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Bürgerrechte & Gesundheit & Politik » Nichtraucherschutz vs. Verbote
23Nov

Nichtraucherschutz vs. Verbote

Gestern Abend war ich auf einer Podiumsdiskussion des BVGG. Ich war dort als einziger Befürworter eines allumfassenden Nichtraucherschutzes. Dort habe ich mich zu dem Kommentar hinreisen lassen, dass mir 20% der Kneipen als Raucherkneipen lieber wären, als rauchende geschlossene Gesellschaften bei Taufen. Das man mich daraufhin irgendwie zusammenfasst & entsprechend interpretiert war zu erwarten, aber das was rauskam finde ich doch sehr frei interpretiert:

  • “Sauter versuchte zuerst, die bekannten Propaganda-Lügen der Tabakkontrolle als “Argument” für das totale Rauchverbot vorzubringen””: Ich weiß nicht mal, was die mit Tabakkontrolle meinen. Angeblich steckt die Pharmaindustrie und die WHO hinter all diesen bösen Propagandalügen. Ich vertraue da einfach dem mir bekannten Pneumologe vom Universitätsklinikum Erlangen, der auf der Podiumsdiskussion vor dem Rauchverbot die medizinische Lage erläutert hat. Natürlich wurde auch wieder die Diskussion aufgemacht, dass es die WHO-Passivrauch-Lüge gibt. Dazu bin ich gerne bereit, über verschiedene Studien zu diskutieren. Natürlich ist es klar, dass jeder die Studien rausholt, die ihm selber am Besten gefallen. Es gibt auch zig Veröffentlichungen, die Passiv-Rauchen als eine Gefahr identifizieren, nicht nur die WHO-Studie.
  • “musste sich aber im Laufe der Diskussion überzeugen lassen, dass das derzeitige bayerische Rauchverbot überzogen, unsinnig und undemokratisch ist, da es Minderheiten ausschließt und in den Ruin treibt.”
    Ich habe Sigi Ermer zitiert, der auf der Podiumsdiskussion vor dem Rauchverbot gesagt hat: “Es muss eine klare Regelung geben. Und die heißt: ‘Nichtraucherschutz hat Vorrang’. Wenn das mal klar ist, dann kann man über Ausnahmen diskutieren.” – Und das sehe ich auch so. Dazu sind im “Nachtreffen” auch richtig konstruktive Vorschläge erarbeitet worden. (s.u.) wie man da die oben genanten Adjektive reininterpretieren kann, ist mir ein Rätsel. Oder leide ich an der “Wolfgang-Schäuble-Krankheit”? Wenn es ein Video/Tonbandaufnahme etc. gibt, dann würde ich mich darüber freuen und einer Veröffentlichung zustimmen.
  • “Der Grünen-Politiker versprach, sich dafür einzusetzen, dass man sich bei den Grünen nicht weiter zum Büttel der Antiraucherlobby und der WHO machen wolle.” – An das Versprechen kann ich mich zwar nicht erinnern, schon gar nicht an das “nicht weiter” – genau gesagt kann ich mich zwar an den Vorwurf and die WHO erinnern, den ich aber in meiner Erinnerung (die normalerweise ziemlich gut ist, wenn es nicht um Namen geht) nicht beantwortet habe, weil es halt einer von zig Vorwürfen war die gleichzeitig kamen.  Büttel finde ich außerdem ein “cooles” Wort, das kannte ich noch gar nicht. Wikipedia macht mich gerade auch nicht viel schlauer was genau damit gemeint ist. Aber ich nehme mal an, dass die sowas wie “Laufbursche” meinen. Das sind wir Grünen nicht! Definitiv! Das kann ich für die Zukunft und sogar für die Vergangenheit versprechen. Es kann zwar sein, dass wir zu den gleichen Ergebnissen kommen und wissenschaftliche Veröffentlichungen nutzen, aber wir machen nichts, weil wir der WHO oder die “Antiraucherlobby” (wer ist das jetzt?) nachplappern.
  • “Konkret versprach er, bei seiner Partei für den Vorschlag zu werben, sich für etwa 20 Prozent legale Raucherlokale einzusetzen.” … Jepp das habe ich, aber ich möchte hier den Kontext erläutern. Bevor die Podiumsdiskussion losging, wurde vorgestellt, wie man legal in Kneipen rauchen darf. Geschlossene Gesellschaften, z.B. bei Taufen. Und ich habe angemerkt, dass es mir erheblich lieber wäre, wenn in einigen Kneipen geraucht werden dürfte und dafür Kinder geschützt werden. In der Diskussion kam dann auch noch der Aspekt “in der Kneipe rauchen” vs. “neben den Kindern rauchen” auf. Da ist mir der Kinderschutz erheblich wichtiger als das Kneipenrauchverbot. Am Ende hat mich dann der Moderator noch mal gefragt, ob ich mir nun 20% vorstellen kann und da habe ich mit “Ja” geantwortet – und da der Moderator wohl eine besondere “Freundschaft” mit unserer Landesvorsitzenden Theresa Schopper hat, bat er mich, ihr diese Meinung von mir mitzuzeilen  … also bin ich wohl selber Schuld, wenn ich so zitiert werde.

Ansonsten lief die Podiumsdiskussion recht interessant ab. Die Raucher mögen weder die CSU, SPD, Grüne … die ÖDP sowieso nicht, die Linke auch nicht richtig, die FDP wurde quasi totgeschwiegen… eigentlich mögen sie die Politik gar nicht. Aber da ich der einzige Befürworter war, war es eine Mischung zwischen Respekt und Gegner/Sündenbock, so dass ich mir ganz verschiedene Zitate anhören durfte, nämlich von “dir ist es also egal, dass ein ausländischer Bürger sich hier eine Shisha-Bar aufgebaut hat und nun wegen dem Rauchverbot hoch verschuldet ist” bis hin zu “wir rechnen dir hoch an, dass du dich hier hergetraut hast und deine Meinung vertrittst”. Zwischendurch schien die Situation zu eskalieren, ich habe mir eher überlegt, ob ich am Abend lebend rauskam, der Security hat mir danach erzählt, dass er fliegende Flaschen befürchtet hat. Aber nach der Veranstaltung sind einige der emotionalsten Menschen auf mich zugekommen und nach einem kurzen persönlichen Gespräch war klar, dass wir zwar entgegengesetzter Meinung sind, aber uns gegenseitig respektieren.

Naja, anschließend bin ich noch mitgegangen in die Kneipe, da haben einige betroffene Wirte noch interessante Sachen erzählt, insbesondere, dass es Lüftungsanlagen gibt.

Daher bin ich inzwischen der Meinung, dass folgendes Vorgehen sinnvoll wäre:

  • Stärkere Konzentration des Nichtraucherschutzes auf Bereiche, in denen Nichtraucher sich bei normalem Verhalten regelmäßig aufhalten müssen oder in denen Kinder sich regelmäßig aufhalten. Dazu zähle ich dann auch Eingänge, Gehwege, öffentliche Gebäude. Ich zähle dazu aber auch Wohnungen und Autos, in denen Kinder sich regelmäßig aufhalten. – Mir ist klar, dass ein Verhalten in der Wohnung nicht geprüft oder kontrolliert werden kann und würde mich hier vor allem auf die Vernunft der Leute beschränken, oder aber natürlich auf Beschwerden der betroffenen Kinder.
  • Um den Rauchern einen Raum zum Rauchen zu geben könnte man dann Kneipen (bis zu 20% der Kneipen) erlauben, eine Raucherkneipe zu eröffnen. Diese Kneipe müsste dann aber Lüftungsanlagen installieren, wie sie mir vom Betreiber einer Münchner Kneipe vorgestellt wurden. Zu dem Thema wie die Konzessionen für Raucherkneipen vergeben werden, gab es auch von den Betroffenen dort verschiedene Vorschläge, die man alle diskutieren kann. Entweder man schaut, wer am ehesten schon früher “Raucherkneipe” war, z.B. auch, ob ein Raucherclub gegründet war. Oder man macht es übers finanzielle, dass heisst, die Genehmigungen werden so teuer, dass nur 20% Interesse haben. Dies würde ja quasi einer Auktion entsprechen.

Ein Konzept das aus diesen beiden Punkten besteht könnte ich mir sehr gut vorstellen und werde dieses nun wie versprochen an Theresa Schopper weiterleiten.

Verfasst am 23.11.2010 um 22:23 Uhr von mit den Stichworten .
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Kommentare

  1. Turan24 November 2010

    Nachdem man Ihnen derart das Wort im Mund umgedreht hat, würde ich mich an Ihrer Stelle hüten, für diese Leute noch einen Finger krumm zu machen.

    Sie haben das Recht, zu schweigen. Alles, was Sie sagen, wird gegen Sie verwendet werden. Abweichende Meinungen sind unnötig, denn Bayerns Raucher sind bereits Demokraten.

    Die Leutchen sollen erst mal Manieren lernen und dann mit ihren Forderungen kommen!

    Reply
  2. Monika Blanke24 November 2010

    Sehr geehrter Herr Sauter,

    Erstmal moechte ich Ihnen meinen Respekt zollen, dass Sie sich als einziger Vertreter des NR-Schutzes in die “Hoehle des Loewen” getraut haben! Auch herzlichen Dank fuer Ihre oeffentliche Richtigstellung des Artikels von W.Niedermeier.

    Des weiteren stimme ich Ihnen zu, dass es traurig ist, dass Kinder nach wie vor nicht ausreichend vor Passivrauch geschuetzt sind. Dies betrifft sowohl die Ausnahme fuer “echte” geschlossene Gesellschaften in der Gastronomie, also Geburtstagsfeiern, Taufen etc., wo natuerlich die ganze Familie mit Kind und Kegel anwesend ist. Aus diesem Grund ist es dringend erforderlich, diese Gesetzesluecke zu schliessen.
    Genauso betrifft der Passivrauch Kinder im Auto und in der eigenen Wohnung, und ich begruesse Ihre Ansaetze, diese mehr zu schuetzen.

    Ihre Ansaetze, das Rauchverbot in der bayerischen Gastronomie zu lockern, sind fuer mich allerdings nicht nachvollziehbar. Wie soll denn so eine 20%-Regelung in der Praxis umgesetzt werden? Wer bekommt die Lizenz, wenn mehr als 20% der Wirte sie haben wollen? Was passiert in Doerfern, die nur eine Kneipe haben? Wenn der Wirt daraus eine Raucherkneipe macht, schauen die Nichtraucher mal wieder dumm aus der Waesche.
    Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine derartige Regelung vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wuerde, da sie in meinem Augen dem Gleichbehandlungsgrundsatz widerspricht.

    Zu Ihrem Vorschlag, Lueftungsanlagen einbauen zu lassen: Das klingt zwar erstmal nach einer guten Loesung, hat sich aber als voellig unwirksam gegen Passivrauch herausgestellt. http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=1&ved=0CBoQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.dkfz.de%2Fde%2Ftabakkontrolle%2Fdownload%2FPublikationen%2FAdWfP%2FAdWfP_lueftungstechnische_Anlagen.pdf&rct=j&q=dkfz%20lueftungsanlagen&ei=jDLtTN_WPMGC8gapw6hf&usg=AFQjCNEHzdNCEzWUwPFCstECI0_PfQ-0eA&sig2=lvRp6uFn7vXxaV18Yk7RkA&cad=rja

    Ich moechte Sie daher bitten, Ihre Aussagen nochmal zu ueberdenken und sich auch ein Zukunft fuer eine echten Nichtraucherschutz mit klaren und einheitlichen Regeln einzusetzen. Neue Ausnahmen zu schaffen waere ein Schritt zurueck.

    Mit freundlichen Gruessen,
    Monika Blanke

    Reply
  3. Turan24 November 2010

    Nachtrag: Das Raucherbündnis spricht von 250 Kundgebungsteilnehmern. Können Sie das nachvollziehen? Wie viele Teilnehmer waren nach Ihrer Ansicht dabei?

    Mit freundlichen Grüßen
    Turan

    Reply
  4. Nichtraucher Oll24 November 2010

    Sehr geehrter Herr Sauter,
    ich schließe mich der Meinung von Frau Blanke an und bitte Sie ebenfalls, dass Sie sich von dem Gedanken distanzieren, neue Ausnahmen wie durch Einbau von Lüftungsanlagen genehmigen zu lassen.
    Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Ausnahmen in keinster Weise funktionieren.
    Wir haben uns für diesen VE stark gemacht., 61% der Bürger haben dem beigepflichtet.
    Bitte lassen Sie es nicht zu, dass der Gesundheitsschutz erneut untergraben und ausgehebelt wird.

    Reply
  5. Christian Franken24 November 2010

    Vielen Dank für die schnelle öffentliche Stellungnahme zu Hr. Niedermeiers Beitrag!

    Allerdings will auch ich einwerfen, dass die 20%-Lösung bzw. die Sache mit den Lüftungen Probleme aufwerfen wird:
    – wer kontrolliert die Funktionsfähigkeit der Lüftungen?
    – was tun, wenn die Lüftungen ständig aus bleiben?
    – was bringt mir die Lüftung, wenn der neben mir seine Zigarette unter die Nase hält?
    – führt eine Versteigerung von Konzessionen nicht eher zu dem Trend, dass große Kneipen und Discos alle Lizenzen aufkaufen und damit gerade zu einem Trend, den der Verband der Bayerischen Wirtshauskultur allein aufgrund seines Namens schon verhindern will?
    – ALLE Angestellten in der Gastro, so wie Musiker und DJs sollten das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben. Klar würden sich auch Menschen finden, die in der Rauchergastro arbeiten würden, aber es gäbe wohl auch Leute, die in Atomkraftwerken ohne Schutzanzug für gutes Geld ihren Dienst verrichten würden. Wo kämen wir hin, wenn wir sowas dulden würden?
    – inwiefern ist Rauchen in der Gastro vereinbar mit Drogenprävention bei der Jugend? Höchstwahrscheinlich würden sich gerade die Gastro Konzessionen sichern, dessen Zielgruppe häufig raucht. Und das sind nun mal v.a. junge Leute, die man ja vom Rauchen abhalten sollte
    – warum überhaupt Trennung in Raucher und Nichtraucher? In der rauchfreien Gastro könnten bei gleichzeitig feiern!

    Ich hätte noch weitere Argumente, aber ich hoffe, dass auch diese bereits genügen, um über die von Ihnen erwähnte “Lösung” nochmals nachzudenken.

    Reply
  6. Monika Blanke24 November 2010

    “Ach und noch ein Wort zu Raucherräumen. Die sind schön und gut, wenn man von 2 Voraussetzungen ausgeht:

    1. Die sind so abgetrennt, dass der Rauch tatsächlich nicht rüberzieht (also z.B. alle 5 Minuten die Tür aufgeht)
    2. Es gibt 2 Gruppen, die nichts miteinander zu tun haben. Die Raucher und die Nichtraucher. Cliquen, in denen Individuen beider Gruppen vorkommen, darf es nicht geben…

    Da aber die beiden Vorraussetzungen praktisch nicht vorkommen, ist auch das Konzept “Raucherzimmer” keine optimmale Lösung.”

    Das haben Sie vor genau einem Jahr geschrieben. Ich glaube nicht, dass sich an diesen Voraussetzungen irgendetwas geaendert hat.

    Reply
  7. Rüdiger Penzkofer25 November 2010

    Wer die Facebookseiten des Aktionsbündnisses von Herrn Frankenberger und die neue Seite auf Facebook “JA! Zum Nichtraucherschutz in ganz Deutschland” kennt, wird unschwer merken, dass es sich bei den vier bisherigen Kommentatoren um eine der Hardliner der (Rauch-) Verbotsfraktion handelt, welche mit ihren Anschauungen ca. 70 Jahre hinten sind. Solche Menschen verdienen es, dass man sie beobachtet, da sie möglicherweise eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellen.

    Reply
  8. rosarot25 November 2010

    ich war auf der Veranstaltung am Montag, habe gesehen und gehört welche Probleme manche Wirte und andere von der Gasto abhängige Persone für Probleme haben.
    Herr Sauter, war am anfang seiner Ausführungen gegen eine Lockerung, und wurde erst im laufe der Veranstaltung darüber aufgeklärt welche Probleme es im Umfeld gibt.
    Herr Sauter erkannte dann richtigerweise, dass dieses Verbot im Grunde eine Farce geworden ist, dem man eigentlich nur mit einem Umschwenken entgegenwirken kann, dies würde bedeuten, dass Lokale die von Jugendlichen nicht zugänglich sind, und über entsprechende Lüftungsanlagen verfügen zu einem Raucherlokal machen kann (wenn der Wirt dies will!).
    Das das DKFZ diese Lüftungsanlagen nicht gutheißt ist verständlich, den Sie müssten zugeben das Ihre Politik falsch läuft, und einen großen Teil der Bevölkerung mit dieser Lüge hintergeht.
    Man muss Herrn Sauter zugutehalten, dass er sich wohl im Vorfeld keine Gedanken gemacht hatte was auf Ihn zukommt, und welche Auswirkungen dieses Rauchverbot für einen nicht unerheblichen Teil der Gastronomen nach sich zieht.

    Ich würde es begrüßen, wenn sich die Grünen auf Ihre Ideale besinnen würden, die einmal waren, dass man Minderheiten schützen muss so wie es Kelly, Schilly und Bastian wollten.
    Das Gesundheit ein hohes Gut ist, ist verständlich, aber das man den Gesunheitswahn auch übertreiben kann sieht man auch.

    Für die Zukunft wünsche ich Herrn Sauter eine glückliche Hand in Dingen die das Volk angeht, und das dies mit einem guten Augenmaß betrachtet wird.

    Reply
  9. Christian25 November 2010

    Ich werde heute Abend ausführlich antworten, aber eines muss jetzt gleich sein:
    “Man muss Herrn Sauter zugutehalten, dass er sich wohl im Vorfeld keine Gedanken gemacht hatte was auf Ihn zukommt, und welche Auswirkungen dieses Rauchverbot für einen nicht unerheblichen Teil der Gastronomen nach sich zieht.”
    Doch, ich habe mir Gedanken gemacht. Ich kenne die Statistiken, ich weiß, dass es Einzelschicksale gibt, denen es schlechter, und dass es Kneipenbesitzer gibt, denen es besser geht.
    Ich wünsche niemandem, dass er dadurch Pleite geht.
    Und das es heftig wurde, war mir klar.

    Für mich ist einfach die Leitlinie der Artikel 2 des Grundgesetzes. Und da suche ich eine Lösung, die PRIMÄR die Gesundheit aller schützt (und insbesondere von Kindern und Nichtrauchern – was der einzelne Raucher macht ist mir nicht egal, aber das muss er/sie selber wissen) und SEKUNDÄR auch die Entfaltung der Raucher und Nichtraucher ermöglicht.

    Reply
  10. Nichtraucher Oll25 November 2010

    zu Rüdiger Penzkofer Beitrag möchte ich nur hinzufügen, dass vielmehr er mit seiner Einstellung 70 Jahre hinterher hinkt, die Einstellung für das Nichtrauchen ist up to date wie nie.
    Darüber hinaus stellen wir als Nichtraucher keinerlei Gefahren für die Demokratie dar, sondern wir machen uns stark für einen besseren Gesundheitsschutz.
    Vielmehr die Hardcore-Raucher sind es, die eine Gefahr darstellen, und zwar für die Gesundheit derjenigen, die sie mit Ihrem Zigarettenrauch (oder sollte ich auch Gestank sagen) vergiften und vollqualmen und mit dreisten Lügen unwissende falsch informieren.

    Reply
  11. Christian25 November 2010

    So, das wird jetzt länger … richtig lang:
    @Turan: Auch wenn man mir das Wort im Mund rumgedreht hat, fande ich gerade die Nachbesprechung konstruktiv und einfach mal mit den Rauchern zu reden, hat mir einerseits ein Bild von deren “Nöten” und Wünschen vermittelt und denen auch gezeigt, was unsere Argumente sind. Dadurch, dass die Nachlese jetzt so heftig ist, kann man es vielleicht als Fehler sehen. Vielleicht entsteht daraus aber auch eine konstruktive Diskussion, wie man Nichtraucher noch besser schützen kann und Rauchern ihr “Hobby” (oder Laster) erlauben kann, ohne dass sich andere belästigt fühlen. Vielleicht ist die 20%-Klausel auch nicht optimal. Aber immerhin hat sie eine spannende Diskussion gestartet.

    @Monika Blanke: Beim Kinderschutz sind wir uns einig.
    Die Anzahl der Lizenzen würde ich nach weiterem nachdenken am liebsten versteigern. Allerdings nur an die “klassischen” kleinen Eckkneipen, dies würde ich am Kriterium “keine Angestellten” messen. Dörfer mit nur einer Kneipe haben dürfen auch maximal 20% haben … das bedeutet es muss mindestens 5 Kneipen geben, damit eine davon Raucherkneipe werden kann. Der Gleichbehandlungsgrundsatz wird durch Auktionen erreicht.
    Über die genaue Effektivität von Lüftungsanlagen habe ich noch nichts gefunden, aber was ich definitiv glaube ist, dass eine Raucherkneipe mit Luftfilteranlagen besser ist als eine ohne. Ich suche immer noch das TÜV-Zertifikat. Ich frag da mal direkt nach.
    Neue Ausnahmen: Ja, es wäre ein Schritt zurück, aber wenn wir dafür an anderer Stelle (Kinderschutz) einen Schritt voran kämen und eine Bevölkerungsgruppe glücklicher wäre, würde ich das als insgesamt positiv bewerten, da ich den Kinderschutz als erheblich wichtiger ansehe, als das Prinzip der rauchfreien Gastronomie. Und ja, ich bin am drüber nachdenken, weil ich eine Lösung will, die folgende Gruppen berücksichtig: 1. nichtrauchende Kinder 2. die gesamte große Mehrheit der Nichtraucher 3. die Minderheit der Raucher (die Reihenfolge spiegelt die Priorität wieder). Wenn es eine bessere Lösung gibt, die alle drei Seiten beachtet, dann bin ich dabei.

    @Turan: Ich hätte es jetzt eher wie die Erlanger Nachrichten auf ca. 100 eingeschätzt. Aber mit solchen Schätzungen habe ich wenig Erfahrung.

    @Nichtraucher Oll: Die Frage ist, wen wollen wir wirklich schützen. Die Raucher. Ich glaube, die rauchen auch so. Klar, bei einem Bier raucht man eher. Aber die meisten Raucher die ich kenne, rauchen auch ohne Bier. Oder die Wirte? Die wollen es ja scheinbar. Oder die Nichtraucher? Daher müssten 80% der Kneipen rachfrei und möglichst auch nach anderen Kriterien attraktiver sein, so dass auch gemischte Gruppen lieber in eine Nichtraucherkneipe gehen.

    @Christian Franke zu den Punkten
    Kontrolle und was tun: Ordnungsamt per Stichproben. Wer sich nicht dran hält, der verliert die Lizenz.
    Was bringt die Lüftung, wenn der neben mir raucht: Wenig, wenn der Rauch direkt in das Gesicht zieht, das gebe ich zu, aber insgesamt ist die Luft besser als ohne. Nächstes Wochenende bin ich in München, dann mache ich mir mal selber ein Bild von den Lüftungsanlagen.
    Versteigerung an Große: Dies hat mich zum Nachdenken gebracht, daher das schon oben genannte Argument: Nur an Kneipen ohne Angestellte.
    Angestellte: s.o. (dies würde auch bedeuten, dass keine Musik etc. möglich wäre). Dies würde die Kneipen dann wieder unattraktiver machen, was ja für die gemsichten Cliquen positiv wäre.
    Jugendschutz: Bis 18 muss eh gesperrt sein. Wenn man dann mal drüber ist, gibt es zwar noch 2 kritische Jahre… also sollte man es bis 20 sperren (geht das?) und dann sollten die Leute echt alt genug sein, dass sie vernünftige Entscheidungen treffen können. Auch heute sind private Treffen (bei denen Kinder dabei sind) in der Privatwohnung erlaubt, bei denen geraucht wird. Da sollte man eher dran gehen, als an die über-18-jährigen.
    Trennung: Die finde ich auch sehr kritisch, aber wenn sich jemand woanders hinsetzen will um zu rauchen, dann will ich das nicht kategorisch verbieten.
    Nachdenken: Ich bin dabei… aber s.o.

    @Monika Blanke:
    Raucherräume mag ich auch nicht. Das Problem mit den Cliquen sehe ich auch und halte es für das Hauptargument gegen meine 20%-Regel. Dafür habe ich noch keine Lösung, nur o.g. Lösungsansätze, die ich selber noch für ausgereift halte… vielleicht findet sich da noch was.

    @Rüdiger Penzkofer:
    Ich fande die Argumente der oben zitierten Personen sehr konstruktiv. Meine Vorschläge sind sicherlich nicht optimal und ich bin für jede Kritik dankbar. Man muss sich alle demokratischen Vorschläge und Meinungen anhören. Deswegen war ich auch bei den Rauchern. Deswegen bitte ich um einen freundlichen, konstruktiven Tonfall hier in den Kommentaren.
    Nachtrag: Erst nach dem letzten hier beantworteten Kommentar wurde mir bewusst, was vor 70 Jahren war. Mit so einem Vergleich haben Sie sich leider selbst absolut disqualifiziert.

    @rosarot: Ich habe in einem meiner ersten Statements den Satz gesagt, dass ich es besser fände, wenn es Raucherkneipen geben würde und dafür geschlossene Veranstaltungen mit Kindern (im Extremfall Taufen) nicht mehr zugelassen wären. Also an meinem Grundstandpunkt hat sich nichts geändert.
    Eine Farce würde ich das Verbot auch nicht nennen, aber ich würde den Rauchern zugestehen, dass man einige Ausnahmen einführt, wenn gleichzeitig an anderer Stelle Verbesserungen durchgeführt werden würden.
    Zu den Lüftungsanlagen: Ich habe zwar die Aussagen eines Wirtes und dessen Internetseite, aber noch nicht das TÜV-Gutachten. Da dies nicht verlinkt ist, frage ich mich inzwischen auch, was dabei herauskam. Wenn da dann für die Presse genauso hininterpretiert wurde wie bei meinen Aussagen, dann müsste ich meine Aussagen noch mal radikal überdenken. Im Grunde ist mir erst durch den Link von Monika Blanke klar geworden, dass ich zwar Presseberichte und persönliche Aussagen habe, aber nichts wissenschaftlich greifbares…. in paar Tagen kann ich mehr sagen, hoffe ich…
    Zu dem das mir nicht klar war, habe ich ja schon kommentiert.
    Ja, man muss Minderheiten schützen. Aber hier gibt es so viele Leute, die wiedersprüchliche Schutzinteressen geltend machen. Die muss man entweder abwägen oder unter einen Hut bringen. Bei einer Abwägung würde ich den Gesundheitsschutz vor den Racherwunsch stellen. Weil eigentlich (wenn ich mal den Oberlehrer in mir rauslasse) wäre es für die Raucher ja sogar besser, wenn sie gar nicht mehr rauchen dürften! Aber jetzt will ich den Oberlehrer wieder einpacken und suche lieber nach einer Lösung, in der der Nichtraucherschutz gewährleistet ist und in dem auch eine Lösung für den Raucherwunsch dabei ist.

    @Nichtraucher Oll:
    Jetzt erst wird mir bewusst, was der R.P. krasses geschrieben hat. Auch bei Dir könnte ich die 70 Jahre kritisieren, habe aber irgendwie das Gefühl, dass damit einfach gesagt werden sollte, dass Nichtrauchen IN ist, während im Großteil des letzten Jahrhunderts Rauchen IN war. Hoffe ich. Ansonsten stimme ich Dir zu.
    Die Frage die ich mir halt immer stelle, was ist mit den “Feierabend-Kneipen-Rauchern”? Wollen wir denen jetzt sagen, Eure Zeit ist abgelaufen?

    Und als Antwort auf alle, die meine Vorschläge kritisiert haben, argumentiere ich jetzt noch mal auf grüner Programmbasis: unserem bayrischen grünen Wahlprogramm, in dem 2 Sätze hintereinanderstehen, die ich noch nicht unter einen Hut bringe (Seite 111, http://www.gruene-bayern.de/fileadmin/Dateien/Wahlprogramm%202008.pdf): “Eine Politik, die nur aus Repression und Null-Toleranz besteht, lehnen wir ab. Wir sind für eine Entkriminalisierung des Konsumverhaltens und auch in Bayern für eine 15 Gramm-Grenze beim Besitz von Cannabis. Wir setzen uns für ein konsequentes Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und in der Gastronomie ein.” Was sagen die Sätze aus. Wir akzeptieren Drogenkonsum. Aber nur zu Hause. Böse gesagt könnte jemand noch den Satz: “Selbst wenn da Kinder sind” hinzufügen. Aber da wir auch den Satz haben: “Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion. Uns geht es um einen effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Drogen.” Müssen wir uns 2 Sachen fragen: 1. Wo sollen Raucher rauchen, wenn sie nicht bei den Kindern in der Wohnung rauchen sollen und nicht im öffentlichen Raum rauchen dürfen? 2. Noch dürfen die Raucher in der Wohnung bei den Kindern rauchen. Ist das nicht viel schlimmer, als 20% der Kneipen, in denen es erlaubt ist?
    Darauf habe ich noch keine Antwort, aber will mit allen darüber diskutieren.

    Reply
  12. Johann Nowak25 November 2010

    Zunächst möchte ich Ihnen Herr Sauter für Ihre objektive Beurteilung der im Moment vorherrschenden Verhältnisse in unserer Gastronomie danken.

    Wir, die bayerischen Wirte, befinden uns derzeit tatsächlich in einer Situation, die für viele als ausweglos bezeichnet werden muss. Ursächlich verantwortlich ist dafür, ohne Zweifel, dass am 01.10. umgesetzte absolute Rauchverbot.

    Ich denke, dass eine ausführliche Beschreibung des tatsächlich Zustands unserer Lokale, insbesonderen der kleinen Einraumkneipen und der Dorfgastronomie, den Rahmen dieser Seite sprengen würde.

    Ich werde Ihnen aber gerne einen ausführlichen Bericht schriftlich zukommen lassen.

    Noch eine Anmerkung:

    der Beitrag von Herrn Penzkofer hat mich veranlasst, erstmals auf die Seite “JA! Zum Nichtraucherschutz in ganz Deutschland” zu gehen. Das was ich dort lesen konnte, hat mich in meinem demokratischen Denken stark erschüttert. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich selber davon einen Eindruck zu verschaffen. Und es stimmt: die ersten 4 Kommentatoren zu diesem Thema, sind dort mit ihren Ideologien mehr als stark vertreten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Johann Nowak
    Land- und Gastwirt

    Reply
  13. Siegfried Munin26 November 2010

    Ich würde gerne die Diskussion über die Lüftungsanlagen ein wenig versachlichen:
    Es ist leider so, dass die Veröffentlichungen der Tabakkontrolle am DKFZ (Nicht DKFZ-die haben nichts damit zu tun!) nachprüfbar nicht den wissenschaftlichen Standards genügen.
    Das Team der Tabakkontrolle besteht aus Ernährungswissenschaftlern, einem Soziologen, einem Psychologen, einem Biologen und einer promovierten Dame, die aber nie forschend tätig war.
    Und wenn diese Gruppe, mit diesem wissenschaftlichen Background eine Studie über die Effektivität von Lüftungsanlagen erstellt, dann sind meiner Ansicht nach doch starke Zweifel an den Ergebnissen angebracht.
    Statistische Methoden zur Absicherung einer wissenschaftlichen Arbeit sind den Damen und Herren aus Heidelberg genauso fremd, wie die Umrechnung auf Normverhältnisse zur Vergleichbarkeit bei Schadstoffmessungen.
    Ich fände hier eine sachlichere Diskussion angebracht.

    Mit freundlichen Grüßen

    S.Munin

    Reply
    • Christian28 November 2010

      Ich bin auch immer noch dabei, das TÜV-Gutachten zu prüfen. Ich halte auch das nicht für sehr stichhaltig…
      Aber ich fürchte, dass ich mit meiner knappen Freizeit das nicht vollständig analysieren kann. Viel zu wenig Zeit 🙁

      Reply
  14. Nichtraucher Oll26 November 2010

    noch bezüglich zu dem Kommentar “Null-Tolleranz” sei gesagt, dass es die Raucher sind, die eine Null Tolleranz erneut durchsetzen wollen, nämlich wieder überall zu rauchen, wo sie gehen und stehen.
    Es ist jedem Raucher zuzumuten, auch zu seinem Feierabend Bier eine Zigarette zu qualmen, nur diese bitte draußen. Und deswegen kann ich den Kommentar nicht nachvollziehen, warum die Zeit derer abgelaufen sein soll, ist sie doch nicht.
    Umgekehrt als Nichtraucher habe ich nicht die Möglichkeit, den giftigen und stinkenden Rauch, der in dem geschlossenen Raum auch in die kleinste Ecke kommt, dem auszuweichen und ich habe ebenfalls ein Anrecht auf mein Feierabendbier, und das möchte ich rauchfrei genießen dürfen.
    Die 20% Regelung wird nur einen neuen Streit um das Rauchen entfachen. Lassen Sie doch bitte einfach die Wogen glätten, langfristig gewöhnt sich auch der letzte Hardcore Raucher an das Gesetz und in 10 Jahren werden viele nur noch ungläubig den Kopf darüber schütteln, dass es überhaupt so eine Debatte um einen Gesundheitsschutz gegeben hat.
    Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich auch gegen die Legalisierung von Cannabis bin.

    mfg

    Reply
    • Christian29 November 2010

      Zur Thema Toleranz und Respekt (von wikipedia):

      Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.

      Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person (Respektsperson) oder Institution.

      Und meiner Meinung nach geht Toleranz so weit, wie man keinem anderen schadet. Und wenn jemand aufgrund eines Verhaltens einer anderen Person einen Schaden (begründet) befürchtet, dann sollte diese andere Person so viel Respekt haben, diese Befürchtung ernst zu nehmen und möglichst auf das Verhalten zu verzichten.
      Ganz allgemein.
      Und wenn man das jetzt auf deine Ausführungen vergleicht, komme ich im Großen und Ganzen zum gleichen Ergebnis: Wir Nichtraucher sollten uns den Respekt einfordern, dass wir gut ausgehen können ohne vollgequalmt zu werden. Die Frage ist nun aber umgekehrt, wie weit tolerieren wir das Verhalten der Raucher. Nicht in unserem Umkreis. Aber in deren eigenen Kreisen? Vom Gesundheitsschutz macht es auch keinen großen Unterschied, ob die zu Hause rauchen oder in der Kneipe. Daher bin ich eher dafür, denen paar Kneipen zu geben und dafür die Kinder zu Hause zu schützen. (Wundert mich eh, dass dieses Bestreben nicht die Raucher viel mehr bewegt hat)

      Reply
  15. pengertz26 November 2010

    @christian sauter

    Ihre Aussagen lassen mich eine gewisse Naivität vermuten. Abluftanlagen werden übrigens auch in der Industrie oder auch in Parkhäusern eingesetzt, mit durchaus respektablen Ergebnissen für die Volksgesundheit. Wenn man allerdings erst länger nachdenken muss, was vor 70 Jahren geschah, dann wäre eine bessere Allgemeinbildung – gerade als Politiker – begrüßenswert.

    Es geht eben schon um die freie Wahlmöglichkeit! Unbenommen war es Nichtrauchern auch bisher schon, selbst rauchfreie Gastronomie zu betreiben. Die ganze Aggression wäre besser in die positive Umsetzung eigener Unternehmen transformiert worden.
    Selbst wenn man unterstellt, dass ein Fünkchen Wahrheit an der DKFZ “Studie” sein sollte (was ich angesichts der unwissenschaftlichen Herangehensweise stark bezweifle) kann man den Schutz der körperlichen Unversehrtheit nicht strikt anwenden. Dies wissen doch auch die “Grünen”, ansonsten hätte doch die Friedenspartei nicht die Bundeswehr in alle Welt schicken dürfen! Die Gefallenen und Verwundeten hatten auch Anspruch auf körperliche Unversehrtheit. In diesem Zusammenhang wäre es interessant wie sich die Antirauchereiferer verhalten, wenn ein verwundeter und schwer traumatisierter Soldat(in) in einer Kneipe trotz Rauchverbots raucht. Schickt man ihn dann in die Psychiatrie oder gar wieder zurück aufs Feld der Ehre?

    Des weiteren könnte man bei absolutem Vorrang der körperlichen Unversehrtheit ganze Berufsgruppen schützen aber auch liebgewonnene Angewohnheiten verbieten: Als Beispiele nenne ich nur Benutzung von Kraftfahrzeugen aller Art, Flugreisen, Grillen usw. Bei der Umsetzung der körperlichen Unversehrtheit in der Arbeitswelt, könnte man die Arbeitslosenstatistik gar nicht mehr so weit frisieren. Beispielhaft aufgeführt: Schichtarbeiter, Polizisten, Köche, Feuerwehrler, Soldaten, Bauarbeiter, Krankenschwestern, Altenpflegern u.v.a.m. All diesen Berufsgruppen kann man keine absolute körperliche Unversehrtheit garantieren – soll man die Berufsausübung verbieten?

    Auch das von den Grünen mit betriebene Lohndumping führt zu einem um Jahre früheren Ableben der Betroffenen – also fassen Sie sich an die eigene Nase, nicht nur wenn es Ihnen ins Konzept passt.

    Für mich ist der Gesundheitsschutz nur vorgeschoben. Natürlich sind freiwillige und brandschutzmäßige Rauchverbote weiterhin einzuhalten!

    In diesem Sinne viel Spaß beim Erweitern des Horizonts

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    • Christian29 November 2010

      Vor 70 Jahren: Ja, könnte man so sagen, dass ich so naiv war und einfach mal an das Gute im Raucher geklaubt habe, der nicht eine an der Stelle absolut lächerliche “böser Nazi”-Keule schwingt. Aber wenn dieser positive Glaube an die Raucher von Rauchern als naiv bezeichnet wird …
      natürlich weiß ich, was 1940 war.

      Zum Rest: Beim Nichtraucherschutz geht es gar nicht um Parteipolitik. Es ging darum, dass Nichtraucher im öffentlichen Raum jahrelang zugequalmt wurden und das nicht mehr wollten. Und deswegen hat die große Mehrheit sich für dieses Gesetz entschieden. Gesundheitsschutz ist sicherlich ein Argument, aber bei weitem nicht das Einzige.

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  16. Wolfgang Stimmler27 November 2010

    Hallo Christian Sauter,

    hier schreibt noch einer von der oben erwähnten Facebookseite 🙂

    Zunächst ist es mal positiv, dass überhaupt mal Vorschläge kommen, wie eine Kompromisslösung aussehen kann. Gut finde ich sie allerdings nicht.
    Wenn die Lizenzen versteigert werden, sind minderbetuchte Wirte wieder benachteiligt. Genau das sollte durch das einheitliche Gesetz aber verhindert werden. Auch eine Bevorzugung der Wirte, die bisher einen Raucherclub hatten, gefällt mir nicht. Nach der ursprünglichen Regelung diente ein Raucherclub dazu, das Gesetz zu umgehen. Solen gerade diese Wirte jetzt dafür auch noch “belohnt” werden?

    Wer auf unserer FB-Seite liest, kann ja auch mal Bayern sagt nein vorbeischauen. Bei dieser Gruppierung sind auch viele Wirte dabei. Beim Volksentscheid hat nun mal die Mehrheit der Wähler für ein egnerelles Rauchverbot in Lokalen votiert. Und solange wir von dieser Gruppierung verächtlich als Antis, Körnerfresser oder gar Nazis und Rassisten beschimpft werden, sehe ich nicht ein, warum wir Ihnen auch noch entgegen kommen sollten.

    Danke für Ihre Anwesenheit vor Ort und für Ihre Stellungnahme.

    Wolfgang

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    • Christian29 November 2010

      Also erst mal sehe ich die Gruppe der Betroffenen Wirte und Raucher nicht deckungsgleich mit den Extremos. Auf die Extremos habe ich auch kein Bock.
      Raucherclubs bevorzugen fände ich persönlich aus den von dir genannten Gründen auch nicht gut.

      Die 20% halte ich auch nicht für so richtig gut, aber vielleicht kommt hier ha noch eine schöne Kompromisslösung raus?

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  17. Stefan Burger27 November 2010

    Sehr geehrter Herr Sauter,

    auch ich möchte Ihnen meinen Respekt aussprechen, daß Sie den Mut hatten in die “Höhle des Löwen” zu gehen. Ich wähle bewußt Frau Blanke´s Worte, da es m. E. keine adäquateren Worte dafür gibt.
    Zur Ihrem Gedanken mit den “20%” möchte ich kurz folgendes sagen:
    Ausnahmen würden ein Gesetz nur unnötig verkomplizieren. Die führt dazu, daß:

    1. der Gleichheitsgrundsatz nicht mehr gegeben ist.

    2. wäre eine Regelung mit Ausnahmen wieder nicht mehr Verfassungskonform.

    3. Eine einheitliche Regelung und ein klar zu vollziehendes Gesetz – ohne Ausnahmen – schafft Chancengleichheit für alle Wirte. Dies ist auch die kostengünstigste Variante. Kein Wirt müßte in sündhaft teure Belüftungsanlangen investieren. Mit einer einmaligen Investition wäre es nicht getan. Die Filter müßten regelmässig ausgetauscht werden. Die Anlage müßte regelmässig fachmännisch gewartet werden, um einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten. Wer garantiert, daß die Anlage auch regelmässig fachmännisch gewartet wird?! All dies verursacht unnötige immense Kosten. Wie allgemein bekannst ist, sind in den Zigaretten ca. 4800 chemische Substanzen enthalten. Mehr als 70 sind krebserregend oder stehen im Verdacht karzinogen zu sein. (Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/show.php3?id=40&nodeid ) Eine Belüftungsanlange kann unmöglich alle 4800 giftigen Substanzen aus der Luft filtern. Des weiteren wird durch den Rauch einer Zigarette Feinstaub freigesetzt, der sich in den Tapeten, in den Polstermöbeln und überall fest setzt. Quelle hierfür eine Studie über “Third Hand Smoke” –> http://www.hohenstein.de/ximages/1411295_ihbwennbab.pdf , die ich Ihnen wärmstens an Herz legen möchte! Es ist nicht damit getan, den Gastronomiebetrieb mal eben “durchzulüften”!

    4. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß jede Ausnahme immer wieder zum Mißbrauch und zur Umgehung des Nichtraucherschutzgesetzes führt. Damals waren es die sog. “Raucherclubs”, die überhand nahmen, so daß es überhaupt zu einem Volksentscheid gekommen ist!
    Aktuell wird versucht das Nichtraucherschutzgesetz unter dem Vorwand der sog. “künstlerischen Freiheit” und angeblich “echten geschlosssenen Gesellschaften” zu unterwandern.

    Dieses angeblich “große Kneipensterben” hat bis jetzt in keinem Land statt gefunden, in dem ein strenges Nichtraucherschutzgesetz durchgesetzt wurde. Da wird zuviel von der rauchenden Fraktion “hochgepusht” und dramatisiert.

    Ich bitte Sie meine Anregung in Ihre zukünftigen Überlegungen bezüglich dem Schutz der Nichtraucher vor Passivrauch und der Feinstaubbelastung durch Zigarettenrauch, insbesondere auch den Schutz der Kinder, miteinzubeziehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Burger

    @Rüdiger Penzkofer:

    Was für mich eine viel grössere Gefahr der Demokratie darstellt ist die Tatsache, daß Meinungen, die nicht mit dem Denken der “Bayern-sagt-Nein”-Seite konform gehen, gnadenlos zensiert werden. Beiträge werden einfach gelöscht obwohl niemand beleidigt oder angegriffen wurde. Sachlich konstruktive Diskussionen werden gelöscht nur weil man nicht mit den Admins der “Bayern-sagt-Nein”-Seite konform geht. User, die versuchen sachlich vernünftig zu diskutieren, die keinen beleidigen, keinen angreifen, ja nicht einmal ausfallend werden, werden einfach gesperrt nur, weil sie eine andere Meinung vertreten!
    Ebenso wird permanent offiziell zum Gesetzesbruch aufgerufen.
    Das halte ich für sehr sehr bedenklich und das ist in meinen Augen wirklich eine Gefahr für die Demokratie!

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    • Christian29 November 2010

      1. Gleichberechtigung durch Versteigerung … analog lief es bei UMTS ab. Jeder hat die Chance. Wenn jemand es für ein Geschäftsmodell hält, dann kann er ja mitsteigern. Natürlich hätte die Kneipe weitere Auflagen: Keine U18, keine Angestellten (auch keine Musiker etc.), Lüftungsanlagen
      2. glaube ich schon, wegen 1. – Jeder hat die Chance.
      3. Belüftungsanlagen: Ich halte die auch nicht für sooo wirksam, wie es die entsprechende Presse uns erzählen will. Aber besser als gar nichts. Und wenn es uns um die Raucher geht, dann rauchen die halt sonst zu Hause.
      4. Ja, und gerade die “geschlossenen Gesellschaften” finde ich schrecklich: Geburtstage, Taufen, Hochzeiten … also die klassischen geschlossenen Gesellschaften; da sind ja überall recht häufig Kinder dabei. Dann lieber eine richtige Ausnahme, wo Kinder aber klar ausgeschlossen sind. Die Raucher nehmen jetzt ja schon Fußballspiele als “Event” für ne geschlossene Gesellschaft.

      P.S.: Du hast den Beitrag doppelt gepostet, weil der wohl in der Moderationsschleife war. Beim Überfliegen sahen die identisch aus. Wenn nicht, dann schalte ich den anderen auch noch frei.

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  18. Stefan Burger28 November 2010

    Ich hatte hier auch noch was geschrieben, aber leider wurde der Beitrag noch frei geschaltet! Darf man hier nichts mehr posten?

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    • Christian28 November 2010

      Natürlich sind alle NICHT-SPAM-Kommentare, die ein Mindestmaß an Anstand haben erlaubt. (Und selbst diese 70-Jahre-Andeutung habe ich durchgehen lassen … obwohl ich solche Sachen für Grenzwertig halte)
      Ich vermute es waren die vielen Links, die das System veranlasst haben, diesen Kommentar moderieren zu lassen. Jetzt ist er durch.

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  19. Stefan Burger29 November 2010

    Hallo Christian,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe den Post tatsächlich 2x gepostet, weil ich dachte, daß ich beim ersten mal evtl. einen Fehler gemacht hatte. Ansonsten sind die Posts identisch! M. E. ist der Vergleich mit den UMTS-Lizenzen sehr sehr grenzwertig wenn nicht sogar unvergleichbar. Bei der Versteiergung der UMTS-Lizenzen ging es um Millioenbeträge. (Also “nur” um Geld!)
    Beim Nichtraucherschutz geht es um Menschenleben. Nicht zuletzt darum, daß Kinder und jugendliche erst gar nicht anfangen zu rauchen. Ein konsequenter Nichtraucherschutz hilft nicht nur uns in der jetzigen Generation, sondern, vorrausgesetzt er wird klar durchgezogen, auch den Kindern und deren Kindern und den nachfolgenden Generationen. Wenn wir mal ehrlich sind, dann würden Zigaretten, wenn man heute erfinden würde, keine Zulassung mehr erhalten. Dies wurde aus verschiedenen Gründen (zum Teil auch durch Irreführung der Zigarettenhersteller) von unserer(n) vorhergehenden Generation(en) versäumt, teils aus Unwissenheit, teils auch weil man ihnen bzw. uns (der Bevölkerung) die Wahrheit über die Folgen des Passivrauchs vorhenthalten hat.

    Aus diesem Grund plädiere ich für ein einfaches und klar zu vollziehendes und konsequentes Nichtraucherschutzgesetz.

    Mit Herzlichen Grüßen
    Stefan Burger

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  20. Freedom111 December 2010

    Leider klappt es nicht, auf den Beitrag von Stefan Burger vom 27.11.10 direkt zu antworten:

    1. Bei einem Totalverbot kann man nicht von Chancengleichheit sprechen: Wirte ohne Außenbereich, Wirte in einem Wohngebiet, Wirte in Grenznähe zu anderen Bundesländern oder angrenzendes Ausland haben ganz klar einen Nachteil.

    2. Regelungen mit Ausnahmen sind sehr wohl verfassungskonform.

    3. Das PDF-File zu den Hohenstein-Instituten bezüglich 3rd-hand-smoke läßt sich nicht öffnen. Zu diesem Thema gibt es KEINE Studie, die die Schädlichkeit nachweist.
    http://tobaccoanalysis.blogspot.com/search?q=hohenstein oder
    http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~EF25486FB0C0D4EB889EFC6E73D4A673E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    4. Zu Beginn des VB waren die Raucherclubs bereits verboten, auch wenn dies “beabsichtigt” und fadenscheinigerweise immer als Grund bei den Rauchverbotsbefürwortern angegeben wurde.

    Meines Wissens wurden die Raucherclubs im August/September 2009 bereits verboten! Das VB startete erst danach. Die Rauchclubs als Grund anzugeben finde ich mehr als dreist.

    Schönen Abend noch – Freedom11

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  21. Werner R. Niedermeier1 December 2010

    Stefan Burger, Sie behaupten, Ausnahmen würden Gesetze nur unnötig verkomplizieren. Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass fast alle unsere gesetze Ausnahmen enthalten? Und das mit gutem Grund: Man kann eben nicht alle Menschen über einen Kamm scheren und zwangsweise gleich machen. Ein herausragendes Merkmal einer Demokratie ist der Schutz von Minderheiten und der Schutz von Andersdenkenden.

    Im Gegensatz dazu steht der Totalitarismus, der alles gleichschalten will und den Sie wollen. Es sei Ihnen unbenommen, derartiges Gedankengut zu verbreiten, ich halte es allerdings für undemokratisch und gefährlich. Die Geschichte hat uns schon zu oft gezeigt, wohin Totalitarismus und erzwungene Gleichmacherei führt.

    @Christian: Wenn Sie Ihre Skepsis, die Sie augenscheinlich vor Untersuchen des TÜV Rheinland haben, auch bei der Junk-Science der Tabakkontrolle hätten, wären Sie glaubhafter. Studien und Untersuchungen sind nicht deshalb gut oder schlecht, wenn sie die eigene Meinung untermauern. Sondern Studien sollten an ihrer Durchführung und Transparenz gemessen werden.

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