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03Dec

Bildungsstreiks – Thesen auf dem Blog der Grünen Jugend

Wieder mal bringt die GJ (diesmal in Person von Max Pichel) viele wichtige Aspekte auf den Punkt. Die 4 Thesen zum Bildungsstreik beinhalten glaube ich ganz wichtige Aspekte.

Ich will auf die Hauptaspekte und einige Details etwas eingehen. Um meine Ausführungen zu verstehen ist es auf jeden Fall sinnvoll, das o.g. Thesenpapier komplett zu lesen.

  1. These 1: Es geht nicht nur ums Geld
    Natürlich geht es nicht nur ums Geld, es geht um Inhalte. Das Geld ist dann oft das Mittel zum Zweck. Ein Studium muss einfach studierbar sein, ein Studium muss einen bilden. Und die Bildung ist NICHT das dumme Auswendiglernen von Fakten, sondern auch das wissenschaftliche, nämlich das Hinterfragen von allem und dem Suchen nach Lösungen. In einem Studiengang, in dem alles 100% vorgegeben ist, wird zwar auswendig gelernt, aber nicht die wissenschaftliche Bildung erlangt.
    Das Geld ist dann dafür wichtig, dass man ausreichend kleine Gruppen, Material, … hat oder damit man den Tag wirklich an der Uni verbringen kann und nicht für den Lebensunterhalt arbeiten muss. Es ist ein Mittel zum Zweck, aber der Zweck ist ein anderer.
  2. These 2: Wir wollen keinen Kuschelkurs
    Das sehe ich anders. Es geht nicht darum, ob man durch Besetzung oder durch “Kuschelkurs” die Ziele erreicht, sondern es geht um die Ziele. Es gibt sicherlich Fälle und Konstellationen, in denen der Kuschelkurs nichts bringt, aber in anderen Situationen bringt ein konstruktives Gespräch mit 3 Leuten mehr als eine Großdemo.
  3. These 3: Wir lassen uns nicht kriminalisieren
    Naja, da muss man wieder ganz klar unterscheiden. Es gibt die, die machen kriminelle Sachen (Steine werfen, Sachbeschädigung, …) und andere, die sind friedlich. Natürlich darf man nicht alle kriminallisieren, aber da wo kriminelle Handlungen stattfinden, sollten die auch angemessen verfolgt werden dürfen. Mal sarkastisch gesagt, es bringt nichts, wenn die einen für eine bessere Ausstattung demonstrieren und ein kleiner Teil die bisherige (zum Teil noch sehr gute) Ausstattung demoliert.
    Auch stimmt es, dass nicht alle, die demonstrieren, von der Uni kommen. Ich kenne viele Schüler und Ex-Studenten, die sich solidarisch erklären mit den Studenten und zum Teil auch mitdemonstrieren. Und sicherlich gibt es auch den einen oder anderen “Chaoten”, der die Demos nur für Krawall nutzt und dem die eigentlichen Ziele egal sind. Aber das sind zwei verschiedene Bereiche. Wenn Schüler und Ex-Studenten friedlich mitdemonstrieren und die guten Ziele unterstützen, dann besteht da keinerlei Anlass für Kritik.
    Wenn Chaoten nur wegen dem Krawall da sind, dann ist es egal ob Student oder nicht, dann sollten alle, auch die Protestler, diese “Isolieren” und als Chaoten darstellen.
  4. These 4: Für eine kritische Wissenschaft
    Das korelliert m.E. ja wieder mit These 1. Wir wollen andere Strukturen. Wir wollen wissenschaftlich arbeiten (dürfen) und alles hinterfragen. Wir wollen den Kapitalismus und die Theorie, dass die Erde eine Kugel ist hinterfragen dürfen. Sicherlich wird das eine oder andere mal herauskommen, dass die aktuell gelebte Theorie wahrscheinlich doch passt, aber in anderen Fällen kommt etwas neues und besseres heraus. Dafür haben wir doch die Unis und die Wissenschaft. Deswegen wird doch die Uni vom Staat auch finanziell gestützt. Damit das Land sich weiter entwickelt. Und dazu ist es notwendig, dass die kritischen Hinterfrager auch unabhängig agieren dürfen. Sei es, dass hinterfragt wird, ob Gentechnik sicher ist, OHNE dass ein Drittmittelprojekt der Abteilung gefährdet ist, wenn die Antwort jemandem nicht gefällt…

Auch wenn ich jetzt an einigen Stellen etwas anderer Meinung war, denke ich doch, dass dieses Thesenpapier eine sehr gute Diskussionsgrundlage bietet und auf jeden Fall in die richtige Richtung geht.

Verfasst am 03.12.2009 um 21:12 Uhr von mit den Stichworten , , , .
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