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Familie & Wirtschaft » Ladenöffnungszeiten
13Nov

Ladenöffnungszeiten

Ich bin gegen verlängerte Ladenöffnungszeiten – obwohl ich sie persönlich sehr praktisch finden würde. Warum?

  1. Generell bin ich dafür, dass möglichst viele Leute einen synchronen “Arbeitszeitraum” und einen synchronen “Freizeitzeitraum” haben. Dies ist auch, aber nicht nur wegen den Familien wichtig, auch wegen Vereinen, Sport, Freundeskreis, … je mehr Leute “Sonderarbeitszeiten” haben, desto weniger können Gruppen funktionieren.
  2. Familie: Sobald Kinder da sind ist es schon heute schwer genug, etwas zu finden, wo die Betreuung nach 17:00 Uhr funktioniert. Wenn die Kinder dann halbwegs rechtzeitig ins Bett kommen sollen und vielleicht ein gemeinsammes Abendessen miterleben sollen, dann wäre es praktisch, wenn möglichst allerspätestens kurz nach 20:00 Uhr alle daheim sein können.
  3. Die längeren Ladenöffnungszeiten können besser von großen Läden abgefangen werden:
    • Behauptung: Der Umsatz steigt minimal.
    • Im Aldi sind heute von 8-20 Uhr vielleicht 3 Leute da (12*3=36 Personenstunden). Wenn die jetzt 4 Stunden länger aufhaben, dann sind auch Phasen mit weniger Kunden. Dann sind in diesen Phasen einfach nur 2 da. Die bleiben vielleicht bei 36, vielleicht steigt es aber auch.
    • Im “Tante-Emma-Laden” gibt es vielleicht nur 1 Person die arbeitet. Bisher von 8-20 Uhr. (12 Stunden. Oft aber heute schon nur von 9-18 Uhr mit Mittagspause) Wenn die jetzt mit dem großen mithalten wollen, müssten sie statt 12 h 16 h Arbeitszeit aufbringen. Entweder der Ladenbesitzer selber, oder 4 h mehr bezahlen. Das sind 33% mehr!!
    • Realistisch wird es so sein, dass die großen es ausnutzen, dann den Spätabendumsatz abbekommen, der vom Tagesumsatz aller weggeht. D.h. die kleinen verlieren unterm Strich, während die großen dazugewinnen – wahrscheinlich sogar stärker, als der Personalzuwachs.
  4. Wenn 3. stimmen sollte, dass die Großen profitieren und die Kleinen eher darunter leiden muss man auch folgende Nebenwirkungen bedenken:
    • Viele Kleine machen früher oder später zu.
    • Weniger Fachgeschäfte, mehr Massengeschäfte => weniger Beratung
    • Weniger Angestellte -> Mehr Arbeitslosigkeit
    • Keine Möglichkeit für Leute ohne Auto zum Laden zu kommen.
    • Mehr Verkehr für Einkäufe.

Ich weiß nicht, ob meine Befürchtungen stimmen, aber selbst seit der Ausweitung auf 20:00 Uhr meine ich diesen Trend beobachten zu können.

Was man machen könnte um meine Bedenken zu zerstreuen:

  • Die Erlaubnis nur für kleine Läden?
  • Die Erlaubnis nur für Läden mit Kinderbetreuung (ich weiß, dass das ein Widerspruch zum vorigen Punkt ist)
  • Die Gesamtöffnungszeit begrenzen (also jeder Laden hat z.B. 48h die Woche, de er frei verteilen kann, er kann von Montag 0:00 Uhr bis Dienstag 24:00 Uhr, oder 5*8h und Samstag und Sonntag je 4h aufmachen.)

Aber diese gesamten Lösungen sind alle irgendwie “komisch” … also bis mir da jemand ein sinnvolles Konzept vorlegt, bin ich dafür, dass die Öffnungszeiten so bleiben wie sie sind.

Verfasst am 13.11.2010 um 21:48 Uhr von mit den Stichworten , .
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Kommentare

  1. Rainer13 November 2010

    Hier in Schweden hat der Lebensmittelladen vor meiner Haustür Montag bis Sonntag 7-22Uhr geöffnet. Klingt auf den ersten Blick sehr praktisch, dennoch habe ich in den letzten Monaten nie später als Wochentags 20Uhr, Samstag 18Uhr und Sonntag gar nicht eingekauft. Braucht kein Mensch…

    Ist aber auch nur meine rein persönliche Meinung.

    Reply
  2. Facebook16 March 2011

    Die Facebook-Kommentare dazu
    PK
    in Paris ist in fast jeder Straße ein Tante-Emma-Laden, der spät aufmacht aber dafür bis ca. 23:00 offen hat. Die Läden sind zwar teurer aber denoch sehr beliebt.
    Gäbe es dort auch staatliche Bevormundung wie in CSU-Bayern, würden diese Läde…n ein wesentliches Service-Argument verlieren und hätten m.E. keine Chance zu überleben.Mehr anzeigen
    13. November 2010 um 23:48 ·

    Christian Ulrich Sauter
    In den USA lebte ich dagegen in einer Stadt (naja eher Dorf), da gab es die “Mall” … die zufälligerweise zwar ganz in der Nähe von meinem Wohnort war, aber rundrum gab es quasi nichts. Also auch nicht in den Nachbardörfern. Klar, noch die… eine oder andere Tankstelle.
    In Großstädten mit extrem hoher Bevölkerungsdichte geht immer noch bischen mehr… aber Bayern ist ja eher das Gegenteil. Selbst in der Stadt Erlangen konzentriert es sich immer mehr auf die riesigen Ketten, die möglichst außerhalb vom Wohngebiet sich ansiedeln.
    Aber ich habe gerade ein Deja vú… haben wir nicht schon vor ca. 5-10 Jahren darüber diskutiert.
    Aber BaWü hat jetzt ja länger auf. NRW auch … ich bin mal gespannt, ob es da in 5 Jahren Statistiken gibt, wie sich die Einzelhandelsstruktur entwickelt hat.Mehr anzeigen
    14. November 2010 um 06:24 ·

    Christian Ulrich Sauter Hmm “Déjà-vu” schreibt man so… wieder was gelernt
    14. November 2010 um 06:26 ·

    PK eine Diskussion vor vielen Jahren will ich nicht ausschließen. Ich diskutiere gerne 😉
    14. November 2010 um 10:44 ·

    Reply

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