstlerverband mit geringem Verwaltungsaufwand schön, um den Aufwand zu verringern.

Privatkopie: Das nächste ist, wie mit privat genutzter Kultur umgegangen wird. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Konsumenten damit kein Geld verdienen, aber bisher diverse Geschäftsmodelle darauf ausgelegt sind, dass genau diese Gruppe zahlt und der Wunsch nach professioneller Kultur auch hier offensichtlich existiert. Es gibt genug Seiten mit CC-Musik, wo jeder legal und kostenlos Musik runterladen kann, aber scheinbar wollen viele Leute die professionell erstellte Musik. Wenn sie aber diese Musik wollen, müssen sie auch damit rechnen, dass “irgendwer” für die relativ komplexe Produktion zahlen muss. Noch krasser ist es bei Filmen. Avatar mit Rekord-Produktionskosten und gleichzeitigen Rekord-Umsätzen ist ein klares Zeichen, dass die Leute einerseits solche Filme wollen und andererseits auch bereit sind, dafür zu zahlen. Aber diese Umsätze wurden vor allem im Kino gemacht, trotz bereits existierenden File-Sharing-Möglichkeiten. Von daher (und ähnliche Ergebnisse gibt es auch von Wissenschaftlern) kann davon ausgegangen werden, dass diese Kopier-Möglichkeiten gar keinen so dramatischen Schaden in der “Kultur-Wirtschaft” anrichten. Agnes hat in ihrem TAZ-Artikel ja sogar behauptet, selbst bei der “Verwerter-Industrie” würde das nur als Sekundäres Problem gesehen – hinter vorgehaltener Hand. Die spannende Frage ist aber, was passieren würde, wenn es legal wäre. Im Augenblick gibt es genügend Leute, die auf das runterladen verzichten, weil es eben illegal ist. Ich vermute, dass wenn es legal wäre, dann würden zumindest die DVD- und CD-Verkäufe (noch weiter) runter gehen und die Online-Geschäftsmodelle erst recht. Andererseits gibt es zumindest im Musik-Bereich fast alles auf YouTube (und gilt dort im allgemeinen Volksglauben als legal, obwohl die Einigung mit der GEMA immer noch nicht geschafft wurde – genau so ein Fall wie oben erwähnt, Google mit seiner Plattform YouTube verdienen über Werbung Geld an jedem Video, also sehe ich es auch als “Zwang”, dass sie dafür an die Künstler was bezahlen müssen). So deckt sich die öffentliche Wahrnehmung (man kann quasi legal schon vieles anhören, die Musik-Industrie verdient trotzdem Geld) mit diversen wissenschaftlichen Studien.

Bereits heute beinhaltet das Urheberrechtsgesetz ja auch schon das Recht zur Privatkopie. Vor diesem Hintergrund wäre es überlegenswert, ob man nicht die Privatkopie, egal von welcher Quelle, grundsätzlich legalisiert. Der “Zuverfüger-Steller” darf keinerlei kommerziellen Ziele damit verfolgen. Also sobald es auf einer Web-Seite ist, auf der Werbung geschalten wird, die generell dem “Bekanntmachen” einer Marke dient o.ä. und es damit mehr oder weniger direkt um Geld geht, gilt die Seite als kommerziell.

Ob es sinnvoll ist, wenn ich privat Musik anbieten darf, darüber bin ich mir noch nicht sicher. Also quasi auf meiner privaten Webseite “Meine Lieblingslieder: mp3-1 mp3-2 u.s.w.”  … Zu diskutieren

Wichtig finde ich auch noch, dass alle Veranstaltungen, die nicht-kommerziell oder staatlich sind und im Bereich Bildung anzusiedeln sind, die Werke nutzen dürfen. Dazu gehört insbesondere, dass ein Lehrer z.B. im Musikunterricht ein Stück einspielen darf, um etwas zu erklären, oder ein Zeitungsartikel kopieren, oder … nicht dazu zählen jedoch Schulbuchverlage, die ja damit Geld verdienen. Aber dazu gehört auch ein Vortrag in einem Verein, für den der Vortragende kein Geld bekommt, … (z.B. auch Barcamps, Pecha Kucha, Nerd Nite, …

Schutzfristen: Hier würde ich in 2 Aspekte unterscheiden:

  1. kommerzielle Nutzung: Hier kann ich den Künstlern zustimmen, wenn jemand ein “einmaliges” Kunstwerk macht, z.B. Shakespeare mit Romeo und Julia, dann ist es nicht ersichtlich, warum jemand anderes damit Geld verdienen darf, ohne dem Künstler was abzugeben.
  2. Weiterverarbeitung: Oft sind Kunstwerke die Grundlage für noch “größere” Kunstwerke. Selbst bei Shakespeare war die Idee von der “verbotenen Liebe” sicherlich nicht ganz neu. Diese Entwicklung sollte nicht aufgehalten werden. Daher sehe ich hier erheblich kürzere Schutzfristen. Also sollte es einem anderen Künstler möglich sein, die Ideen eines alten Werkes zu nutzen und etwas drauf zu setzen. Sei es der Plot einer Geschichte (Romeo und Julia ist in viele modernen Geschichten eingeflossen), das Motiv eines Musikstückes, das Motiv eines Bildes. Hierbei sollte eine generelle Weiterverarbeitung sehr bald (wenige Jahre, z.B. 10 nach der Schaffung) möglich sein, OHNE die Zustimmung des Künstlers (frei), was aber nicht unbedingt bedeutet, dass es kostenfrei sein muss. Zum Beispiel könnte man sagen, dass Lizenzen (allgemein festgelegt durch die Künstlervereinigungen) an die ursprünglichen Künstler gezahlt werden müssen, je nachdem zu welchem Anteil das neue Kunstwerk aus dem alten Kunstwerk besteht. Der Anteil der Zahlungen sollte aber auch sinken, je älter das Werk wird. Die alte Geschichte, dass sich Kinder verfeindeter “Volksgruppen” ineinander verlieben, sollte jetzt auch nicht auf ewig nur in Verbindung mit Kosten genutzt werden dürfen. Daher mein Vorschlag: Nach 10 Jahren dürfen Werke gegen Lizenzzahlungen genutzt werden. Die Lizenzsätze sind am Anfang 100% des Standardsatzes und verringern sich mit jedem Jahr um einen Prozentpunkt. Die tatsächliche Lizenzhöhe hängt dann noch vom Anteil der übernommenen Kunstwerke ab. 110 Jahre nach der Schaffung des Werkes wäre dann eine Weiterentwicklung kostenfrei. Die genauen Modalitäten sollten aber die Künstler untereinander ausmachen und sind von mir nur als Beispiel gedacht.

Ein letzter Aspekt ist noch mal die Kulturflatrate: Die Frage ist ja, wie die Künstler Geld dafür bekommen sollen, wenn es plötzlich legal wäre, Kultur einfach zu kopieren. Oben war ich mir ja unsicher, ob und wie stark die Legalisierung überhaupt den Kultur-Konsum bremsen würde.

Ich bin generell ein Fan von der Kulturflatrate, wenn sie zu einem akzeptablen Preis angeboten wird, dann gerne auch verpflichtend. Das Problem ist eben, dass gerade gar nicht klar ist, wie viel Umsatzeinbrüche und Gewinnrückgänge durch so eine Kulturflatrate zu erwarten sind. Also wenn z.B. heute in einem Referenzgebiet 1000 CDs gekauft werden und nach der Einführung der Kulturflatrate und der Legalisierung des Kopierens nur noch 700, was müsste dann die Kulturflatrate ersetzen?

  • 300 * 10 € (CD-Preis)
  • 300 * 1 € (Der Anteil des Künstlers an einer CD – die Zahlen dazu schwanken)
  • Vielleicht sogar noch weniger, weil die (kostenpflichtigen) Downloads eines Portals dafür um 500 gestiegen sind, und der Künstler da jeweils 20 Cent pro Download bekommt?
  • Vielleicht doch mehr? Bisher bekommen auch die Produzenten etc. was und einige Künstler brauchen die nach wie vor.

Die Zahlen sind jetzt rein fiktiv, aber allein daran kann man schon sehen, dass eine “faire” Berechnung da gar nicht so einfach ist. Deswegen brauch man bei solchen Modellen alle an einem Tisch. Bei einer Zwangsabgabe ist auch darauf zu achten, dass sie fair ist, also jemand wie ich, der wenig Musik hört, aber evtl. ab und zu ein Film schauen würde…. Für 15€ könnte ich das heute auch schon legal, also will ich nicht, dass es viel mehr wäre. Ich könnte mir eine erweiterte “Leermittelabgabe”, wie sie bereits praktiziert wird, erweitert um den Internetanschluss vorstellen. Genaue Zahlen müssten noch durchgerechnet werden.

Alles sind nur grobe Ideen, die Details müssten gemeinsam mit den Betroffenen ausdiskutiert werden.

04Apr

Urheberrecht

Gerade kochen die Diskussionen hoch. Nach Sven Regener haben sich nun auch noch 51 Tatort-Autoren und der CCC gemeldet. Eine generell schöne Übersicht gibt es in der Linksammlung Urheberrecht. Und jetzt komm ich auch noch:

Die Tatort-Autoren haben eigentlich das Grundproblem schon schön von uns abgeschrieben, das ich jetzt noch mal selber in eigenen Worten formuliere: “Die Nutzer wollen die Kultur möglichst einfach und kostengünstig nutzen, während die Künstler von Ihren Werken leben wollen.” Beides müssen wir berücksichtigen und abwägen.

Wir leben zur Zeit in einer Situation, in der digitale Kultur technisch sehr einfach kopiert werden kann. Es ist nicht nur theoretisch einigen Hackern möglich, sondern eben auch der großen Mehrheit der Leute, die im Internet aktiv sind. “Link rechts-klicken – speichern unter – Musikordner auswählen – fertig” kann man einem heutigen Jugendlichen ganz einfach beibringen. Noch einfacher geht es auf Video-Plattformen, “Bandname eingeben, play drücken”. Das ist einfach mal die Realität. Vor 15 Jahren waren es noch die CDs, die heimlich auf dem Schulhof ausgetauscht und dann zu Hause kopiert wurden, z.T. schon mit 10 Stunden Musik im MP3-Format. In der Uni gab es dann Gerüchte von Servern in den Wohnheimen, auf die jeder Musik hochladen und insbesondere auch von dort runterladen konnte. Heute ist das im “offenen” Internet möglich.

Wir haben jetzt, vor diese Realität gestellt, quasi 2 Möglichkeiten.

  1. Wir nutzen die Macht des Staates und des Gesetzes aus, um es zurückzudrängen. Gefängnis, drastische Geld- Strafen, … oder eben auch die Freiheit der Urheber bzw. der Content-Industrie, saftige Abmahnungen zu verschicken.
  2. Wir akzeptieren die Entwicklung und wir finden eine Lösung, die diese Realität akzeptiert und dabei trotzdem die Urheber entsprechend mit einbezieht.

Ich bin ganz klar für Version 2. Da stehe ich 100% dahinter. Wie genau diese Lösung aussieht, da habe ich sehr konkrete Ideen, bin aber gerne bereit, mich von den Urhebern, den Netz-Experten (CCC & Co), und anderen von besseren Lösungen überzeugen zu lassen.

Die viel diskutierte Senkung der Schutzfristen halte ich auch für keine Lösung, es muss viel mehr geklärt werden, wer was darf. Z.B. was genau ist eine “Privatkopie” (die je nach Kommentar angeblich heute schon in der einen oder anderen Form legal ist). Was ist mit Bildungs-Sachen. Darf eine Schul-AG einen Tatort als Theatherstück aufführen, ohne dafür zahlen zu müssen, oder müssen sie davor 5000 € an die Drehbuchautoren zahlen. Was ist mit ehrenamtlichen Veranstaltungen. Wenn bei einem Poetry-Slam mittendrin eine Göthe oder ein Satz von Günther Krass eingebaut wird, steht dann gleich die VG-Wort bei dem Hobby-Künstler, oder darf er das? Wie ist es mit den Einnahmen bei ehrenamtlichen Projekten? Also wenn die Schul-AG 2 Euro Eintritt nimmt, aber keiner der Schüler einen Cent davon bekommt, sondern das Geld für Requisiten ausgegeben wird, damit der Eigenanteil nicht zu hoch wird?

Etwas anderes ist die kommerzielle Verwertung. Da bin ich ganz klar der Meinung, egal ob Kino, E-Shop, …. sobald die mit der Kultur was verdienen, sollen sie auch den Urhebern etwas zahlen. Im Fernsehn zahlen wir einerseits GEZ-Gebühr und andererseits erleiden wir brav die “Produktinformationen”, damit die Fernsehsender dann den Künstlern etwas zahlen können. Wir zahlen für Konzertkarten und für DVDs, den Kinoeintritt und im Buchladen.

Wir “Konsumenten” der Kunst zahlen an so vielen Stellen, aber wenn wir mal an eine digitale Kopie eines Werkes kommen, sei es, weil der Kumpel sie auf der Festplatte mitgebracht hat oder wir im Internet rumgesurft sind, wollen wir NICHT gleich 5 Jahre ins Gefängnis.

Das findet ihr Gerecht? Ich nicht. Wie gesagt, es geht darum, dass wir “normalen” Nutzer damit keinen Cent verdienen. Etwas anderes wäre es, wenn ich jetzt ein Lied auf meiner Webseite laufen lassen würde, auf der ich Geld verdiene. Oder Photos nutze.

Natürlich ist uns Nutzern allen klar, dass die Produktion Geld kostet. Trotz allem “lieben” wir doch alle die großen Hollywood-Filme (sagen zumindest die Statistiken) oder die Top-Songs der Charts, sonst würden sie dort nicht stehen. Wenn wir solche “professionelle” Kultur wollen, ist auch klar, dass wir die Künstler (und deren Unterstützer) dafür bezahlen müssen. Im Grunde eine Sache von Angebot und Nachfrage.

Die spannende Frage ist aber doch, wie das organisiert ist. Für was genau muss man wie viel zahlen? Bei Napstar bekommt der Künstler für jeden gehörten Song Milli-Cent-Beträge. Das ist legal. Ist das wirklich die Lösung? Ich fürchte, da verdienen zig Zwischenstellen mehr als die Künstler selber.

Und genau zu diesen Fragen will ich eine Lösung finden. Dazu muss man das Netz kennen, man muss die Strukturen der verschiedenen Kunst-Arten kennen, man muss Zahlen haben, …. deswegen müssen alle an einen Tisch. Da bringt es nichts, wenn wir uns gegenseitig beschimpfen. Weder die “Lebenslügen” der Tatortautoren, noch die “Wände” des CCC, … (und bestimmt gibt es auch Äußerungen von mir, die man hier mit aufzählen könnte) sind konstruktiv und hilfreich.

Jetzt haben wir uns alle mal eine Runde ausgekotztsprochen, jetzt sollten wir einmal tief Durchatmen und dann miteinander reden.

27Sep

Die Zeit ist politisch nicht neutral …

Die Zeit druckt einen Artikel mit Argumenten, die zum Teil einfach falsch sind, zum Teil total veraltet. Darauf werden sie in einem Kommentar hingewiesen, und bitten den Autor dann, das mit Quellen zu belegen. Witzig (wenn es nicht so traurig wäre)…

wenn man bei dem Begriff Atommüll unterschlägt. dass der Großteil des Abfalls bei der Urangewinnung entsteht, sowie tausende Tonnen beim Kontakt mit radioaktiven Materialen, dann ist wohl klar für wen dieser Herr arbeitet.
Die paar Kilo Brennstäbe interessieren doch gar nicht.

Anmerkung: Bitte belegen Sie Ihre Thesen mit Quellen, um ihre Richtigkeit zu gewährleisten. Danke. Die Redaktion/km

Wenn ich Zeit hätte, würde ich Fakten raussuchen, dass der gesamte Argumentationsstrang sehr unwissenschaftlich ist und das meiste davon höchstens auf veralteten Quellen beruht. Aber das stört die Zeit ja nicht.

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