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Daten
17Sep

Whatsapp und Facebook und Telefonnummern

Whatsapp will jetzt wohl die Daten doch an Facebook weitergeben. Damit sie dies legal dürfen, müssen sie eigentlich das Einverständnis des Nummerninhabers haben. Da sie dies aber nicht so einfach bekommen, lassen sie sich von den Nutzern bestätigen, dass sie dazu authorisiert sind, die Daten in dieser Form weiter zu geben (rote Hervorhebung von mir):

Deine Account-Informationen. Um einen WhatsApp-Account zu erstellen, gibst du deine Mobiltelefonnummer an. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung, darunter sowohl die Nummern von Nutzern unserer Dienste als auch die von deinen sonstigen Kontakten. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Nummern zur Verfügung zu stellen. Du kannst auch andere Informationen zu deinem Account hinzufügen, wie beispielsweise einen Profilnamen, ein Profilbild und eine Statusmeldung.

Das heißt, mit einem akzeptieren bestätigt der User nicht nur, dass seine Daten verwendet werden dürfen, sondern auch, dass er die Autorisierung hat, alle anderen Daten weiter zu geben. Allerdings ist diese Bestätigung in den allermeisten Fällen nicht explizit ausgesprochen worden. Nun könnte man über eine implizite Zustimmung philosophieren, da man ja der anderen Person die Nummer gegeben hat, um über “übliche” Wege zu kommunizieren. Diese implizite Zustimmung scheitert aber spätestens dann, wenn wir bei “sonstigen” Kontakten sind, also Personen, die nicht bei Whats-App oder bei Facebook sind und sich vielleicht sogar ganz bewusst gegen solche Dienste ausgesprochen haben. Facebook hat auch bis heute nicht meine Hauptemail-Adresse etc. Zumindest nicht von mir.

D.h. all diese Angebote, wir durchsuchen dein Adressbuch (besonders schlimm: deine E-Mail-Konten, du musst nur das Passwort angeben) führen nicht nur dazu, dass die EIGENEN Daten an einen Übersee-Konzern abgegeben werden, sondern auch FREMDE.
Jetzt mag der eine oder andere sagen: “Aber wenn ich mit meinen Freunden kommunizieren will, dann muss man das doch so machen.” Das ist aber nicht so. Einerseits kann man komplett anonyme Wege sich überlegen, z.B. IDs oder Benutzernamen, die man dann so verbreiten kann wie man will (ohne die Bindung an die Telefonnummer). Aber selbst wenn man über die Telefonnummer geht, kann man über so genannte Einweg-Hashes die Telefonnummer komplett anonymisieren. Dann könnte man dem Dienst nur die anonymen Hashes mitteilen und dann könnten die so auch prüfen, ob man einen Kontakt hat, der da schon registriert ist, ohne eine einzige fremde Telefonnummer zu transferieren.

Da ich Whatsapp nicht bestätigen kann, dass ich die Autorisierung habe, irgendwelche Daten weiter zu geben, werde ich ab demnächst erstmal nicht mehr bei Whatsapp sein.

Und ich erkläre hiermit öffentlich, dass ich nicht will, dass Daten von mir an Whatsapp oder Facebook weitergeleitet werden. (Anderweitige Vereinbarungen sind möglich)

Und es gibt Alternativen:

Threema z.B. sagt:

Werden meine Adressbuchdaten übertragen?

Das ist Ihre Entscheidung – Threema kann auch ohne Adressbuchzugriff verwendet werden. Wenn Sie die Synchronisation in Threema ausgeschaltet haben, werden keine Adressbuchdaten ausgelesen. Sie müssen dann Ihre Threema-Kontakte manuell hinzufügen (durch Eingabe der ID oder Scan des QR-Codes).

Wenn Sie die Synchronisation verwenden, werden E-Mail-Adressen und Telefonnummern aus dem Adressbuch nur einwegverschlüsselt («gehasht») und zusätzlich mit SSL gesichert an unsere Server übertragen. Die Server halten diese Hashes nur kurzzeitig im Arbeitsspeicher, um die Liste der übereinstimmenden IDs zu ermitteln, und löschen sie sofort wieder. Zu keinem Zeitpunkt werden die Hashes oder die Ergebnisse des Abgleichs auf einen Datenträger geschrieben.

Also machen die genau das, was ich oben gesagt habe. Man kann die ID anders austauschen. Man braucht die Telefonnummer nicht übertragen.

22May

offizieller Kulturserver

Im Rahmen von Kulturflatrate oder ähnlichen Pauschalvergütungsmodellen kommt immer wieder die Frage auf: Wie soll die Verteilung der Gelder geregelt werden. Dazu habe ich vor langer Zeit diesen Artikel geschrieben: Kulturflatrate, Abrechnungsmöglichkeiten der einen zentralen Server vorschlägt. Da dies gerade bei uns Grünen wieder heiß diskutiert wird, noch mal paar Ergänzungen dazu:

Das hätte folgende Vorteile für die Nutzer:

  • Saubere Quelle: Keine Viren,
  • Legale Quelle: Der User kann von legalen Inhalten ausgehen, da sie sonst entfernt werden würden.
  • vertrauenswürdige Quelle: Es kann klar definiert werden, was mit Daten passiert (IP-Adresse, Login?) und ein seriöser Anbieter steckt dahinter
  • Suchmöglichkeiten: Wenn alles zentral ist, dann ist “alles” da, kann kategorisiert werden, durchsuchbar gemacht werden, standardisiert getagt werden, ….
  • Wenn darüber die Bezahlung für die Künstler geregelt wird, kann man seinem Lieblingskünstler was Gutes tun

Vorteile für den Künstler:

  • Seine Musik wird gehört
  • Der Musikkonsum seiner Musik wird gemessen und somit BEZAHLT

Ich will NICHT, dass andere Kopierorte illegal wären, so dass man trotzdem sonst wo kopieren kann, WENN es über eine Pauschalvergütung legal ist. Aber dies wäre eine zusätzliche, sinnvolle Ergänzung, um die Messung durchzuführen und so die Gelder zu verteilen. Welche Anteile diese Methode an der Bestimmung der Geldmenge hat, ist mir dabei erst mal egal.

Natürlich müsste man auch Missbrauch verhindern. Wenn riesige Geldmengen verteilt werden, ist das Betrugspotential hoch. Also könnte ich mir pseudonymisierte Accounts vorstellen, die z.B. nur mit dem Personalausweis beantragt werden können und eine Zuordnung nicht trivial möglich ist. Der anonyme Charakter sollte weitestgehend erhalten bleiben und gleichzeitig der Missbrauch verhindert werden. Da gibt es  Lösungen. Aber wenn ich etwas legales von einer staatlichen Behörde mit vernünftingen Lösch- und Verarbeitungs-Regeln runterlade, dann wird glaub ich mehr für den Datenschutz getan, als wenn ich mich in einem dubiosen Portal rumtreibe.

Jetzt wurde ich gefragt, wie das sei, wenn der Künstler das da gerne hochstellen würde, aber der Verwerter dagegen wäre. Ich sage, der Verwerter wird da nicht dagegen sein, weil darüber gemessen wird, wie viel Geld aus der Pauschalvergütung fließt. Da wäre man ja dumm, wenn man es nicht dort bereitstellen würde, sondern das Risiko eingehen würde, dass es in anderen (dann legalen) Tauschbörsen getauscht wird und man nichts vom Geldkuchen abbekommt.

29Aug

Verpixler

Frei nach JFK: “Ich bin ein Verpixler”…

gestern kam der Brief von Google an (trotz verfälschtem Namen), der Code wurde eingegeben und mir wurde bestätigt, dass “mein” Haus verpixelt wird.

22Aug

Google Street-View

Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.

Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.

Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.

28Aug

Interview Lutz Bräutigam (3) – Internet

So, nun gibt es hier den 3. Teil der Interviewreihe. Heute ist unser Thema das Internet.

Christian: Was ist deine erste Assoziation zu folgendem Ausdruck: #zensursula

Lutz: Gut gemeint, falsch gelaufen!

Ursula von der Leyen ist klug, konservativ und machtbewusst, Vielleicht hat sie es wirklich ehrlich gemeint, und es ging ihr nur darum, Kinderpornographie den Merkt zu nehmen und die Verbreitung zu verhindern.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie blauäugig an dieses Thema heran gegangen ist. Mir fallen dazu verschiedene Dinge ein.

Sie schafft sich Respekt bei der nicht internetaffinen Bevölkerung.

Internetaffine Bevölkerung wählt eher nicht konservativ. Durch diese Diskussion kann diese Gruppe in verschiedene Parteien getrieben werden, und so die Opposition geschwächt werden.

Wenn Sie nach Ihrem Vater schlägt, steht mehr dahinter als nur der Versuch, Kinderpornographie zu verbieten. Kinderpornographie ist ein sensibles Thema, unter dessen Etikett der Schritt zur Zensur gehen läßt.

Christian: Wie stehst du zu den Zugangserschwerungsplänen, die von manchen auch als Zensur bezeichnet werden?

Lutz: Die technischen Details sind mir nicht geläufig, und kann mich daher nur an das halten, was mir aus zweiter Hand zugetragen wurde. Die jetzige Methode der Sperren ist wohl für Kundige leicht zu umgehen. In Dänemark wurde das so schon einmal probiert. Dummerweise wurde über das Internet die Liste der zu sperrenden Seiten bekannt, so dass jeder Interessierte wusste, wo er den Dreck finden kann. Der Effekt der Sperren war wohl sehr mau.

Ich habe von Wolfgang Wieland, MdB, erfahren, dass nach Verabschiedung des Sperr-Gesetzes weitere Stimmen laut geworden sind, die noch mehr Seiten sperren lassen möchten. Für manchen ist da jetzt ein Tor geöffnet worden. Und schale Blicke nach China, das recht effektiv das Internet zu zensieren weiß, werden im Bundestag wohl auch schon gesehen.

Ein Zitat vom einem Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem dazu:„Ein Zugriff auf die Inhalte im Internet gefährdet dessen freiheitliche Strukturen, Wenn es ausnahmsweise Gründe dafür gibt, muss strikt auf Rechtsstaatlichkeit und demokratisch legitimierte Kontrolle geachtet werden.“ Und genau daran fehlt es!

Christian: Hilft das Gesetz den Kindern?

Lutz: Nein!

Der Konsum und die Verbreitung von Kinderpornographie laufen nur zum Teil über das Internet. Produzenten und Abnehmer werden sich auch weiterhin finden, und wenn es auf dunklen Parkplätzen ist.

Hier hilft nur eine europaweit koordinierte klassische Polizeiarbeit. Europaweit, und darüber hinaus, wohlgemerkt. Und eine konsequent strenge, Gesetzgebung und unnachsichtige Rechtssprechung.

Christian: Ein anderes Thema, das mir persönlich auch am Herzen liegt, ist der Umgang mit Privatkopien. Was würdest du erlauben, was würdest du verbieten? Wieviel sollen die Künstler bekommen? Wie sollen Kinder bestraft werden, die auf dem Schulhof MP3s austauschen? Und wie sollen Leute nutzen, die dazu das Internet nutzen (PirateBay, etc.)?

Lutz: Wir erleben etwas sehr spannendes. Das Internet beginnt kulturelle und rechtstaatliche Strukturen zu ändern. Diese Veränderung kann man vielleicht verlangsamen, aber sie hat mit Macht begonnen, und sie wird weitergehen. Politik steht in der Verantwortung, Veränderungen zu begleiten und für die Bedürfnisse der Bevölkerung zu gestalten. Aber sie muss sie mittragen, sonst scheitert sie.

Wir können doch nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, all die Menschen, die Kopien aus dem Netz ziehen zu kriminalisieren.

Im Spiegel Nr. 33 diesen Jahres war dazu ein Artikel, in dem einiges stand, dass mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ich möchte einige Zitate bringen:

Recht, das sich nicht mehr durchsetzen lässt, löst sich von selbst auf.Was ursprünglich Diebstahl an geistigem Eigentum war, der illegale Download, ist für eine schnell wachsende Piratenbewegung zum Exempel für die Befreiung der Gesellschaft geworden. Die private Aneignung von Information sei, so der revolutionäre Ansatz, nun mal nicht angelegt in der Freiheit des Cyberspace.

„Denken Sie an die Französische Revolution“, warnte etwa Reto Hilty, Direktor am Münchner Max- Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Anfang Mai bei einer Konferenz zum Thema „Zukunft des Urheberrechts“ mit Brigitte Zypries. „Manchmal“, so Hilty, „entsteht Fortschritt durch zivilen Ungehorsam.“

Das Urheberrecht ist ein Relikt der Alten Welt – es knüpft an die persönliche Leistung, die sich rentieren muss. Die neue Welt hat diesem Prinzip das „Copyleft“ hinzugefügt, das Alternativregime zum Copyright. Wie bei Wikipedia: Jeder kann mitmachen – und jeder darf es gratis nutzen.

Ich selber tu mich schwer, die bisherigen Gewohnheiten des Urheberrechts anders zu denken. Aber es geht. Ich musste nur den Mut finden, neue Ideen mitzudenken. Allerdings bin ich noch zu keinem Schluss gekommen. Ich stehe da wie die meisten erst am Anfang.

Die Politik wird sich mit diesem Thema dringend beschäftigen müssen. Wir müssen einen öffentlichen Dialog führen. Es wird zu Zerwürfnissen kommen, dass ist unvermeidlich. Doch die Politik kann als geschickte Managerin intelligent den Diskurs leiten. Dazu muss sie zumindest in Deustschland viel lernen, vor allem geistige Beweglichkeit!

Christian: Was sagst du zu der Kulturflatrate?

Lutz: Im Moment ist diese Idee die einzige, die einen Erfolg verpricht. Denn sie trägt den möglichen Veränderungen Rechnung, ohne sie verhindern zu wollen.

Christian: Vorratsdatenspeicherung, hilft das gegen den Terrorismus?

Lutz: Sie hilft doch vor allem, um nach der Tat die Täter schneller dingfest zu machen, so habe ich das verstanden. In Großbritannien haben die Sicherheitskräfte dies genau so zugegeben. Also ich glaube nicht, dass sie hilft. Hier wird nur eine weitere Datenbank geschaffen, mit der man noch vieles andere anstellen kann. Seit durch das BKA-Gesetz die parlamentarische Kontrolle Ausgehebelt wurde, traue ich den Architekten unserer Sicherheitsstruktur immer weniger.

Christian: Und Onlinedurchsuchungen, glaubst du, dass das gegen Terroristen hilft?

Lutz: Vielleicht kann sie helfen. Ich weiß es nicht. Kann man den Aussagen der Sicherheitsorgane glauben, die den Nutzen sehen? Mit meinem Verständnis für Demokratie und Gesellschaft und meiner Auffassung des Grundgesetzes geht das nicht zusammen. Wie weit wollen wir gehen einer diffusen Terrorismusangst wegen?

Christian: Dies ist eine gute Frage. Vielleicht kann die ja auch bei der nächsten grünen Veranstaltung gestellt werden. Am 31.08. kommen der Grüne Landesvorsitzende Dieter Janecek und Malte Spitz aus dem Grünen Bundesvorstand nach Erlangen zum Thema “Freiheit des Internets”. Bist du auch dabei?

Lutz: Ja!

Christian: Toll, dann sehen wir uns da ja. Bis dann. Und nächste Woche gibt es dann hier wieder ein Interview.

08Aug

Kulturflatrate 2

Ich habe die Fortsetzung zum ersten Kulturflatrateartikel ja schon angekündigt. Hier ist sie!

Ich habe nun einige der Quellen gelesen und mag das kommentieren:

  • Blogbeitrag Kulturflatrate 2.0
    Im Grunde eine ähnliche Idee wie ich sie hatte. Zentraler Bundesserver (naja, Wolke, aber um technische Detailumsetzung will ich hier noch nicht feilschen). Der Artikel geht noch von einer Registrierung aus, besser wäre es, einfach alle Kunden von deutschen Providern zu akzeptieren. Das wäre ein Schritt anonymer.
  • Dann gibt es bei Malte Spitz grüne Antworten auf Fragen zur Kulturflatrate die ich hier verkürzt (also die Fragen sind verkürzt und die “offiziellen” Antworten der Grünen sind, sofern wiedergegeben, auch verkürzt) kommentieren will:
    1. Höhe: Hier gibt es noch keine grüne Festlegung, aber ich denke, die von Zypris (SPD) ins Gespräch gebrachten 50 Euro sind viel zu hoch. Es muss definitiv so sein, dass die normalen digitalen Kulturkosten nicht überstiegen werden und das Internet nicht unbezahlbar wird. Auf den Seiten des statistischen Bundesamt habe ich gerade nichts gefunden… vom Gefühl her, würde ich diese Flatrate bei 10€ ansiedeln. Die Musikindustrie beziffert ihren Umsatz auf 1,5 Milliarden, also etwa 130 Millionen pro Monat, also pro Bundesbürger weniger als 2 Euro pro Monat. Wenn man jetzt einerseits die auch dann noch verkauften CDs abzieht, andererseits bedenkt, dass ja für downgeloadede MP3s keine CDs mehr produziert werden müssen, also Kosten wegfallen, kann man den Preis für den Musik-Teil der Flatrate getrost auf weniger als 1 Euro pro Bundesbürger festlegen. Musik macht derzeit glaub ich einen großen Batzen in Tauschbörsen aus, Filme schaut man sich zur Zeit glaub ich eher noch im Kino (das wird ja nicht betroffen sein) und in Fernsehen an. Ist einfach noch angenehmer. Bücher liest man lieber auf Papier. Photos hat sich eh kaum jemand gekauft. Software und Spiele könnten noch mal einen großen Betrag ausmachen.
      Wobei, ich bin mir gar nicht sicher, ob man das am Internetanschluss festmachen soll, oder an anderen Sachen… Wobei Internetanschluss ist schon ein Indikator für “Kopiermenge”, wenn auch nur ein sehr grober. Man könnte das ja auch aufteilen, ähnlich wie bei der Gema. Alles was mit Kulturkonsum zu tun hat, kostet etwas: Internet, MP3-Player, Lautsprecher (insbesondere Souroundsysteme wegen Filmen), eBook-Reader…
    2. Berücksichtigung von Bedürftigen: Wenn die Kulturflatrate wirklich bei 10 Euro landet, ist eher die Frage, wie die anderen Kosten (PC, Internet, … ) verrechnet werden. Auf jeden Fall plädiere ich hier ganz stark für teilen. Wenn sich paar Leute den Internetzugang/PC/… teilen, dann wären das paar Euro pro Person und damit erträglich.
      Auch gibt es öffentliche Internetzugänge (die dann vielleicht etwas teurer werden)…
      Wer damit kreativ umgeht, kann da bestimmt eine Lösung finden, die bezahlbar bleibt. Solche Lösungen sollte das Gesetz direkt zulassen, also nicht Schlupflöcher schaffen, sondern ganz offizielle Wege.
    3. Sollen auch “Nicht-Nutzer” diese Gebühr zahlen: Hier tendiere ich zu ja, weil man kann ja auch offline kopieren…. wobei dann wieder die “verteilte” Kostenberechnung gerechter wäre. Die GEMA hat sich da ja schon Gedanken gemacht.
    4. Spartenflatrates? (nur Musik? Nur Film?): Siehe 3. … Es geht ja darum, das Privatkopieren generell zu legalisieren. Wenn man die Wahl hat, wo man was bucht, muss dann der Staatsanwalt jedesmal bei einer Kopie nachschauen, ob die Person das gebucht hat. Oder kann man monatlich buchen und dann einmal alles runterladen und dann wieder 3 Monate nicht bezahlen und nichts runterladen?
      Alles Quatsch, im Grunde muss einfach jeder zahlen, und darf dann alle digitale Kultur für den Eigengebrauch kopieren.
    5. Einzug über GEZ? Vermischung? GEZ ist ein ganz anderes Thema… und der Einzug über die Provider wäre sinnvoll, bzw. siehe 1. Verteilung der Kosten auf diverse andere “Güter”
    6. Paralell komerzielle Angebote für digitale Kultur: Halte ich ehrlich gesagt für unrealistisch. Sobald es legal wird, digitale Kultur für den Eigengebrauch zu kopieren, wird es auch Bestrebungen geben, dass Anbieter (z.B. wegen Werbeeffekten oder werbefinanziert oder einfach Vereine, Gruppen, Fans …) qualitativ hochwertige Downloads anbieten. Bzw. um es sinnvoll messen zu können, was wirklich genutzt wurde, würde sich eh ein zentraler Server (unabhängig betrieben … siehe spätere Frage) anbieten.
    7. Darf dann alles kopiert werden: Wie in der offiziellen Antwort steht: Dies ist der Sinn dahinter, dass für den Privatgebrauch kopiert werden darf.
    8. Was soll veröffentlicht/ in der Flatrate freigegeben werden? Welche Rollen spielen Verwertungspartner?
      Alles, sonst macht es keinen Sinn.
      Verwertungspartner halte ich im Gegensatz zur offiziellen Meinung für unrealistisch, siehe 6.
    9. Wer soll profitieren? Nur Urheber? Ausübende Künstler? Verwerter?
      Na, auf jeden Fall die Urheber. Wenn die ausübenden Künstler durch ihre Ausübung das Stück “neu” schaffen/interpretieren, die z.T. auch.
      Verwerter sind dann quasi nicht mehr notwendig, bzw. es liegt im Ermessen des Künstlers, was für Verträge er mit den Verwertern abschließt. Wenn der Künstler das Risiko für die Nutzung eines Aufnahmestudios an den Verwerter gemeinsam mit den Rechten an den Einnahmen abtritt, ist das seine Entscheidung. Geld gibt es halt je nach Nutzung, wie der rechtmäßige Empfänger das verwendet, bleibt ihm überlassen.
    10. Verteilung auf Genres?
      Schwer, ein 90-min-Film hat natürlich ein anderes Volumen als eine 3 min MP3. Mir geistern da Ideen wir MB und/oder die Anzahl der Mitwirkenden zumindest ansatzweise einzubeziehen. Bei einem Buch ist das wieder anders… vielleicht die durchschnittlich aufgewendeten Personenstunden (vielleicht noch gewichtet nach “Hauptdarsteller” und “Hilfspersonen”) …. auf jeden Fall ist das ein Punkt, wo die Künstler und Konsumenten ein entscheidendes Wort mitzureden haben sollten…. (naja, eigentlich bei allen Punkten hier, aber speziell bei diesem gibt es ja keine politischen Präferenzen a la “du sollst mehr die eine oder andere Kultur konsumieren”, daher kann die Politik sich hier weitestgehend zurückhalten).
    11. Wie sollen qualitativ höherwertige Produkte behandelt werden?
      Also grundsätzlich wird die Qualität vom Nutzer bewertet. Wenn es wirklich qualitativ besser ist, wird es weiterempfohlen, mehr Leute hören es sich an, … Wenn nur eine kleine Gruppe etwas hochqualitatives will, dann kann man es ja als Auftragsarbeit (nach vorheriger Bezahlung) herstellen.
    12. Gibt es eine Umverteilung, wenn die Inhalte in “nicht gewünschte” Bereiche (z.B. Porno) fließen?
      Ich würde mir auf jeden Fall einen Jugendschutz wünschen. Also solche Inhalte nicht komplett frei anbieten. Aber wenn die Mehrheit das als Kultur ansieht und konsumieren möchte, dann soll das auch entsprechend vergütet werden.
      Illegale Inhalte sollen natürlich komplett ausgenommen werden, also Lieder/Bilder/Filme mit Aufruf zur Gewalt etc.
    13. Messung? Da steht als offizielle Antwort, dass das bereits behandelt wurde. WO?
      Mein Favourite ist wie gesagt der Bundestracker, der aber nicht unbedingt vom Staat, nicht unbedingt von EINER “Gruppierung” betrieben werden muss, aber die Betreiber müssen unabhängig sein, das heisst die Betreiber sollten kein Interesse an den Nutzerdaten und kein Interesse an einer (gefälschten) Downloadstatistik haben.
      mehr dazu unten.
    14. Wer verteilt die Gelder: Die offizielle Antwort gefällt mir: Im Grunde egal, solange wenig Verwaltungskosten anfallen.
    15. Wer entscheidet bei Streitfragen: Die offizielle Antwort gefällt mir: Muss noch, in Abhängigkeit von der weiteren Diskussion & anderen Faktoren, ausgearbeitet werden.
    16. Vereinbarkeit mir Urheberrecht: Die offizielle Antwort gefällt mir: Die ist im Grunde ein Verweis auf dieses Gutachten.
  • Nochmal meine Ideen zum “Bundestracker”:
    1. Wer Betreibt ihn
      Jemand unabhängiges, der weder Interesse an den Kundendaten noch an den Statistiken hat.
      Wenn es mehrer Anbieter sind, sollten diese so verbunden sein (gemeinsammes Einstiegsportal, Schnittstellen, zentrale Suchmaske etc.) das es für den Nutzer sehr einfach wird, die gewünschte Kulturgüter zu finden.
    2. Technik:
      Ich tendiere im Gegensatz zu dem Kulturflatrate 2.0 Beitrag zu einem Bittorrentartigem System. Da sind dann zwar die Dateien einmal auf dem offiziellen Server vorhanden, aber die Bandbreite wird mit vielen Nutzern geteilt. So ist alles immer verfügbar und nicht von den “Crashs” irgendwelcher privater Server abhängig, aber es muss nicht alles von den zentralen Servern kommen.
      Genutzt werden darf/kann es nur durch IPs, die zu deutschen Internetprovidern gehören.
      Zusätzlich könnte man noch ein TOR-Netzwerk dazwischenbauen, dass aber nur Anfragen von anderen TOR-Servern oder entsprechenden Provider-IPs annehmen darf.
    3. Vorteile für den User dort mitzumachen:
      • Sehr vieles da (und der Künstler der seine Werke dort nicht anbietet ist selber Schuld),
      • sicher legal (der Anbieter ist dafür verantwortlich, die Inhalte zu prüfen und für Fehler kann dann nicht der Downloader verantwortlich gemacht werden, während man auf Tauschbörsen alles mögliche bekommen kann)
      • wahrscheinlich virenfrei (auch hier sollte der Anbieter prüfen)
      • Unterstützung der Künstler (wenn man was runterlädt findet man den Künstler ja eher gut…. wünscht ihm also auch einen möglichst großen Anteil vom “Kuchen”)
    4. Nachteile für den User dort herunterzuladen: der Nachteil wäre eine/wenige zentrale DatenkrakeN … aber wie in dem oben zitierten Blog (Kulturflatrate 2.0) angemerkt, denke ich auch, mit entsprechenden Nutzungs- und Löschungsgesetzen ist dies relativ verkraftbar. Daten fallen bei jedem Download an. Da ist die Frage, vertraue ich lieber einer “komischen” P2P-Plattform, auf der sich auch “komische” Gestalten tümmeln? Ganz im Gegenteil, da es ja wahrscheinlich immer noch nicht gewünscht wird, dass die Daten ins Ausland (mit anderen Gesetzen) kopiert werden, ist es dann sogar vielleicht trotzdem noch illegal, die Dateien P2P ins Ausland weiterzugeben und wenn die Daten dann an die Musikindustrie fallen …. hat sich eigentlich schon mal jemand über diese Problematik gedanken gemacht?
    5. Auswirkungen auf Musikshops: Die haben einen Konkurrenten, so dass wahrscheinlich da einige nicht weiter am Markt bestehen können. Die Vermarktungswege werden direkter, aber hoffentlich landet dann auch mehr Geld beim Künstler.
  • Was soll damit eigentlich alles abgedeckt werden?
    1. Musik: Ja
    2. Text: In Form von eBooks: Ja (wenn sie digital veröffentlicht wurden), sehe ich aber vorerst als kleinen Teil.
    3. Film: Sofern er digital veröffentlicht wurde: Ja
    4. Foto: Ja, sehe ich gerade als kleinen Posten. Oder wie viele Photos kauft man sich privat?
    5. Games:Hmm, hier bin ich skeptisch. Warum? Weil Spiele bis zu 40€ pro Stück kosten, Software noch viel mehr… wenn das auf die Flatrate umverteilt werden würde, ist sie wahrscheinlich schnell sehr hoch, bzw. ein kleiner Teil der Bevölkerung profitiert davon, dass ein großer Teil der Bevölkerung mehr zahlen muss (Musik, Buch und Film würde ich mal als Medien bezeichnen, die von sehr vielen konsumiert werden)…. aber mit der Gesamtargumentation muss man sie ja eigentlich dazunehmen. Nur Illegale Spiele zu verfolgen wäre auch nicht sinnvoll…. da bei Spielen aber eh immer mehr der Trend zu Online geht, wäre das vielleicht der Kompromiss. Die Verwerter können dann die Spiele nicht mehr verkaufen, aber Internetservices nur gegen Geld anbieten (einmalig/Abo).
    6. Software: Siehe Spiele …. bei Software kommt dazu, dass fast alles, was es für den privaten Bereich benötigt bereits gratis im Internet gibt (Linux). Komerzieller gebrauch ist ja eh ausgeschlossen.

So, das wurde jetzt ein langer Beitrag…. ich hoffe mal, den einen oder anderen Kommentar dazu zu bekommen 🙂

08Aug

Kulturflatrate, Abrechnungsmöglichkeiten

Auf Heise steht ein Artikel zur Kulturflatrate.

Das ungelöste Problem dabei scheint jetzt zu sein, wie das Geld von den “Konsumenten” (also denen, die die Flatrate zahlen) zu den Künstlern kommt.

Oder anders gesagt, wie wird die Verbreitung gemessen. Ein paar Ideen, einfach mal Brainstormartig und ohne Bewertung:

  • Server protokollieren mit (zumindest einige, die dann halt als Basis genommen werden)
  • Umfragen
  • Zufällige Leute werden gebeten, die Titel ihrer MP3-Sammlung (oder eigentlich muss man es ja erweitern auf “Kultursammlung”) anonym einzuschicken.
  • MP3-Player zeichnen automatisch die abgespielten Titel auf, daraus wird dann eine Übersichtsdatei erstellt, die eingeschickt werden kann.
  • Bands stellen ihre Songs selber Online (eigene Webseite) und geben die Statistiken dann selber ab.

Das Problem (jetzt kommt die Bewertung) ist wohl immer der Zwiespalt zwischen Privatsphäre und Datenschutz auf der einen und einer einigermaßen repräsentativen fälschungssicheren Statistik auf der anderen Seite.

Ich tendiere gerade dazu, einen offiziellen “Flatrate-Server” aufzubauen. Dieser könnte als Torrent-Server organisiert sein, d.h. die Bandbreite bleibt relativ erträglich. (Also sozusagen ein offizielles Pirate-Bay). Über diesen Server kann jede Band ihre Lieder dann legal anbieten. Dieser wird für die Statistik genutzt. Der Nachteil ist die Privatsphäre (IP-Adresse wird bekannt), aber da das ja legale Inhalte sind, ist das ja auch nicht so schlimm wie in Tauschbörsen mit illegalen Inhalten und irgendwer bekommt die IP-Adresse ja immer und mit entsprechenden Löschungsregeln mag es dem einen oder anderen sogar lieber sein, als wenn da ein privates Unternehmen die Daten bekommt. Im Gegenzug könnte man dann mit der Zeit eine einigermaßen vollständige Datenbank aufbauen und die Daten könnten auf Viren etc. geprüft sein.

Auch von der Usability tendiere ich zu der “zentralen” Lösung. Wenn ich schon eine Flatrate zahle, will ich auch einigermaßen effektiv an die Kultur kommen. Wenn ich doch wieder in Foren, … suchen muss, dann ist meine Zeit eigentlich zu teuer, so dass dann ein e-shop wieder attraktiver wird.

Es kann ja jede Band dann trotzdem auf ihre Seite schreiben:

Offizieller Download: [offizieller Torrent] (wir bitten diesen Torrent zu nutzen, dass wir auch Geld dafür bekommen. Dabei wird jedoch die IP-Adresse dem Server der Kulturflatrate übermittelt)

“privater” Download: [Datei auf dem Server] (Ihre IP-Adresse wird nicht an die offizielle Kulturflatrateseite übermittelt. Daher bekommen wir auch kein Geld. Bitte nur verwenden, wenn es wirklich notwendig ist.)

Auch wenn mir diese Lösung gerade am Besten gefällt, 100% bin ich damit noch nicht zufrieden. Bessere Ideen?

Ich habe noch paar Quellen, die ich demnächst lesen und kommentieren werde… [Fortsetzung folgt]

23Jul

Datensicherheit…

Logindaten

Ich war gerade geschockt …. diese Internetseite bietet an, dass Twitter-Icon mit einem “Atomkraft Nein Danke Logo” zu schmücken. Warum bin ich da geschockt? Weil der Service All Inclusive ist. Hmm? Was ist daran schlimm? Auf dem Bild sieht man es vielleicht:

Logindaten

Da soll man seine Logindaten für Twitter angeben.

Um das Prinzip mal überspitzt zu formulieren: “Kaufen Sie tolle Sachen ganz billig bei mir. Ich übernehme sogar für sie die Arbeit der Überweisung. Einfach Ihre Onlinebankingdaten hier eintragen: Kontodaten, PIN und TAN ….”

Nun, man könnte argumentieren, dass die Sachen, die bei Twitter stehen, sowieso öffentlich sind, dass da nichts wichtiges steht, … aber das Prinzip, ich geben meine Zugangsdaten irgendwo an, dass jemand anderes da was für mich macht, das will mir einfach nicht in den Sinn.

Es ist ohne weiteres Möglich, ohne Passwort auf Twitter zuzugreifen und das Bild runterzuholen. Dieses kann dann bearbeitet werden und zur Verfügung gestellt werden. Und dann könnte man das “automatische Uploaden” als Option anbieten. Aber einen Dienst, der von Anfang an mein Passwort will, kann ich leider nicht nutzen.

Jetzt noch ganz schnell die Überlegung, was die Politik hier machen sollte? Ich denke verbieten kann man das nicht, man kann nur noch mehr informieren: Geht vorsichtig mit Euren Daten um. Überlegt 3x, bevor ihr irgendwo ein Passwort eingebt. Seid ihr 100% sicher, dass ihr der anderen Seite vertrauen könnt?

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