Weiter zum Inhalt
Familie & Finanzen & Politik » Erziehungsgeld
03Apr

Erziehungsgeld

Vorher hab ich im Radio einen Beitrag zum Erziehungsgeld gehört.

Ich bin sehr gespalten: Einerseits glaube ich ganz fest daran, dass es für Kinder gut ist, mit anderen Kindern zusammen zu sein, viele Einflüsse zu erleben und viele Optionen kennen zu lernen, wie sie sich entwickeln können. Gerade von paar Monaten oder Wochen älteren Kindern kann ein Kind oft ganz viel abschauen. Andererseits glaube ich, dass feste Bezugspersonen verdammt wichtig im Leben eines Kindes sind und eine gute Erziehung von den Eltern, die sich Zeit nehmen, sehr wertvoll sein kann und den Kindern viel bringt.

Nun ist die Frage beim Betreuungsgeld ja die, ob “Rabeneltern”, die das Kind nur vor dem Fernsehen mit Junk-Food rumlungern lassen und sich nicht viel kümmern, durch ein Betreuungsgeld einen weiteren Anlass sehen, dass sie das Kind weiterhin vor dem Fernseher vergammeln lassen.

Toll ausgebildete Leute werden 150 € ganz sicher nicht als Grund sehen, dass sie daheim bleiben. Denn jemand der toll ausgebildet ist, sollte normalerweise über 1000 Euro verdienen können, selbst wenn man da Steuern und so abzieht, ist das was übrig bleibt noch erheblich mehr als 150€+150€ (gesparte) Kindergartengebühr. Richtig kritisch wird es also bei den Leuten, die eh nur einen 400 Euro Job oder sogar noch weniger haben. Da sind 150 € mehr natürlich schon einiges wert. Nun kann ich die Argumentation einerseits verstehen, dass bei “bildungsfernen” Familien, die eben gerade recht häufig wenig Geld haben, den Kindern auch etwas “Kindergarten” gut tun würde, damit sie dort auch in Bereichen gefördert werden, in denen es die Eltern nicht können. Es muss ja noch nicht mal 40 Stunden die Woche sein, aber 2 mal pro Woche paar Stunden.

Andererseits sind mir solchen pauschalen Vorverurteilungen eigentlich sehr unsympathisch. Das ganze käme einem Kindergartenzwang gleich.

Ich finde eigenlich die Lösung mit dem Elterngeld für die ersten 14 Monate (in denen beide Eltern einen Teil zu Hause bleiben müssen, um die vollen 14 Monate nutzen zu können), eigentlich eine ganz schöne Lösung, die in abgespeckter Version (125 € pro Monat) auch für die folgenden Jahre nicht schlecht ist.

Auf der anderen Seite sollte ganz stark geprüft werden, ob die Kinder sich gut entwickeln. Es gibt ja die U-Untersuchungen beim Kinderarzt. Die vielleicht noch etwas häufiger, aber in mehrere Richtungen. In der Kindertagesstädte gibt es “Übungen”, um diverse Sachen abzuschätzen, … Wenn die Kinder da richtig schlecht abschneiden, sollte das Jugendamt aktiv werden, wenn sie nicht so gut abschneiden, sollten zumindest Empfehlungen ausgesprochen werden.

Mein Fazit: Ich kann es nur empfehlen, wenn Kinder in den Kindergarten geschickt werden. Dort lernen Kinder am meisten, weil sie sich von anderen Kindern, die z.T. nur wenige Monate älter sind, ganz viel ab schauen können. Aber eine gute Betreuung zu Hause ist trotzdem ganz viel wert für die Kinder und daher finde ich es gerechtfertigt, wenn man den Eltern, die sich die Zeit nehmen, dann auch eine kleine finanzielle Anerkennung auszahlt. Daher finde ich es nicht gut, dass das Betreuungsgeld so stark kritisiert wird, an dem Konzept kann man sicherlich einiges optimieren, aber Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern, mit Begriffen wie “Herdprämie” zu beschimpfen halte ich für unangebracht.

Verfasst am 03.04.2012 um 21:26 Uhr von mit den Stichworten , , , .
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Schreibe einen Kommentar

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
34 Datenbankanfragen in 0.594 Sekunden · Anmelden