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Grundeinkommen
11Jul

Grundeinkommen

Nur ein kurzer Querverweis auf Till, insbesondere sein dritter Abschnitt (III. Arbeit heute, oder: die Frage nach dem Grundeinkommen) gefällt mir sehr gut. Sehr tolle Analyse, knappes Grundeinkommen, flankiert mit Mindestlohn … so seh ich das auch.

24Apr

Betreuungsgeld II

Nachdem das mit dem Betreuungsgeld die letzten Tage immer wieder diskutiert wurde, gibt es 2 Hauptargumente dagegen:

  1. Bildungsferne Kinder bekommen zu Hause oft eine schlechtere Förderung als im Kindergarten, aber genau deren Eltern haben meistens wenig Geld, also lohnt es sich am ehesten für die, die Kinder daheim zu behalten (und im Extremfall diese einfach den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen gelassen)
  2. Wenn ein Partner daheim bleibt meist die Frau, damit würde ein veraltetes Rollenbild zementiert.

Für das Betreuungsgeld spricht:

  1. Eltern haben die Wahlfreiheit, ob sie die Kinder selber betreuen wollen, oder nicht (und wenn, dann bekommen sie dafür eine kleine Unterstützung)
  2. Ein Kindergarten/Krippen-Platz kostet dem Staat mehr als die 150 Euro im Monat.

Dies waren die Hauptargumente, die ich aus der Diskussion herausgehört habe und ich kann allen 4 Argumenten irgendwie zustimmen.

Kindergarten ist sicherlich was tolles, mit anderen Kindern spielen, von diesen lernen, … aber auch die Familie ist toll, immer eine direkte Bezugspreson haben, die quasi immer für einen da ist.

Aus diesem Grund würde ich einen ganz anderen Weg vorschlagen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jeder (egal wie alt) bekommt einen Satz, von dem man tatsächlich überleben kann. Ich stelle mir da 600-700 Euro oder so vor (genaue Zahlen muss ich noch durchrechnen). Von diesem Betrag soll man wirklich das nötige kaufen können… Und da dieser Betrag auch für Kinder ausgezahlt wird, könnten Eltern tatsächlich daheim bleiben, zumindest einer, oder eben doch arbeiten gehen. Damit wäre eine Wahlfreiheit geschaffen. Dann bekommt halt jeder das Geld, aber wenn die Eltern (beide) arbeiten gehen, fließen dafür ja auch entsprechend mehr Steuern zurück an den Staat. Und vor allem wäre der obige Hauptnachteil, dass Eltern, denen die Kinder egal sind, die die Kinder nicht fördern wollen oder können etc.  (ich hoffe, dass diese eine ganz kleine Minderheit sind), für die schlechtere Variante nicht mehr Geld bekommen als für die bessere, nämlich das Kind daheim “rumgammeln” zu lassen statt im Kindergarten fördern zu lassen.

15Feb

Kinderlosensteuer

Neu ist die Idee nicht … ich hab sie bestimmt schon auf die eine oder andere Weise hier im Blog erwähnt.

Daher stimme ich den jetzigen C*U-MdBs generell zu, dass es gerecht wäre, die finanzielle Belastung eher in die Richtung von kinderlosen zu schieben und weg von den Familien mit Kindern.

Unterm Strich macht es doch nichts aus, ob man an der einen Stelle eine Förderung streicht oder eine Belastung hinzufügt. Die Richtung ist die richtige. Dann muss der Bundestag es nur noch schaffen, das Ganze so zu “installieren”, dass die Bürokratie minimal ist.

Mein Vorschlag ist ja immer noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das auch Kinder bekommen, das würde im Grunde dem gleichen Ziel dienen.

20Nov

Angelas Fragestunde

Angela Merkel beantwortet jetzt youtube-Fragen. (Bitte die genauen Fragen und Antworten dort nachhören/lesen – hier ist das nur sehr verkürzt wiedergegeben)

Von den 10 bestgevoteten Fragen hat sie bereits 10, 9, 8 & 7 beantwortet:

  • Gutverdiener und Beamten müssen sich nicht am System “Gesetzliche Krankenkasse” beteiligen – Warum?
    Antwort Angela Merkel: Gutverdiener haben so viel Geld, dass sie sich um sich selber kümmern können und deswegen nicht in die gesetzliche Krankenkasse müssen. Und Beamte, historisch gewachsen und Familie und so…
    Meine Antwort: Krass, ein Gutverdiener hat also so viel Geld, dass er sich um sich selber und seine Familie kümmern kann, wir als Normalverdiener sollen aber so viel Geld haben, dass wir nicht nur uns und unsere Familie, sondern auch die ganzen finanziell schwachen Mitbürger mittragen sollen. Liebe Angela, also ich erkläre dir das mal.
    Ich zahle derzeit von meinem Lohn 14%, also etwa 500 Euro in die gesetzliche Krankenkasse, in der privaten müsste ich nur 127 Euro (im Premium 229 Euro) zahlen. Also wenn ich alleine bin, ist die private viel günstiger (selbst Premium), wenn ich die einfache Variante hätte, wäre das immer noch günstiger, wenn meine Familie 4 Personen hätte…
    Auch die Beamten-Antwort ist nur herumgeeiere…
    Mein Vorschlag: Eine Bürgerversicherung, in die jeder einen festen Prozentsatz des Gehaltes einzahlt (ob alles Gehalt oder nur bis XXX Euro (zur Zeit knapp über 4000 Euro) angerechnet wird könnte man noch ausdiskutieren. Langfristig finde ich diese komischen Pflichtversicherungen eh quatsch… Warum sollen private Unternehmen daran Verdienen, dass der Staat eine Versicherung macht. Warum macht man das nicht staatlich und über Steuern? Ich bin für einen hohen Steuersatz in Verbindung mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen. (Siehe auch ältere Artikel) … Darin ist die Standard-Behandlung enthalten, also die Behandlung die man für ein menschenwürdiges Leben braucht. Wer mehr will (Einzelbett, Chefarzt, goldene Fäden, …) der kann dafür gerne eine private Zusatzversicherung abschließen. Aber für die Standard-Leistungen sollte es ein Allumfassendes Solidaritätsprinzip geben und nicht nur “die Normalverdiener können ja für die Geringverdiener und Nicht-Verdiener mitzahlen, während sich die Gutverdiener nur selber versorgen”. Das ist nur Solidarität in den mittleren bis unteren “Kasten”, während sie die obere Kaste daraus zurückzieht.
  • Frage 9 und Frage 8 möchte ich zusammenfassen: Es ging darum, warum der Bundestag selber die Diäten beschließt und um Nebentätigkeiten.
    Antwort Angela Merkel: Ausrichtung an den Bürgermeistergehältern und “Erfahrungen von außen” und Fortführung eines Betriebes.
    Meine Antwort: Die Höhe der Diäten an den Bürgermeistergehältern und Bundesrichtergehältern festzumachen ist eigentlich eine faire Bezugsgröße. Allerdings hat sich Angela Merkel verrechnet. Sie hat von “Zuständig für 200.000 Menschen” gesprochen. Natürlich mag ein Wahlkreis etwa so groß sein, aber es gibt ja über 600 MdBs und 82.000.000 Menschen, ich komme da nur auf etwas weniger als 140.000/ MdB, es gibt ja auch noch die Listenkandidaten. Also schöngerechnet. Aber eigentlich egal. Im Grunde hat sie da recht. Das nächste Problem ist, wer legt die Bürgermeistergehälter fest? Der Bundestag, oder? Ich weiß es nicht….
    Das viel größere Problem sind Nebenverdienste. MdB ist ein Vollzeitjob, wenn jemand einen Betrieb hat, dann muss er halt einen Geschäftsführer einstellen. Er darf im Betrieb nicht viel Zeit verbringen! Mir egal ob Landwirt, Anwalt oder Arzt, wenn sich jemand dazu entschließt in den Bundestag zu gehen, muss er halt eine Alternative für den Betrieb suchen. Wenn dann trotzdem Gelder reinkommen, dann ist das ja OK, aber er darf da nicht viel Zeit reinstecken, höchstens Feierabend/Wochenende, was aber bei guten MdBs oft auch eher selten wirklich frei ist.
    Noch schlimmer sind aber die Nebenjobs, die erst während der Abgeordnetenzeit kommen. Sowas wie “Berater für …”, Aufsichtsratsmitglied, … also die ganzen Jobs, die schon nach indirekter Korruption und Beeinflussung riechen. Die sollten komplett verboten werden. Auch nach dem Ende der Mandatszeit. Beispiele: Schröder bei Gazprom oder Koch beim Baukonzern, nachdem beide für die Konzerne kurz zuvor positive Entscheidungen bewirkt haben.
    Mein Vorschlag: Relativ hohe Diäten, dafür sehr strenge Richtlinien zu Nebenjobs. Der alte Job darf das Mandat nicht beeinflussen, neue Jobs, die sich auf die Entscheidungsfindung im Bundestag auswirken können, sollten bis zu 5 Jahren nach Mandatsende nicht angenommen werden dürfen.
  • Frage 7: Fragestunde im Bundestag
    Antwort Merkel: Bla bla – sie findet Fragen spannend – bla bla
    Meine Antwort: Es gibt doch Fragestunden und öffentliche Termine der MdBs im Wahlkreis. Ich glaube, die freuen sich über echte, konstruktive Fragen. Also da einfach mal hingehen. Das bringt mehr, als über 600 MdBs gleichzeitig eine Frage zu stellen. Und ist über das Land verteilt.
    Mein Vorschlag: hingehen 🙂
17Nov

Grüner Aufbruch: Neue Horizonte und gemeinsame Werte

Auf reformerplus ist eine sehr schöne Sammlung von Thesen und Ansätzen, wie es in Zukunft mit der Grünen Politik weitergehen kann. Sehr schönes Papier, dass ich unterstütze.

Besonders gefallen hat mir der Satz:

Seit Jahrzehnten wird in diesem Politikfeld von allen politischen Parteien eine reine Stellschrauben-Politik ohne Mut und Innovation betrieben.

Der steht zwar bei Sozialsystemen, passt aber auf die gesamte Politik der BRD.

Die Seite wurde in die Linkliste aufgenommen.

30Aug

Wieder mal Kopfpauschale vs. Bürgergeld – doch die Komplettlösung

Im Grunde ist es egal, wie man es nennt, es müssen für die Krankenversicherung folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Solidarprinzip: Wer wenig hat, ist trotzdem Krankenversicherert.
  2. Finanzierbarkeit: Das Geld muss sinnvoll eingesetzt werden.

Das Solidarprinzip wird zur Zeit nur ansatzweise gelebt. Jeder, der in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, zahlt für die mit, die nichts verdienen. Also z.B. Familien (in denen oft 1 Person einzahlt und 2 Erwachsene und mehrere Kinder profitieren), Arbeitslose, … oder auch Geringverdiener, die nur wenig einzahlen müssen. Soweit ist es gut. Das Problem sind jetzt aber die Leute, die viel verdienen. Die sind privat versichert. Die unterstützen die oben genannten Personen nicht. Also um es mal plastisch auszudrücken. In einem 15-Mitarbeiter-Betrieb geht eine Frau in die Elternzeit. Von den 14 anderen verdienen 12 einen “normalen” Betrag, z.B. 2500 Euro im Monat. Davon zahlen sie auch Krankenkasse und zahlen für die Mutter mit. Die beiden leitenden Personen verdienen sehr viel. Z.B. 5000 oder 7000 Euro im Monat. Diese versichern sich privat. Diese zahlen NICHTS für die Krankenhauskosten der werdenden Mutter.

Daher mein Vorschlag, den ich im Grunde schon mehrfach geäußert habe: Die ganzen Sozialversicherungssysteme werden komplett über die Einkommenssteuer finanziert. Diese liegt bei einem relativ hohen Beitrag von z.B. 50%. Damit diesen Beitrag auch wirklich jeder zahlen kann, gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen von 500 Euro pro Monat. Davon muss dann jeder alle “Sonderausgaben” bezahlen, also Fahrtkosten, Literatur, …
Wer weniger Kosten hat, der hat Glück, wer mehr kosten hat, der hat Pech.

Und damit wäre dann jeder krankenversichert. In einer staatlichen Versicherungsgesellschaft.

Wer den “Luxus” einer privaten Versicherung trotzdem noch genießen will, der darf dann die Differenz privat versichern. Da habe ich gar nichts dagegen. Also Einzelzimmer, … soll gerne weiter privat versichert werden. Der Standard muss für alle drin sein, alles weitere kann privat sein. So könnte ich mir das dann auch bei der Rente vorstellen. Eine Grundrente (Grundsicherung oder mehr – da bin ich mir noch nicht sicher), sollte für jeden drin sein. Aber wer mehr als die Grundrente will, der darf sich dann auch selber darum kümmern. Wobei ich da dann auch Optionen vom Staat gut finden würde, die man auf freiwilliger Basis nutzen kann.

13Aug

Die “Bildungskarte”

Ich finde die Idee von Bezahlkarten grundsätzlich gut. HartzIV wird ausgezahlt, um den Menschen ein akzeptables Leben zu ermöglichen. Das ist ja grundsätzlich absolut richtig.

Allerdings gibt es genug Fälle, in denen die Leute nicht mit Geld umgehen können. Daher wäre ich für ein System, in dem ein Teil des Geldes für gewisse Bereiche gebunden ist und ein gewisser Teil frei verfügbar.

Wie hier aufgelistet, teilt sich HartzIV in verschiedene Bereiche. Bei einigen denke ich, soll jeder selber Entscheiden, ob er sie braucht oder nicht, z.B. beim Punkt Freizeit, Gaststätten, andere sind relativ wichtig, insbesondere auch Nahrungsmittel und die laufenden Kosten (Telefon, Strom, ….)

Daher könnte ich mir vorstellen, dass auf der Karte verschiedene Bereiche (“Konten”) sind, die jeweils am Monatsanfang aufgeladen werden. Von den über 100 Euro für Nahrung, könnte man dann z.B. 80€ in das Konto “Nahrung” stecken und den Rest in das Konto “frei verfügbar”. Die Gelder für Freizeit kommen komplett in das Konto “frei verfügbar”. Und so geht man halt jeden Bereich durch. Und bei Kindern gibt es dann halt noch ein Konto “Bildung & Kultur”. Diese Karte würde dann jeweils wie eine ganz normale EC-Karte aussehen.

Wenn man nun beim Supermarkt einkauft, werden für normale Lebensmittel erstmal die Gelder vom Konto “Nahrung” verwendet, für Alkohol, Freizeitartikel, etc. aber können nur die Gelder vom Bereich “frei verfügbar” verwendet werden. Somit wäre sichergestellt, dass jemand, der sein Geld gerne in Alkohol ‘investiert’ (am Besten sofort, wenn es da ist), dann auch über den Monat etwas zu Essen hat.

Und genau da passt dann auch die Bildungs-Chipkarte rein. Wenn man sicher sein will, dass Kinder angemessen Bildung und Kultur mitbekommen, dann muss man bei einigen Familien sicher gehen, dass das Geld nicht für andere Sachen ausgegeben wird. Welcher Anteil an Familien das ist, kann und will ich nicht beurteilen, aber auch diese Kinder dürfen nicht durch das Raster fallen mit dem Hinweis, dass es bei anderen Familien läuft und man daher nichts machen kann.

Was ich mir auch feststellen kann, ist dass die Anteile, die in die speziellen Konten kommen und die Anteile, die auf das “frei verfügbar”-Konto kommen vom Arbeitsamt/Jugendamt/(oder wem auch immer) anpassbar sind. Zum Beispiel wäre es ja logisch, wenn Bargeld nur vom “frei verfügbar”-Konto abgehoben werden kann. Wenn jemand aber nun regelmäßig bei Läden einkauft, die keine EC-Karte akzeptieren (z.B. auch auf dem Markt, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn diese Person auch an Bargeld kommt. Bei Extremfällen dagegen könnte ich mir vorstellen, dass es sogar sinnvoll wäre, den frei verfügbaren Anteil auf (annähernd) 0 zu setzen.

Ein zusätzlicher Aspekt ist, dass diese “Einschränkung” eigentlich nur die Leute betrifft, die “komisch” mit dem Geld umgehen. Mal davon ausgehend, dass die Sätze passen, also halbwegs der Realität entsprechen würden (dass dies heute zutrifft, bezweifele ich in dem o.g. Artikel ja selber, aber das muss natürlich das Ziel sein), dann würde jemand der sich “normal” verhält, gar nicht merken, dass die Gelder Zweckgebunden sind, da er ja immer das kaufen kann, was er kaufen muss. Nun kann man natürlich von kleinen Schwankungen ausgehen. Deswegen sage ich ja, dass nicht 100% gebunden werden sollen, sondern nur ein gewisser Anteil (z.B. 2/3) und der Rest jeweils “frei verfügbar” sein soll. Dann gibt es also 2 Gruppen, die davon wirklich eingeschränkt werden:

  1. die Leute, die ihr Geld “missbrauchen”, also z.B. einen sehr hohen Anteil für Alkohol, Zigaretten etc. ausgeben
  2. die Leute, die aus sinnvollen Gründen das Geld anders verwenden wollen (z.B. mehr über Bargeld) – aber für die Leute sollen ja die Möglichkeit bestehen, die Anteile ändern zu lassen.

Und nun noch zur 2-Klassen-Gesellschaft: Ich bin ja ein Fan des Bedingungslosen Grundeinkommen, also jeder bekommt ein Grundeinkommen, dafür gibt es höhere Steuersätze und quasi keine Möglichkeiten mehr, irgendwelche Sachen von der Steuer abzusetzen. Natürlich wäre es dann sinnvoll, diese Karte für ALLE anzuwenden. Also auch Frau Angela Merkel und ich und die Gebrüder Aldi hätten dann eine EC-Karte, auf der gewisse Gelder für Nahrungsmittel und für die Bildung der Kinder reserviert sind. Das eigene Einkommen würde dann natürlich in den Bereich “frei verfügbar” kommen. (Ausnahmen wären auch hier denkbar, wenn jemand z.B. stark verschuldet ist).

29Nov

Bedingnugsloses Grundeinkommen

Ich sag einfach mal kurz, was meine Position ist, einen ausführlichen Artikel schreibe ich demnächst irgendwann mal:

Ein Grundeinkommen für alle kombiniert mit einer Flattax und keinen Ausnahmen.

Also z.B. so:

Ausgezahltes Gehalt= (Eigentliches Gehalt + 1000*Familienmitglieder)*50%

Somit sind die “tatsächlichen” Steuern: 100%-Ausgezahltes Gehalt/eigentliches Gehalt

Beispiele:

  • Alleine + Arbeitslos (0€ Gehalt):
    Ausgezahlter Betrag: 500 Euro
    Steuern: keine
  • Alleine und verdient 1000 Euro im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 1000 Euro
    Steuern: keine
  • Familie, Mann & Frau  mit 2 Kindern verdient 1200 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 2600
    Steuern: Keine
  • Ehepaar, verdient 4000 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 3000
    Steuern 25%
  • Single, verdient 20000 im Monat
    Ausgezahlter Betrag: 10500
    Steuern: 47,5%

Ach ja, ich bin wirklich dafür, dass für jedes Familienmitglied im Endeffekt 500 Euro pro Monat (nach Steuern) ausbezahlt werden. Für einen Single, der auch Miete zahlen muss ist das natürlich knapp, aber wenn man keine (richtige) Familie hat, also keine Kinder, dann kann man sich ja auch eine WG o.ä. suchen. Aber für die Kinder würde ich dann auch 500 Euro auszahlen, weil die brauchen eigentlich ja mehr (alle paar Monate neue Kleider, mit Familie kommt man nicht in eine WG, ….) und je weniger Ausnahmen es gibt, desto einfacher und verständlicher ist das System.

27Nov

Sozialhilfe, wieviel sollte es sein?

bevor man die Frage stellt, wieviel es sein sollte, schau ich mir erst mal an, wieviel es ist.

Insgesamt sind es 351€ im Normalfall, die teilen sich wie folgt auf (Quelle)

351,00 €

129,87 € Nahrung, Getränke, Tabakwaren 37%
38,61 € Freizeit, Kultur 11%
35,10 € Bekleidung, Schuhe 10%
31,59 € Telekommunikation 9%
28,08 € sonstige Waren und Dienstleistungen, insbesondere Kosten für Hygiene und Körperpflege 8%
28,08 € Wohnung (ohne Mietkosten), Strom 8%
24,57 € Möbel, Haushaltsgeräte 7%
14,04 € Kosten für Medikamente, Hilfsmittel 4%
14,04 € Verkehr 4%
7,02 € Beherbergungs- und Gaststättenleistungen 2%

Wenn ich mir jetzt die einzelnen Bereiche anschaue, dann denke ich bei einigen, wenn es sein muss, reicht das locker, bei anderen denke ich, das wird eng:

  • Nahrung, Getränke, Tabakwaren, 130€
    Also das reicht, wenn man sich entsprechend der Ernährungspyramide ernährt. Was bei der Ernährung richtig zuschlägt ist Fleisch, davon soll man eh nicht so viel essen. Getreideprodukte und Gemüse gibt es dagegen recht günstig. Was natürlich da nicht abgedeckt ist sind alle Sachen, die man auswärts ist. Wenn man gegen den kleinen Hunger schnell mal einen Imbiss kauft, dann geht das Budget ganz schnell runter. Aber für das reine Essen, das man sich zu Hause zubereitet, da müsste es reichen.
  • Freizeit+Kultur 38€
    Was soll denn da alles dazugehören? Je nach Hobby, reicht das locker bis gar nicht …. aber wenn es sein muss, dann reicht es.
  • Bekleidung, Schuhe 35 € … würde ich jetzt erst mal sagen, das wird eng. Nicht dass ich jeden Monat losziehe und mir was kauf, aber wenn dann mal was anfällt, wird es schnell das doppelte und dreifache. Ist halt die Frage, ob man sich davon gerade anziehen kann, beim Second Hand laden reicht es bestimmt, bei Markenjeans auf keinen Fall
    Wenn es auch mal was sein soll, was für ein Bewerbungsgespräch geeignet ist, wird es auf jeden Fall eng.
  • Telekommunikation 30€
    Sollte locker reichen, für 30€ bekommt man:
    Internet und Telefonflat + Handy mit zig Freiminuten (oder Prepaid, dann reicht es für 100 Minuten)
    Kritisch wird es, wenn man sich von dem Betrag Hardware (Computer, …) kaufen will. Aber einen gebrauchten PC der Internettauglich ist, gibt es inzwischen fast geschenkt.
  • sonstige Waren, Hygiene, Körperpflege: 28 €
    naja, Friseur kostet 15€, Duschzeug und Shampoo 5 € und reicht einige Zeit … ich weiss jetzt nicht, ob da Wasser mitgerechnet wird.
  • 28 € Wohnung (ohne Miete), Strom
    wird knapp, vor allem wenn man im Winter viel daheim ist…. aber wenn man Energiesparlampen hat und sonst nicht übertreibt, dann sollte es passen.
  • Möbel und Haushaltsgeräte 24€
    Also da wird es eng, die braucht man zwar selten neu, aber wenn, dann kann es richtig teuer werden. Kann man eigentlich nur hoffen, dass es was Second-Hand gibt.
  • Medikamente, Hilfsmittel 14€
    Für einen gesunden sind das 14€ extra, bei entsprechenden Krankheiten reicht das niemals aus.
  • Verkehr, 14€
    4 Tageskarten in Erlangen oder
    140 km Benzin (falls man sich ein Auto ohne Abnutzung ausleihen kann, wenn man 30ct pro km rechnet, dann sind es nur noch unter 50km, also auch 4 Fahrten hin und zurück….
    Was ginge wäre ein Übertragbares Monatsticket, wenn 2 Leute zusammenlegen und es gemeinsamm nutzen….
    Aber insgesamt kann man sagen, wenn man regelmäßig raus will, dann reicht das nicht. Und zu rausgehen kann man auch Bewerbungsgespräche, Atsgänge etc. zählen, die unbedingt notwendig sind.
  • Beherbergungs- + Gaststättenkosten 7€
    Naja, da man selten wegfährt und sowas benötigt, ist halt die Frage wie oft. 2 mal im Jahr geht dann was…
    aber ein Freundeskreis, der einmal in der Woche in die Kneipe geht, geht dann nicht mehr.

Fazit bis hierhin: 351 Euro reichen erstmal aus, wenn man das Geld richtig einteilt und bei den Einkäufen und Ausgaben entsprechend vorsichtig und bewusst handelt. Einige Sachen werden eng, aber bei entsprechenden Einschränkungen bekommt man es hin, wenn es sein muss.

Aber es gibt ja noch weitere Kosten, gerade bei Kindern:

Schulbedarf, häufiger Kleidung, Klassenfahrten, Freizeitaktivitäten (Verein), ….

Daher denke ich, dass man gerade Kindern eher mehr zahlen sollte als den Erwachsenen. Die Erwachsenen können sich eher selber raushieven als die Kinder. Die Kinder leiden darunter ncoh mehr als die Erwachsenen. Daher sollte insbesondere bei Familien mit Kindern darauf geachtet werden, dass diese nicht unter der Armut leiden müssen.

Nun, die Überschirift hat gefragt, wieviel sollte es sein. Ich würde 500€ inklusive Miete die allerunterste Untergrenze halten (Miete war oben nicht drin) Aber die für jedes Familienmitglied ab 0 Jahren. Das wären 150 Euro Miete…. reicht das. Ja das reicht, wenn man keine eigene Wohnung hat. Also sich mit Freunden oder Familie zusammentut. Größere Wohnungen sind billiger.
Ich vertrete ganz klar die Linie, wenn jemand nicht arbeitet, dann soll er keinen Luxus haben. Er soll das nötigste bekommen, aber keinen Luxus.

Aber, da das sehr knapp ist, fordere ich folgendes zusätzlich:

  • Sonderunterstützung für Leute, die nicht arbeiten können (Krankheit, Kindererziehung, Pflege)
  • Öffentliche Jobs auf Mindestlohnniveau (z.B. Zivildienstartige Jobs) bei denen man was dazuverdienen kann. Wobei man den ersten davon ziemlich leicht bekommen soll, aber dort dann auch gekündigt werden kann, wenn man sich mies  (unpünktlich, alkoholisiert, unhöflich gegenüber Kunden, schlampig, …) benimmt und jeder Folgejob müsste dann auch schwerer zu bekommen sein. Wobei da die Stunden so knapp bemmessen sein sollten, dass es sich immer lohnt, einen Zuverdienst wo anders (im freien Arbeitsmarkt) zu suchen.

Es geht mir insgesamt ganz klar darum, denen die nicht arbeiten können und denen die wirklich arbeiten wollen ein vernünftiges Leben anzubieten, aber gleichzeitig ein System zu haben, bei dem die, die nicht arbeiten wollen (ich gehe davon aus, dass das die Minderheit ist) wirklich auch nur das Minimum haben.

Und wie ich mir das mit dem Zuverdienst vorstelle…. naja, ich stelle mir das so vor, dass der beliebig hoch sein darf, aber auf alles eine Flattax von 50% gezahlt wird. Das ist nämlich mein bedingungsloses Grundeinkommen-Modell

Einkommen = 500 € + Lohn*50% (bzw. an anderer Stelle stand bei  mir auch schon mal (1000+Lohn)*50% was mathematisch genau das gleiche ist.)

Steuern = Lohn  * 50%

Da man zwar 50% Steuern zahlt, aber da das Grundeinkommen drauf bekommt, ist der de facto Steuersatz für niedrig-Verdiener viel besser. Und dann sollten alle Steuerausnahmen abgeschafft werden (die einzige Ausnahme sehe ich wie gesagt bei Kranken und anderen, die nicht arbeiten können). Ein Gutverdiener kann dann nichts mehr abschreiben, aber er bekommt ja auch die 500€ ausgezahlt.

20Nov

FAU brennt

Unter dem Motto “Die Uni brennt” oder in Twitter auch #unibrennt streiken viele Schüler und Studenten und besetzen auch Hörsäle. Die Forderungen der Erlangern FAU Studenten kann ich im Großen und Ganzen nur unterstützen.

Daher die einzelnen Forderungen noch mal aus meiner Perspektive:

  • “Die Einführung einer Verfassten Studierendenschaft, eines Studentenparalmentes, wie in anderen Bundesländern.”
    Die Mitarbeiter jeden größeren Betriebs haben das Recht auf einen Betriebsrat. In der Uni wurde vor wenigen Jahren, nämlich zu der Einführung von Studiengebühren, behauptet, dass sich die Studenten dann als Kunden fühlen dürfen und Forderungen stellen, so nach dem Motto, der “Kunde ist König”. Aber da die Uni logischerweise nicht für jeden Studenten das Wunschprogramm bieten kann, sondern sich nur nach der Mehrheit richten kann, wäre es eigentlich der logische Schritt, ein demokratisches Gremium der Studenten ganz offiziell einzuführen.

  • “Gundlegende Überarbeitung des aktuellen Studiensystems mit Bachelor/Master”
    Hier würde ich mir eine detaillierte Aufschlüsselung wünschen (einiges kommt ja unten), weil von der Idee ist ja nicht alles schlecht. Zum Beispiel die Idee, dass man einfach die Uni wechseln kann, die Idee, dass man auch schon nach 3 Jahren einen berufsbefähigenden Abschluss bekommt, …
    Ein ganz anderes Kapitel ist es, dass diese Ideen praktisch nicht umgesetzt wurden. Uniwechsel sind in vielen Studiengängen immer noch schwer, Anrechnung von Kursen ist oft Glückssache. Arbeitsplätze für Bacherlorabsolventen einiger Studiengänge quasi nicht vorhanden.

  • “Reduzierung der Arbeitsbelastung, des Notendrucks und der psychischen Belastung”
    Da ich nie Bachelor/Master studiert habe kann ich das nicht beurteilen, aber umgekehrt denke ich, dass die Bachelor-Studenten auch nicht den “alten” Druck beurteilen können, den wir als Diplomer hatten. Was natürlich ungünstig ist, wenn man 9 Semester Diplom in 6 Semester Bachelor packt und bei den Inhalten nirgens kürzt. Was auch kritisch ist, dass man keine “Ehrenrunde” drehen kann, ohne die Exmatrikulation zu befürchten (zum Teil sind die Zeiten sehr streng und man darf gar nicht überziehen).

  • “Masterplätze für jede/n Bachelor-Absolventen/-in
    Jepp, zumindest sollte niemand abgewiesen werden. Wenn eh klar ist, dass 20% gehen, muss man für die nicht unnötige Kapazität vorhalten. Aber Regelungen, dass nur Absolventen mit einer Note besser als 2,5 (oder wo immer diese Grenzen liegen) einen Master machen dürfen ist quatsch. Wir wollen doch in Deutschland hochqualifizierte Leute und nicht so halbqualifizierte.

  • “Verbesserung der Studienbedingungen”
    Hmm, nicht sehr konkret… dabei könnte man hier bestimmt zig Sachen aufzählen: Ausreichend Bücher in der Bibliothek, gute Labore, …

  • “Abschaffung der Studiengebühren
    Jepp, man kann sogar über weitergehende Forderungen nachdenken (Grundeinkommen für Studenten, elternunabhängiges Bafög, höheres Bafög)

Jetzt lese ich den Blog erst mal weiter ….

So, jetzt darf ich mich gleich entschuldigen, beim weiterlesen habe ich die Forderungen detaillierter gefunden, also genau das was ich oben bemängelt habe war zu unrecht…. sehr schöne Forderungen.

Was mir da noch aufgefallen ist:

  • “Das NC-System ist für die Feststellung der Eignung der Bewerber für den Studiengang nicht ausreichend”

Hier frage ich mich immer warum. Klar, für einige Fächer ist ein gewichteter NC sinnvoller, wenn jemand Deutsch, Englisch & Französisch “sehr gut” ist, dann ist er bestimmt für Sprachen geeignet, selbst wenn Geschichte nur ein “ausreichend” abbekommen hat, aber die Erkenntnisse, die verschiedene Lehrer über mehrere Jahre in verschiedenen Bereichen im Vergleich zu anderen Schülern mit ähnlichen Voraussetzungen, die halte ich für erheblich aussagekräftiger als ein Auswahl die eine Uni durchführt. In einer ungewohnten Umgebung mit unterschiedlichen Voraussetzungen (der eine hat das Fach schon in der Schule vertieft, der andere nicht) ist es ganz schwer zu ermitteln, wer geeigneter für das Studium ist. Hier ein gutes Verfahren einzuführen, dass auch zeitlich, für die Studenten (die sich vielleicht an 3 oder sogar 7 Unis bewerben) und vom finanziellen Aufwand realistisch ist, habe ich noch nicht gesehen.

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