Weiter zum Inhalt
Medien & Politik » Freifunk I – Was ist Freifunk
26Aug

Freifunk I – Was ist Freifunk

Über Umwege bin ich zu dem Hobby Freifunk gekommen. Daher werde ich in den nächsten Wochen hier einige Artikel zum Thema Freifunk veröffentlichen. Die gesamte Artikelsammlung gibt es dann unter dem Tag “Freifunk“.

Heute erst mal allgemein an:

Was ist Freifunk?

Die Kurzform ist: Freifunk ist eine Initiative von “Bürgern”, die die Möglichkeiten der Technik nutzen wollen, und sich per Funk vernetzen (und ihr Internet teilen).

Wer heute durch eine Stadt geht und auf seinem Smartphone ins WLAN-Menü schaut, der sieht so ca. 10 WLANs, die alle “verschlüsselt” sind. Diese leben alle nebeneinander her. Diese hängen quasi alle an einer Internetleitung. Und die jeweilige Internetleitung ist zu geschätzten 10% ausgelastet. (naja, vielleicht sind es auch noch weniger). Daraus kommen eigentlich 2 logische Schlussfolgerungen:

  1. Wenn es sowieso überall Funknetze gibt, kann man nicht die irgendwie miteinander verbinden? Z.B. die Datei, die ich dem Nachbar schicken will, muss die wirklich von meinem WLAN, zu meinem Internet-Provider, zu meinem E-Mail-Provider (z.B. googlemail, dann geht es über die USA), zu dem seinem Mailprovider, zu dem seinem Internetprovider, und dann über seine DSL-Leitung zu ihm. Statt Mailprovider kann man auch “Cloudprovider” nehmen oder sonstwas, dann ist es vielleicht ein Zwischenschritt weniger, die USA und die NSA oder sonstige Geheimdienste sind trotzdem relativ wahrscheinlich irgendwo an der Leitung.
    Die Antwort ist ja: Mit Freifunk geht das. Die Router verbinden sich nicht nur mit Clients (also Handy, Laptop etc.) sondern auch untereinander und damit entstehen nicht 2 getrennte Netze sondern ein großes.
  2. Wenn die Leitung eh nur zu 10% genutzt wird, kann man dann nicht einfach dem Nachbarn erlauben, dass er das mitnutzt.
    Hier ist die Antwort etwas komplizierter. Egal ob Freifunk oder nicht, grundsätzlich kann man die Leitung jedem zur Verfügung stellen. Leider gibt es in Deutschland aber die Störerhaftung, d.h. wenn jemand mit meinem Anschluss “verbotenes” macht, bin ich dafür erst mal verantwortlich. (Die gesetzlichen und juristischen Details lasse ich mal weg). Dieses Gesetz ist eigentlich schon ein Skandal. Im Grunde verleihe/schenke ich dem Nachbar eine Resource und mache damit nichts illegales. Würde irgendwer meinen, dass wenn jemand mein Auto ausleiht und damit eine Bank ausraubt, ich dafür ins Gefängnis müsste? Würde irgendwer meinen, dass der Postbote für einen Erpresserbrief den er einwirft (aber nicht geschrieben hat und dessen Inhalt auch nicht kennt) verantwortlich sei? Warum es dann beim Internet die Störerhaftung geben muss ist für mich unverständlich. Aber es gibt sie. Aber auch da hat Freifunk eine Lösung. Eigentlich sogar 3.

    1. Die Daten werden gar nicht unter meinem Namen ins Internet geleitet, sondern per VPN (verschlüsselte Leitung) zu einem Server geschickt. D.h. selbst wenn jemand per Freifunk über meinen DSL-Anschluss Sachen “macht” (Musik runterlädt, Hetzschriften hochlädt), dann sieht die Gegenseite gar nicht, dass es von mir kommt, sondern sieht nur, dass es von dem Server kommt. Und dieser Server speichert minimal Daten.
    2. Dieser Server selber macht sich aber auch nicht strafbar, weil dieser Server von einem Provider betrieben wird. Und für Provieder gibt es das sogenannte Providerprivileg.
    3. Die 3. Variante betrifft wieder den Server, diesmal agiert der aber nicht als deutscher Provider, sondern steht im Ausland. Und dort gibt es keine Störerhaftung, es ist also legal, die Daten dort so ins Internet zu leiten.

Also zusammengefasst, Freifunk ist eine Initiative, die einerseits ein Funknetz aufbauen will, indem man intern kommunizieren kann, andererseits bietet Freifunk einen kostenlosen, anonymen Zugang zum Internet an.

 

Verfasst am 26.08.2015 um 22:07 Uhr von mit den Stichworten , .
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Schreibe einen Kommentar