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Internet
24Jun

Netzpolitikthesen

Thesen zur Netzpolitik sind ja zur Zeit “In”. Nachdem es einen eher Missglückten Versuch von Helga Trüpel (Schwerpunkt Kulturflatrate bzw. ein Gegenmodell) gab hat nun auch der Innenminister nachgezogen, doch so richtig passend sind die immer noch nicht. Erheblich besser gefallen mir da schon die 10 Thesen von Malte Spitz.

Was jetzt kommen muss sind halt die Diskussion, welche dieser Thesen von der Gesellschaft gewünscht werden. Thesen sind ja in diesem Zusammenhang nichts anderes als Vermutungen, was gut für die Gesellschaft wäre. Und wenn dieser Wunsch sich dann rauskristallisiert, dann muss man überlegen, wie man diese Ziele, die in den Thesen formuliert sind, umsetzen kann. Das können einerseits gesetzliche Eingriffe sein, andererseits auch einfach Angebote, Informationen, Normen etc.

05May

Warteschleifen vs. kostenlos telefonieren

Unsere grüne Bundestagsfraktion kümmert sich derzeit darum, dass die Warteschleifenabzocke verboten wird. Find ich gut! (Fraktion, Nicole Maisch)

Allerdings sollte man das Problem genau beschreiben. Das Problem ist, dass die Anrufer verteuerte Anrufpreise zahlen, während sie noch gar keine Leistung bekommen. Also z.B. 14 Cent pro Minute für “bitte warten sie noch einen Augenblick, der nächste Berater ist für sie reserviert”. Oder auch mal 99 Cent oder über 1 Euro für so eine Ansage. Wenn das dann über 10 Minuten geht, dann geht das ganz schön ins Geld. Die Dauer ist zwar Schade, aber je nach Anrufzeit durchaus verständlich.

Allerdings finde ich es unsinnig, sich zu beschweren, wenn es bei Alice mal etwas länger dauert, wie bei SpOn, weil die bieten eine 0800-Nummer an. Die kostet weder vom Handy, noch vom Festnetz irgendwas (außer Strom und Zeit). Als jahrelanger Alice-Kunde musste ich dort selten anrufen, aber wenn, dann habe ich halt den Lautsprecher angestellt und was anderes gemacht (gelesen, zum Bäcker gelaufen, …). Irgendwann war dann die Ansage vorbei und ich konnte mit einem Mitarbeiter reden. Bei Vodafone sieht es ähnlich aus, 1und1 hat seit neuestem eine Nummer, die Festnetzkosten verursacht und für Kunden komplett kostenlos ist (genauer gesagt, 1und1 hatte schon vor Jahren so eine Festnetznummer, die allerdings nicht so öffentlich gemacht wurde. Aber irgendwie habe ich sie damals doch gefunden.)

Daher sollte man das Problem nicht in Minuten beziffern, sondern in Kosten pro Anruf.

Hier mal die Alice-Telefonnummern da kann man einfach mal die 0800-nummern ausprobieren. Hat bei mir immer wunderbar geklappt.

Oder für Leute, die bei anderen Firmen kostenlos anrufen wollen, das 0800-Telefonbuch.

17Feb

Jugendgefährdende Inhalte im Internet

Gerade habe ich auf einer meiner abonnierten Mailinglisten die Diskussion gelesen, wer dafür verantwortlich sein soll, ob die Inhalte einer “privaten” Seite (z.B. Blog, …) jugendfrei sind.

Mein Vorschlag: Der Staat stellt ein Programm für die Eltern bereit, dass die Header analysiert und wenn der Header-Tag <MINAGE>NUMMER</MINAGE> vorkommt, dann prüft das Programm die Freigabe der Eltern.

Jetzt kann jeder Webmaster den entsprechenden Header hinzufügen. Für Inhalte, die keine Gefährdung haben halt <MINAGE>0</MINAGE> und für “ganz krasse Sachen” <MINAGE>18</MINAGE>.

In dem Programm sollte noch eine Option sein, ob Sachen ohne FSK-Header angezeigt oder geblockt werden sollen. Damit wäre das Problem doch gelöst… (DEFAULT: sperren – begründung s.u.)

ach ja, und entsprechende Seiten, die NICHT jugendfrei sind, wären verpflichtet, den Tag entsprechend zu setzen.

Zu überlegen wäre, ob man den “Tag” auch bei anderen Elementen als Attributanwenden kann (<img minage=”12″ src=”…” /> oder <p minage=”10″>Da wurde der Teddybär vom Auto überrollt</p>) und dann nur einzelne Teile geblockt werden.

Für eine angegebene Altersfreigabe wäre dann der Autor verantwortlich, falls er keine setzt sind die Eltern verantwortlich, die den Default-Wert (Sperren, s.o.) für solche Seiten/Elemente geändert haben.

Eine einfache, technische Lösung, bei der man keine staatlichen Kontrollen oder Datenbanken braucht, aber doch relativ effektiv ist.

Ach noch was … die “Keine Angabe = Sperren” Default-Einstellung hätte noch einen anderen tollen Effekt: Veraltete Seiten die nicht mehr gepflegt werden würden erst mal gesperrt 😉

28Dec

Öffentlich rechtliche und News-Ticker

Davon hab ich schon vor paar Tagen gelesen, gerade schon wieder:

“Die ARD plant eine kostenlose Anwendung, die die Nachrichten der Tagesschau auf das iPhone bringt.”

Und die Regierung kritisiert das. Also das man etwas spezielles für die macht, die sich so ein teures Gerät leisten können finde ich auch schlecht. Warum sollen nur IPhone-Benutzer von den Nachrichten profitieren. Aber zum Glück gibt es ja einen Standard, mit dem man wahrscheinlich sowohl auf dem IPhone, als auch an jedem anderen Internetfähigen Gerät Nachrichten lesen kann: RSS.

Daher mein Vorschlag an die ARD (und alle öffentlich-rechtlichen): Bleibt bei den RSS-Feeds! Ergänzt werden könnten die durch RSS-Feeds, die verschiede Themenbereiche abdecken, zum Beispiel je einen für “Schlagzeilen”, “Politik”, “Wirtschaft”, “Umwelt”, “Bildung”, …

RSS kann man auf dem IPhone und mit dem Laptop und dem Blackberry und zig anderen Geräten lesen. Also verstehe ich nicht, warum man für das IPhone was extra braucht.

Übrigens, den Tagesschau-RSS-Feed gibt es ja schon, muss man nur mit einem Feed-Reader drauf zugreifen: Tagesschau-RSS2

12Dec

Open Access

Der Staat zahlt den Universitäten und einigen Forschungseinrichtungen die Forschung. Die Ergebnisse werden dann in “Journals” veröffentlicht. Das Journal bekommt die Papers (also die Artikel über die Forschungsergebnisse) meistens umsonst, aber verlangt richtig viel von jedem, der sie lesen will. Und die Preise für einen Download (5-seitiges PDF) liegen oft schon bei $20.

Open Access fordert jetzt (ganz verkürzt gesagt), dass es ein Gesetz geben soll, dass zumindest die Publikationen, die von Steuergeldern bezahlt wurden, auch jedem Forscher und jedem Steuerzahler zugänglich sein muss.

Dazu  gibt es die Petition Open Access. Da noch bis zum 22.12.2009 mitmachen.

28Nov

Twitter – sinnvolle Kommunikation oder Selbstbeschäftigung?

Ein Tweet über die Followerzahlen hat bei Facebook eine Diskussion aufkommen lassen, wie kommunikativ die Parteien sind.

Jetzt frage ich mich, ist Twitter überhaupt Kommunikation? Natürlich ist Twitter Kommunikation, aber die Frage ist, ob es echter Gedankenaustausch und sinnvolle Informationsweitervermittlung ist. Da behaupte ich nein, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Zig Tweets sind einfach nur uninteressant
  2. Es ist klar, dass ganz viele Leute (Followers) nicht alle Tweets lesen
  3. Aus 2. folgt, dass wichtige Sachen eh auf anderen Kanälen (nochmal) verbreitet werden, damit verstärkt sich Punkt 1. und auch die Motivation sinkt für ganz viele, da regelmäßig reinzuschauen.
  4. Von den gelesenen enthalten zig Tweets URLs in der Form “tinyurl.com/HYROGLYPHEN” … jetzt kann man nicht auf den ersten Blick sehen, was davon wirklich interessant erscheint, also gibt es 2 Strategien, entweder man macht einfach nichts auf (dann ist die Kommunikation fehlgeschlagen), oder man macht einfach mal alles auf, kann dann aber oft die URL nicht mehr ohne Aufwand der Person/dem Tweet zuweisen (weil ja aus tinyurl plötzlich was ganz anderes wurde) und hat dann die Information zwar konsumiert, aber die Kommunikation ist dann ganz schnell versandet, weil man ja nicht weiß, wem man antworten soll.
  5. So, selbst wenn man die Information erhalten hat, den Absender kennt und dem eine Antwort schreiben möchte, ist die Kommunikation nicht unbedingt erfolgreich. Warum, z.B. wegen 2., man kann sich nicht sicher sein, dass der gewünschte Empfänger sie (zeitnah) liest (zumindest nicht, wenn man die Form der öffentlichen @-Antwort benutzt)
  6. Bleibt die Kommunikation über “Private Messages” … aber dann kann ich auch gleich eine e-mail schreiben … oder wo soll da der Vorteil sein.
  7. Große Diskussionen sind schwer. Es können zwar viele Leute die Nachricht lesen, aber innerhalb einer Gruppe müsste jeder jedem followen, um da alle Nachrichten mitzubekommen. Bei kleinen Gruppen mag das gehen, aber bei einer Gruppe mit 20 Personen oder mehr, müssten dann erst mal manuell 400 Verbindungen hergestellt werden. Und jede neue Person die hinzustößt, müsste wieder von jedem manuell hinzugefügt werden.
    Update: Durch die Listen-Funktion ist das so nicht mehr war. Man müsste sich drum kümmern auf die Liste drauf zu kommen und die Liste zu abbonieren. Dennoch sind die Listen nicht optimal. Wenn ich die 20-köpfige “Blaue Bilder” Liste habe, dann erscheint auf der Liste immer noch alles was ein Mitglied schreibt, egal ob es mit “blauen Bildern” zu tun hat oder nicht.
  8. Zersplitterung: Es ist klar, je mehr Leute die Inhalte und Diskussionen an verschiedenen Orten starten können, desto stärker ist die Zersplitterung. Ansich ist ja eine Diskussion in kleinen Gruppen sinnvoll, aber es sollte gewährleistet werden, dass diese Diskussionsergebnisse dann in “höhere” Ebenen mit einfließen. Eine gute Diskussion mit tollen Ergebnissen soll auch Einfluss finden. Bei Twitter kann man dann nur hoffen, dass es jemand mitliest, dem die Ergebnisse gefallen UND der Zugang zu einer höheren Ebene hat.
    Update: Durch die Listen-Funktion ist auch das abgeschwächt worden aber trotzdem noch nicht optimal gelöst.

Und trotz aller Kritik hier noch einige Punkte, warum Twitter toll ist:

  1. Twitter ist ein dezentes Push-Medium. Push bedeutet, dass es jemandem “einem auf den Teller schiebt” (z.B. e-mail, die kommen quasi zu einem), bei einem Pull-Medium muss man ganz aktiv die Quelle aufsuchen, um die Inhalte zu bekommen, (z.B. halt eine Internetseite). Bei Twitter kann man Personen “followen” und kann sich aus diesem Kreis alle Neuigkeiten immer in seinem Twitter-Profil anzeigen lassen. Ich muss nicht zu “Karl” und zur “Jana” auf die Webseite gehen, ich sehe alles Neue auf einen Blick (zumindest wenn ich mich für Neuigkeiten interessiere)
  2. Twitter ist öffentlich und dennoch relativ Selbstbestimmt. Somit können Promis (ob Politik oder ShowBiz oder sonstwas) den Fans, Interessenten u,ä. einen Statusupdate geben, bei dem die YellowPress nicht mehr benötigt wird. Dabei kann dann jeder Autor auch selber entscheiden, wie viel er raushauen will.
  3. Twitter bietet die “niederschwellige” Möglichkeit zum Feedback

Fazit: Twitter ist ein schönes Tool um den eigenen Status hinauszuposaunen, aber für wirkliche Diskussionen und eine gute Kommunikation ist es NICHT das optimale Tool…. und trotzdem macht es irgendwie Spaß es zu nutzen und wenn man die Grenzen kennt und respektiert, ist es innerhalb dieser Grenzen sinnvoll.

28Aug

Interview Lutz Bräutigam (3) – Internet

So, nun gibt es hier den 3. Teil der Interviewreihe. Heute ist unser Thema das Internet.

Christian: Was ist deine erste Assoziation zu folgendem Ausdruck: #zensursula

Lutz: Gut gemeint, falsch gelaufen!

Ursula von der Leyen ist klug, konservativ und machtbewusst, Vielleicht hat sie es wirklich ehrlich gemeint, und es ging ihr nur darum, Kinderpornographie den Merkt zu nehmen und die Verbreitung zu verhindern.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie blauäugig an dieses Thema heran gegangen ist. Mir fallen dazu verschiedene Dinge ein.

Sie schafft sich Respekt bei der nicht internetaffinen Bevölkerung.

Internetaffine Bevölkerung wählt eher nicht konservativ. Durch diese Diskussion kann diese Gruppe in verschiedene Parteien getrieben werden, und so die Opposition geschwächt werden.

Wenn Sie nach Ihrem Vater schlägt, steht mehr dahinter als nur der Versuch, Kinderpornographie zu verbieten. Kinderpornographie ist ein sensibles Thema, unter dessen Etikett der Schritt zur Zensur gehen läßt.

Christian: Wie stehst du zu den Zugangserschwerungsplänen, die von manchen auch als Zensur bezeichnet werden?

Lutz: Die technischen Details sind mir nicht geläufig, und kann mich daher nur an das halten, was mir aus zweiter Hand zugetragen wurde. Die jetzige Methode der Sperren ist wohl für Kundige leicht zu umgehen. In Dänemark wurde das so schon einmal probiert. Dummerweise wurde über das Internet die Liste der zu sperrenden Seiten bekannt, so dass jeder Interessierte wusste, wo er den Dreck finden kann. Der Effekt der Sperren war wohl sehr mau.

Ich habe von Wolfgang Wieland, MdB, erfahren, dass nach Verabschiedung des Sperr-Gesetzes weitere Stimmen laut geworden sind, die noch mehr Seiten sperren lassen möchten. Für manchen ist da jetzt ein Tor geöffnet worden. Und schale Blicke nach China, das recht effektiv das Internet zu zensieren weiß, werden im Bundestag wohl auch schon gesehen.

Ein Zitat vom einem Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem dazu:„Ein Zugriff auf die Inhalte im Internet gefährdet dessen freiheitliche Strukturen, Wenn es ausnahmsweise Gründe dafür gibt, muss strikt auf Rechtsstaatlichkeit und demokratisch legitimierte Kontrolle geachtet werden.“ Und genau daran fehlt es!

Christian: Hilft das Gesetz den Kindern?

Lutz: Nein!

Der Konsum und die Verbreitung von Kinderpornographie laufen nur zum Teil über das Internet. Produzenten und Abnehmer werden sich auch weiterhin finden, und wenn es auf dunklen Parkplätzen ist.

Hier hilft nur eine europaweit koordinierte klassische Polizeiarbeit. Europaweit, und darüber hinaus, wohlgemerkt. Und eine konsequent strenge, Gesetzgebung und unnachsichtige Rechtssprechung.

Christian: Ein anderes Thema, das mir persönlich auch am Herzen liegt, ist der Umgang mit Privatkopien. Was würdest du erlauben, was würdest du verbieten? Wieviel sollen die Künstler bekommen? Wie sollen Kinder bestraft werden, die auf dem Schulhof MP3s austauschen? Und wie sollen Leute nutzen, die dazu das Internet nutzen (PirateBay, etc.)?

Lutz: Wir erleben etwas sehr spannendes. Das Internet beginnt kulturelle und rechtstaatliche Strukturen zu ändern. Diese Veränderung kann man vielleicht verlangsamen, aber sie hat mit Macht begonnen, und sie wird weitergehen. Politik steht in der Verantwortung, Veränderungen zu begleiten und für die Bedürfnisse der Bevölkerung zu gestalten. Aber sie muss sie mittragen, sonst scheitert sie.

Wir können doch nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, all die Menschen, die Kopien aus dem Netz ziehen zu kriminalisieren.

Im Spiegel Nr. 33 diesen Jahres war dazu ein Artikel, in dem einiges stand, dass mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ich möchte einige Zitate bringen:

Recht, das sich nicht mehr durchsetzen lässt, löst sich von selbst auf.Was ursprünglich Diebstahl an geistigem Eigentum war, der illegale Download, ist für eine schnell wachsende Piratenbewegung zum Exempel für die Befreiung der Gesellschaft geworden. Die private Aneignung von Information sei, so der revolutionäre Ansatz, nun mal nicht angelegt in der Freiheit des Cyberspace.

„Denken Sie an die Französische Revolution“, warnte etwa Reto Hilty, Direktor am Münchner Max- Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Anfang Mai bei einer Konferenz zum Thema „Zukunft des Urheberrechts“ mit Brigitte Zypries. „Manchmal“, so Hilty, „entsteht Fortschritt durch zivilen Ungehorsam.“

Das Urheberrecht ist ein Relikt der Alten Welt – es knüpft an die persönliche Leistung, die sich rentieren muss. Die neue Welt hat diesem Prinzip das „Copyleft“ hinzugefügt, das Alternativregime zum Copyright. Wie bei Wikipedia: Jeder kann mitmachen – und jeder darf es gratis nutzen.

Ich selber tu mich schwer, die bisherigen Gewohnheiten des Urheberrechts anders zu denken. Aber es geht. Ich musste nur den Mut finden, neue Ideen mitzudenken. Allerdings bin ich noch zu keinem Schluss gekommen. Ich stehe da wie die meisten erst am Anfang.

Die Politik wird sich mit diesem Thema dringend beschäftigen müssen. Wir müssen einen öffentlichen Dialog führen. Es wird zu Zerwürfnissen kommen, dass ist unvermeidlich. Doch die Politik kann als geschickte Managerin intelligent den Diskurs leiten. Dazu muss sie zumindest in Deustschland viel lernen, vor allem geistige Beweglichkeit!

Christian: Was sagst du zu der Kulturflatrate?

Lutz: Im Moment ist diese Idee die einzige, die einen Erfolg verpricht. Denn sie trägt den möglichen Veränderungen Rechnung, ohne sie verhindern zu wollen.

Christian: Vorratsdatenspeicherung, hilft das gegen den Terrorismus?

Lutz: Sie hilft doch vor allem, um nach der Tat die Täter schneller dingfest zu machen, so habe ich das verstanden. In Großbritannien haben die Sicherheitskräfte dies genau so zugegeben. Also ich glaube nicht, dass sie hilft. Hier wird nur eine weitere Datenbank geschaffen, mit der man noch vieles andere anstellen kann. Seit durch das BKA-Gesetz die parlamentarische Kontrolle Ausgehebelt wurde, traue ich den Architekten unserer Sicherheitsstruktur immer weniger.

Christian: Und Onlinedurchsuchungen, glaubst du, dass das gegen Terroristen hilft?

Lutz: Vielleicht kann sie helfen. Ich weiß es nicht. Kann man den Aussagen der Sicherheitsorgane glauben, die den Nutzen sehen? Mit meinem Verständnis für Demokratie und Gesellschaft und meiner Auffassung des Grundgesetzes geht das nicht zusammen. Wie weit wollen wir gehen einer diffusen Terrorismusangst wegen?

Christian: Dies ist eine gute Frage. Vielleicht kann die ja auch bei der nächsten grünen Veranstaltung gestellt werden. Am 31.08. kommen der Grüne Landesvorsitzende Dieter Janecek und Malte Spitz aus dem Grünen Bundesvorstand nach Erlangen zum Thema “Freiheit des Internets”. Bist du auch dabei?

Lutz: Ja!

Christian: Toll, dann sehen wir uns da ja. Bis dann. Und nächste Woche gibt es dann hier wieder ein Interview.

19Aug

Wen wählen

Auf Spreeblick wird gerade diskutiert, wen man wählen soll. Natürlich bin ich als Parteimitglied parteiisch, aber für mich kommen nur die Grünen in Frage. Warum?

Politikverständnis: Die Mitglieder bestimmen die Richtung stärker, als ich das bei den anderen Parteien miterlebe. Da wird über sehr vieles diskutiert, da braucht man 2 Tage für das Wahlprogramm, nicht einen halben oder sogar nur eine kurze Vorstandssitzung. Da hat man als Mensch ohne jahrelange Politkerkarriere noch die Chance, mal mitzureden. Cem Özdemir und Claudia Roth sind auch mal ansprechbar für “normale” Menschen wie mich. Also kurz, bei den Grünen hört man noch am meisten auf den Bürger.

Umweltpolitik: Umweltpolitik ist nicht der Luxus von paar Spinnern, der Klimawandel wird inzwischen von sehr vielen als größte Bedrohung unserer Gesellschaft angesehen. Nur sehen die allermeisten die Verantwortung nicht bei sich. Die Grünen haben erkannt, dass die ganze “Wirtschaftsförderung” nichts bringt, wenn die Betriebe vom nächsten “Jahrhunderthochwasser” (das es inzwischen alle 3 Jahre gibt) weggespült wird. Aber man kann das ganze auch noch eine Stufe egoistischer sehen, riesige Geldmengen die ausgegeben werden bringen uns nichts, wenn diese für Ölimporte ausgegeben werden. Daher ist die Lösung der Grünen genau die richtige: Geldausgaben für Konjunkturförderung müssen in Bereiche fließen, die langfristig sinnvoll sind und die sich auch langfristig selber tragen können. Oder anders gesagt, Grüne Politik kostet uns Geld für Investitionen, andere Politk kostet uns noch viel mehr Geld für Reperaturen, die durch den Wandel notwendig werden.

Wir Grünen sind Angsthasen …. wir haben Angst vor den großen Gefahren Atomkraft und Gentechnik. Wenn es wirklich ungefährlich wäre, dann würden sich Versicherungen finden. Da es aber nicht so sicher ist, braucht man jemand, der diese Gefahr auch kritisch sieht und nicht die Gefahr einfach auf die nächste Generation abwälzt.

Taktisch: Ich finde das Programm der Grünen am Besten, von daher wähle ich grün. Aber auch wenn ich “Große Koalition” nicht so toll finde, fände ich schwarz-gelb noch fürchterlicher. Atomkraft, Kündigungsschutz, … und auch Netzpolitik …einerseits glaube ich nicht, dass die FDP die Bürgerrechte im Zweifel nach oben stellen würde, andererseits sehe ich gerade in dem Bereich Onlinekultur inklusive dem Datenaustausch bei der FDP keine moderne Position. Ich fürchte, da hat im Endeffekt die Wirtschaft wieder vorrang vor den Internetnutzern. …. Also lieber eine schwarz-rote Koalition als eine schwarz-gelbe …. aber eine Dritte Option wird ja inzwischen stark übersehen. Die Grünen haben durchaus Chancen, an der FDP vorbeizuziehen. Als 3. Kraft hätten sie dann durchaus Verhandlungs- und Einflusspotential.

Internetthemen: Hier ist es genau falsch, die Piraten zu wählen, weil jede Piratenstimme, die man stattdessen den Grünen gegeben hätte, macht de facto die Fraktionen im Bundestag größer, die genau das Gegenteil wollen.

Restliche Inhalte: Hier habe ich mit den Grünen große Übereinstimmung. Im Detail sind da natürlich Unstimmigkeiten (z.B: Herdprämie, ich bin durchaus dafür, dass Eltern Geld dafür bekommen, wenn sie sich um die Kinder kümmern) … aber so im Großen und Ganzen passt das Programm der Grünen mit meinen Ideen überein.

08Aug

Kulturflatrate 2

Ich habe die Fortsetzung zum ersten Kulturflatrateartikel ja schon angekündigt. Hier ist sie!

Ich habe nun einige der Quellen gelesen und mag das kommentieren:

  • Blogbeitrag Kulturflatrate 2.0
    Im Grunde eine ähnliche Idee wie ich sie hatte. Zentraler Bundesserver (naja, Wolke, aber um technische Detailumsetzung will ich hier noch nicht feilschen). Der Artikel geht noch von einer Registrierung aus, besser wäre es, einfach alle Kunden von deutschen Providern zu akzeptieren. Das wäre ein Schritt anonymer.
  • Dann gibt es bei Malte Spitz grüne Antworten auf Fragen zur Kulturflatrate die ich hier verkürzt (also die Fragen sind verkürzt und die “offiziellen” Antworten der Grünen sind, sofern wiedergegeben, auch verkürzt) kommentieren will:
    1. Höhe: Hier gibt es noch keine grüne Festlegung, aber ich denke, die von Zypris (SPD) ins Gespräch gebrachten 50 Euro sind viel zu hoch. Es muss definitiv so sein, dass die normalen digitalen Kulturkosten nicht überstiegen werden und das Internet nicht unbezahlbar wird. Auf den Seiten des statistischen Bundesamt habe ich gerade nichts gefunden… vom Gefühl her, würde ich diese Flatrate bei 10€ ansiedeln. Die Musikindustrie beziffert ihren Umsatz auf 1,5 Milliarden, also etwa 130 Millionen pro Monat, also pro Bundesbürger weniger als 2 Euro pro Monat. Wenn man jetzt einerseits die auch dann noch verkauften CDs abzieht, andererseits bedenkt, dass ja für downgeloadede MP3s keine CDs mehr produziert werden müssen, also Kosten wegfallen, kann man den Preis für den Musik-Teil der Flatrate getrost auf weniger als 1 Euro pro Bundesbürger festlegen. Musik macht derzeit glaub ich einen großen Batzen in Tauschbörsen aus, Filme schaut man sich zur Zeit glaub ich eher noch im Kino (das wird ja nicht betroffen sein) und in Fernsehen an. Ist einfach noch angenehmer. Bücher liest man lieber auf Papier. Photos hat sich eh kaum jemand gekauft. Software und Spiele könnten noch mal einen großen Betrag ausmachen.
      Wobei, ich bin mir gar nicht sicher, ob man das am Internetanschluss festmachen soll, oder an anderen Sachen… Wobei Internetanschluss ist schon ein Indikator für “Kopiermenge”, wenn auch nur ein sehr grober. Man könnte das ja auch aufteilen, ähnlich wie bei der Gema. Alles was mit Kulturkonsum zu tun hat, kostet etwas: Internet, MP3-Player, Lautsprecher (insbesondere Souroundsysteme wegen Filmen), eBook-Reader…
    2. Berücksichtigung von Bedürftigen: Wenn die Kulturflatrate wirklich bei 10 Euro landet, ist eher die Frage, wie die anderen Kosten (PC, Internet, … ) verrechnet werden. Auf jeden Fall plädiere ich hier ganz stark für teilen. Wenn sich paar Leute den Internetzugang/PC/… teilen, dann wären das paar Euro pro Person und damit erträglich.
      Auch gibt es öffentliche Internetzugänge (die dann vielleicht etwas teurer werden)…
      Wer damit kreativ umgeht, kann da bestimmt eine Lösung finden, die bezahlbar bleibt. Solche Lösungen sollte das Gesetz direkt zulassen, also nicht Schlupflöcher schaffen, sondern ganz offizielle Wege.
    3. Sollen auch “Nicht-Nutzer” diese Gebühr zahlen: Hier tendiere ich zu ja, weil man kann ja auch offline kopieren…. wobei dann wieder die “verteilte” Kostenberechnung gerechter wäre. Die GEMA hat sich da ja schon Gedanken gemacht.
    4. Spartenflatrates? (nur Musik? Nur Film?): Siehe 3. … Es geht ja darum, das Privatkopieren generell zu legalisieren. Wenn man die Wahl hat, wo man was bucht, muss dann der Staatsanwalt jedesmal bei einer Kopie nachschauen, ob die Person das gebucht hat. Oder kann man monatlich buchen und dann einmal alles runterladen und dann wieder 3 Monate nicht bezahlen und nichts runterladen?
      Alles Quatsch, im Grunde muss einfach jeder zahlen, und darf dann alle digitale Kultur für den Eigengebrauch kopieren.
    5. Einzug über GEZ? Vermischung? GEZ ist ein ganz anderes Thema… und der Einzug über die Provider wäre sinnvoll, bzw. siehe 1. Verteilung der Kosten auf diverse andere “Güter”
    6. Paralell komerzielle Angebote für digitale Kultur: Halte ich ehrlich gesagt für unrealistisch. Sobald es legal wird, digitale Kultur für den Eigengebrauch zu kopieren, wird es auch Bestrebungen geben, dass Anbieter (z.B. wegen Werbeeffekten oder werbefinanziert oder einfach Vereine, Gruppen, Fans …) qualitativ hochwertige Downloads anbieten. Bzw. um es sinnvoll messen zu können, was wirklich genutzt wurde, würde sich eh ein zentraler Server (unabhängig betrieben … siehe spätere Frage) anbieten.
    7. Darf dann alles kopiert werden: Wie in der offiziellen Antwort steht: Dies ist der Sinn dahinter, dass für den Privatgebrauch kopiert werden darf.
    8. Was soll veröffentlicht/ in der Flatrate freigegeben werden? Welche Rollen spielen Verwertungspartner?
      Alles, sonst macht es keinen Sinn.
      Verwertungspartner halte ich im Gegensatz zur offiziellen Meinung für unrealistisch, siehe 6.
    9. Wer soll profitieren? Nur Urheber? Ausübende Künstler? Verwerter?
      Na, auf jeden Fall die Urheber. Wenn die ausübenden Künstler durch ihre Ausübung das Stück “neu” schaffen/interpretieren, die z.T. auch.
      Verwerter sind dann quasi nicht mehr notwendig, bzw. es liegt im Ermessen des Künstlers, was für Verträge er mit den Verwertern abschließt. Wenn der Künstler das Risiko für die Nutzung eines Aufnahmestudios an den Verwerter gemeinsam mit den Rechten an den Einnahmen abtritt, ist das seine Entscheidung. Geld gibt es halt je nach Nutzung, wie der rechtmäßige Empfänger das verwendet, bleibt ihm überlassen.
    10. Verteilung auf Genres?
      Schwer, ein 90-min-Film hat natürlich ein anderes Volumen als eine 3 min MP3. Mir geistern da Ideen wir MB und/oder die Anzahl der Mitwirkenden zumindest ansatzweise einzubeziehen. Bei einem Buch ist das wieder anders… vielleicht die durchschnittlich aufgewendeten Personenstunden (vielleicht noch gewichtet nach “Hauptdarsteller” und “Hilfspersonen”) …. auf jeden Fall ist das ein Punkt, wo die Künstler und Konsumenten ein entscheidendes Wort mitzureden haben sollten…. (naja, eigentlich bei allen Punkten hier, aber speziell bei diesem gibt es ja keine politischen Präferenzen a la “du sollst mehr die eine oder andere Kultur konsumieren”, daher kann die Politik sich hier weitestgehend zurückhalten).
    11. Wie sollen qualitativ höherwertige Produkte behandelt werden?
      Also grundsätzlich wird die Qualität vom Nutzer bewertet. Wenn es wirklich qualitativ besser ist, wird es weiterempfohlen, mehr Leute hören es sich an, … Wenn nur eine kleine Gruppe etwas hochqualitatives will, dann kann man es ja als Auftragsarbeit (nach vorheriger Bezahlung) herstellen.
    12. Gibt es eine Umverteilung, wenn die Inhalte in “nicht gewünschte” Bereiche (z.B. Porno) fließen?
      Ich würde mir auf jeden Fall einen Jugendschutz wünschen. Also solche Inhalte nicht komplett frei anbieten. Aber wenn die Mehrheit das als Kultur ansieht und konsumieren möchte, dann soll das auch entsprechend vergütet werden.
      Illegale Inhalte sollen natürlich komplett ausgenommen werden, also Lieder/Bilder/Filme mit Aufruf zur Gewalt etc.
    13. Messung? Da steht als offizielle Antwort, dass das bereits behandelt wurde. WO?
      Mein Favourite ist wie gesagt der Bundestracker, der aber nicht unbedingt vom Staat, nicht unbedingt von EINER “Gruppierung” betrieben werden muss, aber die Betreiber müssen unabhängig sein, das heisst die Betreiber sollten kein Interesse an den Nutzerdaten und kein Interesse an einer (gefälschten) Downloadstatistik haben.
      mehr dazu unten.
    14. Wer verteilt die Gelder: Die offizielle Antwort gefällt mir: Im Grunde egal, solange wenig Verwaltungskosten anfallen.
    15. Wer entscheidet bei Streitfragen: Die offizielle Antwort gefällt mir: Muss noch, in Abhängigkeit von der weiteren Diskussion & anderen Faktoren, ausgearbeitet werden.
    16. Vereinbarkeit mir Urheberrecht: Die offizielle Antwort gefällt mir: Die ist im Grunde ein Verweis auf dieses Gutachten.
  • Nochmal meine Ideen zum “Bundestracker”:
    1. Wer Betreibt ihn
      Jemand unabhängiges, der weder Interesse an den Kundendaten noch an den Statistiken hat.
      Wenn es mehrer Anbieter sind, sollten diese so verbunden sein (gemeinsammes Einstiegsportal, Schnittstellen, zentrale Suchmaske etc.) das es für den Nutzer sehr einfach wird, die gewünschte Kulturgüter zu finden.
    2. Technik:
      Ich tendiere im Gegensatz zu dem Kulturflatrate 2.0 Beitrag zu einem Bittorrentartigem System. Da sind dann zwar die Dateien einmal auf dem offiziellen Server vorhanden, aber die Bandbreite wird mit vielen Nutzern geteilt. So ist alles immer verfügbar und nicht von den “Crashs” irgendwelcher privater Server abhängig, aber es muss nicht alles von den zentralen Servern kommen.
      Genutzt werden darf/kann es nur durch IPs, die zu deutschen Internetprovidern gehören.
      Zusätzlich könnte man noch ein TOR-Netzwerk dazwischenbauen, dass aber nur Anfragen von anderen TOR-Servern oder entsprechenden Provider-IPs annehmen darf.
    3. Vorteile für den User dort mitzumachen:
      • Sehr vieles da (und der Künstler der seine Werke dort nicht anbietet ist selber Schuld),
      • sicher legal (der Anbieter ist dafür verantwortlich, die Inhalte zu prüfen und für Fehler kann dann nicht der Downloader verantwortlich gemacht werden, während man auf Tauschbörsen alles mögliche bekommen kann)
      • wahrscheinlich virenfrei (auch hier sollte der Anbieter prüfen)
      • Unterstützung der Künstler (wenn man was runterlädt findet man den Künstler ja eher gut…. wünscht ihm also auch einen möglichst großen Anteil vom “Kuchen”)
    4. Nachteile für den User dort herunterzuladen: der Nachteil wäre eine/wenige zentrale DatenkrakeN … aber wie in dem oben zitierten Blog (Kulturflatrate 2.0) angemerkt, denke ich auch, mit entsprechenden Nutzungs- und Löschungsgesetzen ist dies relativ verkraftbar. Daten fallen bei jedem Download an. Da ist die Frage, vertraue ich lieber einer “komischen” P2P-Plattform, auf der sich auch “komische” Gestalten tümmeln? Ganz im Gegenteil, da es ja wahrscheinlich immer noch nicht gewünscht wird, dass die Daten ins Ausland (mit anderen Gesetzen) kopiert werden, ist es dann sogar vielleicht trotzdem noch illegal, die Dateien P2P ins Ausland weiterzugeben und wenn die Daten dann an die Musikindustrie fallen …. hat sich eigentlich schon mal jemand über diese Problematik gedanken gemacht?
    5. Auswirkungen auf Musikshops: Die haben einen Konkurrenten, so dass wahrscheinlich da einige nicht weiter am Markt bestehen können. Die Vermarktungswege werden direkter, aber hoffentlich landet dann auch mehr Geld beim Künstler.
  • Was soll damit eigentlich alles abgedeckt werden?
    1. Musik: Ja
    2. Text: In Form von eBooks: Ja (wenn sie digital veröffentlicht wurden), sehe ich aber vorerst als kleinen Teil.
    3. Film: Sofern er digital veröffentlicht wurde: Ja
    4. Foto: Ja, sehe ich gerade als kleinen Posten. Oder wie viele Photos kauft man sich privat?
    5. Games:Hmm, hier bin ich skeptisch. Warum? Weil Spiele bis zu 40€ pro Stück kosten, Software noch viel mehr… wenn das auf die Flatrate umverteilt werden würde, ist sie wahrscheinlich schnell sehr hoch, bzw. ein kleiner Teil der Bevölkerung profitiert davon, dass ein großer Teil der Bevölkerung mehr zahlen muss (Musik, Buch und Film würde ich mal als Medien bezeichnen, die von sehr vielen konsumiert werden)…. aber mit der Gesamtargumentation muss man sie ja eigentlich dazunehmen. Nur Illegale Spiele zu verfolgen wäre auch nicht sinnvoll…. da bei Spielen aber eh immer mehr der Trend zu Online geht, wäre das vielleicht der Kompromiss. Die Verwerter können dann die Spiele nicht mehr verkaufen, aber Internetservices nur gegen Geld anbieten (einmalig/Abo).
    6. Software: Siehe Spiele …. bei Software kommt dazu, dass fast alles, was es für den privaten Bereich benötigt bereits gratis im Internet gibt (Linux). Komerzieller gebrauch ist ja eh ausgeschlossen.

So, das wurde jetzt ein langer Beitrag…. ich hoffe mal, den einen oder anderen Kommentar dazu zu bekommen 🙂

08Aug

Kulturflatrate, Abrechnungsmöglichkeiten

Auf Heise steht ein Artikel zur Kulturflatrate.

Das ungelöste Problem dabei scheint jetzt zu sein, wie das Geld von den “Konsumenten” (also denen, die die Flatrate zahlen) zu den Künstlern kommt.

Oder anders gesagt, wie wird die Verbreitung gemessen. Ein paar Ideen, einfach mal Brainstormartig und ohne Bewertung:

  • Server protokollieren mit (zumindest einige, die dann halt als Basis genommen werden)
  • Umfragen
  • Zufällige Leute werden gebeten, die Titel ihrer MP3-Sammlung (oder eigentlich muss man es ja erweitern auf “Kultursammlung”) anonym einzuschicken.
  • MP3-Player zeichnen automatisch die abgespielten Titel auf, daraus wird dann eine Übersichtsdatei erstellt, die eingeschickt werden kann.
  • Bands stellen ihre Songs selber Online (eigene Webseite) und geben die Statistiken dann selber ab.

Das Problem (jetzt kommt die Bewertung) ist wohl immer der Zwiespalt zwischen Privatsphäre und Datenschutz auf der einen und einer einigermaßen repräsentativen fälschungssicheren Statistik auf der anderen Seite.

Ich tendiere gerade dazu, einen offiziellen “Flatrate-Server” aufzubauen. Dieser könnte als Torrent-Server organisiert sein, d.h. die Bandbreite bleibt relativ erträglich. (Also sozusagen ein offizielles Pirate-Bay). Über diesen Server kann jede Band ihre Lieder dann legal anbieten. Dieser wird für die Statistik genutzt. Der Nachteil ist die Privatsphäre (IP-Adresse wird bekannt), aber da das ja legale Inhalte sind, ist das ja auch nicht so schlimm wie in Tauschbörsen mit illegalen Inhalten und irgendwer bekommt die IP-Adresse ja immer und mit entsprechenden Löschungsregeln mag es dem einen oder anderen sogar lieber sein, als wenn da ein privates Unternehmen die Daten bekommt. Im Gegenzug könnte man dann mit der Zeit eine einigermaßen vollständige Datenbank aufbauen und die Daten könnten auf Viren etc. geprüft sein.

Auch von der Usability tendiere ich zu der “zentralen” Lösung. Wenn ich schon eine Flatrate zahle, will ich auch einigermaßen effektiv an die Kultur kommen. Wenn ich doch wieder in Foren, … suchen muss, dann ist meine Zeit eigentlich zu teuer, so dass dann ein e-shop wieder attraktiver wird.

Es kann ja jede Band dann trotzdem auf ihre Seite schreiben:

Offizieller Download: [offizieller Torrent] (wir bitten diesen Torrent zu nutzen, dass wir auch Geld dafür bekommen. Dabei wird jedoch die IP-Adresse dem Server der Kulturflatrate übermittelt)

“privater” Download: [Datei auf dem Server] (Ihre IP-Adresse wird nicht an die offizielle Kulturflatrateseite übermittelt. Daher bekommen wir auch kein Geld. Bitte nur verwenden, wenn es wirklich notwendig ist.)

Auch wenn mir diese Lösung gerade am Besten gefällt, 100% bin ich damit noch nicht zufrieden. Bessere Ideen?

Ich habe noch paar Quellen, die ich demnächst lesen und kommentieren werde… [Fortsetzung folgt]