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Bildung » FAU brennt
20Nov

FAU brennt

Unter dem Motto “Die Uni brennt” oder in Twitter auch #unibrennt streiken viele Schüler und Studenten und besetzen auch Hörsäle. Die Forderungen der Erlangern FAU Studenten kann ich im Großen und Ganzen nur unterstützen.

Daher die einzelnen Forderungen noch mal aus meiner Perspektive:

  • “Die Einführung einer Verfassten Studierendenschaft, eines Studentenparalmentes, wie in anderen Bundesländern.”
    Die Mitarbeiter jeden größeren Betriebs haben das Recht auf einen Betriebsrat. In der Uni wurde vor wenigen Jahren, nämlich zu der Einführung von Studiengebühren, behauptet, dass sich die Studenten dann als Kunden fühlen dürfen und Forderungen stellen, so nach dem Motto, der “Kunde ist König”. Aber da die Uni logischerweise nicht für jeden Studenten das Wunschprogramm bieten kann, sondern sich nur nach der Mehrheit richten kann, wäre es eigentlich der logische Schritt, ein demokratisches Gremium der Studenten ganz offiziell einzuführen.

  • “Gundlegende Überarbeitung des aktuellen Studiensystems mit Bachelor/Master”
    Hier würde ich mir eine detaillierte Aufschlüsselung wünschen (einiges kommt ja unten), weil von der Idee ist ja nicht alles schlecht. Zum Beispiel die Idee, dass man einfach die Uni wechseln kann, die Idee, dass man auch schon nach 3 Jahren einen berufsbefähigenden Abschluss bekommt, …
    Ein ganz anderes Kapitel ist es, dass diese Ideen praktisch nicht umgesetzt wurden. Uniwechsel sind in vielen Studiengängen immer noch schwer, Anrechnung von Kursen ist oft Glückssache. Arbeitsplätze für Bacherlorabsolventen einiger Studiengänge quasi nicht vorhanden.

  • “Reduzierung der Arbeitsbelastung, des Notendrucks und der psychischen Belastung”
    Da ich nie Bachelor/Master studiert habe kann ich das nicht beurteilen, aber umgekehrt denke ich, dass die Bachelor-Studenten auch nicht den “alten” Druck beurteilen können, den wir als Diplomer hatten. Was natürlich ungünstig ist, wenn man 9 Semester Diplom in 6 Semester Bachelor packt und bei den Inhalten nirgens kürzt. Was auch kritisch ist, dass man keine “Ehrenrunde” drehen kann, ohne die Exmatrikulation zu befürchten (zum Teil sind die Zeiten sehr streng und man darf gar nicht überziehen).

  • “Masterplätze für jede/n Bachelor-Absolventen/-in
    Jepp, zumindest sollte niemand abgewiesen werden. Wenn eh klar ist, dass 20% gehen, muss man für die nicht unnötige Kapazität vorhalten. Aber Regelungen, dass nur Absolventen mit einer Note besser als 2,5 (oder wo immer diese Grenzen liegen) einen Master machen dürfen ist quatsch. Wir wollen doch in Deutschland hochqualifizierte Leute und nicht so halbqualifizierte.

  • “Verbesserung der Studienbedingungen”
    Hmm, nicht sehr konkret… dabei könnte man hier bestimmt zig Sachen aufzählen: Ausreichend Bücher in der Bibliothek, gute Labore, …

  • “Abschaffung der Studiengebühren
    Jepp, man kann sogar über weitergehende Forderungen nachdenken (Grundeinkommen für Studenten, elternunabhängiges Bafög, höheres Bafög)

Jetzt lese ich den Blog erst mal weiter ….

So, jetzt darf ich mich gleich entschuldigen, beim weiterlesen habe ich die Forderungen detaillierter gefunden, also genau das was ich oben bemängelt habe war zu unrecht…. sehr schöne Forderungen.

Was mir da noch aufgefallen ist:

  • “Das NC-System ist für die Feststellung der Eignung der Bewerber für den Studiengang nicht ausreichend”

Hier frage ich mich immer warum. Klar, für einige Fächer ist ein gewichteter NC sinnvoller, wenn jemand Deutsch, Englisch & Französisch “sehr gut” ist, dann ist er bestimmt für Sprachen geeignet, selbst wenn Geschichte nur ein “ausreichend” abbekommen hat, aber die Erkenntnisse, die verschiedene Lehrer über mehrere Jahre in verschiedenen Bereichen im Vergleich zu anderen Schülern mit ähnlichen Voraussetzungen, die halte ich für erheblich aussagekräftiger als ein Auswahl die eine Uni durchführt. In einer ungewohnten Umgebung mit unterschiedlichen Voraussetzungen (der eine hat das Fach schon in der Schule vertieft, der andere nicht) ist es ganz schwer zu ermitteln, wer geeigneter für das Studium ist. Hier ein gutes Verfahren einzuführen, dass auch zeitlich, für die Studenten (die sich vielleicht an 3 oder sogar 7 Unis bewerben) und vom finanziellen Aufwand realistisch ist, habe ich noch nicht gesehen.

Verfasst am 20.11.2009 um 19:43 Uhr von mit den Stichworten , .
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