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17May

Funkschein im Eigenstudium – SRC-Prüfung ohne Kurs

Mal was ganz unpolitisches…. aber vielleicht hilft es jemandem.

Obwohl ich beim ersten Mal durch die Prüfung durchgefallen bin, würde ich behaupten, dass der SRC-Schein (Funken für Segler) sehr gut im Eigenstudium machbar ist. Mein Durchfallgrund war einfach ein Blackout, ich habe zwei Sachen vermischt, die ich eigentlich konnte.

Nun zum Ablauf der Prüfung:

  1. Funksprüche: Es gibt 27 vordefinierte Funksprüche, die sich im Internet runterladen lassen. z.B.: PA Bremen
    Wer sich die Funksprüche gerne anhören möchte, der findet hier alle gesprochen: Rolf Dreyer
    Von diesen Funksprüchen wurde einer sehr langsam vorgelesen. Auf Englisch. Den musste man mitschreiben und danach ins deutsche übersetzen. Dann bekommt man einen schriftlichen Funkspruch auf deutsch und muss den ins englische übersetzen.
    Das ganze läuft schriftlich ab. Also ich musste hier weder selber buchstabieren (Nato-Alphabet, ALPHA BRAVO usw) noch ein Wort sprechen. Aber man muss natürlich Englisch und das Nato-Alphabet verstehen.
    So wie ich es verstanden habe, kommt es da aber nur auf den Inhalt an. Ob man Hilfe mit “assistance” oder mit “help” übersetzt ist glaube ich egal. Zumindest wurde mir der Unterschied in den Funksprüchen nicht klar.
    Das ganze war nach wenigen Minuten rum und meinem Empfinden nach gar kein Problem.
  2. Theorie Es gibt ca. 260 Fragen, die sich auf 10 Fragebögen a 30 Fragen aufteilen. Die Fragebögen gibt es im Internet. Die Fragen gibt es im Internet (z.B. PA Bremen)- Richtig toll zum lernen fand ich den “Online-Trainer” von Tim Köster und die Fragebögen als MP3 – aber Achtung, inzwischen sind es multiple-Choice-Fragebögen … ich war einer der letzten, die es mit Freitexten machen mussten/durften.
  3. Die Praxis. Da war mir nicht so ganz klar, wie die abläuft. (Aber daran ist es nicht gescheitert).
    Wir wurden zu zweit geprüft, beide von uns sollten eine Funkstelle auf einem Schiff spielen. Max und Moritz … einige die bei einer Segelschule waren, wussten das schon. Aber selbst bei einer google-Suche finde ich dazu nichts. Ist vielleicht eine besonderheit beim PA Nürnberg? Jedenfalls lief das so:

    • (beide) DSC-Gerät einstellen: Position und Uhrzeit
    • Ich hatte Wassereinbruch und musste das Schiff verlassen: DSC – Distress Settings – Abandon the vessel – Distress-Taste (er wollte sie nicht wirklich gedrückt haben, weil sonst auch die Geräte im Nachbarraum zu piepsen anfangen)
    • Anderer musste die DSC-Meldung im Speicher abrufen (allerdings eine alte, weil der Alarm wurde ja nicht ausgelöst)
    • Ich: Mayday-Meldung abgeben. Kanal 16 war schon eingestellt, Squelch-Rad bis zum rauschen drehen, etwas zurückdrehen.
    • Anderer: Meldung bestätigen und weiterleiten
    • Prüfer: Er hat mich aufgenommen, Schiff ist untergegangen, Notverkehr beenden
    • Ich: Vorletzte Zeile durcheinandergebracht…. Blackout … durchgefallen,
    • Rest: ??? Ich musste raus 🙁

    Naja, jedenfalls, wie die einzelnen Funksprüche ablaufen steht auch beim PA Bremen in der ZIP-Datei. Die Nummer 4 empfehle ich zu lernen.
    Zum üben mit dem Umgang mit dem Controller habe ich mir eine Simulation gekauft, die auch LRC-fähig ist (LRC ist das nächsthöhere Funkzeugnis, das hab ich mir zwischendrin mal überlegt.) Jedenfalls gibt es auch gratis-Simulationen. Beim Prüfungsausschuss nachschauen, welche Geräte die nehmen und dann suchen.

    Die Nachprüfung lief dann ähnlich wie die erste, nachdem ich dann den “Pflichtteil” durch hatte, kamen noch paar Fragen zum Verständnis. Was mir in Erinnerung ist: “Wenn jemand während MAYDAY redet, was macht man dann” – “SCHIFFSNAME – SILENCE MAYDAY” – “Während er spricht oder warten” – “Warten, weil simplex-Kanal” …
    Insgesamt also gut schaffbar, NUR, ein Blackout und zwei Funksprüche total vermischen, ist nicht sinnvoll.

Kosten:

  • 78 Euro Prüfungsgebühr
  • 12 Euro anteilige Fahrtkosten der Prüfer und Raummiete
  • 15 Euro Übungsbögen – Hab ich mir von der Erlanger Segelschule aufquatschen lassen aber nie benutzt. Ich würde sie weiterverkaufen.
  • 20 Euro SRC-Buch – Hab ich durchgelesen, war zum Verständnis ganz hilfreich, aber nicht unbedingt zum bestehen der Prüfung sinnvoll. Und so toll geschrieben war es auch nicht.
  • 32 Euro für die Simulations-CD- es gibt auch Downloads für gratis, aber ich hab die nicht so genau angeschaut….
  • 32 Euro (20 Euro Prüfungsgebühr + 12 Euro Fahrtkosten) Nachprüfung

Also etwa 90 Euro für die erste Prüfung (muss man auch beim Kurs zusätzlich zahlen)
Etwa 67 Euro für Material … davon kann man sich 45 Euro sparen (Bögen und Simulation); Buch würde ich schon empfehlen.

30 Euro für die Nachprüfung. (Gebühr + Fahrtkosten der Prüfer)

Aber selbst mit den gesamten Kosten und Nebenkosten und Nachprüfungkosten war das gesamte erheblich günstiger als ein Kurs, der normalerweise über 100 Euro kostet…. (und Material muss man auch in vielen Kursen noch zusätzlich kaufen) … Und ich hab jetzt eine CD mit der Simulationssoftware, die ich an Freunde gerne ausleihe. Ich brauche sie nicht mehr und hab sie deinstalliert, von daher wäre das komplett  legal. Wenn jemand noch Fragen hat, dann einfach melden.

Verfasst am 17.05.2012 um 20:58 Uhr von mit den Stichworten .
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Kommentare

  1. Reinhold Schaaf21 November 2013

    Hallo Christian,
    das finde ich echt super von dir den Funkschein ohne Schule zu machen. Ich möchte den SKS machen und habe echt bammel vor dem Funkschein, da ich kein Englisch kann. Würdest du mir die deinen Funksimulator leihen?

    Liebe Grüße
    Reinhold

    Reply
  2. Christian22 November 2013

    Hallo Reinhold,

    3 Sachen:
    1. Funkschein ohne Englisch wird verdammt schwer. Viel passiert da halt auf Englisch. Also wenn du das schaffst, dann hab ich davor echt riesen Respekt.
    2. Ohne Schule. Ist sicherlich nicht für jeden geeignet, ich persönlich bin halt Autodidakt. Ein Buch und ich habe das Grundprinzip verstanden. Und die einzeldetails muss glaube ich eh jeder zu Hause lernen, für die Prüfung.
    3. Der Funksimulator ist eine CD, die es z.B. bei e-bay zu kaufen gibt. Aus Urheberrechtsgründen (die ich hier auch legitim finde) ist es natürlich nicht erlaubt, dass ich die Software allen meinen Blog-Lesern einfach so zur Verfügung stelle.

    Reply

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