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Klima
17Oct

Livebericht der LDK Bad Windsheim – Tag 1

An diesem Wochenende ist die LDK in Bad Windsheim. Das Programm und die Anträge gibt es auf der Seite des Landesverbandes. Einen Livestream gibt es  hier. Bei Twitter gibt es gerade 3 Hashtags: Neben dem offiziellen Haupthashtag #ldk15 gibt es noch #ldkby15 & #ldkby

Die wichtigsten Ergebnisse werde ich hier live tickern. Beschlüsse werden in FETT dargestellt.

Samstag:

  • 11:33: Beschlussfähigkeit festgestellt und die Sitzungsleitung ist gewählt.
  • 11:43: Die Tagesordnung wird diskutiert … insbesondere gibt es zwei zusätzliche Initiativanträge
    • Transitzonen
    • Asylbeschlüsse
  • 11:48 – Eike Hallitzky hält die Landespolitische Rede:
    • Los geht es mit dem Thema Flüchtlinge: Kernthese: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Bayern macht das Großartig, wie Flüchtlinge aufgenommen, OBWOHL Söder und Co diese europäischen Werte nicht vertreten. Waffenlieferungen in Krisengebiete lehnen wir Grünen ab. Die Zusammenarbeit von Seehofer mit Orban und “wirre” (rechte) Vorschläge werden kritisiert.
    • Klimaschutz und Dieselgate wurde natürlich auch angesprochen.
    • Strukturreform der Grünen, die dieses Wochenende beschlossen werden soll, wird schon mal angesprochen.
  • 12:10 – Cem Özdemir hält die bundespolitische Rede:
    • Henriette Rieker (OB-Kandidatin aus Köln) wurde verletzt durch einen Messerangriff
    • Flüchtlinge: die Entwicklung mit Pegida etc. wird angesprochen, diese sollten auch mal ans Grundgesetz erinnert werden. Und Seehofer sollte nicht mit dem rechten Rand spielen … er würde damit wahrscheinlich eh mehr verlieren als gewinnen, aber den rechten Rand zu stärken geht gar nicht. Viele Flüchtlinge kommen oft wegen dem “Grundgesetz”, während CSU und Co viele der Werte (Gleichberechtigung, Homosexualität) noch bekämpfen, ist es merkwürdig, dass sie dies nun als Argument gegen “Migranten” nutzen wollen. Und unglaubwürdig. Er wünscht sich, dass die Flüchtlinge sich so integrieren, dass sie keine Gäste sonder Bürger sind. Trotzdem verlangt auch Cem eine europäische Solidarität. Er spricht auch Kriegsursachen und Fluchtursachen an. z.B. Welternährungsprogramm (und fehlende Gelder dort). Und auch das nächste Thema ist eine Fluchtursache:
    • Klimaschutz: Deutschland ist nicht mehr führend beim Klimaschutz. Die Automobilindustrie profitiert NICHT von den laschen Grenzwerten. Nur wer als erstes umsteigt, wird später auf dem Weltmarkt echte Chancen haben.
    • Und dann noch ein kleiner politischer Rundumschlag zu ganz vielen Themen… oft mit Teilaspekt “Flucht”
  • 12:34 Aussprache
    • Freier Redebeitrag: Thema Flüchtlinge: Lob der ehrenamtlichen!
    • Noch einmal das Thema Flüchtlinge … und nochmal
    • Barbara Lochbiler (MdEP) stellt diverse Themen (natürlich auch Flüchtlinge und TTIP) aus EU-Sicht dar.
    • Ludwig Hartmann (MdL): Statements zum Thema Klimaschutz, Ausstieg aus Kohlekraft. Landwirtschaft: Es gibt ein Recht auf gesunde Lebensmittel und “gesunde” Böden (auch noch in der nächsten Generation)
    • Grüne Jugend: G7 und TTIP, so eine Aufteilung der Weltpolitik verbunden mit Absenkung der Standards muss bekämpft und verhindert werden.
    • und noch mehr Redebeiträge, ganz oft zu den Themen Flucht … aus ganz vielen Perspektiven …
    • Ein Statement gegen Papierverschwendung … dafür von mir auf diesem Weg ein Danke, es ist echt nicht nötig, alles 1000-fach auszudrucken und zu verteilen.
    • Toni Hofreiter fragt zu Recht: Wie will Seehofer es schaffen, eine Obergrenze umzusetzen? Will er den X+1. Flüchtling einfach zurückschicken.
    • und noch viel mehr zum Thema Flüchtlinge ….
    • 14:02 Auch Claudia Roth (Bundestagsvizepräsidentin) spricht zu DEM Thema….
    • 14:25: Sorry Ekin, aber dein Zitat: “Wir wollen etwas bewegen, deswegen haben wir uns enthalten.” … ist das Satire?
  • 14:33 Es wird angekündigt, dass wir irgendwann nacher über den Gender-Star (z.B. Redner*Innen) abstimmen, aber noch nicht jetzt. Na toll, warum nicht gleich erledigen?
  • Die thematischen Anträge sollen ge-ranked werden, daher werden gerade dazu die Stimmzettel eingesammelt.
  • Jetzt geht es mit den “richtigen” Inhalten los…
  • Thema Flüchtlinge A2neu:”Für eine menschliche Flüchtlingspolitik: Verantwortung übernehmen, Herausforderungen gemeinsam schultern, Integration unterstützen”
    • Margarethe Bause stellt ihn vor, inklusive diverser Anekdoten, u.a. wie kompliziert die Zusammenarbeit mit einer panikmachenden CSU ist.
    • Die “Diskussion” ist eine breite Zustimmung.
    • Der oben erwähnte Gesamtantrag A2neu erhält eine breite Zustimmung.
    • A12 Frauen auf der Flucht erhält eine breite Zustimmung.
    • A17: Kulturarbeit von und mit Flüchtlingen fördern erhält eine breite Zustimmung
    • A22: Europäische Herausforderung Flucht, Asyl und Einwanderung erhält eine breite Zustimmung
      • Änderungsanträge werden diskutiert und der erste wird übernommen
      • Der einzig strittige ist, ob wir generell Waffenexporte verbieten wollen. Dieser wird aber knapp angenommen.
    • Der A24: Resolution: Öffnet die Grenzen – Für die Idee Europas wird abgelehnt, insbesondere da sich viele der dort beschriebenen Sachverhalte inzwischen geändert haben.
    • Der I-1 “Fluchtursachen bekämpfen, Geflüchtete menschenwürdig behandeln – Gegen die Errichtung von Grenzzäunen und Haftanstalten im Niemandsland” wurde spontan eingereicht und steht noch nicht online. Er erhält eine breite Zustimmung
    • I-2 ist ebenso noch nicht online. Er trägt den Titel “Verantwortung übernehmen – gegen die massive Verschärfung des Asylrechts”. Dabei geht es auch um die Entscheidung der vergangenen Woche im Bundestag. Trotz der darin enthaltenen (guten) Ansätze gibt es massive Verschlechterungen.  Dublin wird damit de facto genehmigt. Bürokratie wird nicht wirklich abgebaut. Selbst Toni sagt, dass diese kritisierten Punkte von “niemandem” für richtig gehalten werden. In den Detailabstimmungen hat die Bundestagsfraktion auch zu den kritischen Punkten “Nein” gesagt. Gabriel selbst hat da von Grünen reingehandelten Sachen wieder rausgestrichen. Aber da die Grünen Verhandler sich so gut wie möglich bemüht haben, bittet Toni um eine Ablehnung, weil er nicht will, dass trotz der guten Bemühungen diese jetzt dafür kritisiert werden. … Es wird eine Debatte eröffnet!
      In dieser Debatte gehen die o.g. Sachen noch mehr ins Detail, die Pro-Redner betonen vor allem, dass es auch für die Zukunft gehen soll, während die Contra-Redner die Vorteile des Asyl-Gesetzes herauszustellen versuchen und die Nachteile zu relativieren.
      Interessant (aber Zufall?) in der Debatte die Pro-Redner waren nicht so bekannte Leute. Die Contra-Redner waren Promis.
      GO-Anträge bezüglich “Erweiterung der Debatte” und “geheimer schriftlicher Abstimmung” werden abgelehnt. Die Entscheidung ist super knapp, aber der Antrag wird  abgelehnt. (124 – 135)
  • Die Anträge wurden geranked, los geht es etwa um 19:00 Uhr mit diesen Themen in dieser Reihenfolge
    1. A16: Ein Nationalpark für den Steigerwald
    2. A19: Grüne für schrittweise Verlagerung des innerdeutschen Flugverkehrs auf Bahn und Bus
    3. A9: Digitalisierung in Bayern voranbringen: Freifunkinitiativen stärken! (FREIFUNK)
    4. A15: Dem Umweltschadensgesetz zum Recht verhelfen
    5. A25: Digitalisierung der Gesellschaft – Chancen nutzen, Grundrechte wahren
    6. A11: Wirksame Barrierefreiheit in Bayern
    7. A8: Grüne und Basis-Demokratie
    8. A14: Grüne Kulturpolitik für ein modernes Bayern
    9. A10: Politische Teilhabe bei den bayerischen Grünen
    10. A21: Für die Vereinigten Staaten von Europa!
    11. A23: Zivile Krisenprävention stärken – Mehr Bayerische PolizeibeamtInnen für internationale Missionen
    12. A6: Chronik Landesverband und einzelner Kreisverbände
    13. A13: Zulassung eines LAK Gender für alle Betroffenen
  • Jetzt aber geht es weiter mit dem Thema Landwirtschaft, bzw. dem Antrag A1: Grüne Wege in eine bayerische Landwirtschaft mit Zukunft mit dem grünen Landwirtschaftsminister aus Niedersachsen Christian Meyer, dieser hat uns Einblicke in die “Landwirtschaftswende” in seinem Bundesland gegeben. Sigi Hagel stellt den aktuellen Antrag vor. Bei der Aussprache ist der einzige richtige Widerspruch: “Es geht nicht weit genug”.
    • Der Ä4 will die Anbindehaltung über das bisher geforderte Maß abschaffen/einschränken abschaffen. Dieser wird aber abgelehnt, da es scheinbar vielen kleinen Betrieben schaden würde.
    • Der Ä5 will die Biogasanlagen beschränken, da die Fläche anderweitig sinnvoller eingesetzt werden sollen, als für Mais der ver”brannt” wird. Martin Stümpfig redet dagegen, weil es eben auch sinnvolle Biogasanlagen gibt, insbesondere die, die Gülle verwerten. Langfristig ist ein konkreter Einschränkungsvorschlag sinnvoll, aber nicht in dieser Form. Dieser Antrag wird daraufhin auch abgelehnt.
    • Diverse Anträge werden modifiziert übernommen
      • Ä12
      • Ä13
    • Der Ä22 will keine Doppelförderung von Biogasanlagen: Dieser wird jedoch (aus meiner Sicht überraschenderweise abgelehnt.
    • Der Gesamtantrag wird angenommen.
  • 18:25 Die Strukturdebatte und die Ergebnisse der Strukturkomission werden vorgestellt und diskutiert. [Persönlicher Kommentar: Wieder mal etwas Selbstbeweihräucherung… von mir aus könnte man die Vorstellung erheblich strukturierter und zügiger machen anstatt viele Floskeln des Selbstlobs loszulassen]
  • Der Tag ist zu Ende … morgen geht es weiter (mit einem neuen Blogeintrag)
03Oct

Palmöl

Gerade kommt auf ZDF eine Doku über Palmöl. Kernaussage: Selbst das angeblich nachhaltige Palmöl wird nicht besonders nachhaltig produziert:

  • Regenwaldabholzung
  • Menschen werden vertrieben
  • Schadstoffe im Palmöl (Paraquat)

Daher schreibe ich jetzt mal folgenden Brief an paar Hersteller, bei denen ich regelmäßig einkaufe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der ZDF-Reportage am 03.10.2012 würde ich gerne von Ihnen wissen:

  1. In welchen Ihrer Produkte ist Palmöl?
  2. Inwiefern ist dieses Palmöl nachhaltig gewonnen?
  3. Haben Sie Kriterien, die über die RSPO-Kriterien hinausgehen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Christian Sauter

31Mar

Earth Hour

Jedes Jahr wieder: Earth Hour – 1 Stunde Licht aus, um auf Stromsparen aufmerksam zu machen? Und das soll die Klima oder sogar die Welt retten?
Das Jahr hat 8784 Stunden, davon lassen wir eine Stunde das Licht aus.

Viel sinnvoller wäre es, wenn wir immer alle unnötigen Lichter ausmachen. Das spart auch richtig Geld. Oder wenigstens die Earth-Hour heute nutzen, um Energiesparlampen einzusetzen, wenn irgendwo noch Stromfresser sind.

Ich jedenfalls werde heute Abend, natürlich alle unnötigen Lichter ausmachen. Aber das mache ich eh so häufig wie möglich.

01Jun

Laufzeiten

Ich hab so einen schönen Satz gehört: “Entweder die AKWSs sind sicher, dann können sie ja noch länger laufen, oder sie sind nicht sicher, dann muss man sie sofort ausschalten.” Fast richtig. Nichts ist sicher. Und jede Medallie hat 2 Seiten. Atomstrom ist sicherlich nicht sicher, sondern eine Energieumwandlungsart mit einem enorm hohen Risiko. Aber vor vielen Jahren hat sich “Deutschland” nun mal für diese Technologie entschieden und im Augenblick ist es fraglich, ob ganz kurzfristig eine andere Technologie herbeigeschafft werden kann. Kohle und die fosile Stromerzeugung generell sind auch keine “Traumalternative”. Ich kenne nur eine vernünftige Alternative und die beinhaltet u.a.

  • Energiemix aus erneuerbaren Energien
  • Leitungsausbau
  • Energiesparen insbesondere zu Spitzenzeiten
  • Speicherung

Aber einiges davon ist noch längst nicht umgesetzt. Von daher ist es durchaus gerechtfertigt, wenn nun Atomkritiker einen Ausstiegsplan, aber keinen sofortigen Ausstieg befürchten. Ein sofortiger Ausstieg hätte andere (katastrophale?) Folgen. Aber ein schnellstmöglicher Umstieg auf moderne Energien wäre sinnvoll. Daher verstehe ich auch Deppendorf nicht. Auf der ard.de-Startseite kann man lesen:

Deppendorfs Woche

Aussteiger ohne Plan

Atomausstieg – und dann? Experten kritisieren, das Ganze sei kopflos, es gebe kein schlüssiges Konzept. Ausgerechnet die Grünen warnen vor dem Strom-Blackout, weil 2021/22 alle AKW auf einmal vom Netz gehen. Die Energieriesen blasen derweil zum Kampf. Der Atomausstieg: ein neuer fataler Schnellschuss der Koalition? [video]

Natürlich wäre ein Blackout zu befürchten, wenn “plötzlich” ein immenser Anteil einfach abgeschalten werden würde. Es wäre viel sinnvoller, von den verbleibenden AKWs jedes Jahr eines abzuschalten, so dass die entsprechende Kapazitäten in diesem Jahr dann nachgerüstet werden können – durch erneuerbare Energien. Also wir Grünen wollen ganz sicherlich nicht, dass die AKWs über 2021 hinaus am Netz bleiben, sondern dass diese nach und nach schon früher vom Netz gehen. So aus dem Kontext gerissen hört sich der Satz mit den Grünen zwar nach einer Sensation an, aber wenn man es genau betrachtet, dann stehen dahinter uralte Forderungen. Die AKWs so schnell wie möglich abschalten, dabei das juristische Risiko minimieren und die Versorgungssicherheit mit Strom sicherstellen.

08Dec

Ob wir es wollen und wie wir es wollen….

Gestern beim grünen Stammtisch (der Erlanger Grünen) ging es um das Projekt “Energiewende ERlangen” – 100% erneuerbare Energien für Erlangen (bis 2030 100% erneuerbarer Strom möglichst aus “Eigenherstellung”).

Dabei kam die Frage nach Gutachten auf, ob man diverse Risiken bedacht hat und einen Plan B hat – anders als bei Stuttgart 21, wo quasi nichts richtig durchkalkuliert wurde und als Schlichtungsspruch rauskam, dass noch mal alles mögliche geprüft und geändert werden muss. Diese wurde mit den Argumenten “zu teuer” und “erst mal muss man wissen, dass man es will” zurückgewiesen. Aber jetzt habe ich noch mal drüber nachgedacht.

Im Grunde trifft die Frage (und die gegebenen Antworten) genau einen wunden Punkt der Politik insgesamt (auch bei den Grünen). Wir haben Ziele und verfolgen die oft blind, ohne nach links und nach rechts zu schauen. Und jeder der was anderes denkt wird als “unbelehrbar” wahrgenommen. Nebenwirkungen gibt es scheinbar nicht.

Gerade bei der Energiewende muss man doch durchkalkulieren:

  • Was ist der umweltpolitische Nutzen?
  • Was ist der ökonomische Nutzen (oder Schaden)?
  • Welche sonstigen Nutzen oder Schäden

Im Gegensatz zu Projekten wie Stuttgart 21 hat man aber sehr viele Sachen in der Schublade:

  • Es gibt Erfahrungen mit Energieausbeute pro xxx (Wind/ Sonneneinstrahlung / Biomasse) … es sind ja schon zig Kraftwerke in Betrieb
  • Es ist kalkulierbar, wie lange die “Kraftwerke” laufen
  • Es gibt Hochrechnungen für Strompreisentwicklung und Energiekostenentwicklungen (zwar mit einer breiten Bandbreite… aber man kann ja mal optimistisch und pessimistisch rechnen)

Trotzdem muss einiges ganz klar dargestellt werden:

  • Auf welchen Flächen sind diese “Kraftwerke” geplant? Wie viel Licht ist da, wie viel Wind ist da? Welche Störfaktoren gibt es bei den Flächen. Dies muss transparent analysiert werden!
  • Welche finanziellen Auswirkungen das auf die Beteiligten hat. (2% Rendite)
  • Welche finanziellen Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat. Das EEG wird von den Stromnutzern bezahlt! (Finde ich gut, aber man muss es ehrlich so sagen.)
  • Gibt es Umweltschäden
  • Sonstige Auswirkungen
  • Und natürlich auch den Nutzen für das Klima

Und jetzt zum Schluss noch ein Beispiel, wo wir Grünen auch “blind” mitgelaufen sind. Biodiesel! Da gibt es jetzt halt paar Nebenwirkungen wie erhöhte Lebensmittelpreise, Urwaldrodungen, (kleinere) technische Probleme, … also ein positives Nutzen/Schadens-Verhältnis wird inzwischen eigentlich recht breit angezweifelt.

Sowas soll bei der “Energiewende ERlangen” nicht passieren. Trotzdem bin ich gegen teure Gutachten. Sondern man soll einfach die Experten mit ins Boot holen und alle Kritik anhören.

26Aug

Katastrophen und erneuerbare Energien

Es ist nicht zu fassen, zig Wirtschaftswissenschaftler rechnen uns vor, dass die Klimarettung billiger ist, als die Schäden nacher zu beheben und in Koppenhagen kam sowas bei rum… und in diesem Sommer kommt gleich der Beweis. Flut in Polen, Flut in Ostdeutschland, Waldbrände in Russland mit der Angst vor Strahlenbelastung, Flut in Pakistan, Waldbrände auf der ganzen Welt, Ölkatastrophe in den USA …

Jetzt überlegen wir uns mal, dass nur das Geld, dass dieses Jahr in die verschiedenen Katastrophengebiete geflossen ist, vor einigen Jahren (seit wann fordern wir Grüne das?) in erneuerbare Energien geflossen sind.

Bevor jetzt wieder die ganzen Kommentare kommen wie: “Wenn es wärmer wird, dann sparen wir uns die Heizkosten” oder “Es gibt mehr Kältetote als Hitzetote” … ihr habt ja Recht, aber Klimawandel bedeutet nicht NUR, dass es ein paar Grad wärmer wird und der Baggersee Karibik-Flair bekommt. Nein, Klimawandel bedeutet auch, dass es mehr Hochwasser gibt (Wieviel Jahrhunderthochwasser hatten wir die letzten 20 Jahre in Deutschland?), mehr Stürme, mehr Schwankungen, mehr Chaos. Klimawandel bedeutet auch, dass ganze Landstriche unbelebbar werden (z.B. in Afrika, Tuvalu, … oder sogar in Holland) und die Leute dann neue Orte suchen müssen.

Also was ist zu tun? Es geht NICHT darum, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern aus den Resourcen die wir haben ein LANGFRISTIGES Konzept zu stricken, mit dem auch noch unsere Kinder und Enkel leben können.

Also nehmen wir einfach mal die 20 Milliarden, die jetzt durch das Ölleck an Kosten entstehen. Hätte die BP vor 10 Jahren in erneuerbare Energien investiert, wären sie jetzt wahrscheinlich Marktführer. Oder nehmen wir die ganzen Kosten, die durch jedes Hochwasser entstehen. Hier ist natürlich das Problem, dass einer alleine das Hochwasser nicht verhindern kann. Aber da weltweit immer mehr Klimachaos auftritt, sollte man auch weltweit investieren. Wenn dadurch jedes zweite dramatische Hochwasser wegfallen würde, hätte es sich wahrscheinlich schon nach wenigen Jahren (finanziell – moralisch, ökologisch & menschlich ja sowieso) rentiert, auf 100% erneuerbare Energien umzusteigen. Ganz zu schweigen davon, dass man dann nicht mehr von den Rohstoffpreisen abhängig ist.

Wenn es nur um CO2 gehen würde, dann wäre Atomkraft vielleicht eine Alternative. (Ist nicht ganz CO2-frei, aber besser als Braunkohle). Da es uns aber auch um Sicherheit geht, sind AKWs keine Alternative. Wenn ich mich zwischen GAU und Hochwasser entscheiden müsste, würde ich das Hochwasser wählen.

15Aug

Regenwälder, Öl und Zerstörung

Abenteuer Wissen war heute mal wieder krass. Die Kernaussagen:

  • In Kanada werd zur Ölgewinnung aus Ölsand riesige Flächen per Tagebau zerstört, massenweise Wasser aus dem Fluß genommen und Gifte in den Fluß geleitet. Menschen und Tiere die dort leben leiden und sterben an Folgekrankheiten.
  • Die Amazonas-Regenwälder und die Ureinwohner sollen “geopfert” werden, dass die Ölindustrie dort nach Öl suchen kann

Und obwohl das alles irgendwie bekannt ist, finde ich das jedesmal wieder krass. Zum Glück gab es auch paar positive Beiträge, über Entwicklungen, Erfindungen oder Entdeckungen, die in die richtige Richtung gehen.

Links zu den Sendungen: Abenteuer Wissen 1/2 & 2/2

Morgen (also Montag 16.08.2010) werden die Sendungen widerholt.

13Aug

Brennelementesteuer

Eine kleine Text-Rechenaufgabe aus dem Focus:

Die Bundesregierung will von den Atomkraftwerks-Betreibern – E.on, RWE, EnBW und Vattenfall – eine Brennelementesteuer kassieren, die von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die klamme Bundeskasse spülen soll. Das betriebliche Ergebnis von RWE werde dadurch um etwa eine Milliarde Euro beziehungsweise 14 Prozent belastet, erklärte das Unternehmen. Der Konkurrent E.on hatte am Mittwoch seine jährliche Belastung auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beziffert. RWE betonte wie E.on, dass die Steuer Investitionen gefährde.

Wieviel Prozent zahlen dann RWE und E.on zusammen? Wieviel Prozent bleiben dann noch für Vattenfall und EnBW?

(Lösung: (1+1,3) / 2,3 = 100%)

D.h. Vattenfall und EnBW müssen die Steuer gar nicht zahlen? Oder wenn E.on sogar 1.5 Milliarden zahlt, sind sogar 200.000 Euro übrig, die scheinbar keinem gehören.

Aber die Unternehmen sagen ja, dass dadurch Investitionen gefährdet werden. Mit so vielen Milliarden könnte man annehmen, dass die in erneuerbare Energien investieren. Wenn man die Werbung sieht, könnte man es auch meinen. Statistiken sagen etwas anderes. Und das ist logisch, denn eine Investition wäre aus deren Sicht nicht sinnvoll. Es gibt genug Gutachten, die bestätigen: Durch erneuerbare Energien wird der Strom billiger. Das heißt, die Konzerne würden mit jeder zusätzlich installierten Killowattstunde den Preis an der Strombörse senken und damit ihren eigenen Gewinn senken. Von daher ist es total verständlich, wenn die probieren, die erneuerbaren Energien als “noch nicht marktreif” darzustellen. Man darf nur nicht alles glauben.

Und das man nicht alles glauben darf, wird mit dem oben zitierten Absatz wieder mal bewiesen. Bei einer Abführung von INSGESAMT 2,3 Milliarden Euro behaupten 2 (von 4) Firmen, dass sie gemeinsam schon 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro weniger Gewinn haben würden. Wahrscheinlich ist es eher umgekehrt, sie zahlen alle zusammen 2,3 Milliarden Brennelemente-Steuer und verrechnen diese “Ausgabe” dann mit der Gewerbesteuer. Daher habe ich die Vermutung, dass die gesamten Kosten für die AKW-Betreiber zur Zeit künstlich hochgerechnet werden und diese erheblich niedriger sind.

09Aug

Sparen im Strom

Angeblich ist Ökostrom teuer. Der herkömmliche Strom ist viel billiger…. nur hat der herkömmliche elektrische Strom den kleinen Nachteil, dass er hauptsächlich über Kohle erzeugt wird. Kohle verursacht den Klimawandel.

Und daher wird aus “Sparen am Strom” ganz langsam “Sparen im Strom”:

Billiger Strom kann ganz schön teuer werden

Billiger Strom kann ganz schön teuer werden

Mal im Ernst:

Wenn man die Kosten für die Klimakatastrophe auf die Kohle umrechnet, dann ist diese Energieform nicht mehr zu bezahlen. Alleine wenn man auf das Bild klickt, kann man lesen, wie teuer die Planungen und geplanten Baukosten für Hochwasserschutz in einer Stadt in Unterfranken sind.

06Jun

Umweltfest

Gestern war das Umweltfest … es wurde zwar organisiert von den Grünen, aber richtig erfolgreich war es erst, weil so viele Gruppen teilgenommen haben, die sich im Bereich Umweltschutz organisieren. Mit dabei waren

  • fairlangen – eine Gruppe, die aus der Elia-Gemeinde entstanden ist, aber offen für alle ist. Sie informiert vor allem zum Thema fair einkaufen in und um Erlangen . Ein ähnliches Projekt hatte die Grüne Jugend in Erlangen mal, also wieder mal ein “Beweis”, dass eine gute Kooperation unbedingt notwendig ist, um gewisse Arbeiten nicht doppelt zu machen.
  • Queerfriends – nicht direkt eine Umweltgruppe, aber trotzdem dabei
  • Bündnis 90/Die Grünen – Organisator und Partei mit einem Schwerpunkt im Bereich Umweltschutz
  • Arche Bauernhof Erlangen: Ein Verein zur Erhaltung vom aussterben bedrohter Nutztierrassen. Der Verein ist noch ganz jung und will demnächst Tieren in der Erlanger Umgebung eine Heimat geben.
  • Greenpeace Nürnberg: Die Ziele von Greenpeace sind absolut unterstützenswert, die Aktionen oft spektakulär. Leider gibt es in Erlangen keine Greenpeace-Gruppe. Vielleicht war das ja der Startschuss für eine Gründung.
  • Grüne Jugend: Die Grüne Jugend hatte als Hauptthema die Ölkatastrophe im Golf von Mexico. Sie verteilten Delphine in Erdöl (Kekse in Schokolade)
  • Amnesty International: Menschenrechte und Umweltrechte passen sehr gut zusammen. So wie die Petition gezeigt hat, die dort unterschrieben werden konnte: Wenn Öl (in diesem Fall von Shell im Nigerdelta) die Umwelt verseucht, dann leiden dort auch die Menschen.
  • Solarverein / Sonne auf jedem Dach: Ein ganz klassisches Umweltthema, alternative Energiegewinnung, wurde live präsentiert durch einen Solarkocher.
  • ödp: due ÖDP hatte als Hauptthema die Gründung eines Vereins Carsharing und repräsentierte auch den folgenden Punkt
  • Volksbegehren Nichtraucherschutz: Am 04.07. ist die Abstimmung, ob es nun endlich zu einem angemessenen Nichtraucherschutz kommt
  • Unisolar: Nochmal Solarenergie. Eine Studentengruppe die alles organisiert hat, um Solarzellen für das Unidach zu kochen und das Geld dafür aufgetrieben hat.
  • Grüne Liste/Fraktion im Stadtrat: Fast alle Stadträte waren da. Sie hatten zwar keinen Stand, standen aber für spontane Gespräche zur Verfügung.
  • Uwe Kekeritz (MdB), Klaus Hiemeyer und Birgit Raab (beide Bezirkstagsfraktion) standen für viele Fragen und Gespräche zur Verfügung

All diese haben zu einem schönen Fest beigetragen. Daher vielen Dank.

Mein Wunsch wäre es jetzt, dass all diese Gruppen noch mehr zusammenarbeiten, um die richtigen Themen in der Gesellschaft voranzubringen. Die Themen sind die Richtigen, nur die Zersplitterung nimmt einiges an Effektivität.

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