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Allgemein & Politik » Lagerdenken
31Aug

Lagerdenken

Hallo

die Grünen haben jetzt im Saarland die “einmalige” Chance. Eine Koalitionsbildung unabhängig vom Lagerdenken auszuhandeln.

Die einzige realistische Konkurrenz ist die große Koalition, die aber glaube ich von keinem angestrebt wird.

Ich empfehle den dortigen Grünen, keine Sekunde daran zu denken, ob sie die eine Partei lieber mögen, oder doch die andere Person. Bei solchen Konstellationen geht es um Inhalte und nicht um die Vorlieben der Vorsitzenden. (Naja, nicht ganz, weil eine konstruktive Arbeitsatmosphäre schon auch wichtig ist, aber ich unterstelle mal allen Saarländern, dass sie in einer Regierung dann konstruktiv zusammenarbeiten).

Was wäre also das richtige Vorgehen?

  1. Wahlprogramm nehmen
  2. Jeder einzelnen Forderung darin Punkte geben (je wichtiger, desto mehr)
  3. Überlegen, was sonst noch wichtig ist und Punkte verteilen (Minister, Bundesrat etc.)
  4. Den anderen diesen Anforderungskatalog bei den Verhandlungen vorlegen
  5. Beide Verhandlungen parallel betreiben, davor mit den anderen klar und fair absprechen, wie viel in die andere Verhandlung kommuniziert werden darf (aus grüner Sicht ist natürlich “möglichst viel” interessant.)
  6. Bei einem Parteitag dann das Wahlprogramm als Liste von Punkten so ausarbeiten, dass die Delegierten sehen können, wo bei den Verhandlungen Unterschiede aufgetreten sind.
  7. Einen Parteitag zwischen den Alternativen entscheiden lassen.

Dieses Vorgehen ist im Allgemeinen nicht möglich, da man normalerweise keine 2 Alternativen hat. Aber die Chance kann man nutzen, um beiden Seiten (und allen Bürgern) zu zeigen, dass man an Inhalten und nicht an Lagern interessiert ist.

Verfasst am 31.08.2009 um 18:55 Uhr von