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Internet
27Aug

Freifunk II – wie kann man mitmachen.

Mitmachen bei Freifunk ist ganz einfach, diese Beschreibung gilt für Freifunk Franken, aber in anderen Regionen ist es ähnlich, da passen nur die Links nicht:

Einen der unterstützten Router kaufen (egal bei welchem Händler, die günstigsten gibt es ab 15 Euro), die beim jeweiligen Router verlinkte Installationsanleitung öffnen, die dort stehende Firmware runterladen, diese (entsprechend der bebilderten Anleitung) auf den Router drauf spielen, Internetkabel anschließen. Das war das technische.

Um es richtig schön zu machen, geht man dann noch auf “netmon”, einem Monitoring-Tool, legt sich dort einen Account an (bzw. falls man schon einen hat, nutzt man den), schaut nach neuen Routern, beansprucht den entsprechenden für seinen Account, und trägt die Daten ein. Insbesondere der Standort ist interessant, weil man dann auf der Karte auftaucht. Dort kann man dann auch beobachten, was mit den Routern so passiert. Mit welchem anderen Router verbindet er sich? Wie viele Nutzer benutzen diesen Router? u.v.m.

Und wem das zu kompliziert ist, der kann einfach mal bei einem Freifunker seiner Wahl nachfragen, ob der nicht noch einen Router hat, den er zum Selbstkostenpreis abgibt und/oder einem kurz hilft.

Wenn einen an Technik rumspielen nicht so interessiert, dann ist man hier fertig. Ansonsten geht es jetzt erst so richtig los, per SSH einloggen, Konfigurationsmöglichkeiten aus dem Wiki ausprobieren, neue Konfigurationsmöglichkeiten ausprobieren und im Wiki dokumentieren, … bei der OpenSourceFirmware mitentwickeln, Gatewayserver aufsetzen und betreuen, Richtfunkstrecken aufbauen um verschiedene Stadtteile zu vernetzen, …

Freifunk setzt sich, wie gerade angedeutet, aus 2 Nutzergruppen zusammen, den “Nerds”, die das System als Spielwiese nutzen um ein tolles Netz noch besser zu machen und den “Anwendern”, die das Netz vergrößern und (zusammen-)wachsen lassen und von den tollen Entwicklungen kostenlos profitieren können. Beide Gruppen sind sehr wichtig und daher sind auch technisch nicht so versierte Menschen bei Freifunk sehr willkommen. (Und als 3. Gruppe könnte man noch die Spender nennen, die Geld für Hardware oder Server zur Verfügung stellen)


 

Über Umwege bin ich zu dem Hobby Freifunk gekommen. Daher werde ich in den nächsten Wochen hier einige Artikel zum Thema Freifunk veröffentlichen. Die gesamte Artikelsammlung gibt es dann unter dem Tag “Freifunk“.

26Aug

Freifunk I – Was ist Freifunk

Über Umwege bin ich zu dem Hobby Freifunk gekommen. Daher werde ich in den nächsten Wochen hier einige Artikel zum Thema Freifunk veröffentlichen. Die gesamte Artikelsammlung gibt es dann unter dem Tag “Freifunk“.

Heute erst mal allgemein an:

Was ist Freifunk?

Die Kurzform ist: Freifunk ist eine Initiative von “Bürgern”, die die Möglichkeiten der Technik nutzen wollen, und sich per Funk vernetzen (und ihr Internet teilen).

Wer heute durch eine Stadt geht und auf seinem Smartphone ins WLAN-Menü schaut, der sieht so ca. 10 WLANs, die alle “verschlüsselt” sind. Diese leben alle nebeneinander her. Diese hängen quasi alle an einer Internetleitung. Und die jeweilige Internetleitung ist zu geschätzten 10% ausgelastet. (naja, vielleicht sind es auch noch weniger). Daraus kommen eigentlich 2 logische Schlussfolgerungen:

  1. Wenn es sowieso überall Funknetze gibt, kann man nicht die irgendwie miteinander verbinden? Z.B. die Datei, die ich dem Nachbar schicken will, muss die wirklich von meinem WLAN, zu meinem Internet-Provider, zu meinem E-Mail-Provider (z.B. googlemail, dann geht es über die USA), zu dem seinem Mailprovider, zu dem seinem Internetprovider, und dann über seine DSL-Leitung zu ihm. Statt Mailprovider kann man auch “Cloudprovider” nehmen oder sonstwas, dann ist es vielleicht ein Zwischenschritt weniger, die USA und die NSA oder sonstige Geheimdienste sind trotzdem relativ wahrscheinlich irgendwo an der Leitung.
    Die Antwort ist ja: Mit Freifunk geht das. Die Router verbinden sich nicht nur mit Clients (also Handy, Laptop etc.) sondern auch untereinander und damit entstehen nicht 2 getrennte Netze sondern ein großes.
  2. Wenn die Leitung eh nur zu 10% genutzt wird, kann man dann nicht einfach dem Nachbarn erlauben, dass er das mitnutzt.
    Hier ist die Antwort etwas komplizierter. Egal ob Freifunk oder nicht, grundsätzlich kann man die Leitung jedem zur Verfügung stellen. Leider gibt es in Deutschland aber die Störerhaftung, d.h. wenn jemand mit meinem Anschluss “verbotenes” macht, bin ich dafür erst mal verantwortlich. (Die gesetzlichen und juristischen Details lasse ich mal weg). Dieses Gesetz ist eigentlich schon ein Skandal. Im Grunde verleihe/schenke ich dem Nachbar eine Resource und mache damit nichts illegales. Würde irgendwer meinen, dass wenn jemand mein Auto ausleiht und damit eine Bank ausraubt, ich dafür ins Gefängnis müsste? Würde irgendwer meinen, dass der Postbote für einen Erpresserbrief den er einwirft (aber nicht geschrieben hat und dessen Inhalt auch nicht kennt) verantwortlich sei? Warum es dann beim Internet die Störerhaftung geben muss ist für mich unverständlich. Aber es gibt sie. Aber auch da hat Freifunk eine Lösung. Eigentlich sogar 3.

    1. Die Daten werden gar nicht unter meinem Namen ins Internet geleitet, sondern per VPN (verschlüsselte Leitung) zu einem Server geschickt. D.h. selbst wenn jemand per Freifunk über meinen DSL-Anschluss Sachen “macht” (Musik runterlädt, Hetzschriften hochlädt), dann sieht die Gegenseite gar nicht, dass es von mir kommt, sondern sieht nur, dass es von dem Server kommt. Und dieser Server speichert minimal Daten.
    2. Dieser Server selber macht sich aber auch nicht strafbar, weil dieser Server von einem Provider betrieben wird. Und für Provieder gibt es das sogenannte Providerprivileg.
    3. Die 3. Variante betrifft wieder den Server, diesmal agiert der aber nicht als deutscher Provider, sondern steht im Ausland. Und dort gibt es keine Störerhaftung, es ist also legal, die Daten dort so ins Internet zu leiten.

Also zusammengefasst, Freifunk ist eine Initiative, die einerseits ein Funknetz aufbauen will, indem man intern kommunizieren kann, andererseits bietet Freifunk einen kostenlosen, anonymen Zugang zum Internet an.

 

22May

offizieller Kulturserver

Im Rahmen von Kulturflatrate oder ähnlichen Pauschalvergütungsmodellen kommt immer wieder die Frage auf: Wie soll die Verteilung der Gelder geregelt werden. Dazu habe ich vor langer Zeit diesen Artikel geschrieben: Kulturflatrate, Abrechnungsmöglichkeiten der einen zentralen Server vorschlägt. Da dies gerade bei uns Grünen wieder heiß diskutiert wird, noch mal paar Ergänzungen dazu:

Das hätte folgende Vorteile für die Nutzer:

  • Saubere Quelle: Keine Viren,
  • Legale Quelle: Der User kann von legalen Inhalten ausgehen, da sie sonst entfernt werden würden.
  • vertrauenswürdige Quelle: Es kann klar definiert werden, was mit Daten passiert (IP-Adresse, Login?) und ein seriöser Anbieter steckt dahinter
  • Suchmöglichkeiten: Wenn alles zentral ist, dann ist “alles” da, kann kategorisiert werden, durchsuchbar gemacht werden, standardisiert getagt werden, ….
  • Wenn darüber die Bezahlung für die Künstler geregelt wird, kann man seinem Lieblingskünstler was Gutes tun

Vorteile für den Künstler:

  • Seine Musik wird gehört
  • Der Musikkonsum seiner Musik wird gemessen und somit BEZAHLT

Ich will NICHT, dass andere Kopierorte illegal wären, so dass man trotzdem sonst wo kopieren kann, WENN es über eine Pauschalvergütung legal ist. Aber dies wäre eine zusätzliche, sinnvolle Ergänzung, um die Messung durchzuführen und so die Gelder zu verteilen. Welche Anteile diese Methode an der Bestimmung der Geldmenge hat, ist mir dabei erst mal egal.

Natürlich müsste man auch Missbrauch verhindern. Wenn riesige Geldmengen verteilt werden, ist das Betrugspotential hoch. Also könnte ich mir pseudonymisierte Accounts vorstellen, die z.B. nur mit dem Personalausweis beantragt werden können und eine Zuordnung nicht trivial möglich ist. Der anonyme Charakter sollte weitestgehend erhalten bleiben und gleichzeitig der Missbrauch verhindert werden. Da gibt es  Lösungen. Aber wenn ich etwas legales von einer staatlichen Behörde mit vernünftingen Lösch- und Verarbeitungs-Regeln runterlade, dann wird glaub ich mehr für den Datenschutz getan, als wenn ich mich in einem dubiosen Portal rumtreibe.

Jetzt wurde ich gefragt, wie das sei, wenn der Künstler das da gerne hochstellen würde, aber der Verwerter dagegen wäre. Ich sage, der Verwerter wird da nicht dagegen sein, weil darüber gemessen wird, wie viel Geld aus der Pauschalvergütung fließt. Da wäre man ja dumm, wenn man es nicht dort bereitstellen würde, sondern das Risiko eingehen würde, dass es in anderen (dann legalen) Tauschbörsen getauscht wird und man nichts vom Geldkuchen abbekommt.

17Apr

Urheberrecht III

Am Wochenende hat der Grüne LAK Medien getagt, und über das Urheberrecht diskutiert. Scheinbar ist das Ergebnis, eine Internet-Leer-Abgabe, (man könnte es auch Kultur-Flatrate nennen), die 1,50 € pro DSL-Anschluss und 1€ pro Handy-Daten-Tarif kosten soll.

Ich finde, sowas geht in die richtige Richtung. Mag aber doch mal rumnörgeln.

  • Was für mich am interessantesten wäre, wären Filme und Bücher. Wenn ich mir legal alle Sachbücher und Filme für 1,50€ im Monat runterladen dürfte, wäre das genial. Aber ich fürchte, die sind da nicht mit abgedeckt, oder?
  • Datentarif ist ein sehr weites Feld. Effektiv kann ich mit dem Handy 500 MB (und danach mit 64 kBit/s) runterladen und insgesamt paar GB speichern, während ein Rechner innerhalb weniger Stunden die paar GB runterladen kann und Terrabyte-Weise zeug speichern kann. Noch krasser wird es, wenn jemand ein Prepaid-Datentarif hat und einmal im Monat Mails abrufen will… klar, 1€ ist jetzt nicht die Welt, aber das Verhältnis muss beachtet werden.
  • Die Verteilung soll über die GEMA (und andere VGs) erfolgen. Da ist aber ein Reformbedarf vorhanden. Im jetzigen System will ich denen nicht noch mehr Geld geben. Gerade kleine Bands, die sich vor allem über das Internet vermarkten, haben kaum eine Chance, von der Gema Geld zu bekommen. (Oder sind meine Infos da falsch? – Ich hab das nur vom hören-sagen.)

Aber trotz meinen kleinen Bedenken, finde ich das ein schönes Modell und auch die Größenordnung ist absolut OK. Allerdings muss natürlich noch geprüft werden, ob alle digitale Kunst und Kultur damit abgedeckt ist. Bringt ja nichts, die Musik zu legalisieren, aber bei Filmen dann doch wieder Stress zu machen. Also würde ich da lieber für “etwas mehr” und dafür “vollständig” plädieren.

14Apr

Urheberrecht

Auf meinen Artikel von Anfang April habe ich viele Rückmeldungen bekommen und noch mal drüber nachgedacht.
Im Grunde geht es doch darum, finanzielle Vorteile beim Konsumenten bzw. finanzielle Nachteile beim Künstler durch Zahlungen auszugleichen.

Und hier gerechte Zahlungen zu ermitteln, ist die Kunst, die wir erlernen müssen.

Als erstes müssen wir auf der Konsumentenseite ganz klar unterscheiden, ob das professionell oder privat genutzt wird. Wenn es professionell genutzt wird, können wir glaube ich auf jeden Fall von einem finanziellen Vorteil ausgehen, d.h. Fernsehsender oder Kinos bei Filmen, Konzertanbieter und CD-Verkäufer bei Musik, kommerzielle Webseiten bei Photos, Veranstaltungen mit Eintritt, bzw. Veranstaltungen bei denen jemand Geld verdient (z.B. Theather, Lesungen, ….), Shops jeglicher Art bei aller Kultur, … Diskos die Musik abspielen, Einkaufszentren mit Filmbereich für Kinder (Fernseher im Schuhgeschäft mit Zeichentrickfilmen kenn ich z.B., oder im Kleiderladen) , … bei all diesen Nutzern sehe ich einen finanziellen Vorteil und finde daher, dass es hier auf jeden Fall gerechtfertigt ist, wenn Zahlungen erfolgen.

Grundsätzlich sind die Höhe der Zahlungen bilateral zu verhandeln. D.h. der Künstler und der Nutzer handeln einen Preis aus. Natürlich wären aber einheitliche Zahlungsweisen und Höhen über einen Künstlerverband mit geringem Verwaltungsaufwand schön, um den Aufwand zu verringern.

Privatkopie: Das nächste ist, wie mit privat genutzter Kultur umgegangen wird. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Konsumenten damit kein Geld verdienen, aber bisher diverse Geschäftsmodelle darauf ausgelegt sind, dass genau diese Gruppe zahlt und der Wunsch nach professioneller Kultur auch hier offensichtlich existiert. Es gibt genug Seiten mit CC-Musik, wo jeder legal und kostenlos Musik runterladen kann, aber scheinbar wollen viele Leute die professionell erstellte Musik. Wenn sie aber diese Musik wollen, müssen sie auch damit rechnen, dass “irgendwer” für die relativ komplexe Produktion zahlen muss. Noch krasser ist es bei Filmen. Avatar mit Rekord-Produktionskosten und gleichzeitigen Rekord-Umsätzen ist ein klares Zeichen, dass die Leute einerseits solche Filme wollen und andererseits auch bereit sind, dafür zu zahlen. Aber diese Umsätze wurden vor allem im Kino gemacht, trotz bereits existierenden File-Sharing-Möglichkeiten. Von daher (und ähnliche Ergebnisse gibt es auch von Wissenschaftlern) kann davon ausgegangen werden, dass diese Kopier-Möglichkeiten gar keinen so dramatischen Schaden in der “Kultur-Wirtschaft” anrichten. Agnes hat in ihrem TAZ-Artikel ja sogar behauptet, selbst bei der “Verwerter-Industrie” würde das nur als Sekundäres Problem gesehen – hinter vorgehaltener Hand. Die spannende Frage ist aber, was passieren würde, wenn es legal wäre. Im Augenblick gibt es genügend Leute, die auf das runterladen verzichten, weil es eben illegal ist. Ich vermute, dass wenn es legal wäre, dann würden zumindest die DVD- und CD-Verkäufe (noch weiter) runter gehen und die Online-Geschäftsmodelle erst recht. Andererseits gibt es zumindest im Musik-Bereich fast alles auf YouTube (und gilt dort im allgemeinen Volksglauben als legal, obwohl die Einigung mit der GEMA immer noch nicht geschafft wurde – genau so ein Fall wie oben erwähnt, Google mit seiner Plattform YouTube verdienen über Werbung Geld an jedem Video, also sehe ich es auch als “Zwang”, dass sie dafür an die Künstler was bezahlen müssen). So deckt sich die öffentliche Wahrnehmung (man kann quasi legal schon vieles anhören, die Musik-Industrie verdient trotzdem Geld) mit diversen wissenschaftlichen Studien.

Bereits heute beinhaltet das Urheberrechtsgesetz ja auch schon das Recht zur Privatkopie. Vor diesem Hintergrund wäre es überlegenswert, ob man nicht die Privatkopie, egal von welcher Quelle, grundsätzlich legalisiert. Der “Zuverfüger-Steller” darf keinerlei kommerziellen Ziele damit verfolgen. Also sobald es auf einer Web-Seite ist, auf der Werbung geschalten wird, die generell dem “Bekanntmachen” einer Marke dient o.ä. und es damit mehr oder weniger direkt um Geld geht, gilt die Seite als kommerziell.

Ob es sinnvoll ist, wenn ich privat Musik anbieten darf, darüber bin ich mir noch nicht sicher. Also quasi auf meiner privaten Webseite “Meine Lieblingslieder: mp3-1 mp3-2 u.s.w.”  … Zu diskutieren

Wichtig finde ich auch noch, dass alle Veranstaltungen, die nicht-kommerziell oder staatlich sind und im Bereich Bildung anzusiedeln sind, die Werke nutzen dürfen. Dazu gehört insbesondere, dass ein Lehrer z.B. im Musikunterricht ein Stück einspielen darf, um etwas zu erklären, oder ein Zeitungsartikel kopieren, oder … nicht dazu zählen jedoch Schulbuchverlage, die ja damit Geld verdienen. Aber dazu gehört auch ein Vortrag in einem Verein, für den der Vortragende kein Geld bekommt, … (z.B. auch Barcamps, Pecha Kucha, Nerd Nite, …

Schutzfristen: Hier würde ich in 2 Aspekte unterscheiden:

  1. kommerzielle Nutzung: Hier kann ich den Künstlern zustimmen, wenn jemand ein “einmaliges” Kunstwerk macht, z.B. Shakespeare mit Romeo und Julia, dann ist es nicht ersichtlich, warum jemand anderes damit Geld verdienen darf, ohne dem Künstler was abzugeben.
  2. Weiterverarbeitung: Oft sind Kunstwerke die Grundlage für noch “größere” Kunstwerke. Selbst bei Shakespeare war die Idee von der “verbotenen Liebe” sicherlich nicht ganz neu. Diese Entwicklung sollte nicht aufgehalten werden. Daher sehe ich hier erheblich kürzere Schutzfristen. Also sollte es einem anderen Künstler möglich sein, die Ideen eines alten Werkes zu nutzen und etwas drauf zu setzen. Sei es der Plot einer Geschichte (Romeo und Julia ist in viele modernen Geschichten eingeflossen), das Motiv eines Musikstückes, das Motiv eines Bildes. Hierbei sollte eine generelle Weiterverarbeitung sehr bald (wenige Jahre, z.B. 10 nach der Schaffung) möglich sein, OHNE die Zustimmung des Künstlers (frei), was aber nicht unbedingt bedeutet, dass es kostenfrei sein muss. Zum Beispiel könnte man sagen, dass Lizenzen (allgemein festgelegt durch die Künstlervereinigungen) an die ursprünglichen Künstler gezahlt werden müssen, je nachdem zu welchem Anteil das neue Kunstwerk aus dem alten Kunstwerk besteht. Der Anteil der Zahlungen sollte aber auch sinken, je älter das Werk wird. Die alte Geschichte, dass sich Kinder verfeindeter “Volksgruppen” ineinander verlieben, sollte jetzt auch nicht auf ewig nur in Verbindung mit Kosten genutzt werden dürfen. Daher mein Vorschlag: Nach 10 Jahren dürfen Werke gegen Lizenzzahlungen genutzt werden. Die Lizenzsätze sind am Anfang 100% des Standardsatzes und verringern sich mit jedem Jahr um einen Prozentpunkt. Die tatsächliche Lizenzhöhe hängt dann noch vom Anteil der übernommenen Kunstwerke ab. 110 Jahre nach der Schaffung des Werkes wäre dann eine Weiterentwicklung kostenfrei. Die genauen Modalitäten sollten aber die Künstler untereinander ausmachen und sind von mir nur als Beispiel gedacht.

Ein letzter Aspekt ist noch mal die Kulturflatrate: Die Frage ist ja, wie die Künstler Geld dafür bekommen sollen, wenn es plötzlich legal wäre, Kultur einfach zu kopieren. Oben war ich mir ja unsicher, ob und wie stark die Legalisierung überhaupt den Kultur-Konsum bremsen würde.

Ich bin generell ein Fan von der Kulturflatrate, wenn sie zu einem akzeptablen Preis angeboten wird, dann gerne auch verpflichtend. Das Problem ist eben, dass gerade gar nicht klar ist, wie viel Umsatzeinbrüche und Gewinnrückgänge durch so eine Kulturflatrate zu erwarten sind. Also wenn z.B. heute in einem Referenzgebiet 1000 CDs gekauft werden und nach der Einführung der Kulturflatrate und der Legalisierung des Kopierens nur noch 700, was müsste dann die Kulturflatrate ersetzen?

  • 300 * 10 € (CD-Preis)
  • 300 * 1 € (Der Anteil des Künstlers an einer CD – die Zahlen dazu schwanken)
  • Vielleicht sogar noch weniger, weil die (kostenpflichtigen) Downloads eines Portals dafür um 500 gestiegen sind, und der Künstler da jeweils 20 Cent pro Download bekommt?
  • Vielleicht doch mehr? Bisher bekommen auch die Produzenten etc. was und einige Künstler brauchen die nach wie vor.

Die Zahlen sind jetzt rein fiktiv, aber allein daran kann man schon sehen, dass eine “faire” Berechnung da gar nicht so einfach ist. Deswegen brauch man bei solchen Modellen alle an einem Tisch. Bei einer Zwangsabgabe ist auch darauf zu achten, dass sie fair ist, also jemand wie ich, der wenig Musik hört, aber evtl. ab und zu ein Film schauen würde…. Für 15€ könnte ich das heute auch schon legal, also will ich nicht, dass es viel mehr wäre. Ich könnte mir eine erweiterte “Leermittelabgabe”, wie sie bereits praktiziert wird, erweitert um den Internetanschluss vorstellen. Genaue Zahlen müssten noch durchgerechnet werden.

Alles sind nur grobe Ideen, die Details müssten gemeinsam mit den Betroffenen ausdiskutiert werden.

04Apr

Urheberrecht

Gerade kochen die Diskussionen hoch. Nach Sven Regener haben sich nun auch noch 51 Tatort-Autoren und der CCC gemeldet. Eine generell schöne Übersicht gibt es in der Linksammlung Urheberrecht. Und jetzt komm ich auch noch:

Die Tatort-Autoren haben eigentlich das Grundproblem schon schön von uns abgeschrieben, das ich jetzt noch mal selber in eigenen Worten formuliere: “Die Nutzer wollen die Kultur möglichst einfach und kostengünstig nutzen, während die Künstler von Ihren Werken leben wollen.” Beides müssen wir berücksichtigen und abwägen.

Wir leben zur Zeit in einer Situation, in der digitale Kultur technisch sehr einfach kopiert werden kann. Es ist nicht nur theoretisch einigen Hackern möglich, sondern eben auch der großen Mehrheit der Leute, die im Internet aktiv sind. “Link rechts-klicken – speichern unter – Musikordner auswählen – fertig” kann man einem heutigen Jugendlichen ganz einfach beibringen. Noch einfacher geht es auf Video-Plattformen, “Bandname eingeben, play drücken”. Das ist einfach mal die Realität. Vor 15 Jahren waren es noch die CDs, die heimlich auf dem Schulhof ausgetauscht und dann zu Hause kopiert wurden, z.T. schon mit 10 Stunden Musik im MP3-Format. In der Uni gab es dann Gerüchte von Servern in den Wohnheimen, auf die jeder Musik hochladen und insbesondere auch von dort runterladen konnte. Heute ist das im “offenen” Internet möglich.

Wir haben jetzt, vor diese Realität gestellt, quasi 2 Möglichkeiten.

  1. Wir nutzen die Macht des Staates und des Gesetzes aus, um es zurückzudrängen. Gefängnis, drastische Geld- Strafen, … oder eben auch die Freiheit der Urheber bzw. der Content-Industrie, saftige Abmahnungen zu verschicken.
  2. Wir akzeptieren die Entwicklung und wir finden eine Lösung, die diese Realität akzeptiert und dabei trotzdem die Urheber entsprechend mit einbezieht.

Ich bin ganz klar für Version 2. Da stehe ich 100% dahinter. Wie genau diese Lösung aussieht, da habe ich sehr konkrete Ideen, bin aber gerne bereit, mich von den Urhebern, den Netz-Experten (CCC & Co), und anderen von besseren Lösungen überzeugen zu lassen.

Die viel diskutierte Senkung der Schutzfristen halte ich auch für keine Lösung, es muss viel mehr geklärt werden, wer was darf. Z.B. was genau ist eine “Privatkopie” (die je nach Kommentar angeblich heute schon in der einen oder anderen Form legal ist). Was ist mit Bildungs-Sachen. Darf eine Schul-AG einen Tatort als Theatherstück aufführen, ohne dafür zahlen zu müssen, oder müssen sie davor 5000 € an die Drehbuchautoren zahlen. Was ist mit ehrenamtlichen Veranstaltungen. Wenn bei einem Poetry-Slam mittendrin eine Göthe oder ein Satz von Günther Krass eingebaut wird, steht dann gleich die VG-Wort bei dem Hobby-Künstler, oder darf er das? Wie ist es mit den Einnahmen bei ehrenamtlichen Projekten? Also wenn die Schul-AG 2 Euro Eintritt nimmt, aber keiner der Schüler einen Cent davon bekommt, sondern das Geld für Requisiten ausgegeben wird, damit der Eigenanteil nicht zu hoch wird?

Etwas anderes ist die kommerzielle Verwertung. Da bin ich ganz klar der Meinung, egal ob Kino, E-Shop, …. sobald die mit der Kultur was verdienen, sollen sie auch den Urhebern etwas zahlen. Im Fernsehn zahlen wir einerseits GEZ-Gebühr und andererseits erleiden wir brav die “Produktinformationen”, damit die Fernsehsender dann den Künstlern etwas zahlen können. Wir zahlen für Konzertkarten und für DVDs, den Kinoeintritt und im Buchladen.

Wir “Konsumenten” der Kunst zahlen an so vielen Stellen, aber wenn wir mal an eine digitale Kopie eines Werkes kommen, sei es, weil der Kumpel sie auf der Festplatte mitgebracht hat oder wir im Internet rumgesurft sind, wollen wir NICHT gleich 5 Jahre ins Gefängnis.

Das findet ihr Gerecht? Ich nicht. Wie gesagt, es geht darum, dass wir “normalen” Nutzer damit keinen Cent verdienen. Etwas anderes wäre es, wenn ich jetzt ein Lied auf meiner Webseite laufen lassen würde, auf der ich Geld verdiene. Oder Photos nutze.

Natürlich ist uns Nutzern allen klar, dass die Produktion Geld kostet. Trotz allem “lieben” wir doch alle die großen Hollywood-Filme (sagen zumindest die Statistiken) oder die Top-Songs der Charts, sonst würden sie dort nicht stehen. Wenn wir solche “professionelle” Kultur wollen, ist auch klar, dass wir die Künstler (und deren Unterstützer) dafür bezahlen müssen. Im Grunde eine Sache von Angebot und Nachfrage.

Die spannende Frage ist aber doch, wie das organisiert ist. Für was genau muss man wie viel zahlen? Bei Napstar bekommt der Künstler für jeden gehörten Song Milli-Cent-Beträge. Das ist legal. Ist das wirklich die Lösung? Ich fürchte, da verdienen zig Zwischenstellen mehr als die Künstler selber.

Und genau zu diesen Fragen will ich eine Lösung finden. Dazu muss man das Netz kennen, man muss die Strukturen der verschiedenen Kunst-Arten kennen, man muss Zahlen haben, …. deswegen müssen alle an einen Tisch. Da bringt es nichts, wenn wir uns gegenseitig beschimpfen. Weder die “Lebenslügen” der Tatortautoren, noch die “Wände” des CCC, … (und bestimmt gibt es auch Äußerungen von mir, die man hier mit aufzählen könnte) sind konstruktiv und hilfreich.

Jetzt haben wir uns alle mal eine Runde ausgekotztsprochen, jetzt sollten wir einmal tief Durchatmen und dann miteinander reden.

29Aug

Verpixler

Frei nach JFK: “Ich bin ein Verpixler”…

gestern kam der Brief von Google an (trotz verfälschtem Namen), der Code wurde eingegeben und mir wurde bestätigt, dass “mein” Haus verpixelt wird.

24Aug

Internetsperren

Ein Thema, das mich nach wie vor beschäftigt.

Es ist klar, im Internet sind Inhalte, die gegen das deutsche Recht verstoßen. Und es ist auch klar, dass man nicht an alle Quellen herankommt. Seien es Server in irgendwelchen Ministaaten oder auch einfach Inhalte, die nicht überall illegal sind.

Daher ist es eine Überlegung wert, wie man mit solchen Inhalten umgeht. Mir fallen da gerade folgende Lösungsansätze ein (die ich nicht alle für gleich gut halte):

  1. Man löscht was man kann, den Rest (also Seiten im Ausland, die dort legal sind, oder zumindest nicht verfolgt werden) toleriert der Staat.
  2. Man erstellt eine Datenbank, in der illegale Inhalte gespeichert werden und bei der abgefragt werden kann, ob der jeweilige Link legal ist (analog zu siteadvisor.com) – mit passenden Schnittstellen kann dann jeder selbst FREIWILLIG entscheiden, ob er bei den Links eine “Ampel” angezeigt bekommen will. So kann man immerhin verhindern, dass Leute die nicht auf sowas klicken wollen, nicht ausversehen darauf klicken.
  3. Man sperrt es, aber mit ganz klaren Regeln

Zu den Punkten:

Tolerieren

Tolerieren geht so lange, bis es (in großem Stil) missbraucht wird. Also wenn z.B. alle Nazis(Kinderpornoanbieter, Terroristen, …) feststellen, dass keiner was macht, wenn sie ihr Zeug auf die Server in XY stellen, dann sollte man was machen. Wobei dann sollte man auch prüfen, ob man die Leute nicht bestrafen kann. Also wenn jemand aus Frankfurt eine illegale Datei auf den Server in XY hochlädt, dann ist das Zeug in XY zwar legal, aber die Verbreitung ist in Deutschland passiert, also ist auch die Person, die es gemacht hat, in Deutschland zu verfolgen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Gesetze schon so sind, aber dies wäre zumindest eine Möglichkeit, die Vertreiber zu packen.

Freiwillige Ampel

Die Idee, dass es eine Datenbank gibt, mit dem ganzen illegalen Material, hat natürlich die krasse Kehrseite: Jeder der an illegales Material dranwill, muss nur an die Datenbank kommen, um zu wissen, wo er was findet. Also wäre die spannende Frage: Wie läuft eine Abfrage? Wird dabei die Seite an die Datenbank geschickt und nur ein Wert (“unkritisch” “unsicher” oder “Finger weg”) zurückermittelt, oder ist die Datenbank frei einsehbar. Dann ist noch die spannende Frage, wer die Kontrolle über die Datenbank hat. Der Staat? Eine Firma? Jeder? Kontrolle auch in dem Sinne, dass geprüft werden kann, ob die Sperren wirklich gerechtfertigt sind und welche Seite welchen Status hat.

Sperren

Ich halte gut gemachte Sperren für eine Möglichkeit. Diese müssten sich jedoch deutlich von den “alten” Sperren unterscheiden. Daher erst mal eine kurze Exkursion in die Technik.

So, nun erst mal kurz, was wollte das Zugangserschwerungsgesetz machen? Da muss man noch einen kurzen Einschub machen. Kurz bevor die Person in Minute 3:40 zur Auskunft (DNS-Server) losläuft, schaut sie noch schnell in das Buch, das die Sperren enthält. Wenn in diesem “Buch” die angeforderte Seite drinsteht, dann “lügt” die Person und sagt eine falsche Adresse (und läuft gar nicht los). Bei der Mausseite sollte das nicht passieren, aber vielleicht will der Armin ja mal ausversehen auf eine böse Seite. Also egal welche der bösen Seiten aus dem Buch angefragt wird, der behauptet einfach immer die gleiche Adresse, und zwar die von dem Stop-Schild (das auch eine eigene Adresse hat). Dies würde funktionieren, wenn alle die Auskunft benützen würden. Aber man muss nicht die Auskunft, die der Provider benutzt, benutzen. Ähnlich wie beim telefonieren, kann man einfach die Telefonnummer wissen. Oder eine andere Auskunft (z.B. im Ausland) anfragen. Und wenn man dann die Adresse (die bis zu 12-stellige Adresse heisst übrigens IP-Adresse) dem Provider selber gibt, (in Minute 4:47 bekommt er sie von der Auskunft), dann schickt er jemanden direkt los, ohne die Adresse rauszusuchen, und ohne in das “Sperren-Buch” zu schauen. Und viele werden jetzt sagen, ich weiss aber nicht, wie ich eine andere Auskunft anfrage. Das schlimme ist, dass muss man auch gar nicht wissen. Wenn jemand solche Seiten weitergeben will, dann hat er früher halt einen “Namen” gesagt, (so nachdem Motto “ruf bei Her XY an, steht im Telefonbuch”), in Zukunft würde man einfach die Adresse sagen (“ruf bei 0123 … an”). Bei den illegalen Seiten wird ja keiner denken, ich geb jetzt mal eine Adresse ein, sondern die werden weitergegeben. Und zwar häufig in Form von Links. Und da kann man entweder den Namen, oder die Adresse der Seite angeben. Also z.B. so:
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula
Schau doch mal auf die Homepage von Zensursula

Steht der Satz da 2 mal genau gleich? Nein! Wenn man über den ersten Link mit der Maus drübergeht, müsste man in der Statusleiste vom Brwoser lesen können (bzw. wenn man ihn anklickt, wird man weitergeleitet zu): http://www.ursula-von-der-leyen.de/, geht man jedoch über den zweiten Link, müsste man lesen können: http://213.218.169.221/. Für den Benutzer macht es absolut keinen Unterschied, was da steht. Die zweite Möglichkeit erspart einfach die Abfrage bei der Auskunft.

Und genau wegen dieser herangehensweise hat dieses Vorgehen einige entscheidende Nachteile:

  • wie oben angesprochen, kann man die Sperren durch die Angabe der IP-Adresse umgehen
  • Wer an das “Buch” mit den Sperren kommt, kann über eine andere Auskunft ganz einfach an ganz viele illegalen Inhalte kommen. Vom Staat recherchiert.
  • Damit der Vorgängerpunkt nicht passiert, muss das Buch geheim bleiben. Es kann also keinen öffentlichen Gerichtsprozess geben, sondern wenige Leute entscheiden, was illegal ist oder nicht, ohne jegliche Kontrolle.

Gut, was könnte man dann machen. Schauen wir doch mal, wie es in dem Video weitergeht: Ab der Minute 5:10 rennt der Bote bei den Routern vorbei, die ihm den Weg sagen. Genau da könnte man ansetzen. Es gibt in Deutschland 5 internationale Knotenpunkte, wenn man da die Sperre einrichten würde auf IP-Basis, also für die Adresse einfach eine Umleitung einrichten würde, dann hätte man mehrere Probleme auf einmal gelöst:

  • innerdeutsche Sperren könnte man nicht einrichten – innerhalb von Deutschland soll gelten Löschen statt Sperren
  • das System lässt sich nicht mehr so einfach umgehen (natürlich geht es immer noch, aber nicht mehr durch einen anderen Link)

Allerdings hätte es auch Nachteile:

  • oft sind mehrere Domains (also Namen von Webseiten) unter einer IP erreichbar. Es wird also im Normalfall nicht nur geschickt, ich will die Daten von der Adresse, sondern mehr Infos. Man kann sich das wie in einer WG vorstellen, da sind unter einer Telefonnummer auch mehrere Leute erreichbar. Wenn jetzt die IP umgeleitet wird, ist keiner mehr erreichbar. Wenn man böse ist, könnte man sagen, wer sich das mit dem Verbrecher teilt, der hat halt Pech, bzw. man kann den Provider informieren, dass er das löschen soll, damit die IP nicht gesperrt wird… aber grundsätzlich besteht halt die Gefahr, dass man unschuldige erwischt.
  • Es ist mit technischem Wissen immer noch umgehbar. (Stichwort Proxy-Server) – Damit wird natürlich auch die öffentliche Diskussion der Seiten wieder kritisch.

Gerade wegen den Nachteilen sehe ich die Sperren auch mit der modifizierten Form sehr kritisch. Eine weitere Sperrmöglichkeit (die ich ganz strikt ablehne), ist es, die Inhalte zu scannen. Warum ich das ablehne:

  • Das Scannen von Inhalten selber finde ich absolut unakzeptabel.
  • Technisch wäre es ein riesiger Aufwand. Man könnte zwar Stichwörter definieren, aber wie kann man unterscheiden zwischen einem Bericht über etwas (das ja legal ist) und der Sache selber. Also zwischen einer Zeitungsnachricht “Bastler von Bomben festgenommen” und einer Internetseite “Bastelanleitung für Bomben”.
  • Durch https ist das ganz einfach umgehbar, da kommen die Inhalte nämlich nicht im Klartext durch
  • Bilder automatisch auswerten ist noch komplizierter als Text, von Videos ganz zu schweigen.
  • Umgehungsmöglichkeiten – so wie in SPAM-Mails nicht Viagra sondern Vi*gra steht … oder inzwischen wird ja oft mit Bildern gearbeitet.

Fazit: Löschen was löschbar ist muss auf jeden Fall Vorrang haben. Die ganzen Sperren sind mit viel zu vielen Nachteilen behaftet. Wenn dann noch einige wenige Inhalte auf irgendwelchen Servern in exotischen Ländern sind, an die man nicht drankommt, dann sollte man prüfen, ob man an die Verbreiter drankommt. Wenn die soviel Aufwand betreiben, sich solche Server zu suchen, finde ich, ist das auch eine besondere schwere der Schuld. Und wenn man all diese Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dann sind eh nur noch die paar wenigen übrig, die an ihre Sachen drankommen, egal ob über Internet oder den Postweg. Da muss man dann halt andere Ansatzmöglichkeiten finden.

22Aug

Google Street-View

Viele Leute finden die Aufregung über Street-View übertrieben, z.B. Alex Gauert meint zu Recht, dass es legal sei, auf Straßen zu fotographieren. Stimmt.

Das Problem ist aber, dass diese Photos, solange es um die Fasade des Gebäudes geht, nicht personenbezogen sind, aber inzwischen gibt es Telefonbücher in digitaler Form, d.h. im Internet ist nicht nur die Fasade zu sehen, sondern “paar Klicks weiter” sind die Daten, die dieser Fasade mehreren Personen zuordnen. Und Google-Street-View gibt für jede Fasade die Adresse mit an. Das ganze ist damit kein Bildband mehr, in dem es nur um die Häuser geht, sondern es ist primär eine Zuordnung von Wohnorten zu Personen. Auch vom Nutzungsverhalten wird Street-View nicht als Bildband benutzt. Sondern eher, um zu Personen etwas herauszufinden.

Daher bin ich ein “Verpxler”. Erlangen ist zwar nicht bei der ersten Iteration dabei, aber besser früher als zu spät.

11Aug

Netzneutralität

Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleichberechtigt (gleich schnell) durch das Internet transportiert werden.

Das Gegenmodell ist, dass einige dafür zahlen können, dass deren Daten schneller transportiert werden.

Beide Modelle sind wieder mal sehr vereinfacht ausgedrückt, genaueres gibt es z.B. auf der Seite pro Netzneutralität.

Was ich mir überlege ist, ob es nicht eine Zwischenvariante gibt. Es gibt einige Daten, die dürfen ruhig etwas langsamer sein, andere sollen ganz schnell da sein. Solange es genügend Kapazität gibt, will man natürlich alles ganz schnell haben, aber was ist, wenn die Kapazität an die Grenzen kommt. Wenn man für die “Beschleunigung” (Hochpriorisierung) nicht zahlen müsste, sondern es da gewisse Regeln gibt, dann könnte ich es mir durchaus als sinnvoll vorstellen.

Ich erinnere mich an die Einstellungen in meiner Fritz.Box (<- dort ist auch schön erklärt, welche Gedanken die sich schon zur Priorisierung gemacht haben). Da habe ich eingestellt, dass bei einer hohen Auslastung der DSL-Leitung Telefonie Vorrang haben soll. Also wenn ich telefoniere und mir gleichzeitig die neuste Version von Ubuntu runter lade, dann will ich, dass das Gespräch störungsfrei verläuft, aber der Download kann ruhig paar Minuten länger brauchen. Daher gestehe ich, dass ich zu Hause keine Netzneutralität habe. Und daher frage ich mich auch, ob wir das nicht so im gesamten Internet wollen. Wenn mein Nachbar telefoniert und daher mein Download langsamer werden würde, fände ich es OK, solange es auch umgekehrt ist.

Der nächste Aspekt ist, auf der “letzten Meile” haben wir ja auch keine Netzneutralität. Wie man auf der Seite jedes ISPs sehen kann, kann man für etwa 5 Euro mehr sich seine Daten mehr als doppelt so schnell (16 statt 6 MBit/s) zuschicken lassen. Oder verstehe ich das falsch? Durch die gleiche Leitung werden (selbst bei freien Kapazitäten) weniger als 40% der möglichen Daten geschickt, wenn man nicht bereit ist, den Aufpreis zu zahlen. Und inzwischen gibt es ja sogar 50-er-Leitungen. Gegen noch mehr Aufpreis.

Also, solange das Internet genug Kapazitäten hat, ist es gar kein Problem, die Netzneutralität aufrecht zu erhalten. Aber sobald die Kapazitäten knapp werden, fände ich es sinnvoll, wenn es Regeln gäbe, die festlegen, welche Daten priorisiert werden. Und dieser Zustand ist in den Mobilfunknetzen leider der Fall. Ich habe einige Monate lang einen Zugang getestet. Von theoretischen 7,2 MBit/s kamen oft weniger als 0,1 MBit/s an, meist war es weniger. (Aber einige sehr wenige Fälle habe ich auch erlebt, in denen es mehrere MBit/s waren).

In solchen Situationen würde ich dazu tendieren, die Daten zu priorisieren. Andererseits mag ich gerade keine Prioriesierung angeben, weil es dafür diverse Kriterien gibt, die sich zum Teil stark widersprechen.

  • Fair Use: Wer bisher weniger runter geladen hat, oder kleinere Sachen runter lädt, bekommt seine Sachen schnell, wer dauernd die Leitung blockiert, bekommt seine Sachen langsamer.
  • Echtzeitnotwendigkeit: Telefonate/Live-Streams gehen schnell durch, während Mails, Webseiten “normal” durchgehen (also so, dass sie auch schnell da sind, aber ob die jetzt eine halbe Sekunde länger dauern, ist meistens kein Problem) und Downloads/Filesharing halt niedrigste Priorität hat.

Alleine mit diesen beiden Kriterien, würden live-Videostreams und (Dauer-)Telefonate an ganz verschiedenen Stellen der Prioritätenskala stehen. Es gibt aber bestimmt noch weitere Kriterien, so dass man für (fast) alles einen Grund hätte, es hoch bzw. niedrig zu Positionieren.

Gerade weil es so uneindeutig ist, was man sinnvoll hoch priorisieren will, tendiere ich dazu, erst mal die Netzneutralität zu fordern. Wenn es dann eine Liste gibt, in der alle Kriterien und Aspekte berücksichtigt sind, dann kann man darüber diskutieren, ob es fairer, besser oder sinnvoller wäre, eine Priorisierung zuzulassen. Aber eine Priorisierung aufgrund von Geld, lehne ich ab.

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