Weiter zum Inhalt
Politik & Verkehr » Ein Jahr autofrei
26Jun

Ein Jahr autofrei

Ich lebe seit über einem Jahr autofrei. Dabei ist mir einiges aufgefallen:

  1. Das geht sehr gut, wenn man einen funktionierenden ÖPNV um sich rum hat. 2 Buslinien in 400 Meter entfernung zur Innenstadt, seit neuestem sogar eine zusätzliche direkt vor der Haustüre zur Innenstadt und nach Nürnberg. Der Bahnhof Bruck (S-Bahn) ist etwa 1 km entfernt. Und einen ICE-Bahnhof gibt es zumindest in Nürnberg (die Fernverkehrszüge, die in Erlangen halten, sind leider viel zu wenige)
  2. Einen Zugriff auf ein Auto zu haben ist hilfreich. Ich bin Mitglied bei Carsharing Erlangen. Aber erstaunlicherweise ist es ganz selten tatsächlich nötig. Der Aufwand zum Car-Sharing-Auto zu kommen von ca. wenigen Kilometern beträgt mit dem Fahrrad zwar nur unter 10 Minuten, aber meistens sind es schon diese 10 Minuten, die alle anderen Alternativen interessanter machen. Innerhalb der Stadt mit Bus und Fahrrad, nach Nürnberg mit der S-Bahn. Daher nutze ich es im Schnitt ca. einmal pro Monat eher seltener und zwar bei einem größeren Transport oder einem besonderen Ereignis oder wenn ganz schlechtes Wetter ist oder irgendwohin die Züge ganz schlecht fahren.
  3. In Erlangen ist man mit dem Fahrrad auf vielen Strecken am schnellsten. Beispiel:
    1. meine Wohnung bis zu meinem Arbeitsplatz in der Innenstadt:
      1. Auto: (laut google maps) 15 Minuten + Parkplatz suchen (min. 5 Minuten) + hin laufen (min. 5 Minuten) = 25 Minuten
      2. Fahrrad: (laut google maps und realistisch) 16 Minuten + anschließen (1 Minute) + reingehen (1 Minute) = 18 Minuten
    2. mein anderer Arbeitsplatz nach Hause: Ich gehe gleichzeitig mit meinem Kollegen aus dem Büro, er fährt mit dem Auto, ich mit dem Fahrrad, er muss bei mir vorbeifahren … und wir sind immer fast gleichzeitig bei mir zu Hause.
    3. Alles innerhalb der Innenstadt. Da bräuchte ich auf dem Weg zum Auto länger als zum Ziel.
  4. Ein Auto ist sehr teuer. Car-Sharing verlangt einen fairen Betrag mit ca. 30 Cent pro km (je nach Auto und Strecke etwas mehr oder weniger, bei Langstrecken sogar viel weniger + eine stündliche Pauschale von 1,10€). Das ist auch das, was man für ein eigenes Auto etwa ansetzt (inklusive Reperatur, Steuer, Versicherung, Verschleiß etc.) (laut Stichprobenrecherche beim ADAC würde ich sogar sagen, die meisten Autos sind noch teurer). Wenn ich damit nach Nürnberg und zurück fahre, 2x25km, kostet mich das über 15€. Dagegen ist eine Tageskarte für 11,70 für den ÖPNV (gilt auch für die ganze Familie) schon 20% günstiger. Wenn ich Pendler wäre und die Monatskarte für 110€ hätte, dann würde ich bei 20 Tagen Fahrt über 50% sparen. Na gut, ich arbeite nicht in Nürnberg, aber mit dem Fahrrad spare ich jeden Tag noch mehr.
    Wenn ich quer durch Deutschland fahre, dann kostet mich eine Autofahrt bei 400 km (eine Strecke) 120€, bei der Bahn mit Sparpreisen 36€ (wieder für die ganze Familie, Sparpreis und Bahncard 25% für alle Mitfahrer) …. also selbst wenn ich nur Benzin rechne und dann auf etwa 40€ komme, ist die Bahn günstiger.
    Selbst eine Normalpreis-Fahrkarte ist (für die ganze Familie, Bahncard25%) für 150€ erhältlich, also nicht viel teurer als die Autofahrt.
    Und die Hauptalternative im Stadtverkehr ist das Fahrrad. Damit spare ich am meisten.
    Ich habe die Zahlen nie genau erfasst, aber mein Gefühl sagt, dass ich einiges spare
  5. Mit dem Fahrradfahren steigt die Fitness und das Gewicht nimmt ab.

Daher kann ich das “Experiment” autofrei allen empfehlen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich es zur Zeit bin.

P.S.: Falls ich mal regelmäßig nach Nürnberg oder ähnliche Distanzen fahren müssten (Berufswechsel) würden ich (faul wie ich bin) mir wohl ein E-Bike zulegen.

Verfasst am 26.06.2016 um 13:28 Uhr von mit den Stichworten , , , .
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Schreibe einen Kommentar