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erneuerbare Energien
29May

Intelligente Stromnetze

Ergänzend zu dem Artikel gestern, was auch noch wichtig ist, den Verbrauch anzupassen. Mit so genannten smart grids

Die Idee dazu ist relativ einfach und doch effektiv:

Es gibt diverse Stromverbraucher, die nicht durchgängig laufen müssen und flexibel ein- und ausgeschalten werden können. Es gibt aber Zeiten, zu denen besonders viel Strom verbraucht wird, insbesondere die Mittagsspitze

Beispiele: Kühlschränke kühlen nur einen Bruchteil der Zeit, mit entsprecher Schaltung, könnte man diese vor der Mittagsspitze runterkühlen und dann würde das reichen, dass in der kritischen Zeit keine Kühlung mehr nötig ist.

Was bräuchte man dafür:

  1. Stromtarife die dazu motivieren den Stromverbrauch auf Zeiten mit “Stromüberfluss” zu verlagern. Es darf keinen festen kWh-Preis geben, sondern einen Preis, der im Tagesverlauf schwankt und bei passendem Verbrauch günstiger ist als der “Durchschnittstarif”. Also kann es durchaus sein, dass es in der Mittagsspitze teurer wird als bisher, aber Nachts erheblich billiger. Ansatzweise gibt es das schon mit Nachtstrom. Aber es kann noch viel flexibler werden, und sich sogar direkt an den Preisprognosen der Leipziger Strombörse orientieren. Beispiel, wenn vorherzusehen ist, dass Nachts zwischen 2 und 5 viel Wind weht und der Preis runter geht, kann man in der Zeit die Waschmaschine/Trockner etc. laufen lassen.
  2. Dafür passende Zähler
  3. Informationen über den Strompreis der nächsten 24h (besser länger) verbindlich verfügbar, der Strompreis der darauffolgenden Zeit unverbindlich. (Evtl. über eine Bundesbehörde, die Wettertrends analysiert)
  4. Geräte, die möglichst automatisiert gesteuert werden können mit gewissen Profilen, für den Übergang könnten Zwischenschaltgeräte auch aushelfen (z.B. bei Kühlschränken)

Der Hintergrund ist, dass die Speicherung zwar immer besser wird, aber doch immer mit Verlust verbunden ist. Daher sollte es möglichst direkt verbraucht wird. Auch Pumpspeicherkraftwerke sind nicht optimal, weil sie auch ein krasser Eingriff in die Natur sind. Daher ist es durchaus sinnvoll, wenn der Verbrauch zeitlich gelenkt wird.

28May

Solarrekord in Deutschland – Was wir brauchen: Speicher und Transport

Die Taz und andere Zeitungen melden einen Stromrekord aus Solarstrom.

Das geht genau in die richtige Richtung, allerdings haben die Kritiker in gewisser Weise recht. 22,2 GW für paar Stunden ersetzen nicht 20 AKWs komplett (wie einige Facebook-Meldungen suggerieren), da dies 22 GW nur ein Kurzfristig verfügbar waren. Einige Meldungen waren z.B.:

1,1 Mio. Solaranlagen erzeugen dieses Pfingstwochenende zeitweise bis zu 22,2 Gigawatt = Weltrekord = 20 Atomkraftwerke

Der erste Teil dieser Meldung ist ein Fakt, der Schluss “= 20 Atomkraftwerke” muss sehr kritisch betrachtet werden.

Es gibt vielmehr 2 spannende Fragen:

  1. Wie groß ist der Gesamtstromverbrauch und wie hoch die Erzeugung aus erneuerbaren über einen Zeitraum (z.B. Jahr)
  2. Wie gut ist die Überschneidung von Leistungsproduktion und Leistungsbedarf und wie kann man Verschiebungen abfangen.

Zu 1. Da gibt es eben recht genaue Statistiken, wie viel Strom die erneuerbaren Energien eingespeist haben. Und die Werte liegen noch erheblich tiefer. Etwa bei 20%, daher ist ein weiterer Ausbau dringend notwendig.

Zu 2. Genau diese Meldung zeigt, wie schwankend die erneuerbaren z.T. (Sonne und Wind) Energien sind. Manchmal extrem hoch, manchmal gar nicht vorhanden. Dafür sind andere sehr flexibel und kurzfristig regelbar. Biogasanlagen und Pumpspeicherkraftwerke können kurzfristig angeworfen werden. Und einige bringen einfach eine recht konstante Leistung, Wasserkraft (kann teilweise durch Schleusen geregelt werden), Geothermie, Gezeitenkraftwerke, …. (und in einigen Regionen weht auch ein recht konstanter Wind und hell wird es auch jeden Tag). Und genau daher muss es einen gesunden Mix aus Energien geben, kombiniert mit Speichertechnologien und Transportleitungen. Das hat mehrere Vorteile:

  • Durch die Anlagenverteilungen sind die Transportwege kurz und die Verluste gering
  • Durch verschiedene Anlagen ist eine gewisse Leistung sehr, sehr wahrscheinlich immer da.
  • Die zusätzliche Leistung kann dann mit regelbaren Kraftwerken oder durch Speichertechnologien (Pumpspeicher, Biogas) erzeugt werden.
  • Durch viele kleine Anlagen fällt die Monopolstellung weg – langfristig sinkende Strompreise
  • Kein CO2 (bzw. bei Biogasanlagen nur das CO2, dass die Pflanzen eh sonst beim Verrottungsprozess freigesetzt hätten und das durch die nächste Pflanzengeneration wieder binden können), keine AKWs
  • Keine Gelder (für Öl oder Kohle oder etc.) ins Ausland: Stärkung der Binnenwirtschaft.

Also langfristig ist es genau das richtige, mit einem guten Mix kann die benötigte Leistung erzeugt werden.

26Aug

Katastrophen und erneuerbare Energien

Es ist nicht zu fassen, zig Wirtschaftswissenschaftler rechnen uns vor, dass die Klimarettung billiger ist, als die Schäden nacher zu beheben und in Koppenhagen kam sowas bei rum… und in diesem Sommer kommt gleich der Beweis. Flut in Polen, Flut in Ostdeutschland, Waldbrände in Russland mit der Angst vor Strahlenbelastung, Flut in Pakistan, Waldbrände auf der ganzen Welt, Ölkatastrophe in den USA …

Jetzt überlegen wir uns mal, dass nur das Geld, dass dieses Jahr in die verschiedenen Katastrophengebiete geflossen ist, vor einigen Jahren (seit wann fordern wir Grüne das?) in erneuerbare Energien geflossen sind.

Bevor jetzt wieder die ganzen Kommentare kommen wie: “Wenn es wärmer wird, dann sparen wir uns die Heizkosten” oder “Es gibt mehr Kältetote als Hitzetote” … ihr habt ja Recht, aber Klimawandel bedeutet nicht NUR, dass es ein paar Grad wärmer wird und der Baggersee Karibik-Flair bekommt. Nein, Klimawandel bedeutet auch, dass es mehr Hochwasser gibt (Wieviel Jahrhunderthochwasser hatten wir die letzten 20 Jahre in Deutschland?), mehr Stürme, mehr Schwankungen, mehr Chaos. Klimawandel bedeutet auch, dass ganze Landstriche unbelebbar werden (z.B. in Afrika, Tuvalu, … oder sogar in Holland) und die Leute dann neue Orte suchen müssen.

Also was ist zu tun? Es geht NICHT darum, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern aus den Resourcen die wir haben ein LANGFRISTIGES Konzept zu stricken, mit dem auch noch unsere Kinder und Enkel leben können.

Also nehmen wir einfach mal die 20 Milliarden, die jetzt durch das Ölleck an Kosten entstehen. Hätte die BP vor 10 Jahren in erneuerbare Energien investiert, wären sie jetzt wahrscheinlich Marktführer. Oder nehmen wir die ganzen Kosten, die durch jedes Hochwasser entstehen. Hier ist natürlich das Problem, dass einer alleine das Hochwasser nicht verhindern kann. Aber da weltweit immer mehr Klimachaos auftritt, sollte man auch weltweit investieren. Wenn dadurch jedes zweite dramatische Hochwasser wegfallen würde, hätte es sich wahrscheinlich schon nach wenigen Jahren (finanziell – moralisch, ökologisch & menschlich ja sowieso) rentiert, auf 100% erneuerbare Energien umzusteigen. Ganz zu schweigen davon, dass man dann nicht mehr von den Rohstoffpreisen abhängig ist.

Wenn es nur um CO2 gehen würde, dann wäre Atomkraft vielleicht eine Alternative. (Ist nicht ganz CO2-frei, aber besser als Braunkohle). Da es uns aber auch um Sicherheit geht, sind AKWs keine Alternative. Wenn ich mich zwischen GAU und Hochwasser entscheiden müsste, würde ich das Hochwasser wählen.