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Energie & Klima & Politik » Ob wir es wollen und wie wir es wollen….
08Dec

Ob wir es wollen und wie wir es wollen….

Gestern beim grünen Stammtisch (der Erlanger Grünen) ging es um das Projekt “Energiewende ERlangen” – 100% erneuerbare Energien für Erlangen (bis 2030 100% erneuerbarer Strom möglichst aus “Eigenherstellung”).

Dabei kam die Frage nach Gutachten auf, ob man diverse Risiken bedacht hat und einen Plan B hat – anders als bei Stuttgart 21, wo quasi nichts richtig durchkalkuliert wurde und als Schlichtungsspruch rauskam, dass noch mal alles mögliche geprüft und geändert werden muss. Diese wurde mit den Argumenten “zu teuer” und “erst mal muss man wissen, dass man es will” zurückgewiesen. Aber jetzt habe ich noch mal drüber nachgedacht.

Im Grunde trifft die Frage (und die gegebenen Antworten) genau einen wunden Punkt der Politik insgesamt (auch bei den Grünen). Wir haben Ziele und verfolgen die oft blind, ohne nach links und nach rechts zu schauen. Und jeder der was anderes denkt wird als “unbelehrbar” wahrgenommen. Nebenwirkungen gibt es scheinbar nicht.

Gerade bei der Energiewende muss man doch durchkalkulieren:

  • Was ist der umweltpolitische Nutzen?
  • Was ist der ökonomische Nutzen (oder Schaden)?
  • Welche sonstigen Nutzen oder Schäden

Im Gegensatz zu Projekten wie Stuttgart 21 hat man aber sehr viele Sachen in der Schublade:

  • Es gibt Erfahrungen mit Energieausbeute pro xxx (Wind/ Sonneneinstrahlung / Biomasse) … es sind ja schon zig Kraftwerke in Betrieb
  • Es ist kalkulierbar, wie lange die “Kraftwerke” laufen
  • Es gibt Hochrechnungen für Strompreisentwicklung und Energiekostenentwicklungen (zwar mit einer breiten Bandbreite… aber man kann ja mal optimistisch und pessimistisch rechnen)

Trotzdem muss einiges ganz klar dargestellt werden:

  • Auf welchen Flächen sind diese “Kraftwerke” geplant? Wie viel Licht ist da, wie viel Wind ist da? Welche Störfaktoren gibt es bei den Flächen. Dies muss transparent analysiert werden!
  • Welche finanziellen Auswirkungen das auf die Beteiligten hat. (2% Rendite)
  • Welche finanziellen Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat. Das EEG wird von den Stromnutzern bezahlt! (Finde ich gut, aber man muss es ehrlich so sagen.)
  • Gibt es Umweltschäden
  • Sonstige Auswirkungen
  • Und natürlich auch den Nutzen für das Klima

Und jetzt zum Schluss noch ein Beispiel, wo wir Grünen auch “blind” mitgelaufen sind. Biodiesel! Da gibt es jetzt halt paar Nebenwirkungen wie erhöhte Lebensmittelpreise, Urwaldrodungen, (kleinere) technische Probleme, … also ein positives Nutzen/Schadens-Verhältnis wird inzwischen eigentlich recht breit angezweifelt.

Sowas soll bei der “Energiewende ERlangen” nicht passieren. Trotzdem bin ich gegen teure Gutachten. Sondern man soll einfach die Experten mit ins Boot holen und alle Kritik anhören.

Verfasst am 08.12.2010 um 19:31 Uhr von mit den Stichworten , , , , , .
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