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19May

Nichtraucherschutz

Gerade kocht in diversen Zeitungen wieder hoch, dass das Bürgerbegehren “Nichtraucherschutz” demnächst zur Abstimmung kommt.

Gerade in den Kommentaren dazu steht ganz oft “es kann ja jeder selber entscheiden, ob er in die Raucherkneipe oder in die Nichtraucherkneipe geht”. Im Grunde ja, aber in der Realität gibt es da ein winziges Problem: Freundschaften.

Was macht man, wenn die Clique Abends regelmäßig loszieht. Irgendwann schickt “Richard Raucher” eine Mail rum: “Heute Abend gemütlicher Abend in der Raucherkneipe, wer kommt mit?” … “Nina Nichtraucher” bekommt diese Mail und steht dann vor einer “Loose-Loose”-Situation: Mitgehen und verqualmen lassen oder alleine daheim rumsitzen, während die Freunde Spaß haben. Ich denke der Nichtraucherschutz muss auch diese alltägliche, durchaus realistische Situation mit einbeziehen. Daher wäre ich für eine Regelung, die gerade junge Menschen (Schüler) schützt, wenn sie Abends weggehen wollen.

Ein weiterer Aspekt, den ich zu bedenken geben möchte ist, dass Kinder grundsätzlich die Chance bekommen sollten, rauchfrei aufzuwachsen. Also selbst wenn an einigen Stellen das rauchen erlaubt sein sollte, dann müssten dort strenge Ausweiskontrollen durchgeführt werden.
Ich würde ja noch weitergehen als das Volksbegehren: In Wohnungen, in denen Kinder wohnen, würde ich das rauchen gerne verbieten. Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht kontrollierbar wäre, aber alleine der Fakt, dass es verboten ist, reduziert vielleicht schon die Anzahl der Kinder, die zum passiv-rauchen gezwungen werden. So ähnlich wie häusliche Gewalt verboten ist…

Und noch ein letzter Aspekt: Der Wirt soll selber entscheiden können, ob er rauchen erlaubt. … Freies Land und so.
Jetzt mal ketzerisch gefragt. Wenn ein Wirt ein entsprechendes Schild an der Türe anbringt, soll dann gelten:

  • Der Wirt soll selber entscheiden können, ob er sich die Hände wäscht, bevor er das Essen zubereitet?
  • Der Wirt soll selber entscheiden können, ob er Gammelfleisch verwendet?
  • Der Wirt soll selber entscheiden können, ob er alte Stühle nutzt, die zusammenbrechen und eine große Verletzungsgefahr darstellen?

Die meisten Leute werden die Frage sicherlich mit “Nein” beantworten, auch wenn damit die Freiheit des Wirtes eingeschränkt wird. Aber wo ist die Grenze? Die Grenze ist da, wo die Gesundheit von Menschen in Gefahr ist. Dies ist sie bei oben genannten Punkten sicherlich KURZFRISTIG, während die Gefahr beim (aktiv und passiv) Rauchen eher LANGFRISTIG ist. Kann man also sagen, dass kurzfristige Gefahren verboten werden müssen, langfristige Gefahren aber erlaubt sein sollen?

Ich denke Nein.

Insgesamt werde ich daher werde ich für das Volksbegehren stimmen.

Verfasst am 19.05.2010 um 22:52 Uhr von mit den Stichworten .
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