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22May

Gut für die Bundesliga

Mal was aus dem Sport… trotz der Hinweise da solle die Politik draußen bleiben, gehe ich jetzt mal auf Fußball ein… aber damit löse ich auch ein altes Versprechen ein…

Nach einem Pokalspiel durfte ich im Internet lesen

“Die Bundesliga kann froh sein, so einen Weltklassestürmer wie Robben halten zu können”

Ist das wirklich so? Ich habe da meine Zweifel. Daher überlege ich mal, was gut für die Bundesliga ist. Welchen Sinn hat überhaupt Fußball? Es ist eine Unterhaltung …

Nun behaupte ich 2 Sachen:

  • Für die Spannung ist eine ausgeglichene Liga optimal. Wenn nicht von Anfang an feststehen würde, dass Bayern oben mitspielt.
  • Für die Identifikation wären Vereine optimal, die wirklich lokale Spieler beschäftigen.

Wir haben aber die Situation, dass jeder Bundesligaverein sich seine Spieler eigentlich von kleineren Vereinen wegschnappt. Und ganz vorne dabei sind die Bayern. Trotz ihrer Jugendarbeit (wobei hier bedeutet Jugendarbeit auch, dass Spieler von anderen Vereinen abgeworben werden – nur jünger und billiger … und Ausnahmen bestätigen die Regel).

  • Klose von Bremen
  • Olic von Hamburg
  • Gomez von Stuttgart
  • Müller aus den eigenen Reihen

Nun Frage ich mich, warum gehen die Spieler Klose, Olic, Gomez zum FCB? Da sehe ich 2 Gründe:

  1. Geld
  2. Erfolg

Aber genau dann sind wir in einem Teufelskreis. Dadurch, dass die Spieler wie Söldner dem Geld und Erfolg hinterherrennen, bleibt der FCB erfolgreicher und verdient damit mehr Geld als alle anderen, bekommt wieder die besten Spieler und kann sich so gut oben halten. In dieser Saison waren noch andere Gerüchte im Umlauf, z.B. Neuer von Schalke.

Ich bin dem System FCB gegenüber sehr skeptisch, auch wenn ich neidvoll anerkennen muss, dass Uli Höneß es in einer Perfektion umgesetzt hat, die wirklich beeindruckend ist.
Aber gut für die Bundesliga wäre genau das Gegenteil: Gute Spieler, die direkt aus der Gegend des Vereins kommen und eine ausgeglichene Bundesliga bewirken.

Wir haben also im Fußball ein System, in dem die guten Spieler (aller Altersklassen) zu den TOP-Vereinen gehen, weil sie dort am meisten Geld und Erfolg erwarten. Und damit ist das eine “Self-fulfilling prophecy”.
Also nun zurück zu der Aussage “Die Bundesliga …” wer ist überhaupt die Bundeslige? Die DFL-Gesellschaft die Geldverdienen will? Die Fans? Ich behaupte, für beide wäre eine ausgeglichene Liga besser und spannender?
“… kann froh sein, so einen […] halten zu können.”
Welche Vorteile hat denn “die Bundesliga” davon. Das eine oder andere schöne Tor? Wäre es nicht besser, wenn die vielgelobte Jugendarbeit das insgesamt vermitteln würde, als einzelne Leute einzukaufen, die es können?

Natürlich ist das kein deutsches Problem, sondern ein internationales… und weil die Vereine in der Liga oder dem Europapokal gewinnen wollen (oder zumindest gut abschneiden), müssen sie beim Wettrüsten mitmachen. Die Folge sind viele überschuldete Vereine, immense Kosten … und wer zahlt das alles? Der Fan, bzw. der Konsument, der für die Sponsoren zahlt. Wer Bahn fährt zahlt für Berlin, wer noch über die Telekom telefoniert zahlt für die Münchner … im Endeffekt ist man erstaunt darüber, dass die Firmen so viel Geld für Fußball übrig haben und wundert sich, warum bei jeder Gehaltsverhandlung um Mini-Erhöhungen gestritten wird. Zum Beispiel die Telekom: 20 Millionen für den FCB.

Und nun muss man natürlich sagen, dass es für die Bundesligavereine (und deren Fans) tatsächlich gut ist, wenn die deutschen Vereine im Europapokal gut abschneiden. Dann gibt es nämlich einen Startplatz mehr. Heute Abend braucht der FCB mindestens das Elfmeterschießen, dann hat Deutschland Italien überholt. Also drück ich denen die Daumen.

Oder mal die Frage zurück: Was ist der Vorteil daran, wenn die Vereine sich Stars zusammenkaufen (können)?

Verfasst am 22.05.2010 um 17:50 Uhr von mit den Stichworten .
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