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23Aug

Versicherungen – gesetzlich und privat

In der SZ wird über die neue Idee der Regierung berichtet, dass die gesetzlichen Kassen keine Zusatzleistungen mehr versichern dürfen.

Da kommt mir spontan die Idee, dass man dann ja die beiden Aspekte gleich sauber trennen könnte:

Es gäbe eine “gesetzliche” Versicherung, die auf dem Solidarprinzip beruht, dass heisst JEDER (auch die Gutverdiener) zahlen einen Prozentsatz ihres Gehaltes ein. Die privaten Versicherungen wären dann nur noch für den Luxus zuständig….

Aber die Idee der Regierung ist schwachsinn. Wenn die gesetzliche Krankenkasse was anbieten will, dann gründet sie halt eine Private Krankenversicherung und vertreibt für die dann auch die Produkte.

22Aug

Google Street-View

Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.

Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.

Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.

22Aug

Schulreform in Hamburg abgelehnt – aber erst mal sollten wir wissen, was wir wollen, bevor wir entscheiden, wie wir es vermitteln

Was wollen eigentlich die Leute, die Pro- oder Contra-Stimmen abgegeben haben? Ist denen das Gymnasium wirklich wichtig? Was bedeutet gymnasiales lernen? Warum ist dieses wichtig. All diese Aspekte wurden von beiden Seiten nur gekratzt.

Wie muss man das Schulsystem revolutionieren? Ist wirklich die entscheidende Frage, wie lange man lernt? Wie die Schulform heißt? Im Grunde sind die ersten Fragen:

  1. Was ist der Minimalstandard, dass ein Kind wissen muss, um einen Abschluss zu bekommen.
    Also muss man in Mathe Bruchrechnen können, oder Sinus und Cosinus? Oder ist es notwendig, mehrdimensionale Integrale berechnen zu können?
    Muss man in Deutsch Inhalte von Texten erfassen können, oder muss man zig Bücher interpretiert haben?
    Muss man in Englisch grob reden können oder das “Advanced Learners Dictionary” auswendig wissen?
    Muss man ein Halbjahr “Naturwissenschaften” gehabt haben, oder Bio, Physik, Chemie jeweils viele Jahre.
    Kunst, Musik, Sport
    Erdkunde, Sozialkunde, …
    Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischendrin und je nach Abschluss wo anders.
  2. Welche anderen Ziele soll die Schule erreichen, neben der Wissensvermittlung:
    Gesellschaftliche Kompetenzen? Umgang mit “alltäglichen” Gesellschaftlichen Situationen?
    Teamarbeit?
    Sozialkompetenz?
  3. Was wäre zusätzlich schön, wenn es in der Schule vermittelt werden würde?
    Fachliches (Ergänzungskurse, besondere Themen, Sprachen, …..)
    Praktisches (Mofaführerschein, Kochkurs, Tanzstunden, …)
    Sportliches (Fußballmannschaft, …)
  4. Wie macht Schule Spaß?

Und wenn diese Fragen geklärt sind, dann überlegt man sich, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Ist gymnasiales Lernen (was ist das eigentlich) wirklich optimal für einige der Ziele?

Und ich bekomme immer stärker das Gefühl, dass eigentlich keiner wirklich überlegt hat, was für Standards er von der Schule will, bzw. dies viel zu wenig kommuniziert wird. Die Kommunikation ist ja auch kompliziert, da jedes Bundesland eigene Ziele definieren darf, was ein Kind in welchem Alter können soll und die “Softskills” nirgendwo richtig manifestiert zu sein scheinen.

Daher fordere ich die Bildungspolitiker (und dazu zähle ich neben den eigentlichen Politikern auch Lehrer(verbände), Schüler(vertreter), Eltern(beiräte), … ) auf, die obigen Fragen zu beantworten. Als Basis kann man ja mal die aktuellen Lehrpläne nehmen und die dann ergänzen bzw. ausmisten. Und dann kann man überlegen, ab wo braucht man in welchen Fächern Differenzierung. Wie kann man möglichst eine Vielzahl der Ziele oben erreichen, insbesondere unter den gegebenen Rahmenbedingungen (auch wenn ich denke, dass man in Bildung Geld stecken muss, ist natürlich auch da zu prüfen, wie viel man sich leisten kann und will)

21Aug

AKWs abschalten

Ich habe mich an einigen Stellen darüber gewundert, wei einige Grüne auf das “Angebot”, die AKWs abzuschalten reagiert haben.

Damit meinte ich solche Sätze wie:

Solche Sätze halte ich nach wie vor für komisch, befürchte aber inzwischen, nach der weiteren Lektüre, dass diese Sätze von der Presse “hervorgehoben” wurden und die Äußerungen sehr viel differenzierter waren.

Falls ich jemand vorschnell kritisiert habe, an dieser Stelle ein “Sorry” von mir.

Zu meiner Analyse

Grundkonsens bei den Grünen ist ja, dass

  1. wir AKWs so schnell wie möglich abgeschaltet haben wollen
  2. die alten AKWs am Besten sofort abgeschaltet werden müssen

und dieses aktuelle Angebot geht ja genau auf diese Forderungen ein. Von daher empfinde ich es nicht als Drohung oder Erpressung, sondern als den besten Vorschlag, den ich jemals von den AKW-Betreibern vernommen habe.

Was mir inzwischen aber auch bewusst wurde ist, dass die Regierung sich davon vielleicht beeindrucken lässt. Wenn dies passieren würde, wäre das aus 3 Gründen schlimm:

  1. Die Laufzeiten für AKWs werden verlängert
  2. Die alten AKWs gehen nicht vom Netz
  3. Der Staat bekommt weniger Geld (dies ist ja das Hauptanliegen der AKW-Betreiber)

Dies wäre natürlich eine Katastrophe. Daher hoffe ich, dass unsere Bundesregierung standhaft bleibt – erste Pressemeldungen deuten darauf hin, dass die Koalition einknickt.

Ich finde, dass die AKW-Betreiber absolut das Recht haben, einen Verhandlungsvorschlag ins Spiel zu bringen. Der Skandal wäre es erst, wenn Angela Merkel & Co darauf eingehen würden.

15Aug

Regenwälder, Öl und Zerstörung

Abenteuer Wissen war heute mal wieder krass. Die Kernaussagen:

  • In Kanada werd zur Ölgewinnung aus Ölsand riesige Flächen per Tagebau zerstört, massenweise Wasser aus dem Fluß genommen und Gifte in den Fluß geleitet. Menschen und Tiere die dort leben leiden und sterben an Folgekrankheiten.
  • Die Amazonas-Regenwälder und die Ureinwohner sollen “geopfert” werden, dass die Ölindustrie dort nach Öl suchen kann

Und obwohl das alles irgendwie bekannt ist, finde ich das jedesmal wieder krass. Zum Glück gab es auch paar positive Beiträge, über Entwicklungen, Erfindungen oder Entdeckungen, die in die richtige Richtung gehen.

Links zu den Sendungen: Abenteuer Wissen 1/2 & 2/2

Morgen (also Montag 16.08.2010) werden die Sendungen widerholt.

15Aug

AKWs abschalten

Ist das eine Drohung oder ein Versprechen? Alte AKWs sollen abgeschalten werden. Ich finde das gut. U nd das ganze wäre gar nicht schlimm, wie Greanpeace bestätigt. Und Greenpeace findet dieses Angebot (das hoffentlich ein Versprechen ist), genauso toll wie ich.

13Aug

Die “Bildungskarte”

Ich finde die Idee von Bezahlkarten grundsätzlich gut. HartzIV wird ausgezahlt, um den Menschen ein akzeptables Leben zu ermöglichen. Das ist ja grundsätzlich absolut richtig.

Allerdings gibt es genug Fälle, in denen die Leute nicht mit Geld umgehen können. Daher wäre ich für ein System, in dem ein Teil des Geldes für gewisse Bereiche gebunden ist und ein gewisser Teil frei verfügbar.

Wie hier aufgelistet, teilt sich HartzIV in verschiedene Bereiche. Bei einigen denke ich, soll jeder selber Entscheiden, ob er sie braucht oder nicht, z.B. beim Punkt Freizeit, Gaststätten, andere sind relativ wichtig, insbesondere auch Nahrungsmittel und die laufenden Kosten (Telefon, Strom, ….)

Daher könnte ich mir vorstellen, dass auf der Karte verschiedene Bereiche (“Konten”) sind, die jeweils am Monatsanfang aufgeladen werden. Von den über 100 Euro für Nahrung, könnte man dann z.B. 80€ in das Konto “Nahrung” stecken und den Rest in das Konto “frei verfügbar”. Die Gelder für Freizeit kommen komplett in das Konto “frei verfügbar”. Und so geht man halt jeden Bereich durch. Und bei Kindern gibt es dann halt noch ein Konto “Bildung & Kultur”. Diese Karte würde dann jeweils wie eine ganz normale EC-Karte aussehen.

Wenn man nun beim Supermarkt einkauft, werden für normale Lebensmittel erstmal die Gelder vom Konto “Nahrung” verwendet, für Alkohol, Freizeitartikel, etc. aber können nur die Gelder vom Bereich “frei verfügbar” verwendet werden. Somit wäre sichergestellt, dass jemand, der sein Geld gerne in Alkohol ‘investiert’ (am Besten sofort, wenn es da ist), dann auch über den Monat etwas zu Essen hat.

Und genau da passt dann auch die Bildungs-Chipkarte rein. Wenn man sicher sein will, dass Kinder angemessen Bildung und Kultur mitbekommen, dann muss man bei einigen Familien sicher gehen, dass das Geld nicht für andere Sachen ausgegeben wird. Welcher Anteil an Familien das ist, kann und will ich nicht beurteilen, aber auch diese Kinder dürfen nicht durch das Raster fallen mit dem Hinweis, dass es bei anderen Familien läuft und man daher nichts machen kann.

Was ich mir auch feststellen kann, ist dass die Anteile, die in die speziellen Konten kommen und die Anteile, die auf das “frei verfügbar”-Konto kommen vom Arbeitsamt/Jugendamt/(oder wem auch immer) anpassbar sind. Zum Beispiel wäre es ja logisch, wenn Bargeld nur vom “frei verfügbar”-Konto abgehoben werden kann. Wenn jemand aber nun regelmäßig bei Läden einkauft, die keine EC-Karte akzeptieren (z.B. auch auf dem Markt, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn diese Person auch an Bargeld kommt. Bei Extremfällen dagegen könnte ich mir vorstellen, dass es sogar sinnvoll wäre, den frei verfügbaren Anteil auf (annähernd) 0 zu setzen.

Ein zusätzlicher Aspekt ist, dass diese “Einschränkung” eigentlich nur die Leute betrifft, die “komisch” mit dem Geld umgehen. Mal davon ausgehend, dass die Sätze passen, also halbwegs der Realität entsprechen würden (dass dies heute zutrifft, bezweifele ich in dem o.g. Artikel ja selber, aber das muss natürlich das Ziel sein), dann würde jemand der sich “normal” verhält, gar nicht merken, dass die Gelder Zweckgebunden sind, da er ja immer das kaufen kann, was er kaufen muss. Nun kann man natürlich von kleinen Schwankungen ausgehen. Deswegen sage ich ja, dass nicht 100% gebunden werden sollen, sondern nur ein gewisser Anteil (z.B. 2/3) und der Rest jeweils “frei verfügbar” sein soll. Dann gibt es also 2 Gruppen, die davon wirklich eingeschränkt werden:

  1. die Leute, die ihr Geld “missbrauchen”, also z.B. einen sehr hohen Anteil für Alkohol, Zigaretten etc. ausgeben
  2. die Leute, die aus sinnvollen Gründen das Geld anders verwenden wollen (z.B. mehr über Bargeld) – aber für die Leute sollen ja die Möglichkeit bestehen, die Anteile ändern zu lassen.

Und nun noch zur 2-Klassen-Gesellschaft: Ich bin ja ein Fan des Bedingungslosen Grundeinkommen, also jeder bekommt ein Grundeinkommen, dafür gibt es höhere Steuersätze und quasi keine Möglichkeiten mehr, irgendwelche Sachen von der Steuer abzusetzen. Natürlich wäre es dann sinnvoll, diese Karte für ALLE anzuwenden. Also auch Frau Angela Merkel und ich und die Gebrüder Aldi hätten dann eine EC-Karte, auf der gewisse Gelder für Nahrungsmittel und für die Bildung der Kinder reserviert sind. Das eigene Einkommen würde dann natürlich in den Bereich “frei verfügbar” kommen. (Ausnahmen wären auch hier denkbar, wenn jemand z.B. stark verschuldet ist).

13Aug

Wem nutzt das Urheberrecht

Sehr interessanter Artikel, den ich einfach mal (so gut wie) unkommentiert empfehlen möchte.

Wem nutzt das Urheberrecht?

Interview mit Eckhard Höffner zu seinem Buch “Geschichte und Wesen des Urheberrechts”

13Aug

Brennelementesteuer

Eine kleine Text-Rechenaufgabe aus dem Focus:

Die Bundesregierung will von den Atomkraftwerks-Betreibern – E.on, RWE, EnBW und Vattenfall – eine Brennelementesteuer kassieren, die von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die klamme Bundeskasse spülen soll. Das betriebliche Ergebnis von RWE werde dadurch um etwa eine Milliarde Euro beziehungsweise 14 Prozent belastet, erklärte das Unternehmen. Der Konkurrent E.on hatte am Mittwoch seine jährliche Belastung auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beziffert. RWE betonte wie E.on, dass die Steuer Investitionen gefährde.

Wieviel Prozent zahlen dann RWE und E.on zusammen? Wieviel Prozent bleiben dann noch für Vattenfall und EnBW?

(Lösung: (1+1,3) / 2,3 = 100%)

D.h. Vattenfall und EnBW müssen die Steuer gar nicht zahlen? Oder wenn E.on sogar 1.5 Milliarden zahlt, sind sogar 200.000 Euro übrig, die scheinbar keinem gehören.

Aber die Unternehmen sagen ja, dass dadurch Investitionen gefährdet werden. Mit so vielen Milliarden könnte man annehmen, dass die in erneuerbare Energien investieren. Wenn man die Werbung sieht, könnte man es auch meinen. Statistiken sagen etwas anderes. Und das ist logisch, denn eine Investition wäre aus deren Sicht nicht sinnvoll. Es gibt genug Gutachten, die bestätigen: Durch erneuerbare Energien wird der Strom billiger. Das heißt, die Konzerne würden mit jeder zusätzlich installierten Killowattstunde den Preis an der Strombörse senken und damit ihren eigenen Gewinn senken. Von daher ist es total verständlich, wenn die probieren, die erneuerbaren Energien als “noch nicht marktreif” darzustellen. Man darf nur nicht alles glauben.

Und das man nicht alles glauben darf, wird mit dem oben zitierten Absatz wieder mal bewiesen. Bei einer Abführung von INSGESAMT 2,3 Milliarden Euro behaupten 2 (von 4) Firmen, dass sie gemeinsam schon 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro weniger Gewinn haben würden. Wahrscheinlich ist es eher umgekehrt, sie zahlen alle zusammen 2,3 Milliarden Brennelemente-Steuer und verrechnen diese “Ausgabe” dann mit der Gewerbesteuer. Daher habe ich die Vermutung, dass die gesamten Kosten für die AKW-Betreiber zur Zeit künstlich hochgerechnet werden und diese erheblich niedriger sind.

11Aug

Netzneutralität

Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleichberechtigt (gleich schnell) durch das Internet transportiert werden.

Das Gegenmodell ist, dass einige dafür zahlen können, dass deren Daten schneller transportiert werden.

Beide Modelle sind wieder mal sehr vereinfacht ausgedrückt, genaueres gibt es z.B. auf der Seite pro Netzneutralität.

Was ich mir überlege ist, ob es nicht eine Zwischenvariante gibt. Es gibt einige Daten, die dürfen ruhig etwas langsamer sein, andere sollen ganz schnell da sein. Solange es genügend Kapazität gibt, will man natürlich alles ganz schnell haben, aber was ist, wenn die Kapazität an die Grenzen kommt. Wenn man für die “Beschleunigung” (Hochpriorisierung) nicht zahlen müsste, sondern es da gewisse Regeln gibt, dann könnte ich es mir durchaus als sinnvoll vorstellen.

Ich erinnere mich an die Einstellungen in meiner Fritz.Box (<- dort ist auch schön erklärt, welche Gedanken die sich schon zur Priorisierung gemacht haben). Da habe ich eingestellt, dass bei einer hohen Auslastung der DSL-Leitung Telefonie Vorrang haben soll. Also wenn ich telefoniere und mir gleichzeitig die neuste Version von Ubuntu runter lade, dann will ich, dass das Gespräch störungsfrei verläuft, aber der Download kann ruhig paar Minuten länger brauchen. Daher gestehe ich, dass ich zu Hause keine Netzneutralität habe. Und daher frage ich mich auch, ob wir das nicht so im gesamten Internet wollen. Wenn mein Nachbar telefoniert und daher mein Download langsamer werden würde, fände ich es OK, solange es auch umgekehrt ist.

Der nächste Aspekt ist, auf der “letzten Meile” haben wir ja auch keine Netzneutralität. Wie man auf der Seite jedes ISPs sehen kann, kann man für etwa 5 Euro mehr sich seine Daten mehr als doppelt so schnell (16 statt 6 MBit/s) zuschicken lassen. Oder verstehe ich das falsch? Durch die gleiche Leitung werden (selbst bei freien Kapazitäten) weniger als 40% der möglichen Daten geschickt, wenn man nicht bereit ist, den Aufpreis zu zahlen. Und inzwischen gibt es ja sogar 50-er-Leitungen. Gegen noch mehr Aufpreis.

Also, solange das Internet genug Kapazitäten hat, ist es gar kein Problem, die Netzneutralität aufrecht zu erhalten. Aber sobald die Kapazitäten knapp werden, fände ich es sinnvoll, wenn es Regeln gäbe, die festlegen, welche Daten priorisiert werden. Und dieser Zustand ist in den Mobilfunknetzen leider der Fall. Ich habe einige Monate lang einen Zugang getestet. Von theoretischen 7,2 MBit/s kamen oft weniger als 0,1 MBit/s an, meist war es weniger. (Aber einige sehr wenige Fälle habe ich auch erlebt, in denen es mehrere MBit/s waren).

In solchen Situationen würde ich dazu tendieren, die Daten zu priorisieren. Andererseits mag ich gerade keine Prioriesierung angeben, weil es dafür diverse Kriterien gibt, die sich zum Teil stark widersprechen.

  • Fair Use: Wer bisher weniger runter geladen hat, oder kleinere Sachen runter lädt, bekommt seine Sachen schnell, wer dauernd die Leitung blockiert, bekommt seine Sachen langsamer.
  • Echtzeitnotwendigkeit: Telefonate/Live-Streams gehen schnell durch, während Mails, Webseiten “normal” durchgehen (also so, dass sie auch schnell da sind, aber ob die jetzt eine halbe Sekunde länger dauern, ist meistens kein Problem) und Downloads/Filesharing halt niedrigste Priorität hat.

Alleine mit diesen beiden Kriterien, würden live-Videostreams und (Dauer-)Telefonate an ganz verschiedenen Stellen der Prioritätenskala stehen. Es gibt aber bestimmt noch weitere Kriterien, so dass man für (fast) alles einen Grund hätte, es hoch bzw. niedrig zu Positionieren.

Gerade weil es so uneindeutig ist, was man sinnvoll hoch priorisieren will, tendiere ich dazu, erst mal die Netzneutralität zu fordern. Wenn es dann eine Liste gibt, in der alle Kriterien und Aspekte berücksichtigt sind, dann kann man darüber diskutieren, ob es fairer, besser oder sinnvoller wäre, eine Priorisierung zuzulassen. Aber eine Priorisierung aufgrund von Geld, lehne ich ab.

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