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18Sep

Politikvermittlung

Gestern ging es bei “Pelzig” um Politik und wie langweilig doch der Wahlkampf sei. Die Gäste haben quasi einstimmig mehr Themendiskussionen gefordert.

Gerne, dafür bin ich sofort zu haben. Und wenn ich mich mit einem SPDler, CSUler, FWler, … zusammensetze, werden wir sicherlich eine spannenden Abend haben, in dem wir sehr konstruktive Gespräche führen. Wir werden unterschiedliche Prioritätenund Wertvorstellungen haben, aber auch Überschneidungen. Unterschiedliche Konzepte, aber vielleicht lassen sich da gute Kombinationen erarbeiten. Mir macht sowas Spaß, und ich kenne Leute aus allen Parteien, die das auch so sehen.

Aber stellen wir uns mal vor, wir machen das in der Kneipe, setzen uns zu jemandem dazu und sagen: “Lass uns mal die Probleme des deutschen Steuerrechts [Ersetzbar durch: Probleme der Demographie, Probleme beim Netzausbau, … oder irgend ein anderes politisches Thema] reden”. Da hat leider kaum mehr jemand Lust. Das bedauere ich, weil die Probleme betreffen uns alle. Aber ich kann es auch nachvollziehen. Denn obwohl ich mich sehr viel mit Politik beschäftige, gibt es genug Themen, bei denen ich zwar einbilde eine breite Allgemeinbildung zu haben, aber sobald es in die Details geht mir ganz viele Fakten (Zahlen, Statistiken, Hintergrundwissen) doch fehlen.

Bei Pelzig haben die Sportfreunde Stiller gesagt, dass sie kein Wahlkampflied schreiben würden, weil “Musik vermittelt Emotionen, Politik geht über Inhalte”. Normalerweise könnte ich das voll unterschreiben. Aber de facto geht die Wahl über Emotionen. Die FDP und CDU fahren erfolgreich mit der “Emotion” rot-grün will den Mittelstand bluten lassen. Dass die Realität anders aussieht interessiert viel zu wenige. http://www.steuer-o-mat.de/

Noch krasser als beim Mittelstand sieht es bei den Leuten mit wenig Geld aus. Diese profitieren am wenigsten von schwarz-gelb, aber die CSU hat bei diesen die höchste Zustimmung.

Bei twitter findet man dieses Bild, dass diese Situation schön zusammenfasst:

Die CSU setzt auf die Emotion “gemein, dass wir im Ausland Maut zahlen müssen” und gewinnt damit die absolute Mehrheit, während selbst der ADAC dieses Wahlkampfmanöver kritisch hinterfragt und die Inhalte daran bezweifelt.

Auf der anderen Seite haben die Grünen im Fehler einen riesen Fehler gemacht. Sie haben den Veggieday diskutiert, der mit negativen Emotionen verbunden ist. Inhaltlich hat Renate da sicherlich recht (siehe frühere Posts), aber die Emotionen führen dazu, dass wir bei den Wahlen in Bayern verloren haben und bei der Bundestagswahl whol die 15% der Umfragen vor paar Wochen kaum erreichen werden.

Daher stelle ich mal die provokative Fragen: “Sind rot-grün einfach nicht geschickt genug, Emotionen rüberzubringen? Müssten wir noch mehr auf positive Emotionen setzen? Noch stärker vereinfachen auf kurze “emotionale” Aussagen?”

Inhaltlich bin ich dagegen, wenn ich mir aber die Wirkung anschaue, dann fürchte ich fast, dass es fahrlässig wäre, es nicht zu tun.

Verfasst am 18.09.2013 um 22:39 Uhr von mit den Stichworten .
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