Weiter zum Inhalt
Bürgerrechte & Medien » Google Street-View
22Aug

Google Street-View

Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.

Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.

Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.

Verfasst am 22.08.2010 um 10:52 Uhr von mit den Stichworten , .
Bislang wurden 4 Kommentare hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Kommentare

  1. Alex Gauert22 August 2010

    Was Google aufnimmt ist öffentliches Raum. Kein privater! Wenn ich unbedingt wissen möchte wo jemand wohnt, kann ich auch so zu der Straße laufen und gucken. Wie schon gesagt. Ich versteh hier die histerie nicht, gerade weil wir von öffentlichen Raum sprechen.
    Der Datenschutz bei Sozialen Netzwerken hat ihr meiner Meinung nach ein vesehentlich größeren Stellenwert. Das darf man nicht vermischen – öffentlich und privat.

    Reply
  2. Christian22 August 2010

    Alex, du hast absolulut recht, die Fasaden sind öffentlich. Aber trotzdem sind sie nicht mit geringem Aufwand für jeden zugänglich.
    Stichwort Bewerbung in einer anderen Stadt. Zum Beispiel eines Bewohners eines Obdachlosenheims.
    Es ist heute schon bei einigen Unternehmen am kommen, dass sie Facebook, etc. auswerten. Aber was da jeder reinstellt, ist sein eigenes Problem. Wenn jetzt aber jemand anderes da was reinstellt, dann kann das schädlich sein.

    Dies ist jetzt ein Spezialfall, bei 90% der Häuser ist es tatsächlich relativ egal. Aber denken wir jetzt mal weiter. Live-Videoüberwachung, am “besten” flächen deckend, für jeden zugänglich, …
    als nächstes verpixele ich nicht mehr Nummernschilder oder Gesichter, als nächstes ordne ich die automatisch zu… alles aus Daten aus dem öffentlichen Raum.

    Und in 20 Jahren gebe ich “Alex Gauert” in Google ein und kann dann genau sehen, wo du gerade bist und was du machst (falls du dich gerade im öffentlichen Raum bewegst).

    Also das, was mit Street-View passiert halte ich wie gesagt nicht für sooo kritisch, aber es ist ein Einstieg in eine sehr kritische Entwicklung.

    Reply
  3. Alex Gauert24 August 2010

    Ja, das ist aber dann ein anderes Blatt und dauert auch keine 20 Jahre mehr:
    Facebook bietet mit Places das Geschilderte schon seit kurzem in der USA an: http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/08/19/facebook-sagt-wo-deine-freunde-sind.aspx

    Reply
  4. Christian24 August 2010

    Jein, “Places” ist eine freiwillige Angabe, bei der man nicht mitmachen muss. Das Ergebnis ist natürlich für die, die mitmachen, nicht unterscheiden. Aber mich kann man dabei zum Beispiel nicht orten.
    Bei einer grenzenlosen “legalen” Überwachung wie in meiner Horror-Vision kann man jeden Menschen orten, auch wenn er alle seine persönlichen Geräte ausschaltet und nur über die öffentliche Straße läuft.

    Reply

Schreibe einen Kommentar